Ich möchte hier in einigen Punkten meine Erfahrungen mit der Sportster-L schildern. Dabei möchte ich die wichtigsten Aspekte dieses Motorrades abdecken und auch persönliche Erfahrungen ergänzen.
Merkmale der Harley Davidson Sportster 883
- Gummigelagerter XL Evolution Motor mit 883 cm3
- Silbern pulverbeschichteter Motor mit polierten Seitendeckeln
- Neues, geräuschärmeres Getriebe
- Neue, leichtgängigere Kupplung
- Drahtspeichenräder
- Tiefergelegtes Fahrwerk
- Verchromte Staggered Shorty Dual Auspuffanlage
- Mittig montierte Fußrastenanlage
- Klassischer 12,5-Liter Peanut-Tank
- Diebstahlwarnanlage mit Wegfahrsperre serienmäßig (Quelle: Harley Davidson.)
Technische Daten
Hier sind die technischen Details der Harley Davidson Sportster 883:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Länge | 2.250 mm |
| Sitzhöhe beladen (81 kg) | 641 mm |
| Lenkkopfwinkel/Nachlauf | 30.0º / 117 mm |
| Radstand | 1.515 mm |
| Tankinhalt | 12,5 L |
| Motorölfüllmenge | 3.4 L |
| Leergewicht | 251 kg |
| Motor | Luftgekühlt, Evolution® |
| Hubraum | 883 cm³ |
| Bohrung x Hub | 76.2 mm x 96.8 mm |
| Drehmoment (gemäß Euronorm EC95/1) | 70 Nm / 3750 U/min |
| Gemischaufbereitung | Vergaser |
| Verdichtungsverhältnis | 8.9:1 |
| Gangübersetzungen (1. - 5. Gang) | 10,78 - 7,70 - 5,73 - 4,75 - 4,07 |
| Räder und Reifen vorn | 19” verchromtes Drahtspeichenrad, 100/90-19 37H |
| Räder und Reifen hinten | 16” verchromtes Drahtspeichenrad, 150/80B16 71H |
| Auspuffanlage | Staggered Shorty Duals, verchromt |
| Sicherheitsanzeigen | Fernlicht, Leerlauf, Öldruck, Motorsteuerung, Blinker, Security System, Kraftstoffreserve |
| Garantie | 24 Monate ohne Kilometerbegrenzung (Quelle: Harley Davidson.) |
Motor
Der luftgekühlte V2 leistet bei meinem Motorrad gedrosselte 34PS, was aber dennoch zum gemütlichen Cruisen ausreicht und für den Anfänger auch für das „Sportster Feeling“.
Der Motor ist vermeintlich simpel aufgebaut, verfügt aber dennoch über zahlreiche Details, die ihn auch zu einem modernen Triebwerk machen. Die Ventile werden über Stößelstangen von vier Nockenwellen (untenliegend) angetrieben. Die Stößel werden allein durch den Öldruck eingestellt und bedürfen bei Wartungen keiner komplizierten Einstellungen.
Der 2006er CV Vergaser macht seinen Job ganz gut, so dass das Motorrad um die 5,5-6,0l auf 100km verbraucht. Selbstverständlich lässt sich an diesem Motor sehr viel machen, wobei dies natürlich mit Kosten verbunden ist.
Für kurze Strecken ist der Milwaukee-Twin allerdings gar nicht zu gebrauchen, da die Warmfahrzeit etwa 15-20km beträgt. Das heißt, der Motor läuft dann erst gänzlig ohne ruckeln und nimmt auch Gas an. Kurzstrecken werden sofort durch Schaumbildung abgestraft.
Jedoch einmal warm läuft das Triebwerk sehr angenehm und das Rascheln der Ventile ist eine Wonne. Auch im Hochsommer überhitzt der Motor beim Stop-and-Go Betrieb nicht, lediglich das Vergaserspucken bei der gedrosselten Variante stört ein wenig und manchmal stirbt der Motor deshalb an der Ampel ab - das ist nunmal Charakter.
Konstantfahrruckeln, welches man den Sportys nachsagt, habe ich bisher nie festgestellt, ebenso ist kein Ölverbrauch feststellbar. Der serienmäßige Sound ist zwar als Harley zu erkennen, aber sollte (nach der Probezeit) etwas verändert werden - der größte Aftermarket sollte da die richtigen Produkte bereithalten.
Bei verschiedenen Strecken schlägt sich abschließend gesagt der Motor ganz toll, aber man sollte jetzt nicht erwarten, dass es der Killer ist - das bekommt man bei Buell. Offen, modifiziert und richtig getreten kann man aber schon den Teer umkrempeln.
Fahrwerk
Was ist bei einem Harleyfahrwerk wichtig zu erwähnen? Die Gabel vorn ist sehr weich, man merkt dies besonders bei starkem Bremsen. Hinten gibt sich die Dame sehr knackig, also alles andere als weich, wie man es oft liest.
Hinten sind die Federbeine übrigens auch vom Laien einzustellen, in fünf verschiedenen Positionen. Das Fahrwerk ist kein überaus sportliches, aber der flotte Landstraßenritt ist trotzdem möglich und Ich persönlich fühle mich sehr wohl mit diesem Fahrwerk.
Alltag
Kurzum: Langer Arbeitsweg: JA. Kurzer Arbeitsweg: NEIN.
Das hohe Gewicht ist eigentlich gut zu kontrollieren, nervig wird es erst beim rangieren ohne Motorkraft. Daher sollte man schon vorrausschauend einparken etc.
Stärken und Schwächen
Negativ
- Bremsen (bei starker Beanspruchung schnell sehr ausgereizt Fürs Cruisen in Ordnung, aber für kurvige Serpentinen wäre mir die Doppelscheibe der Roadster lieber.
- Warmfahrzeit
- Tankvolumen von 12,5l, dennoch akzeptable Reichweite (Ich finde den Peanut-Tank allerdings sehr genial. Sportster eben!)
- der Serien-Dunlop bei Nässe.
- Vergaserspucken, aber sehr selten
- Tankdeckel in Serie nicht abschließbar
- Gabelfedern speziell, da eher schwach
Positiv
- Charakter. (Die Sportster blicken auf eine interessante Geschichte zurück und alles in allem kauft man ein Bike mit Seele.)
- Low ist auch der Kaufpreis. (Für unter 8.000€ der beste Einstieg in die glänzende Harleywelt, was aber nicht heißen soll, dass die Sporty nichts für Fortgeschrittene wäre.)
- tolle Serienausstattung, viele tolle Details.
- Alarmanlage, einstellbar
- Umbaumöglichkeiten
- Motor
- Fahrwerk allgmein
- nicht entscheidend, aber nennenswert: H.O.G. Mitgliedschaft beim Neukauf.
- Verbrauch
Persönliche Eindrücke
Als ich mit dem Führerschein angefangen habe, musste es diese Harley sein. Das ist schwer zu erklären, denn rational ist das kaum zu erklären, weshalb es eben diese sein musste, allerdings spricht doch viel für sie. Gekauft ohne Probefahrt: Nie bereut. Das Bike ist tatsächlich sehr gutmütig und trotz der Masse gut zu kontrollieren.
Nachdem ich etwa 12.500km gefahren habe kann ich sagen, dass es ein paar wenige Probleme gab, die aber eigentlich nicht sehr gravierend waren. Da brennt mal eine Sicherung durch, da spuckt sie mal Öl - alles Dinge, die durch Erfahrung abzustellen sind, wenn man sich mit der Sportster beschäftigt. An sich fällt mir zum Gesamteindruck wenig ein, weil ich durch und durch zufrieden bin.
Am schönsten ist es, das möchte Ich noch loswerden, wenn man gemütlich bei 2.500 UpM der Sonne entgegenfährt, man dem angenehmen Rascheln der Motoreinheit lauscht und die stetigen Arbeitstakte hört. Dann beschleunigt man und bei 3.500 UpM zieht man die Kupplung. Daraufhin konzentriert man sich auf den Gangwechsel, lässt die Kupplung kommen und genießt das Drehmoment von Unten, wenn frischer Treibstoff in Fahrspaß umgewandelt wird und dem Fahrer ein breites Grinsen beschwert.
Einige Ergänzungen zu dem Erfahrungsbericht aus persönlichen Eindrücken und Artikeln der Fachpresse, die auch weitere Informationen liefern sollen.
Die Zeitschrift MO schreibt in ihrem Jahresbuch 2008 folgendes über die 883 Low:
Anmerkung: Bei anderen Modellen der Sporty-Serie finden sich oft teilweise sehr unterschiedliche Kommentare und andere Eindrücke zum jeweiligen Modell.
MO zufolge haben die 883 Modelle nicht zu Unrecht den Ruf einer Frauen- oder Einsteigermaschine, was allerdings im Weiteren nicht weiter begründet wird.
Viele Männer fahren auch als Fortgeschrittene eine 883er Sporty und auch Frauen wollen sicherlich nicht mit einem „Mädchenmopped“ durch die Gegend fahren - was sie bestimmt auch nicht tun!
Weiter führt MO aus, dass die Benzineinspritzung der Modellreihe gut getan habe, was sich so auch in den Fachforen bestätigt, denn demnach zieht der Twin bereits in unteren Drehzahlbereichen sehr kraftvoll und sauber durch.
Die Maximalleistung sei bei dem Testmotorrad von MO sogar um 3PS höher, als vom Werk aus angegeben. Die EFI bietet zudem den Vorteil, dass die negativen Eigenschaften bei kaltem Motor, wie das Spucken, Stottern und der schlappe Durchzug sehr deutlich reduziert werden bzw. wegfallen. Überdies geht der Verbrauch auf 5 Liter Super zurück.
Laut MO stehe sportivem Fahrspaß eigentlich nur das hohe Gewicht von etwa 260kg im Wege, da das Motorrad mit diesem Gewicht ein eher unhandliches Gefühl vermittele. Überzeugt waren die Tester hingegen von Details, wie dem leisen Sekundärantrieb, den Hydrostößeln und der wartungsfreien Batterie, was der Sporty viel Sympathie beschere.
Diese Dinge kann ich so nur bestätigen, d.h. die Technik an neuen Sportys ist sehr wartungsarm, so dass nebenbei auch die Wartungsintervalle verlängert werden können.
Da die Low allerdings durch verschiedene Maßnahmen, sprich Federbeine, anderer Polsterung und einer Tieferlegung hinten, sehr tief sei, wäre dieses Modell nur für sehr kurzbeinige Mensche zu empfehlen. Da ich selbst eher kurzbeinig bin macht das für mich nichts aus, doch auch langbeinige Menschen haben nach einer Anpassung der Sitzposition, der Fußrasten und des Lenkers gar keine Probleme, eine Sportster „genießen“ zu können, ohne eine Reha einzuplanen.
Allgemein bewertete MO die Stadttauglichkeit mit 2/3, Touring mit 1/3, Sportlichkeit mit 0/3 und Sozius mit 0/3. Zum letzten ist zu sagen, dass die Low ja von Werk aus ein Einmannmopped ist, sie sich aber ohne Probleme auf Zweimannbetrieb umrüsten lässt.
Ich würde sagen, dass das Thema Motor im Großen und Ganzen damit an sich abgedeckt ist und ihr höchstens noch Fragen loswerde solltet, wenn Ich noch was Interessantes übersehen habe.
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