Mullet-Bikes mit einem Mix aus 29”- und 27,5”-Laufrädern sind ein heißes Thema, ob beim DH-Weltcup oder auch bei Diskussionen mit euren Kumpels.
Was sind Mullet-Bikes?
Ein Mullet (englisch für Vokuhila) vereint zwei Laufradgrößen - üblicherweise ein 27,5”-Laufrad am Heck und ein größeres 29”-Laufrad an der Front. Einige Hersteller wie MDE, LAST, Liteville und Foes (und viele E-MTB-Hersteller) verkaufen standardmäßig Bikes mit gemischten Laufradgrößen, während viele andere Mullet-Bikes durch neugierige Fahrer erschaffen wurden, die ein 29”-Laufrad an der Front ihres 27,5”-Bikes verbaut haben - oder eben ein 27,5”-Laufrad am Heck ihres 29ers.
Auf dem Papier klingt das Ganze fantastisch, das Beste von allem - mit einem 29”-Vorderrad für Grip und gutes Überrollverhalten und einem agilen, wendigen Hinterrad für mehr Agilität und Spaß in Kurven. Sind 29” an der Front und 27,5” am Heck die perfekte Kombi? Hat man mit einem Mullet mehr Spaß?
Erst vor Kurzem wurden Mullet-Bikes ins Rampenlicht katapultiert, da sie vermehrt bei EWS- und Downhill-Rennen anzutreffen waren - sicher bedingt durch die nunmehr gelockerten Regularien der UCI hinsichtlich gemischter Laufradgrößen bei Wettkämpfen. Der Anblick von zunehmend mehr Downhill-und EWS-Profi-Rennfahrern mit Mullet-Bikes an den Startlinien entfachte natürlich ein Feuer bei vielen leidenschaftlichen Bastlern.
Hat ein Mullet-Bike Vorteile? Oder ist es einfach nur eine panische Reaktion, bei der ein schneller rollendes 29er-Laufrad in einen veralteten Rahmen gequetscht wird? Was auch immer der Grund sein mag - Mullet-Bikes gab es schon lange vor dem Tiger King. Das Specialized BigHit aus 2004 mixte - bereit für das allergröbste Gelände - ein 24”-Hinterrad mit einem 26”-Vorderrad. Und auch Trek brachte 2009 ein 69er heraus, mit einem 26”-Hinterrad und einem zu dieser Zeit überdimensionierten 29”-Vorderrad.
Das Mullet-Konzept existiert also bereits seit mehr als 15 Jahren, doch warum hat es sich nicht früher etabliert?
Vorteile von 29"-Laufrädern
Lassen wir das Fahrwerk für einen Moment außer Acht und konzentrieren uns allein auf die Laufradgröße: Wenn das Laufrad Kontakt mit einem Hindernis hat, formt es eine virtuelle Rampe.
Stellt euch das Ganze als Dreieck vor, dessen drei Seiten die Verbindung zwischen der Spitze des Hindernisses, dem Boden und der Aufstandsfläche des Laufrads bilden. Diesen Winkel zwischen der Aufstandsfläche und der Spitze des Hindernisses muss sich das Laufrad nach oben und über das Hindernis hinweg bewegen. Je steiler dieser Winkel, desto schwieriger ist es für das Laufrad, das Hindernis zu überrollen. Ein größeres Laufrad verschiebt die Aufstandsfläche am Boden weg vom Hindernis, reduziert den Auffahrwinkel und macht es somit für das Laufrad leichter, über das Hindernis hinwegzurollen.
Auch wenn ein 29”-Laufrad diesen Abstand - verglichen mit einem 27,5”-Laufrad - lediglich um ca. 5 % erhöht, führt das über Tausende von Schlägen rasch zu einem geringeren Rollwiderstand auf dem Trail und weniger Erschöpfung bei euch.
Bei einem 29”-Laufrad sorgt die höhere Radachse außerdem dafür, dass der Fahrer und der Schwerpunkt des Bikes im Verhältnis zur Radachse niedriger positioniert sind als bei einem 27,5”-Bike, was das Bike zusätzlich stabilisiert. Zuletzt hat das größere 29”-Laufrad eine größere Kontaktfläche und bietet so mehr Grip von den Reifen, bei gleichem Luftdruck. Die simple Physik verrät uns also, dass ein 29”-Laufrad besser über Unebenheiten rollt, laufruhiger ist und mehr Grip bietet.
Vorteile von 27,5"-Laufrädern
Auch wenn es in puncto Grip, Überrollverhalten und Laufruhe den Kürzeren zieht - ein 27,5”-Laufrad hat dennoch viele Vorteile. Sein kleinerer Durchmesser und die reduzierte rotierende Masse haben zur Folge, dass bei gleicher Krafteinwirkung das kleinere 27,5”-Laufrad schneller beschleunigt. Somit generiert man mit ihm beim Pumpen auf dem Trail und beim Beschleunigen aus Anliegern heraus mehr Speed.
Grip ist außerdem nicht alles - die kleinere Aufstandsfläche eines 27,5”-Laufrads bedeutet, dass der Reifen schneller die Bodenhaftung verliert und leichter driftet. Wenn ihr also ein Fan von Cutties und aggressivem Kurvenfahrverhalten seid, dann könnt ihr es mit dem kleineren Laufrad leichter krachen lassen. Die kleinere tatsächliche Größe des Hinterrads sorgt außerdem dafür, dass es bei Drops und auf super steilen Trails eher weniger zum Kontakt zwischen eurem Hintern und dem Hinterrad kommt.
Zusammengefasst verrät uns die simple Physik also, dass ein 27,5”-Laufrad schneller beschleunigt, in Kurven verspielter ist und leichter driftet. Außerdem verleiht es euch mehr Raum für akrobatische Verrenkungen.
Wichtige Aspekte vor dem Umbau
Soweit zur Theorie, doch bevor ihr nun in die Garage rennt und versucht, eine andere Laufradgröße in euren Rahmen zu quetschen, müsst ihr zunächst ein paar Dinge betrachten. Die Laufradgröße eures Bikes zu wechseln, ist eine große Veränderung und kann teuer werden. Im Mindestfall benötigt ihr ein neues Laufrad inklusive Reifen, aber höchstwahrscheinlich auch eine neue Federgabel und möglicherweise einen neuen Lenker sowie Vorbau.
Eine Veränderung der Laufradgröße eures Bikes wird zudem große Auswirkungen auf die Geometrie des Bikes haben - die korrigiert werden muss, wenn ihr kein völlig unausgewogenes Fahrgefühl haben wollt. Doch wenn ihr es richtig macht, dann gibt es viele Gründe dafür, warum es eine verlockende Idee ist, euer MTB in ein Mullet-Bike zu verwandeln.
Gründe für einen Mullet-Umbau
- Mehr Kontrolle in felsigem Terrain: Ein größeres 29”-Laufrad rollt leichter über große, kantige Hindernisse, wie beispielsweise durch grobe Steinfelder. Das Laufrad bleibt weniger hängen und die Lenkung ist kontrollierter.
- Lebendigeres Kurvenverhalten: Wenn ihr euer 29er in Kurven ein wenig träge findet oder gern mal eine Inside-Line nehmt, dann kann sich das Kurvenverhalten durch den Wechsel auf ein 27,5”-Hinterrad verbessern.
- Flachere Geometrie: Wenn ihr es gern laufen lasst, dann dürfte euch die verbesserte Laufruhe eines größeren 29”-Vorderrads gefallen.
- Weil es cool ist: Vielleicht habt ihr noch ein Ersatz-Laufrad von einem anderen Bike herumliegen? Vielleicht seid ihr aber auch einfach nur neugierig oder wollt schlicht etwas Neues ausprobieren.
Euer aktuelles Bike in einen Mullet-Aufbau zu verwandeln, ist weitaus günstiger, als ein neues Bike zu kaufen. Das Ganze kann ein spannendes Experiment sein, doch nicht immer ist ein positives Resultat garantiert.
Checkliste für den Mullet-Umbau
Wenn ihr der Meinung seid, dass ein Mullet-Umbau eures Bikes eine Spitzenidee ist, dann haben wir für euch die folgende Checkliste vorbereitet. Sie sagt euch, worauf ihr achten müsst und wie ihr einige der Probleme korrigieren könnt, die möglicherweise auftreten werden.
An irgendeinem Punkt in der Entwicklung eures Bikes hat sich ein Konstrukteur - hoffentlich - den Kopf über jede einzelne Kennzahl der Geometrie zerbrochen und im CAD-Design schrittweise die einzelnen Winkel feinjustiert, bis wirklich alles im perfekten Einklang war. Die Entwickler ahnten dabei natürlich noch nicht, dass ihr eines Tages Pläne haben könntet, alles ändern zu wollen, indem ihr ein größeres oder kleineres Laufrad zur Gleichung hinzufügt.
Ein solcher Laufradgrößen-Wechsel wird massive Auswirkungen auf die Geometrie eures Bikes haben, Lenk- und Sitzwinkel abflachen, den Reach verkürzen und das Tretlager anheben bzw.
Wenn wir kurz unsere Oberstufen-Trigonometrie-Skills herauskramen, dann können wir kurzerhand ausrechnen, dass der Wechsel auf ein 29”-Vorderrad anstelle eines 27,5”-Vorderrads in einer ungefähren Anhebung der Vorderachse um 20 mm resultiert (bei gleichem Reifen). Ebenso wird das Tretlager um 7,1 mm angehoben (bei einem angenommenen Radstand von 1.200 mm und 440 mm langen Kettenstreben).
Umgekehrt senkt die Montage eines 27,5”-Laufrads am Heck eines 29”-Bikes die Hinterachse um 20 mm ab. Das Tretlager wird sogar um erhebliche 12,7 mm abgesenkt, da es sich näher an der Hinterachse befindet - bei einem angenommenen Radstand von 1.200 mm und 440 mm langen Kettenstreben.
Offset-Buchsen
Offset-Buchsen sind modifizierte Dämpfer-Buchsen, die dafür genutzt werden können, die Geometrie eures Bikes anzupassen, indem das Tretlager abgesenkt und der Lenkwinkel abgeflacht werden (oder umgekehrt). Offset-Buchsen bieten die gleiche Funktion wie ein Flip-Chip in eurem Rahmen und verringern die effektive Einbaulänge eures Dämpfers, um so die Geometrie eures Bikes niedriger und flacher zu machen. Offset-Buchsen reduzieren jedoch nicht den Federweg eures Bikes.
Generell kann der Einbau zweier Offset-Buchsen die Tretlagerhöhe des Bikes um bis zu 10 mm reduzieren bzw. erhöhen. Erwähnenswert ist jedoch, dass man die Offset-Buchsen nicht an einem Dämpfer mit Trunnion-Mount verwenden kann und die Buchsen neben dem Lenk- auch den Sitzwinkel flacher bzw.
Federweg der Gabel
Reduziert ihr den Federweg eurer Gabel um 10 mm, so führt dies zu einer Absenkung eures Tretlagers um ca. 3,3 mm. Daher müsstet ihr den Federweg eurer Gabel um über 20 mm verringern, um die abweichende Tretlagerhöhe mit einem 29”-Vorderrad korrekt auszugleichen. Solch eine große Veränderung des Federwegs ist nicht immer umsetzbar (geschweige denn wünschenswert). Daher müsst ihr wohl damit klarkommen, dass das Tretlager mit einem größeren Vorderrad höher bzw.
Reach und Stack
Wenn ihr die Front eures Bikes erhöht oder dessen Heck absenkt, rotiert ihr es jeweils um die gegenüberliegende Achse. Dadurch reduziert sich der Reach - also der Abstand zwischen Tretlager und Lenker - und euer Bike wird sich kompakter anfühlen.
Um den effektiven Reach eures Bikes zu verändern, könnt ihr Spacer unter eurem Vorbau hinzufügen oder entfernen. Das sorgt für eine Veränderung der Position des Vorbaus auf dem Steuerrohr. Da das Steuerrohr einen bestimmten Winkel aufweist, haben Veränderungen der Höhe des Vorbaus auch eine Auswirkung auf horizontaler Ebene.
Als Beispiel: Wenn euer Bike einen Lenkwinkel von 65° besitzt, dann zeigt uns eine kurze Berechnung, dass für jeden 10 mm-Spacer, den man hinzufügt oder entfernt, der Vorbau um 9,06 mm in vertikaler Richtung wandert, aber eben auch um 4,22 mm auf horizontaler Ebene.
Mit dem Einbau eines größeren Vorderrads erhöht ihr euren Stack, verkürzt den Reach und verändert somit das Verhältnis zwischen euren Füßen und Händen. Um das auszugleichen, solltet ihr womöglich einen etwas längeren Vorbau nutzen, um mehr Gewicht aufs Vorderrad zu bekommen. Dadurch verschiebt sich euer Gewicht nach vorn und gleicht den erhöhten Stack und verringerten Reach aus. Wenn ihr einen Riser-Lenker besitzt, solltet ihr eventuell eine Option mit weniger Rise montieren.
Sitzwinkel
Da sich der Stack eures Bikes um 30-40 mm erhöht, fällt auch der Sitzwinkel um ca. 1-1.5° flacher aus. Um dem entgegenzuwirken, könnt ihr euren Sattel nach vorn schieben. Schiebt man den Sattel komplett nach vorn bzw. hinten, so kann das eine effektive Veränderung des Sitzwinkels von bis zu ± 2° zur Folge haben. Im Gegenzug verkürzt bzw. verlängert ihr dadurch natürlich die effektive Oberrohrlänge, d. h. wie weit euer Lenker im Sitzen entfernt ist.
Benötigte Teile
Abhängig von euren Plänen benötigt ihr ein neues Laufrad inklusive Reifen, entweder in 29” oder 27,5”. Vermutlich braucht ihr außerdem eine neue Federgabel, wenn aktuell eine 27,5”-Federgabel verbaut ist und ihr plant, ein 29”-Laufrad an der Front zu nutzen.
Es gibt zwar vereinzelte Erfolgsgeschichten darüber, ein 29”-Laufrad in einer 27,5”-Federgabel unterzubringen, aber wir würden das keinesfalls empfehlen, da die Reifenfreiheit dadurch extrem klein ausfällt und die Reifenwahl eingeschränkt ist. Wenn ihr den Schritt zu einem größeren 29”-Vorderrad wagt, dann ist das auch ein guter Grund, eurer Vorderradbremse ein Upgrade zu verpassen.
Fahrverhalten
Wenn ihr eine tiefgreifende Veränderung an der Geometrie eures Bikes vornehmt, wie etwa ein größeres Vorderrad oder ein kleineres Hinterrad zu montieren, dann beeinflusst ihr dadurch natürlich auch eure Position auf dem Bike und dessen Fahrverhalten. Wenn ihr diese Veränderungen nicht ausgleicht, dann verschiebt der Einbau eines größeren Vorderrads bzw. kleineren Hinterrads euer Gewicht nach hinten und ihr braucht wahrscheinlich etwas mehr Luftdruck im Dämpfer (oder eine härtere Feder) bzw. müsst die Low-Speed-Druckstufe erhöhen.
Garantie
Eine schwierige Frage, aber es ist wahrscheinlich, dass der Einbau einer neuen Laufradgröße an der Front die Garantie eures Bikes verfallen lässt. Wenn euer Bike noch innerhalb seiner Garantiezeit ist, kann es daher nicht schaden, das Kleingedruckte zu lesen.
Praxisbeispiel: Mullet-Umbau beim FOCUS SAM 9.9
Wir haben unser eigenes #officemullet aufgebaut, basierend auf dem verspielten FOCUS SAM 9.9 mit 27,5”-Laufrädern. Das FOCUS SAM 9.9 ist ein Bike mit sattem Federweg. Wir wollten den langhubigen Charakter beibehalten, daher ersetzten wir die Gabel durch eine FOX 36 Rhythm 29” mit 160 mm Federweg und einer Einbauhöhe von 567,1 mm.
In Kombination mit der um 19,1 mm erhöhten Vorderachse, bedingt durch den Wechsel zum größeren Vorderrad, und mit einem um schätzungsweise 1° flacheren 64°-Lenkwinkel (ohne bei den Nachkommastellen allzu streberhaft zu sein), sagen uns ein paar schnelle Berechnungen: Der Stack steigt von 623 mm auf ca. 646 mm an, sodass der Lenker ungefähr 23 mm höher ist.
Bei unserem Test-Bike waren 20 mm an Spacern unter dem Vorbau montiert. Diese entfernten wir, senkten den Lenker um 18 mm ab und verschoben ihn im gleichen Atemzug um 9 mm nach vorn. Um den verkürzten Reach komplett auszugleichen, ersetzten wir auch den ursprünglich installierten 35-mm-Vorbau durch eine Option mit 50 mm Länge.
Obwohl der Stack und Reach bei unserem Mullet-Aufbau nach diesen Veränderungen ein wenig höher bzw.
27.5 Zoll Mountainbikes
Wer ein MTB mit 27,5 Zoll kauft, nutzt die Vorteile sowohl eines 26- als auch eines 29-Zoll-Mountainbikes. Dabei löst die Laufradgröße von 27,5 Zoll die klassischen 26 Zoll nach und nach ab: Neue Mountainbikes mit 26 Zoll werden kaum noch hergestellt. Doch welche Vorteile und Nachteile bietet das 27,5-Zoll-Mountainbike und wie unterscheidet sich das Fahrrad im Fahrverhalten von einem Twentyniner?
Bevor das Mountainbike die Radsport-Bühne in den Achtziger Jahren erstürmte, hatte sich kaum jemand wirklich Gedanken um die Laufradgröße am Fahrrad gemacht. Denn bis auf Kinderräder rollte praktisch jedes Zweirad mit Kurbelantrieb auf 28-Zoll-Rädern über die Straßen.
27,5 vs. 29 Zoll - Was ist die beste Wahl für mich?
Wichtig zu wissen: Beide Durchmesser rollen besser im Gelände als die alten (kleinen) 26-Zöller. Denn physikalisch bedingt bleibt ein großes Rad nicht so leicht an Kanten und Hindernissen hängen. Du kennst das sicher, wenn dein Vorderrad bei geringem Tempo beispielsweise an einer Wurzel „stehen“ bleibt. Die Lösung: Je größer das Laufrad ist, desto leichter hebelt es sich quasi über die Schwelle hinweg. Außerdem erhöht sich mit dem Durchmesser eines Rades auch die Aufstandsfläche des Reifens. Und damit die Traktion des Bikes. Ein weiterer Vorteil im Gelände.
29 Zoll steht für höchsten Rollkomfort
Bei Hardtail MTBs ist der Wechsel zu 29 Zoll bis heute fast ausnahmslos vollzogen worden. Und selbst Fullys mit 150 Millimeter und mehr Federweg werden zunehmend mit 29-Zoll-Fahrwerken entwickelt. Moderne Geometrien und ausgeklügelte Technik beim Laufradbau machen es möglich, dass sich die großen Räder genauso wendig und agil fahren wie einst ein 26-Zöller. Gut zu wissen: Der Felgendurchmesser von 29-Zoll MTB Laufrädern entspricht mit 622 Millimetern exakt dem von 28-Zoll Trekking/Gravel/Rennrad Laufrädern. Unterschied sind jedoch die deutlich größeren Volumina der 29er Reifen - was sich entscheidend auf den Gesamt-Außendurchmesser der Räder auswirkt.
Welche Vorteile hat 27,5 Zoll?
Besonders bei kleinen Rahmengrößen (S oder XS) stößt 29 Zoll an seine Grenzen. Der Radstand gerät dann im Verhältnis zur Rahmengröße sehr lang. Geometrie und Lenkverhalten werden träge. Deshalb machen hier 27,5-Zoll-Laufräder mehr Sinn. Hersteller wie CUBE bieten beispielsweise aus diesem Grund bei manchen Modellreihen eine „Split-Size“-Option an: Die kleinen Rahmengrößen rollen auf 27,5-Zoll und die großen auf 29-Zoll-Laufrädern. Somit genießen Fahrer und Fahrerinnen jeder Körpergröße die optimalen Fahreigenschaften. Auf der anderen Seite der Extreme findet man 27,5-Zoll-Laufräder häufig an Bikes mit langen Federwegen, meist ab 140 bis 150 Millimetern. Viele Freerider und Enduro-Piloten legen Wert auf maximale Stabilität und schwören deshalb auf die etwas kompakteren Räder.
27,5 vs. 29 Zoll - Die Unterschiede im Überblick
| Eigenschaft | 27,5 Zoll | 29 Zoll |
|---|---|---|
| Rollkomfort | Geringer | Höher |
| Wendigkeit | Höher | Geringer |
| Geeignet für | Kleine Rahmengrößen, lange Federwege | Hardtails, Fullys |
Sonderfälle: 27,5 Plus und Mixed-Wheels
Vereinzelt sieht man Bikes mit der Laufradgröße 27,5 Zoll+ (Plus). Dabei handelt es sich um Felgen mit dem normalen 27,5-Zoll-Maß, die jedoch mit besonders großvolumigen Reifen ausgestattet sind. Solche Laufräder passen jedoch nur an Bikes mit entsprechend-breiten Hinterbauten und Federgabeln (Durchlass/Reifenfreiheit).
Ein weiterer Trend der sich abzeichnet, sind Bikes mit so genannten „Mixed-Wheelsets“. Hier werden die beiden Laufradgrößen 29 Zoll (Vorderrad) und 27,5 Zoll (Hinterrad) kombiniert. Grund: Vorne so groß wie möglich für optimales Überrollverhalten, hinten etwas kompakter für beste Kraftübertragung und Beschleunigung.
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