Für Youngbiker, die ein Motorrad suchen, gibt es derzeit eine große Auswahl. Impulse für den Markt kommen aus den unterschiedlichsten Richtungen.
Zwar wissen sie nicht, was cool oder hip ist, doch von Fahrspaß, guten und schlechten Motorrädern verstehen sie ein wenig. Hier funktioniert der Generationenvertrag noch: Fünf Grufties testen zehn 125er für Jugendliche.
Marktüberblick
Zum einen aus Südeuropa, wo 125er seit Jahren stark gefragt sind. In diesem Vergleich repräsentiert durch Cagiva Mito und Aprilia MX 125 SM aus Italien, die spanische Derbi Senda SM 125-4T die beiden letzteren brandneu und die AJP PR4 125 SM aus Portugal.
Aus Asien mit seinem riesigen Markt an kleinen »Two-Wheelern« kommen reihenweise attraktive Angebote von diversen Zweigwerken der etablierten japanischen Marken. Etwa die neue Honda CBR 125 R gebaut in Taiwan, die 2003 eingeführte XR 125 L und die Suzuki Van Van.
Hingegen repräsentiert die taiwanesische Kymco Hipster die aufstrebende Konkurrenz aus den Tigerstaaten. Nicht zu vergessen schließlich die zwei deutschen Produzenten, von denen die MZ RT 125 und die Sachs XTC stammen.
Qualität und Verarbeitung
Wie sieht es nun aus mit der Qualität aktueller 125er? Im Ganzen befriedigend. Beim genauen Hinsehen fällt auf, dass Hersteller, die Motorräder aller Hubraumklassen produzieren, die Optimierung im Detail besser beherrschen.
Wer die Aprilia, die Cagiva, beide Hondas, die Suzuki und die MZ studiert, findet nicht nur Annehmlichkeiten wie Schalter und Armaturen von größeren Maschinen, sondern auch einen konsequent auf dem jeweils entsprechenden Preisniveau durchgehaltenen Verarbeitungsstandard.
Hochwertig und deshalb 4300 beziehungsweise 5200 Euro teuer sind Aprilia und Cagiva, weniger schön als funktionell, doch unbedingt zuverlässig die beiden günstigen Hondas.
Die Suzuki und die MZ stehen preislich und qualitativ zwischen diesen Extremen. Dagegen kombinieren AJP, Derbi, Kymco und sogar die 5200 Euro teure Sachs unsortiert Billiges mit Edlem, symbolisiert in der Aluschwinge der AJP, wo fein polierte und grobe, rohe Oberflächen aufeinandertreffen.
Oder bei der Sachs, mit einem sorgfältig geschweißten Gitterrohrrahmen, aber einem schwach leuchtenden Scheinwerfer.
Generell ist Bremsen kein rühmliches Thema für die 125er. Ausgenommen die Aprilia, die Cagiva und die Sachs. Die Übrigen nach der Umrüstung hoffentlich auch die Derbi bieten zwar standfeste Anlagen, die aber fester zubeißen könnten.
Hinter der verbreiteten stumpfen Auslegung steckt womöglich das löbliche Bestreben, den Nachwuchs nicht bei der ersten Schreckbremsung durch plötzliches Blockieren des Vorderrades vom Gerät zu hauen.
Andererseits fahren auch Jugendliche sicher gerne mal zu zweit, in bergigen Gegenden und nicht immer langsam. Dafür darf es dann schon mehr Bremsleistung sein. Die enorme Lernfähigkeit junger Menschen sollte man nicht unterschätzen.
Zweitakt vs. Viertakt
Sofern es gilt, auf Geschwindigkeit zu kommen, offenbaren sich die grundsätzlichen Unterschiede zwischen den beiden Zwei- und den acht Viertaktern. Die Zweitakter (Aprilia und Cagiva) sind spritziger, jedoch schwieriger zu fahren: Bei zu niedriger und zu hoher Drehzahl fällt die Leistung viel stärker ab als bei den Viertaktern; wer Zweitakttemperament will, muss also fleißig schalten.
Und viel mehr Geld für Sprit und Frischöl aufwenden.
Fahrwerk
Bei der Abstimmung der Federelemente haben abermals die beiden Italienerinnen, dann mit etwas Abstand die AJP und die Derbi, die Nase vorn. Federhärte und Dämpferraten passen im Großen und Ganzen, während die Sachs zu straff und die fünf übrigen deutlich zu lasch gefedert und gedämpft sind.
Trotzdem fahren sie manierlich, Reserven für den Soziusbetrieb bleiben freilich nur wenige. Vielleicht kann ja der eine oder andere erfahrene Old-Biker mit Abstimmungstricks wie dickerem Gabelöl oder härteren Federn helfen, um die an sich feine Einsteiger-Ware zu toppen. Generationenvertrag eben.
Top 10 der 125ccm Motorräder
Hier finden Sie die interessantesten Motorräder mit 125 cm³ Hubraum.
- KTM Duke 125: Aggressive Optik, herausragende Fahrdynamik, 15 PS, TFT-Display, LED-Beleuchtung.
- Husqvarna Svartpilen 125 und Vitpilen 125: Stylisch, minimalistisch, hochwertige Technik, 15 PS, Gitterrohrrahmen, WP-Upside-Down-Gabel.
- Aprilia RS 125: Sportlichste 125er, dynamische Performance, leichter Aluminiumrahmen, Upside-Down-Gabel, Scheibenbremsen mit ABS, TFT-Display.
- Yamaha MT-125 und YZF-R 125: Naked Bike mit aggressivem Design, Supersport-Variante, drehmomentstarker 15-PS-Motor, Upside-Down-Gabel, TFT-Display.
- Suzuki GSX-R125: Aerodynamisches Design, geringes Gewicht, flüssigkeitsgekühlter 15-PS-Motor, sportliche Sitzposition, Keyless-Go Startsystem.
- Fantic XMF 125 Performance: Italienisches Design, leistungsstarke Technik, 15-PS-Motor, exzellente Straßenlage.
- Honda CB125R: Hochwertiges Naked Bike im Neo-Sports-Café-Design, sanfte Leistungsentfaltung, 41-mm-Upside-Down-Gabel von Showa, LED-Beleuchtung, digitales Display.
- Kawasaki Ninja 125: Sportliches und präzises Fahrverhalten, aerodynamische Verkleidung, 15-PS-Motor, Gitterrohrrahmen.
- Brixton Cromwell 125: Klassisch gestyltes Retro-Bike, luftgekühlter 11-PS-Einzylinder, Speichenräder, runder LED-Scheinwerfer, bequeme Sitzbank.
- Honda MSX 125 Grom: Kompakte Bauweise, spielerisches Handling, 10-PS-Einzylindermotor, agil im Stadtverkehr, Customizing-Optionen.
Technische Daten Ausgewählter Modelle
| Modell | Motor | Leistung | Gewicht (vollgetankt) | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|
| Aprilia MX 125 Supermoto | Wassergekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor | 11 kW (15 PS) | 128 kg | 4299 Euro |
| AJP PR4 125 Supermotard | Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor | 9,3 kW (13 PS) | 115 kg | 3590 Euro |
| Cagiva Mito 125 | Wassergekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor | 11 kW (15 PS) | 144 kg | 5200 Euro |
| Derbi Senda SM 125-4T | Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor | 8,8 kW (12 PS) | 119 kg | 3345 Euro |
| Honda XR 125 L | Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor | 8,3 kW (11 PS) | 130 kg | 3070 Euro |
| Honda CBR 125 R | Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor | 10 kW (14 PS) | 124 kg | 2860 Euro |
| Kymco Hipster 125 | Luftgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor | 9,3 kW (13 PS) | 163 kg | 3190 Euro |
| MZ RT 125 | Wassergekühlter Einzylinder-Viertaktmotor | 11 kW (15 PS) | 134 kg | 3718 Euro |
| Sachs XTC 125 | Luft-/ölgekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor | 11 kW (15 PS) | 147 kg | 5199 Euro |
| Suzuki RV 125 Van Van | Luftgekühlter Einzylinder-Viertaktmotor | 9 kW (12 PS) | 129 kg | 3415 Euro |
125ccm Naked Bikes unter 3000 Euro
Besonders Naked Bikes sind in der A1-Führerscheinklasse begehrt.
- KTM 125 Duke (gebraucht): Spritziger Einzylinder, sportliches Chassis, agiles Handling.
- Brixton Cromwell 125 (gebraucht): Retro Naked Bike mit CBS oder ABS.
- Yamaha MT-125 (gebraucht, erste Generation): Sportliches Naked Bike mit sportlichem Chassis und Fahrwerkskomponenten.
- Brixton Crossfire 125 XS: Minibike mit Spaßfaktor.
- Honda CB125F (nur in Deutschland und der Schweiz): Basic, aber zuverlässig und japanische Qualität.
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