Das Motorrad ist mehr als nur ein Fortbewegungsmittel; es ist ein Ausdruck von Freiheit und Individualität. Viele Fahrer gestalten ihr Motorrad individuell um, wobei die Beleuchtung eine wichtige Rolle spielt. Doch was ist in Sachen Beleuchtung erlaubt und welche Vorschriften müssen eingehalten werden?
Welche Leuchten gibt es am Motorrad?
Zu den wichtigsten Beleuchtungseinrichtungen an einem Motorrad gehören:
- Scheinwerfer für Fern- und Abblendlicht
- Schlussleuchten
- Begrenzungsleuchten
- Bremsleuchten
- Rückstrahler
- Seitliche Rückstrahler
- Nebelscheinwerfer
- Nebelschlussleuchte
Grundsätzlich muss ein Motorrad mit weißem Licht nach vorn, rotem Licht nach hinten und gelbem Licht zur Seite beleuchtet werden.
Zugelassene Leuchtmittel
Am Motorrad dürfen nur Leuchtmittel verwendet werden, die ein ECE-Prüfzeichen oder ein EG-Prüfzeichen besitzen und somit für den Straßenverkehr zugelassen sind.
Gesetzliche Grundlagen
Die Vorschriften für die Motorradbeleuchtung sind in der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und der europäischen Richtlinie 93/92 EWG festgelegt. Ziel der Richtlinie ist es, das Typengenehmigungsverfahren innerhalb Europas zu harmonisieren.
Grundregeln für die Motorradbeleuchtung
Wenn Sie die Beleuchtung an Ihrem Motorrad verändern möchten, müssen Sie einige Grundregeln beachten:
- Leuchten müssen eine EG- bzw. ECE-Prüfnummer haben.
- Es dürfen nur Leuchten am Motorrad sein, die Pflicht oder zusätzlich erlaubt sind.
- Wird eine bestimmte Lichttechnik nicht im Gesetz genannt, ist diese auch nicht zulässig.
Die verschiedenen Arten von Motorradblinkern
Die Original-Blinker deines Motorrades sind meistens viel zu groß und stechen viel zu sehr heraus. Deshalb zählen die Blinker auch zu den ersten Teilen, die man beim individuellen Tuning ersetzen kann. Da es bei Blinkern auch um Sicherheit geht, sollten diese ein E-Prüfzeichen besitzen. Das bedeutet, dass die Zubehörblinker in einem EU-Land auf ihre Konformität im Straßenverkehr geprüft wurden und eine ausreichend gute Sichtbarkeit gewährleisten.
LED Blinker
So gut wie jeder Zubehörlieferant bietet inzwischen ausschließlich LED Blinker an. LED Blinker bieten den großen Vorteil der frei gestaltbaren Blinkerform. Grund dafür ist, dass beim Blinker nicht wie bei Birnen auf eine gute Ausleuchtung der Form geachtet werden muss. Außerdem sind LEDs frei in der Lichtfarbe wählbar. Das bedeutet wiederum, dass eine Orange-Färbung nicht durch das Glas oder eine gefärbte Birne geschehen muss. Nachteilig ist allerdings die deutlich niedrigere Betriebsspannung, die je nach LED variiert und schon vorab im Blinker durch entsprechende Elektronik auf 12V angepasst werden muss.
Konventionelle Blinker
Die konventionelle Art, so wie man Blinker kennt. Diese Blinker sind in der Regel mit 21 Watt Birnen versehen. Diese gibt es in unterschiedlichen Ausführungen.
Wichtige Aspekte beim Wechsel der Blinker
Folgendes solltet ihr beim Wechsel beachten:
- JE Blinker ist EIN Widerstand zu verwenden.
- Ist das Relais wechselbar, achtet auf die Anzahl der Pins!
Ein kleiner Tipp am Rande: Es kommt vor, dass die Blinker beschlagen und das Wasser dann einfach nicht mehr verdunstet. Schraubt eure Blinker einfach ab und legt sie in euren Backofen bei etwa 50°C, dann sollte das Wasser verdunstet sein.
Gesetzliche Vorgaben für Motorradblinker
Ohne Gesetze geht es ja auch hier nicht, daher gibt es einige Vorgaben, die dein neuer Motorrad-Blinker erfüllen muss. Es ist ein trockenes Thema, aber dennoch wichtig.
- Die Blinkfrequenz muss 90 Takte pro Minute betragen. Hier ist eine Toleranz von +/- 30 vorgesehen.
- Zugelassene Blinker für vorne tragen die Kennzahlen 1, 1a, 1b oder 11. Für hinten zugelassene Blinker sind an den Kennzahlen 2, 2a, 2b oder 12 zu erkennen.
- Blinker mit Zulassung für die EU müssen vorne einen Abstand von mindestens 240 mm aufweisen, für die hinteren Blinker ist ein Abstand von mindestens 180 mm vorgeschrieben.
- Die Höhe zur Fahrbahn muss sich vorne und hinten zwischen 350 mm und 1200 mm bewegen.
Mit dem E-Prüfzeichen bist du immer auf der sicheren Seite, denn dieses Prüfzeichen gibt an, dass der Motorrad-Blinker, der LED-Blinker oder das Rücklicht in der EU zugelassen ist.
Beispiele für Motorrad Lauflicht-Blinker
| Modell | Anzahl der Blinker | Material | Blinker Relai | Position | E-Prüfzeichen | Preis (ca.) |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Louis Lauflichtblinker | 1 Stück | Kunststoff | Nein | vorne / hinten | Ja | 29 € |
| Gazzini Blinker | 1 Stück | Alu | Nein | vorne / hinten | Ja | 49 € |
| Simda Pro | 2 Stück | Kunststoff | Ja | vorne / hinten | Ja | - |
LED Lauflicht-Blinker
LED Lauflicht-Blinker sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch auffälliger im Vergleich zu herkömmlichen Blinkern. Sie können bei schlechter Sicht und unübersichtlichen Straßen ein echter Unfallverhinderung sein.
Blinkstäbe
Blinkstäbe sind einfache, aber effektive Lauflicht-Blinker. Sie bestehen aus einer länglichen, blinkenden Lampe, die an das Motorrad befestigt wird. Sie sind günstig in der Anschaffung und einfach zu montieren.
LED-Lauflicht-Blinker
LED-Lauflicht-Blinker sind die modernere Variante der klassischen Blinkstäbe. Sie bestehen aus einer Reihe von LED-Leuchten, die in einem Gehäuse untergebracht sind. Sie sind langlebiger, energiesparender und viel sichtbarer als Blinkstäbe.
Worauf beim Kauf achten?
Beim Kauf von Lauflicht-Blinkern sollte man auf Kriterien wie Kompatibilität, Leistung, Sichtbarkeit, Montage und Preis achten, um das beste Modell zu finden.
- Kompatibilität mit dem Motorrad: Es ist wichtig, dass das gewählte Modell für das eigene Motorrad geeignet ist.
- Leistung und Sichtbarkeit: Die Leistung und Sichtbarkeit des Lauflicht-Blinkers ist entscheidend für die Sicherheit beim Fahren.
- Montage: Es ist wichtig, dass die Montage des Lauflicht-Blinkers einfach und unkompliziert ist.
- Preis: Der Preis ist ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung für ein bestimmtes Modell.
- Zusätzliche Funktionen: Manche Lauflicht-Blinker bieten zusätzliche Funktionen wie z.B. einstellbare Blinkgeschwindigkeit oder verschiedene Blinkmuster.
Schraubertipp zum Thema Beleuchtung
Egal ob Scheinwerfer, Blinker oder Rückleuchten - bei jedem An- und Umbau gibt es einiges zu beachten, damit es nicht nur wunschgemäß strahlt, sondern die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.
Der An- oder Umbau von Lampen und Leuchten erfordert zumindest rudimentäre Elektrik-Grundkenntnisse. Im Rahmen von Umbauten keinesfalls den Kabelbaum zerschneiden, sondern besser Adapter besorgen beziehungsweise selber machen und verbauen.
Zugelassene Bauteile mit E-Zeichen müssen nicht eingetragen werden, sofern man die ursprüngliche Anbaulage beibehält beziehungsweise die Anbauvorschriften (EU- bzw. StVO-Zulassung) erfüllt.
Hauptscheinwerfer
Standardmäßig sind heute fast alle Motorräder mindestens mit H4-Licht ausgestattet, viele auch schon mit H7. Bei den Lampen gibt es interessante qualitative Unterschiede, eigentlich nicht erstaunlich bei einer Preisspanne von 3 bis 20 Euro.
LED-Technologie
Die LED-Technologie liefert nicht nur das beste Licht und wird deshalb bei immer mehr Modellen serienmäßig verwendet, sondern bietet auch vielfältige Möglichkeiten, der Maschine mit zum Beispiel einem asymmetrischen Design ein ganz eigenes Aussehen zu verleihen.
Zusatzlampen (Nebel-/Fernscheinwerfer etc.)
Ein Kapitel für sich sind Zusatzlampen (Nebel-/Fernscheinwerfer etc.), die früher gern bei Harleys und Goldwings und heute oft bei Groß-Enduros verwendet werden. Hier ist das Angebot reichhaltig. Beim Anschluss der Lampen unbedingt eine Schaltung über ein Relais bevorzugen und die Anbauvorschriften beachten.
Blinker
Auch Blinker haben eigentlich schon immer eine Rolle als stilgebendes Element gespielt. Vorgeschrieben sind sie erst bei Motorrädern ab Baujahr 1962.
Zwar lässt sich prinzipiell jedes Motorrad mit 12-Volt-Elektrik auf LED-Blinker umrüsten, die ein E-Prüfzeichen haben (vorn mit einer 1, hinten mit einer 2 - die meisten tragen beide Kennzahlen). Doch so einfach der Kauf ist, so tückisch kann der Anbau sein.
Relativ leicht zu lösen ist die mechanische Befestigung. Deutlich schwieriger kann sich der Anschluss ans Bordnetz gestalten. Das Problem liegt dabei an der geringeren Stromaufnahme der LEDs.
Am einfachsten ist es, wenn das Motorrad ein separates Blinkrelais (keine kombinierte Einheit!) für die Blinker sowie zwei getrennte Kontrollleuchten (rechts/links) und weder Blinkpiepser noch eine Warnblinkanlage hat.
Möchte man aber sein Original-Blinkrelais behalten oder hat ein Motorrad, das gar kein separates Blinkrelais, sondern nur eine zentrale Elektronikeinheit hat, wird der Umbau komplizierter. Zur Anpassung der Blinkfrequenz muss man dann nämlich mit Widerständen (in der Regel mit 6,8 Ohm Leistungswiderstand) arbeiten.
Brems- und Rücklicht
Umbauten an Brems- und Rücklicht sind meist völlig unproblematisch. Die neuen Leuchten werden oft fertig verkabelt geliefert, und die Herausforderung liegt im Bereich der Befestigung. Auch hier geht der Trend zu Mini-Leuchten, die zwar schick aussehen, aber oft das Nummernschild nicht mehr korrekt ausleuchten. In diesem Fall ist eine zusätzliche Kennzeichenbeleuchtung erforderlich.
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