125ccm Chopper Motorrad Test: Ein Überblick

Breite Hinterreifen und lange Gabeln sind für viele der Inbegriff - oder auch das Klischee - absoluter Unabhängigkeit. Autofahrer können für kleines Geld den vereinfachten Führerschein Klasse B196 für Leichtkrafträder machen. Doch welche Modelle eignen sich für Neu-Biker? Hier finden Sie die interessantesten Motorräder mit 125 cm³ Hubraum.

Moderne 125er-Motorräder, offiziell Leichtkrafträder genannt, dürfen maximal 125 cm³ Hubraum und 11 kW/15 PS haben, Elektro-Leichtkrafträder entsprechend eine Nenndauerleistung von 11 kW. Sie kommen den nicht gedrosselten Motorrädern in vielen Punkten sehr nahe und bieten gehobenen Fahrspaß für überschaubares Geld.

In Hinblick auf Abgasnormen und Sicherheitstechnik sind die Auflagen für 125er nicht ganz so streng wie für die großen Motorräder. Teilweise sind diese dennoch schnell unterwegs und haben aufwendig gestrickte Fahrwerke. Wer also ambitioniert unterwegs sein will, sollte ein Modell mit ABS wählen, denn besonders Fahranfängern bereiten Notbremsungen auf zwei Rädern oft Probleme.

Neue 125er im Jahr 2025

Hier die Neuheiten, die die Hersteller im Jahr 2025 mit 125 cm³ Hubraum auf den Markt bringen: Es sind fünf Modelle, von der Aprilia 125 SX/RX bis zur KTM 125 Enduro R. Der weiterhin 11 kW/15 PS starke Einzylindermotor wurde für die Abgasnorm Euro 5+ fit gemacht. Im Zuge der technischen Anpassungen wurde das Drehmoment von 11 auf 11,5 Newtonmeter erhöht. Statt wie bisher Edelstahl-Optik, trägt der Auspuffendtopf nun ein mattschwarzes Finish.

Zu den weiteren Neuerungen gehört eine Umstellung auf LED-Leuchten, die zusammen mit neuen Verkleidungsteilen und einem neuen Farbschema für optische Frische sorgen. Das Cockpit bietet künftig ein rechteckiges Farbdisplay. Das ABS wurde um eine Anti-Überschlag-Funktion erweitert. Für den Sozius gibt es Haltegriffe. Optional ist ein USB-Anschluss bestellbar. SX und RX unterscheiden sich vor allem hinsichtlich Radgrößen, Bereifung und Bremsen.

Die Supermoto-Variante SX bietet Straßenbereifung, kleinere Räder und klassische Scheibenbremsen. Bei der Enduro-Version RX setzt Aprilia auf ein großes 21-Zoll-Vorderrad und ein 18-Zoll-Hinterrad, Stollenbereifung und Scheibenbremsen im Wave-Stil. Das 125er-Duo von Aprilia kommt voraussichtlich im Frühjahr auf den deutschen Markt. Die Preise dürften leicht steigen.

Benelli erweitert seine Modellpalette für die Saison 2025 um die beiden Leichtkrafträder BKX 125 und BKX 125 S. Während erstere als Leicht-Enduro mit Speichenrädern, grobstolligen Reifen und 18 Zentimetern Federweg an den Start geht, ist die 125 S das Supermoto-Pendant mit sportlichen Onroad-Reifen, Gussfelgen, 15 Zentimetern Federweg und weniger Verkleidungsteilen.

In beiden Fällen schickt ein Einzylindermotor 11 kW/15 PS über ein Sechsgang-Schaltgetriebe und Kettenantrieb ans Hinterrad. Damit dürften die Fahrer der beiden Hochbeiner in dreistellige Geschwindigkeitsregionen vorstoßen können. Der wassergekühlte Single mit Einspritzung soll 2,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Der 12-Liter-Tank ermöglicht so eine theoretische Reichweite von 500 Kilometern.

Zu den Neuteilen der Saison 2025 gehören der Tank, die Seitenverkleidungen und der Motorspoiler. Erstmals zu haben sind eigens für die Grom konzipierte Zubehörteile. Optional oder im Paket sind Handprotektoren, Windschild, Satteltaschen, eine Gepäckbrücke sowie eine Rücksitztasche erhältlich.

Außerdem lassen sich bei der 2025er Grom einzelne Karosserieteile leicht abnehmen, wodurch sich die Fläche für individuelle Aufkleber, Grafiken und Folierungen vergrößert. An der Technik ändert sich nichts, der Verbrauch liegt nach wie vor bei moderaten 1,5 Litern pro 100 Kilometer. Der Preis für die 2025er-Grom beträgt 4000 Euro (zzgl.

Trotz des kleinen Hubraums sind hochwertige Komponenten wie WP-Federung, Aluminiumgussräder, ABS und Traktionskontrolle an Bord. Das gleichzeitig moderne und minimalistische Design macht die beiden 125er zu einem stylishen Duo im Segment der Leichtkrafträder.

Die Rahmen der Bikes sind aus Stahl-Gitterrohr gefertigt und ermöglichen eine seitliche Positionierung des hinteren Federbeins, was die Absenkung der Sitzbank erlaubt. Alle Modelle erhielten Kurven-ABS, wurden leichter und sollen dank neuer Federelemente und neuer Aluschwinge sowie neuem Lenker besser fahrbar sein. Neu sind auch die Motoren, die jedoch bei einer Leistung von 11 kW/15 PS bleiben. Eine Easy-Shift-Funktion erlaubt kupplungslose Gangwechsel.

Im Cockpit warten die Bikes mit einem 5-Zoll-TFT-Display samt neuen Konnektivitätsfunktionen auf. Auch die neue LED-Beleuchtung und ein in Details modifiziertes Design prägen das neue Modelljahr. Die Preise liegen bei 5400 bzw. Der Einzylinder ist eng mit der 125er-Duke verwandt, setzt allerdings auf eine Enduro-Aufmachung, größere Speichenräder mit Stollenbereifung sowie ein WP-Fahrwerk mit 23 Zentimetern Federweg.

Der flüssigkeitsgekühlte Single der 125er-Enduro leistet 11 kW/15 PS. Fahrwertig ist die Maschine 152 Kilogramm leicht, der Einstiegspreis liegt bei 5500 Euro. Bei der weitgehend nach gleichem Muster gestrickten 390 Enduro R sind es 159 Kilogramm versus 33 kW/45 PS.

Bobber und Cruiser der 125er-Klasse

Autofahrer, die ihren Klasse-B-Führerschein um die Ziffer B196 erweitern, haben eine große Auswahl an coolen Bikes - sogar Bobber und Cruiser gibt es in der 125er-Klasse.

Die 125er-Klasse bietet eine immer breitere Auswahl an Motorrädern. Vor allem von chinesischen Herstellern mit Vertrieb in Deutschland werden nach und nach Leichtkrafträder mit maximal 15 PS der Kategorien Bobber und Cruiser vorgestellt und auf den Markt gebracht. Einige davon stellen wir euch im Folgenden vor.

Bobber: Hyosung GV 125 X - Style, Leistung und V2

Die Hyosung GV 125 X ist ein sportlicher Bobber im 125er-Segment, der mit einem V2-Motor ausgestattet ist. Die Leistung von 14,8 PS (11 kW) bei 10.500/min reizt das erlaubte Maß in der Leichtkraftrad-Klasse komplett aus. Der 125er-Bobber kombiniert Retro-Design mit modernen technischen Komponenten, darunter eine Upside-Down-Gabel, Aluminiumguss-Räder und eine 2-in-2-Abgasanlage. Der V2-Motor ist in der 125er-Klasse ein absoluter Exot, er dürfte außerdem für eine unverwechselbare Klangkulisse sorgen.

Preis für die Hyosung GV 125 X: 4.699 Euro.

Bobber: Hanway B15V Bob 125 - mit V2 der Hyosung

Auch der 125er-Bobber von Hanway kommt mit dem kleinen V2-Motor aus Südkorea, der von KR Motors stammt - hierzulande als Hyosung bekannt. Prinzipiell klassisch aufgebaut ist das Fahrwerk der Hanway B15V Bob 125, mit Stahlrohr-Rahmen, Telegabel samt Faltenbälgen vorn und 2 Federbeinen hinten. Bemerkenswert ist allerdings die Hinterradschwinge aus Aluminium statt aus Stahl. Ebenfalls außergewöhnlich: die Doppelscheibenbremse an der Front der Hanway B15V Bob 125, kombiniert mit der hinteren Scheibenbremse - und mit ABS.

Es gibt sie in 3 Varianten: Heritage, Classic und Sport.

Preis aller 3 Varianten: jeweils 5.250 Euro.

Cruiser: Zontes 125-C2 - mit beeindruckender Reichweite

Die Zontes 125-C2 ist ein 125er-Cruiser, der durch seinen 16-Liter-Tank eine beeindruckende Reichweite von bis zu 890 Kilometern bereitstellen soll. Angetrieben wird der kleine Cruiser von einem flüssigkeitsgekühlten Einzylinder-Motor mit 14,6 PS. Besondere Merkmale sind das schlüssellose System, ein modernes Cockpit mit farbigem LC-Display, Smartphone-Connectivity für Navigation und Musiksteuerung sowie ein dualer USB-Anschluss. Mit einer Sitzhöhe von 700 mm ist sie zudem besonders niedrig.

Preis für die Zontes 125-C2: 3.595 Euro.

Cruiser: QJMotor SRV12 - Harley-Optik und V2

Die QJMotor SRV12 ist ein 125er-Cruiser, der - wie die Bobber von Hyosung und Hanway - mit einem wassergekühltem V2-Motor ausgestattet ist. Hier sind 14 PS bei 10.000/min als Spitzenleistung angegeben. Das 125er-Cruiser von QJMotor erinnert optisch an eine kleinere Version der Harley-Davidson Sportster. Es richtet sich an A1- und B196-Führerscheininhaber und rollt mit einer niedrigen Sitzhöhe von 700 mm an. Das Fahrwerk setzt sich klassisch zusammen aus Stahlrahmen und Hinterradschwinge, während vorn eine Upside-Down-Gabel federt und Scheibenbremsen mit ABS für sichere Verzögerung sorgen.

Preis für die QJMotor SRV12: 3.999 Euro.

Benda Chinchilla 125 -mit Riemenantrieb und V2

Die Benda Chinchilla 125 ist ein sportlicher Cruiser mit einem V2-Motor, der 14,7 PS bei 8.500/min bereitstellt und ein maximales Drehmoment von 14 Nm bei 6.500/min. Höchstgeschwindigkeit: 120 km/h.

Eine Upside-Down-Gabel federt vorn, hinten übernehmen zwei Stoßdämpfer. Der Tank fasst 15 Liter, was für eine ordentliche Reichweite sorgen sollte, rein rechnerisch könnte sich bei den angegebenen 3 Liter Verbrauch eine Reichweite von 500 Kilometer ergeben.

Weitere Modelle und Marken

Neben den genannten Modellen gibt es auch andere interessante Optionen auf dem Markt der 125er Chopper und Cruiser, darunter:

  • Yamaha Dragstar 125
  • Honda Shadow 125
  • Yamaha Virago 125
  • Honda Rebel 125
  • Suzuki Marauder 125
  • Keeway Superlight 125
  • Aquilla Hyosung 125

Kurztest: Kawasaki EL 125 und Honda Rebel 125

Nicht einmal drei Zentner wiegen, gerade mal ein Achtele Hubraum vorzeigen und sich trotzdem mit dem Hauch von Freiheit und Abenteuer umgeben: Ganz schön rebellisch, diese Winzchopper Kawasaki EL 125 und Honda Rebel 125.

Mit geringem Gewicht und niedrigen Sitzhöhen rauben Kawasaki EL 125 und Honda Rebel dem Stadtverkehr seine Schrecken. Jede noch so keine Lücke reicht, um sich einen Vorteil gegenüber den Autofahrern zu verschaffen. Und für Ampelsprints der harmloseren Art langt die gebotene Leistung allemal.

Trotz kleinen Hubraums, bei der Honda gar verteilt auf zwei Zylindereinheiten, gestatten beide Motoren gemütliches Dahingleiten im großen Gang. Wenn es doch nur keine Berge gäbe oder Verkehrsteilnehmer, die noch langsamer unterwegs sind. Ein, zwei oder besser gleich drei Gänge herunterschalten und beherzt am Gas drehen, lautet die Devise in solchen Krisenfällen. Zum Glück spielen die Fünfganggetriebe ebenso leichtgängig wie präzise mit - und nach der Steigung herrscht ja wieder Ruhe. Bleibt das Erstaunen, wie extrem drehfreudig beide Motoren sind.

Manchmal blickt der Honda-Kumpel neidisch zur Kawasaki hinüber: In Sachen Beschleunigung ist die EL seinem Untersatz klar überlegen. Doch freiwillig pendeln sich beide rasch wieder bei etwa 70 km/h ein, weil ihre Viertakter trotz geringer bewegter Massen beträchtliche Lebensäußerungen von sich geben. Die harten Vibrationen des Kawa-Singles und die dröhnende Instrumentenkonsole nerven auf Dauer richtig. Die Honda macht einen solideren Eindruck, nichts klappert und rumpelt. Doch die Vibrationen des Twins können, wenngleich von deutlich feinerer Art als die der Kawasaki, auf Dauer ebenfalls zermürben.

Hohe Handkräfte, aber ein satter Druckpunkt charakterisieren die Scheibenbremsen in den Vorderrädern. Und weil sie die gut zu dosierenden hinteren Trommelbremsen ausreichend unterstützen, dürfen die Stopper beider Probanden als rundum ausreichend bezeichnet werden.

Während die Gabeln fast alle Unbilden deutschen Straßenbaus weitgehend ausgleichen, kapitulieren die hinteren Federbeine ziemlich schnell. Die Honda versaut einen sauberen Strich, weil sie trotz maximaler Vorspannung gnadenlos durchschlägt und scheinbar auf jegliche Dämpfung verzichtet. Nur geringfügig mehr Reserven bietet die Kawasaki: Zwar neigt auch sie voll vorgespannt zum Durchschlagen, doch dank besserer Dämpfung bleibt die gewählte Linie davon weitgehend unbeeinflußt. Dem Sitzfleisch ebenfalls wenig zuträglich sind die Sitzpositionen - wie in Stein gemeißelt, ohne ausreichende Bewegungsfreiheit.

Trotz ständiger Volllastfahrt liegen die Verbräuche mit etwa 3,8 Liter/100 km für die Eliminator beziehungsweise 4,4 Liter/100 km für die Rebel erfreulich niedrig.

Technische Daten Honda - CA 125 Rebel

  • Motor: Luftgekühlter Zweizylinder-Viertaktmotor
  • Hubraum: 125 cm³
  • Nennleistung: 11 PS (8 kW) bei 9500/min
  • Max. Drehmoment: 0,9 kpm (9 Nm) bei 6000/min
  • Gewicht vollgetankt: 150 kg
  • Tankinhalt/Reserve: 10/2,7 Liter
  • Kraftstoffverbrauch im Test: 4,4 Liter/100km
  • Theor. Reichweite: 227 km

Technische Daten Kawasaki - Eliminator 125

  • Motor: Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor
  • Hubraum: 124 cm³
  • Nennleistung: 12 PS (8,8 kW) bei 9500/min
  • Max. Drehmoment: 1 kpm (10 Nm) bei 8000/min
  • Gewicht vollgetankt: 144 kg
  • Tankinhalt: 13 Liter
  • Kraftstoffverbrauch im Test: 3,8 Liter
  • Theor. Reichweite: 342 km

Weitere Konkurrenten sind die Yamaha XV 125 Virago und die Suzuki GN 125.

UM Renegade Commando 125

Seit einigen Jahren versuchen aber kleinere Hersteller Cruiser für den A1 Markt attraktiv zu machen. Dazu gehört die neue Marke UM (United Motors), die mit der Renegade Commando 125 nicht nur einen mächtigen Namen gewählt hat, sondern auch einen potenten Mitbewerber in der 125er Klasse auf die Beine gestellt hat!

Über die Leistung eines 125er Choppers zu reden, ist eine schwierige Ausgangssituation. Einerseits ist besonders bei Cruisern die angegebene Leistung irrelevant, weil das Fahrerlebnis nicht von der Power des Motors abhängt. Gleichzeitig spielt es für viele A1-Führerscheinbesitzer eine große Rolle, wie viel Kraft im Aggregat steckt denn wenn man 15 PS fahren darf, dann will man es auch zur Gänze ausreizen. Für jene die auf 15 Pferdestärken bestehen, gibt es leider schlechte Nachrichten, denn die Spitzenleistung der UM Renegade Commando liegt bei 13 PS.

Die Ergonomie und der bequeme Sattel laden zum Entspannen ein. Nach der Testfahrt war sich die 1000PS Crew einig: die 153kg schwere United Motors überzeugt! Selbstverständlich schleifen aufbaubedingt die Fußrasten nach kurzer Zeit, doch bis dahin lässt sich die Renegade Commando sauber durch die Radien zirkeln und gibt nie ein unsicheres oder schwammiges Gefühl. Der Lenker liegt nahe am Oberkörper und die Fußrasten sind ebenfalls sehr zentral, wodurch man sich in vollster Kontrolle über den 125er Cruiser fühlt.

Neben matt grün lässt sich der 125er Cruiser auch noch in glänzend schwarz bestellen; die Sissybar ist auf beiden Versionen bereits montiert. Wird Chrom bevorzugt, sollte man zur Renegade Commando Classic greifen, die mit zusätlichen Seitentaschen und einem Windschild ausgeliefert wird. Das Highlight der Ausstattung liegt jedoch zwischen den Beinen des Fahrers in Form des hübschen Tachos, der stark an die großen Brüder aus Milwaukee erinnert. Dieser ist nämlich mit einem USB Anschluss ausgestattet, der sich perfekt für das Aufladen des Handys eignet.

Sehnt man sich nach Entspannung im 125er Segment, könnte die UM Renegade Commando 125 genau die richtige Wahl sein. Mit einer Leistung von 13 PS liegt sie unter dem A1 Limit, doch der Drang nach Leistung ist nicht der Grund, weshalb man die Renegade Commando 125 genießen wird. Auf ihr kann man die Seele baumeln lassen und den Alltagsstress hinter sich lassen. Einzig die Bremsen könnten etwas härter zupacken, doch mit diesem Problem ist sie in der 125er Klasse nicht alleine.

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