Seitdem Autofahrer nach einer Schulung 125er-Motorräder fahren dürfen, wächst das Interesse an den flinken Einsteiger-Bikes. Für viele Jugendliche bedeutet der A1-Führerschein den Start in die Welt motorisierter Mobilität und das Leichtkraftrad den ersten Schritt zur Unabhängigkeit. Mit Einführung der Schlüsselklasse B196 ist zudem der potenzielle Kundenkreis deutlich größer geworden und auch darauf wurde mit der Einführung klassischer Motorräder mit 125 ccm Hubraum reagiert.
Moderne 125er-Motorräder, offiziell Leichtkrafträder genannt, dürfen maximal 125 cm³ Hubraum und 11 kW/15 PS haben, Elektro-Leichtkrafträder entsprechend eine Nenndauerleistung von 11 kW. Zahlreiche Hersteller bieten deshalb 125er-Versionen ihrer großen Modelle an.
Beliebte 125er-Motorräder und ihre Höchstgeschwindigkeit
Die interessantesten und beliebtesten 125er mit aktuellen Informationen haben wir für euch zusammengestellt:
- KTM 125 Duke: Die Österreicherin ist der messerscharfen KTM 790 Duke wie aus dem Gesicht geschnitten. Die KTM 125 Duke ist ein agiles, kleines Gerät. Das Fahrwerkskonzept übernimmt die 125 Duke ebenfalls von ihrer großen Schwester. Der Hersteller gibt das Leergewicht mit 153 Kilogramm an. KTM geht ans gesetzlich vorgeschriebene Leistungslimit von 15 PS. Darüber hinaus weiß das Mini-Naked-Bike mit Euro 4 und ABS zu überzeugen.
Aggressives Design, sportlicher Motor und außerordentlich beliebt. Wer sich nach einer sportlichen 125er umschaut, wird an der KTM 125 Duke nicht vorbeikommen. Gerade jüngere Fahrer und Einsteiger fühlen sich auf Anhieb wohl, denn Motor, Ergonomie und Auftritt lassen keinen Zweifel bei den sportlichen Wurzeln und den Anleihen an den großen Naked-Schwestern 690 Duke und 1290 Super Duke.
- Yamaha MT-125: Die Yamaha MT-125 verfügt über all die technischen Highlights, die Motorradfahren auf einem kleinen Bike spaßig machen. Dazu gehören eine variable Ventilsteuerung, eine Upside-down-Gabel, ein breiter 140er-Hinterreifen und eine Anti-Hopping-Kupplung. Auch hier leistet der Einzylinder 15 PS, 11,5 Nm maximales Drehmoment liegen bei 8000 Umdrehungen an. Die Yamaha wiegt leer 140 Kilogramm. ABS und Euro 4 sind Standard.
- Honda CB125R: Zweirad-Kenner wissen, dass Honda Motorräder baut, die besonders zuverlässig sind. Die CB 125 R nimmt unter den Leichtkrafträdern der Japaner eine besondere Stellung ein. Sie hat einen wassergekühlten Zweiventilmotor, der als außergewöhnlich gutmütiger Geselle gilt. Dazu kommen das stabile Chassis der CB 300 R und das Neo-Sports-Café-Design der größeren Schwestern. Der Einzylinder der CB 125 R leistet 13,3 PS, ABS und Euro 4 sind Serie.
Fahrwerk und Ergonomie lassen den Fahrer auch mit 125 Kubik und 15 PS mit sportlichen Ambitionen durch die Stadt und über Land fahren. Für die Honda CB125R stand die große Schwester CB650R Pate und auch dieses Modell freut sich zu Recht über große Beliebtheit bei jungen Fahrern.
- Beta RR 125 LC Enduro: Die Beta RR 125 LC Enduro steht stellvertretend für die Kernkompetenz der Offroad-Spezialisten aus Italien. Mit einem 21 Zoll großen Rad vorne und einem in der Größe 18 Zoll hinten, richtigen Stollenreifen und vollen 15 PS geht es abseits der Straße ordentlich vorwärts. Die Upside-Down-Gabel, das einstellbare Federbein und die Aluschwinge tragen zum Gelände-Glück bei.
- Aprilia SX 125: Wer nach einer Fahrmaschine sucht, aber am liebsten aufrecht sitzt, könnte bei Aprilia fündig werden. Die Italiener haben die Westentaschen-Supermoto SX 125 im Angebot. Auch sie reizt die 15 PS voll aus und läuft bis zu 110 km/h schnell. Das straffe Fahrwerk und die eher karge Ausstattung der SX 125 passen ins Bild - hier geht es um den reinen Fahrspaß.
Wheelies, Stoppies, Schräglagen - Hauptsache Spaß haben und auffällig sein. Mit ABS, Stoppie-Control und drei auffälligen Farboptionen spricht die Aprilia SX 125 eine ebenso junge wie verspielte Zielgruppe an. Mit nur 134 kg Gewicht fahrfertig und einer Maximalleistung von 15 PS hat sie darüber hinaus eines der besten Leistungsgewichte ihrer Klasse.
- Yamaha YZF-R125: Die Yamaha YZF-R125 sieht aus wie eine zu heiß gewaschene Supersportlerin, sie fährt sich aber sehr erwachsen. Vorne sorgt eine Upside-down-Gabel für den richtigen Fahrbahnkontakt, hinten übernimmt den Job ein einzelnes Federbein. Der Einzylinder leistet 15 PS. 120 km/h Spitze sind drin. Auch das Handling überzeugt. Stadtverkehr kann die kleine Yamaha genauso gut wie schnelle Kehren in wilder Schräglage. Sie federt allerdings straff.
- Kawasaki Z 125: Die Kawasaki Z 125 hat sich in der 125er-Klasse bestens etabliert. Sie ist technisch beinahe identisch mit der verkleideten Mini-Ninja. Das bedeutet, dass sie einen 15 PS starken Einzylinder hat, der 113 km/h Höchstgeschwindigkeit möglich macht. Das maximale Drehmoment liegt bei 11,7 Nm, Kawasaki gibt das Leergewicht mit 146 Kilogramm an. Ihre kantige Form, die Lampenmaske und der Gitterrohrrahmen erinnern stilistisch an die großen Z-Schwestern.
Als typische Vertreterin der Kawasaki Z-Familie ist die Z125 im Sugomi-Design mit einem Gitterrohrrahmen ausgestattet und durch die freundliche, aber dennoch sportliche Auslegung von Ergonomie und Motor bei Einsteigern sehr beliebt. Mit 147 kg kein Leichtgewicht, dafür aber mit Zwei-Kanal-ABS und einer einstellbaren Federung gut ausgestattet.
- Honda Monkey 125: Die wunderschöne Honda Monkey ist seit Juli 2018 in Europa auf dem Markt. Vorne hat die Monkey eine Upside-down-Gabel, hinten zwei Federbeine. 9,4 PS stehen im Datenblatt. Honda gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 90 km/h an. Die Lackfarben Gelb, Rot und Schwarz stehen der Monkey gut. Der Eindruck nach der ersten Probefahrt: Gute Laune garantiert, die Monkey erwärmt das Herz! Ampelstarts, von Spur zu Spur wuseln und Mini-Radien beim Abbiegen machen die Honda zur Spaßgarantin.
Erstmals zu Beginn der 1960er-Jahre aufgelegt, erfreut sich die Honda Monkey immer noch und wieder größter Beliebtheit. Ikonisches Design, viel Chrom, stilgebende Formen, nur 104 kg fahrfertiges Gewicht und eine lange, traditionsreiche Geschichte lassen beim Anblick der Monkey noch immer die Augen vieler Motorradfahrer erstrahlen.
- Suzuki GSX-S 125: Die Suzuki GSX-S 125 überzeugt vor allem mit ihrem quirlig-drehfreudigen Einzylinder mit 15 PS. Der trifft auf das überschaubare Leergewicht von 133 Kilogramm. So dürfte die Japanerin der Erwartungshaltung gerecht werden, die sich mit der Modellbezeichnung GSX verbindet. Die Höchstgeschwindigkeit der GSX-S 125 gibt Suzuki mit 107 km/h an. Vorne hat die kleine Susi eine Telegabel, hinten ein einfaches Federbein.
Suzuki selbst bezeichnet die GSX-S125 als Leichtgewichts-Roadster und bei nur 135 kg fahrbereitem Gewicht kann man das durchaus so stehen lassen. Als Naked Bike auf das Wesentliche reduziert, hat sie dennoch ein ABS, schicke Zehnspeichenfelgen und den Motor der Supersport-Schwester GSX-R125, dank Leichtbaurahmen und fehlender Verkleidung aber das bessere Leistungsgewicht.
- F.B Mondial HPS 125i: Die F.B Mondial HPS 125i fährt im ultra-trendigen Scrambler-Stil vor. Hier steht sie stellvertretend für alle ihre Markenschwestern mit 125 Kubik. Das 13,6 PS starke Zongshen-Triebwerk verlangt nach ordentlicher Drehzahl, verbreitet aber jede Menge Spaß. Fahrwerk und Bremse wissen zu überzeugen. Vorne verfügt die Mondial über eine Upside-Down-Gabel, hinten kommen zwei Federbeine zum Einsatz. Der Hersteller gibt die Höchstgeschwindigkeit mit 99 km/h an.
Hier ist eine Tabelle mit einigen der genannten Modelle und ihren technischen Details:
| Modell | Motor | Leistung | Drehmoment | Bremssystem | Höchstgeschwindigkeit | Preis (ab Werk) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| KTM 125 Duke | Wassergekühlter Einzylinder, 4-Takt, DOHC | 11 kW (15 PS) bei 9.500 U/min | 12 Nm bei 7.500 U/min | ABS | n.B. | ab 5.499,-- Euro |
| Honda CB125R | Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder, 4-Takt, DOHC | 11 kW (15 PS) bei 10.000 U/min | 11 Nm bei 8.000 U/min | ABS | 101 km/h | ab 4.800,-- Euro |
| Aprilia SX 125 | Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder, 4-Takt, OHC | 11 kW (15 PS) bei 10.000 U/min | 11,2 Nm bei 8.000 U/min | ABS | 110 km/h | ab 4.199,-- Euro |
| Suzuki GSX-S125 | Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder, 4-Takt, DOHC | 11 kW (15 PS) bei 10.000 U/min | 11,5 Nm bei 8.000 U/min | ABS | 112 km/h | ab 4.450,-- Euro |
| Kawasaki Z125 | Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder, 4-Takt, DOHC | 11 kW (15 PS) bei 10.000 U/min | 11,7 Nm bei 7.700 U/min | ABS | 114 km/h | ab 4.995,-- Euro |
| Honda Monkey 125 | Luftgekühlter Einzylinder, 4-Takt, SOHC | 6,9 kW (9,4 PS) bei 7.000 U/min | 10,8 Nm bei 5.500 U/min | ABS | 91 km/h | ab 4.400,-- Euro |
125er Fahren mit dem Autoführerschein
Seit Januar 2020 können Autofahrer ihren Klasse B-Autoführerschein ohne Prüfung erweitern und 125er-Motorräder und -Roller fahren. Im Dezember 2019 beschloss der Deutsche Bundesrat, dass in Deutschland künftig jeder - unter bestimmten Voraussetzungen - mit seinem Autoführerschein auch 125er-Leichtkrafträder fahren darf.
Voraussetzungen für die Führerscheinerweiterung:
- Die Anwärter müssen mindestens 25 Jahre alt sein.
- Seit mindestens 5 Jahren den Führerschein Klasse B haben.
- Es sind neun 90-minütige Doppelstunden Fahrschule zu absolvieren - 4 in Theorie und 5 in Praxis.
Eine Fahrprüfung ist nach der Ausbildung nicht erforderlich. Es reicht eine Bescheinigung der Fahrschule aus, welche die entsprechende Schulung bestätigt. Mit dieser kann man sich binnen zwölf Monaten die Schlüsselnummer 196 zur Klasse B eintragen lassen und darf damit Leichtkrafträder und -roller fahren.
Die Kosten für die Erweiterung des Autoführerscheins um die Schlüsselzahl 196 variieren je nach Fahrschule und Region. In der Regel liegen die Kosten zwischen 500 und 900 Euro.
Elektro-Alternativen
Reine Puristen und Benzinbrüder werden sie meiden: Die Rede ist von Elektromotorrädern als ernst gemeinte Alternative. Themen wie Reichweite, Betriebskosten, Umweltschutz sind nur einige der zahlreichen Streitthemen im Dunstkreis der E-Mobilität, die auch vor E-Motorrädern nicht halt machen.
Wenn du auf der Suche nach einer umweltfreundlichen Alternative zu Verbrennern bist, aber nicht auf Fahrspaß verzichten willst, könnten diese drei Modelle genau das Richtige für dich sein: die Super Soco TCmax, die NIU RQi und die Kawasaki Ninja e-1.
Du willst ein sportliches Design mit Elektroantrieb? Dann solltest du dir die Kawasaki Ninja e-1 ansehen. Sie schöpft ihre Klasse nicht voll aus und bringt 9 kW (12 PS) Leistung bei 2600-4000 U/Min und erreicht ca. 100 km/h. Die Ninja e-1 orientiert sich optisch stark an den klassischen Verbrenner-Ninjas von Kawasaki. Das Fahrwerk besteht aus einer konventionellen Telegabel vorne und einer Monofederbein-Hinterradaufhängung. Die offiziellen Reichweitenangaben sind übrigens relativ mau, denn diese betragen bei voller Ladung nur moderate 72 Kilometer.
Aufgrund der kleinen Batterie kannst du alle genannten Elektromotorräder problemlos zuhause aufladen, ohne dass du in eine Wandladestation (Wallbox) investieren musst - eine Haushaltssteckdose genügt.Preislich sind sie meist etwas teurer als klassische 125er-Verbrenner, aber dafür sparst du dir Sprit- und Wartungskosten und (mal mehr, mal weniger) Steuern.
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