Leichtestes Fully Mountainbike im Test: Ein umfassender Überblick

Im Radsport gilt die Faustformel: Jedes Kilo weniger kostet 1000 Euro mehr, besonders bei Cross Country Bikes. Cross Country Bikes leben von der Begeisterung, die sie mit ihrem leichtfüßigen Antritt versprühen. Wer einmal auf einem Mountainbike mit weniger als 10 Kilo Gesamtgewicht gesessen hat, weiß, wovon die Rede ist.

Wer dies noch nicht erlebt hat, muss uns an dieser Stelle einfach glauben: Es fühlt sich himmlisch an, mit solchen Bikes zu beschleunigen oder Berge zu erklimmen. Mit einem leichten Bike muss man weniger Hubarbeit verrichten, wenn es bergauf geht.

Gewicht vs. Preis: Eine Analyse

Um ein präzises Verständnis dafür zu entwickeln, wann ein Cross Country Bike als leicht oder schwer einzustufen ist, haben wir für euch den gesamten Markt analysiert. Unser Fokus lag dabei ausschließlich auf Bikes mit 100 mm Federweg. Wir haben die Gewichte im Verhältnis zum Preis betrachtet. Wir haben den kompletten Racebike-Markt analysiert.

Hardtails im Vergleich

  • Racehardtails unter 10 Kilo gibt es ab ca. 3000 €.
  • Bei Hardtails liegt die Gewichtsgrenze, ab der man von einem leichten Bike sprechen kann, bei 11 Kilo.
  • Bikes unterhalb dieser Marke sind ab circa 2.000 Euro erhältlich.
  • Besondere Begeisterung lösen Hardtails mit einem Gewicht unter 10 Kilo aus.
  • Für solche Bikes muss man allerdings deutlich über 2.500 Euro investieren.
  • Wer bereit ist, über 5.000 Euro auszugeben, kann sogar XC-Hardtails mit einem Gewicht unter 9 Kilogramm erwerben.

Fullys im Vergleich

Bei Fullys muss man im Vergleich zu Hardtails bei gleichem Preis mit einem Mehrgewicht von 1,5 bis 2 Kilo rechnen. Racefullys, die zwischen 3.000 und 4.000 Euro kosten, wiegen mit wenigen Ausnahmen über 12 Kilo. Die Grenze von 11 Kilogramm unterschreitet man erst, wenn man 5.000 Euro oder deutlich mehr investiert.

Der Einfluss des Gewichts auf die Performance

Diejenigen, die bei Marathonrennen an den Start gehen, profitieren tatsächlich von einem geringeren Gewicht unter dem Hintern und verschaffen sich so einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Dabei ist die absolute Zeitersparnis, die ein leichtes Bike beim Anstieg ermöglicht, geringer, als man vielleicht denkt.

Eine Gewichtsreduzierung von 700 Gramm verkürzt die Fahrzeit bei einem Anstieg von ca. 1800 Höhenmetern um lediglich eine Minute. Für alle, die nicht im Startblock A eines Marathons stehen, dürfte dies kaum entscheidend sein. In der Welt der Marathon-Weltmeisterschaften sieht dies natürlich anders aus.

Die exemplarische Rechnung mit der Zeitersparnis von einer Minute bezieht sich nur auf die zusätzliche Hubarbeit, die nötig ist, um das schwerere Bike 1800 Höhenmeter hochzuhieven. Aber man muss das Gewicht auch bei jedem Antritt beschleunigen. Wer das nachvollziehen möchte, sollte einmal den aktuellen Spritverbrauch beim Losfahren von einer roten Ampel auf seinem Tacho beobachten. Die Anzeige schnellt selbst bei behutsamer Fahrweise in schwindelerregende Höhen.

Komponenten und Gewichtseinsparung

Das Gewicht ist ein wichtiger Faktor für ein Racebike, aber nicht der einzige, den es zu beachten gilt. An bestimmten Komponenten lässt sich hervorragend Gewicht einsparen, ohne dabei die Performance zu beeinträchtigen. Zu diesen Teilen zählen Kassetten, Schaltwerke, Laufräder, Lenker, Vorbauten und Kurbeln.

Wer dagegen bei den Reifen, der Federgabel oder der Sattelstütze anfängt, um jedes Gramm zu feilschen, muss damit rechnen, die Quittung dafür auf dem Trail zu bekommen. Unser großer Racebike Systemvergleich hat beispielsweise gezeigt, dass eine Teleskopstütze im Vergleich zu einer starren Carbon-Sattelstütze einen deutlichen Mehrwert bietet. Die zusätzlichen 500 Gramm sind also aus Performance-Sicht gerechtfertigt.

Reifen mit unzureichendem Pannenschutz führen häufig zu Defekten. Mit dem Umbau auf Tubeless montierte Reifen lässt sich meist ca. 200 Gramm Gewicht sparen und obendrein sogar noch die Performance im Gelände und der Pannenschutz erhöhen. Ab Werk werden die allermeisten Bikes mit einem klassischen Schlauch ausgeliefert. Das Umrüsten mit Tubeless-Milch und Tubeless-Ventilen kostet ca.

Körpergewicht und Bike-Gewicht

Die ganze Diskussion um das Gewicht eines Bikes muss auch immer mit Blick auf das eigene Körpergewicht gesehen werden. Ein ausgezehrter CC-Racer mit 65 Kilo Körpergewicht reagiert auf dieses Thema deutlich sensibler als ein Fahrer mit 85 Kilo oder mehr. Mit höherem Körpergewicht steigt auch die Belastung auf das Material im Gelände.

Als Faustregel kann man sich an der Relation zwischen Körper- und Bike-Gewicht orientieren. Bei einem Fahrer mit 65 Kilo entspricht ein Cross-Country-Hardtail mit einem Gesamtgewicht von 10 Kilo etwa 15 % seines Körpergewichts.

Aktuelle Trends bei Cross Country Fullys

Immer mehr Hersteller setzen im Bereich der Cross Country Fullys auf 120 mm Federweg. Modelle wie das Orbea Oiz, das Scott Spark RC und Mondrakers F-Podium sind erfolgreiche Racebikes, die nun alle ausschließlich mit 120 mm Federweg erhältlich sind. Selbst in der Topversion, inklusive Teleskopstütze, wiegen diese Bikes selten unter 11 Kilo.

In der untenstehenden Tabelle und im oben abgebildeten Diagramm wurden diese Bikes nicht berücksichtigt.

Leichtbau-Projekt TX1: Ein Ausblick

Zwei Tüftler aus Bayern haben ein E-Mountainbike entwickelt, das deutlich leichter ist als bisher bekannte Modelle. Antrieb und Akku stammen ebenfalls aus der Serie: verbaut ist ein TQ HPR 50-Motor mit einem Gewicht von rund 1.850 Gramm, kombiniert mit einem 250-Wh-Akku.

Um das Rad weiter zu optimieren, ersetzten Wittmann und Weigl viele serienmäßige Komponenten durch leichtere Alternativen. Zu den ausgetauschten Komponenten gehörten unter anderem:

  • Titanschrauben statt Aluminium
  • Ultraleichte Steckachsen aus Carbon und Titan
  • Spezialreifen mit deutlich geringerem Gewicht
  • Leichtbau-Felgen, Naben und Bremsen
  • Sattel, Lenker und Pedale aus Carbon
  • Gewichtsoptimierte Schalt- und Bremskomponenten

Der Wechsel der Reifen allein brachte über 950 Gramm Ersparnis. Mit 11,93 Kilogramm liegt das TX1 deutlich unter den Gewichten vergleichbarer Projekte, die zuletzt auf der Eurobike vorgestellt wurden. Das TX1 wurde als reines Privatprojekt entwickelt.

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