Am Stausee Rabenstein in Chemnitz findet jedes Jahr das Heavy24 statt. Es ist ein 24-Stunden-Mountainbike-Rennen, das sich in den vergangenen knapp zwei Jahrzehnten zu einem der bedeutendsten Bike-Events Europas entwickelt hat.
Mit dem Klang von quietschenden Bremsen und dem Schwung abenteuerlustiger Radfahrer begann 2007 eine Reise ins Unbekannte. Damals wurde das erste 24-Stunden-Rennen im Osten Deutschlands mit einfachsten Mitteln organisiert - ohne festen Duschbereich, mit wenigen Zelten für die Verpflegung und viel Improvisationstalent.
Bereits zwei Jahre nach dem Startschuss wurde das Gelände deutlich erweitert, um der steigenden Zahl an Teams und Solo-Fahrern gerecht zu werden. Heute erstreckt sich die Eventfläche über rund sechs Hektar.
Was das Heavy24 von anderen Rennen abhebt, ist nicht nur die Streckenführung durch Wälder und Wiesen, sondern auch die Atmosphäre. Jahr für Jahr ist der Zieleinlauf am Sonntagmittag ein bewegender Moment: erschöpfte, aber glückliche Fahrer, emotionale Umarmungen und stolze Familien, die ihre Lieben in Empfang nehmen.
Trotz zwischenzeitlicher Rückschläge - darunter auch die pandemiebedingte Absage in einem der Vorjahre - hat das Heavy24 seinen festen Platz im MTB-Kalender behauptet. Die Startplätze sind heiß begehrt: Innerhalb weniger Stunden sind die Anmeldungen meist ausgebucht, die Camping- und Eventflächen belegt.
Das Heavy24 steht sinnbildlich für das, was leidenschaftlich organisierter Breitensport leisten kann. Die Veranstalter arbeiten Jahr für Jahr daran, neue Impulse zu setzen und das Teilnehmererlebnis weiter zu verbessern.
Am Stausee Rabenstein in Chemnitz beginnt am Samstag das nach Angaben der Veranstalter größte Mountainbike-Rennen Deutschlands. Das „Heavy24“ erlebt seine mittlerweile 17. Auflage. Insgesamt treten über 1.000 Sportler an - es geht darum, in 24 Stunden so viele Runden wie möglich zu schaffen.
Die härtesten von ihnen sind die Einzelstarter. Sie müssen die Distanz komplett allein absolvieren. Die meisten Fahrer wechseln sich in ihren Teams aber ab. Am Sonntag um 12 Uhr ist großes Finale - dann werden die Sieger gekürt.
Die Herausforderung als Einzelfahrer
Als Nadine am Start zum Heavy24 steht, weiß sie: Das wird etwas ganz anderes als ein Rennen im Team. Und sie wird recht behalten. "Ich hatte erwartet, dass es anders wird - aber das war schon beeindruckend", sagt sie später.
Die Erfahrung, als Einzelfahrerin durch die 24 Stunden zu fahren, ist intensiver, direkter. Vier bis fünf Monate lang bereitet sie sich vor. Viel Ausdauertraining, das sie nach eigener Aussage "dringend nötig" hatte. Und doch lässt sich nicht alles trainieren.
"Der Tiefpunkt war irgendwann gegen 3 Uhr", erinnert sich Nadine. Ihr Magen spielt verrückt, sie muss oft vom Rad. Müdigkeit kommt dazu, Kälte.
Zu Beginn hatte sie ein bisschen Angst vor der Nacht. Insgesamt schaffte sie unglaubliche 30 Rennrunden zu je rund 9 Kilometern über Stock und Stein.
Und ganz am Ende kommt der Höhepunkt: "Als ich meine letzte Runde anfing, dachte ich mir: Jetzt hab ich es wirklich geschafft - und konnte die auch richtig schön genießen." Ein Moment voller Ruhe, Freude und Stolz.
Am Rennwochenende waren über 30 Grad, was eine zusätzliche Herausforderung war. Unterstützung erhielt sie von ihrem Mann Daniel und auch von ihrer Freundin Alisa (Foto), die sie das gesamte Wochenende mit begleitete. Extra für sie als Motivation aufgestellt.
Am Sonntagnachmittag ist klar: Schlaf muss her. Aber: "Am Tag danach ging es eigentlich ganz gut. Was bleibt, ist vor allem das Gefühl, es geschafft zu haben.
"Seit dem ersten Mal beim Heavy als Fahrerin sagte ich: Irgendwann mach ich auch mal Einzelstarter.
"Der Kampf, den du als Einzelstarter mit dir austrägst, ist ein ganz anderer als im Team", sagt Nadine. "Hut ab vor allen, die sich dieser Herausforderung stellen - und Glückwunsch, besonders an die Mädels auf dem Treppchen.
Das sind die Siegerinnen der Einzelfahrerinnen. Pläne für das nächste Jahr? Noch offen.
Am Ende war sie zufrieden, glücklich und stolz, es geschafft zu haben.
Organisation und Helfer hinter dem Heavy24
Bevor am 21. Juni das berühmt berüchtigte Mountainbike-Rennen "Heavy24" in Chemnitz startet, werden noch unzählige Stunden mit dem Aufbau verbracht. Auf einem fünf Hektar großen Feld im Chemnittzer Stadtteil Rabenstein wird im "Heavyland" alles für das große Rennen vorbereitet, sagt Veranstalter André Gläß.
Den Aufbau rocken gerade mal zehn Helfer, sagt Gläß. "Das funktioniert und ist über viele Jahre gewachsen. Wir sind jetzt im 19. Veranstaltungsjahr und viele sind von Anfang an dabei." Jeder habe seine Aufgabe, das Zusammenspiel funktioniere super."Es ist eine kleine Familie geworden und wir freuen uns dann das ganze Jahr drauf.
Am Sonnabend um Punkt 12 Uhr startet das 24-Stunden-Rennen. Knapp zehn Kilometer misst eine Runde und hat etwa 150 Höhenmeter. Die meisten Fahrer starten in Teams, doch es sind auch 74 Einzelstarter dabei, darunter sieben Frauen, sagt Veranstalter Alexander Liebers.
"Beim Einzelfahrer gewinnt nicht das dickste Bein, sondern das Mindset, der Kopf. Es geht darum, wer am besten beißt und sich selbst motivieren kann.“ Übrigens: Im Vorjahr schaffte der beste Einzelfahrer 55 Runden, also 533 Kilometer.
Zusammenarbeit mit Baer-Service
Das Heavy24 arbeitet mit Baer-Service zusammen. Viele Veranstalter verlassen sich auf das Team von Baer-Service. Die Kollegen sind kompetent, freundlich und belastbar, die Leistungen sowie das Equipment qualitativ hochwertig.
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