2 Zylinder vs. 4 Zylinder Motorrad: Ein Vergleich

Die Frage, ob ein Motorrad mit zwei oder vier Zylindern besser ist, beschäftigt Motorradfahrer seit jeher. Die Antwort ist jedoch nicht einfach, da es stark vom persönlichen Geschmack und den individuellen Bedürfnissen abhängt. Ähnlich wie bei der Frage, ob blonde oder schwarzhaarige Frauen hübscher sind, oder ob Apfelkuchen oder Marmorkuchen besser schmeckt, gibt es keine allgemeingültige Antwort.

Persönliche Präferenz und Einsatzzweck

Manche bevorzugen das Fahrgefühl und den Sound eines Zweizylinders, während andere auf die Laufruhe und die hohe Leistung eines Vierzylinders schwören. Wieder andere legen weniger Wert auf die Zylinderzahl und konzentrieren sich stattdessen auf andere Aspekte wie Ergonomie und Gewicht.

Es ist wichtig, beide Varianten auszuprobieren, um herauszufinden, womit man sich am wohlsten fühlt. Auch die Frage, ob man das Motorrad länger als zwei Jahre fahren möchte und ob man es später offen fahren will, spielt bei der Entscheidung eine Rolle.

Das Motorrad, das ergonomisch gut passt und nicht allzu schwer ist, wird in der Regel am meisten Spaß machen. Hierbei spielen Zylinderzahl und Hubraum eine eher untergeordnete Rolle.

Die Charakteristik von Zwei- und Vierzylindermotoren

Motorräder mit zwei Zylindern werden oft kürzer übersetzt, um schnell aus dem Drehzahlbereich rauszukommen. Dies führt zu der Annahme, dass Zweizylinder mehr Drehmoment abgeben. Es gibt jedoch auch Zweizylinder, die diese kurze Übersetzung nicht benötigen, um ruhig zu laufen.

Vierzylinder hingegen stehen im Rennsport für hohe Drehzahlen. Doch auch außerhalb professioneller Rennstrecken wird dieses Motorenkonzept gerne in Bikes aller Arten verbaut und sorgt mit ikonischem Sound und Leistung für große Emotionen bei Fahrern.

Im Aufbau wird der Reihen-Vierzylinder seinem Namen auf den ersten Blick sofort gerecht: Alle vier Zylinder sind - im Vergleich zum V4 - der Reihe nach verbaut. Außerdem spart diese Vierzylinder-Variante im Vergleich zum V-Modell einiges an Gewicht und Kosten ein.

Mit seinen vier Zylindern hat dieses Motorenkonzept einen merklich seidigeren Motorlauf im Vergleich zu einem Zweizylinder. Außerdem lässt sich beim Fahren leichter und schneller Leistung herausholen.

Der Antritt und der mittlere Drehzahlbereich sind allerdings nicht die Lieblingsorte eines derartigen Motors. Ein Reihen-Vierzylinder fühlt sich dafür im hohen Bereich am wohlsten. Passend dazu wirkt sich der Reihenmotor dank seiner schlanken Bauweise zusätzlich auf die Leistung des Motorrads aus, da das Bike so windschnittiger und aerodynamischer wird.

Vergleich verschiedener Naked Bikes

Ein Vergleichstest von Naked Bikes mit unterschiedlichen Motorkonzepten zeigt die Vielfalt im Segment. Die Honda CB1000 Hornet SP mit ihrem Vierzylinder-Erbe steht für kultivierten Hochdrehzahl-Wahnsinn. Die Yamaha MT-09 SP verkörpert mit ihrem Dreizylinder den goldenen Mittelweg zwischen Charakter und Vernunft. Die KTM 990 Duke mit ihrem Zweizylinder setzt kompromisslos auf Charakter.

Die Honda CB1000 Hornet SP ist wie ein perfekt geschliffener Diamant makellos, aber vielleicht manchmal zu perfekt. Die Yamaha MT-09 SP ist wie ein gut abgelagerter Whisky komplex, charaktervoll, aber harmonisch. Die KTM 990 Duke ist der charismatische Außenseiter, der sich um Konventionen nicht schert.

Die Honda bietet mit ihrem Öhlins TTX36-Federbein hinten und der Showa SFF-BP-Gabel vorn höchste Qualität. Die Yamaha MT-09 SP punktet mit ihrem voll einstellbaren Fahrwerk. Die KTM 990 Duke setzt mit ihrem WP APEX-Fahrwerk auf eine andere Philosophie.

Bei den Bremsen überzeugt die Honda CB1000 Hornet SP mit bewährter Brembo Stylema-Technologie. Die Yamaha MT-09 SP überzeugt mit ihrer Brembo Stylema-Anlage durch besonders gute Dosierbarkeit. Die KTM 990 Duke bietet mit ihrer 300-mm-Bremsanlage vorn eine ordentliche Verzögerung.

Die Honda CB1000 Hornet SP bietet mit ihrer Sitzhöhe von 809 mm die niedrigste Sitzposition im Test. Die Yamaha MT-09 SP setzt auf eine deutlich aufrechtere Sitzposition. Die KTM 990 Duke hingegen forciert eine aktive, sportliche Sitzposition.

Vor- und Nachteile von Zwei- und Vierzylindermotoren

Wenige Zylinder bedeuten große Einzelhubräume. Da ein großer Einzelhubraum große Kräfte an der Kurbelwelle verursacht kann man aus solchen Motoren bei gleicher Drehzahl mehr Drehmoment rausholen als bei Vielzylindern. Kleinere Einzelhubräume bedeutet auch kleinere Komponenten (Ventile, Kolben usw) damit kleinere oszillierende Massen was höhere Drehzahlen zuläßt. kann man so aus Vielzylindern bei gleichem Drehmoment mehr Spitzenleistung holen.

Außerdem haben sie eine höhere Zündfolge und mehr Möglichkeiten , die Massen so anzuordnen, daß sich Massekräfte gegenseitig ausgleichen. Sie laufen also ruhiger und haben einen breiteren nutzbaren Drehzahlbereich.

Im Alltag ist ein mittlerer Einzelhubraum ideal, also > 200ccm und < 500ccm pro Zylinder.

Ein Motor mit vier Zylindern läuft wesentlich ruhiger als einer mit zwei, und das Ansprechverhalten beim Beschleunigen ist besser. Zweizylindermotoren bauen schmäler und sind leichter als Vierzylindermotoren. Im Regelfall werden sich die Vierzylinder nerviger fahren (man muss die Dinger hochdrehen, um deren Leistung auch wirklich zur Verfügung zu haben). Allerdings wird ein Zweizylindermotor nie an die Leistung eines Vierzylindermotors heranreichen können.

Weitere Überlegungen

Die Entscheidung für einen Zwei- oder Vierzylinder ist also eine Frage des Geschmacks und der persönlichen Vorlieben. Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wichtig ist, dass man sich auf dem Motorrad wohlfühlt und Spaß am Fahren hat.

Es ist ratsam, verschiedene Modelle Probe zu fahren und sich von den Erfahrungen anderer Motorradfahrer inspirieren zu lassen. Letztendlich muss jeder selbst herausfinden, welches Motorkonzept am besten zu ihm passt.

Tabelle: Vergleich von Zwei- und Vierzylindermotoren

Merkmal Zweizylinder Vierzylinder
Laufruhe Weniger laufruhig Laufruhiger
Drehmoment Oft höheres Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen Höhere Spitzenleistung bei hohen Drehzahlen
Gewicht Leichter Schwerer
Sound Charakteristischer, "hämmernder" Sound Trompetenartiger Sound bei hohen Drehzahlen
Alltagstauglichkeit Gut geeignet für den Alltag Ebenfalls gut geeignet, kann aber bei niedrigen Drehzahlen etwas "nervös" sein

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