Im Frühling wurde das Mountainbike aus dem Winterschlaf geholt und wieder fit für die anstehende Saison gemacht - spätestens jetzt ist es Zeit, auch die eigene Fahrtechnik auf dem MTB zu überdenken. Damit Du mit viel Flow, Spaß und vor allem sicher wieder unten ankommst, solltest Du über das nötige Know-How in Sachen MTB-Fahrtechnik verfügen. Fahrtechnik ist essenziell für Mountainbiker.
Mountainbiken ist oft technisch anspruchsvoller als das herkömmliche Radfahren. Daher sollte beim Mountainbikefahren auch sehr viel Wert auf Sicherheit gelegt werden. Ein schlecht gewartetes Fahrrad oder falsches Bremsen kann schlimme Folgen mit sich ziehen. Vor allem dann, wenn man offroad unterwegs ist.
Offiziell wird Mountainbiken als Risikosportart eingeschätzt - muss es aber gar nicht sein, wenn Du Dein Sportgerät lernst, zu kontrollieren. Schlussendlich gibt es 2 Optionen: Du bist der Passagier oder der Pilot!
Grundlagen der MTB-Fahrtechnik
Wer mit dem MTB im Gelände und auf dem Trail sicher unterwegs sein will, kommt um das Thema MTB-Fahrtechnik nicht herum. Bevor Du Dich an eine konkrete MTB-Fahrtechnik herantastest, solltest Du zuallererst wissen, wie man richtig auf dem Bike steht. Bei der Ausgangsposition oder auch Grundposition wird das Gewicht gleichmäßig auf den Pedalen verteilt. Der Fahrer steht auf dem Bike mit dem Körperschwerpunkt auf dem Tretlager. Dabei stehen die Pedale waagerecht, während die Arme und Beine leicht angewinkelt sind. So kann das Mountainbike unter dem Fahrer arbeiten.
Generell gilt: Wer Spaß im Gelände haben will - egal ob im Mittelgebirge oder in den Alpen - muss auf dem Bike arbeiten! Wenn man nur als „Passagier“ gemütlich im Sattel sitzt und das Bike die ganze Arbeit machen lässt, bleibt letztlich der Flow auf der Strecke und ein Sturz ist vorprogrammiert. Auch das persönliche Fahrtechnik-Level wird man auf diese Weise nicht verbessern.
Die 4 wichtigsten Skills für Mountainbiker
- Richtig Bremsen: Moderne Scheibenbremsen sind so stark, dass es vollkommen reicht, sie nur mit dem Zeigefinger zu betätigen.
- Bike-Body-Separation: Bike-Body-Separation = die Trennung von Körper und Bike, bedeutet, dass sich Bike und Körper manchmal in entgegengesetzte Richtungen bewegen - damit Du mit Deinem Körperschwerpunkt lotrecht über dem Tretlager bleibst.
- Trackstand: Der Trackstand ist ein Skill, bei dem Du frei auf Deinem MTB stehen kannst - also ohne Dich anzulehnen.
- Feingefühl in den Füßen: Weil wir durch unsere Füße und Beine unser Körpergewicht auf das Bike übertragen - unsere Füße sind dadurch der wichtigste Kontakt zum Bike.
Sicherheit und Ausrüstung
Ein Materialdefekt während einer Mountainbike-Tour kann böse enden - egal, ob im Wald oder auf einem felsigen Weg. Gerade beim Luftdruck benötigt es etwas Erfahrung die richtige Menge zu finden. Hat man zu wenig Luft im Reifen, schwimmen die Reifen und es kann zu einem Platten kommen. Außerdem ist die Durchschlags-Gefahr an der Felge zu groß. Hat man zu viel Luft im Reifen, wird auch der Grip weniger.
Während es in Deutschland keine Helmpflicht gibt, gibt es aber in Bikeparks für Mountainbiker die Pflicht zum Tragen einer Schutzausrüstung. Auch außerhalb von Bikeparks wird Schutzausrüstung im Gelände empfohlen. In welchem Ausmaß die Ausrüstung notwendig ist, hängt vom Gelände und der eigenen Fahrtechnik ab. Für Mountainbiker gibt es spezielle Helme, die anders als etwa Rennradhelme, geformt sind. In den meisten Fällen ist der innere Teil des Helms mit der äußeren Schale fest verbunden, was für eine hohe Stoßabsorption sorgt. Dieses Verfahren nennt man IN-MOLD. Zusätzlich ist die Nackenpartie etwas tiefer gezogen. Ein Visier schützt vorne zusätzlich. Technische Neuheiten, wie MIPS, vermindern die Rotationskräfte beim Aufprall. Mountainbikehelme gibt es für jeden Geschmack und Einsatzzweck, bspw. als Halbschale oder als Fullface-Variante. Den Helm sollte man vor dem Kauf unbedingt anprobieren.
Sobald es mit dem Mountainbike mehr ins Gelände geht, sollten Protektoren Teil der Schutzausrüstung sein. Als Anfänger kann man sich auch erst einmal die Inline-Schoner für Knie und Ellenbogen aus dem Keller umlegen. Handschuhe sorgen nicht nur für mehr Komfort an den Händen, sondern schützen auch vor Verletzungen. Wir empfehlen beim Mountainbiken im Gelände immer Langfingerhandschuhe. Wer im Gelände unterwegs ist, wird schnell mit Ästen oder Staub konfrontiert. Eine Brille schützt dabei die Augen vor Verletzungen. Wichtig ist, dass die Brille gut sitzt. Wir empfehlen, keine Sonnenbrille im Wald zu nutzen, da diese zusätzlich abdunkeln.
Sicherheit beim Mountainbiken heißt auch, dass im Notfall Hilfe kommt. Neben dem Erste-Hilfe-Set im Rucksack ist ein Smartphone für einen möglichen Notruf wichtig. Dazu sollte man entweder bei Freunden und Familie Bescheid geben oder eine Tracking-App verwenden. Auffällige, bunte Kleidung auf dem Mountainbike sieht nicht nur cool aus, sondern macht auch sichtbar. Gerade im dunklen Wald ist Sichtbarkeit notwendig. Bei düsteren Verhältnissen sollte nicht auf eine ausreichende Beleuchtung und Reflektoren verzichtet werden. Auch im Wald herrscht Verkehr. Mit einer Klingel können Mountainbiker auf sich aufmerksam machen und Wanderer oder andere Radfahrer vorwarnen.
Die richtige Tourenplanung
Eine Mountainbike-Tour für Anfänger sollte nicht deren Können überfordern. Aus diesem Grund ist eine sorgfältige Tourenplanung essenziell. Dabei müssen unbedingt Faktoren wie die Zeit, das Wetter und mögliche Sperrungen beachtet werden. Nur eine passende Tour sorgt für viel Mountainbike-Spaß.
Tipps für den erfolgreichen Mountainbike-Einstieg
Gerade für Einsteiger ist der Mountainbike-Bereich extrem unübersichtlich: Es gibt nicht nur viele unterschiedliche Mountainbike-Typen, sondern auch zahlreiche Komponenten, die oft nicht kompatibel sind. Damit du nicht unnötig Geld für das falsche Rad ausgibst, findest du hier die wichtigsten Tipps für deinen Einstieg:
- Das richtige Mountainbike für Anfänger finden: Überlege dir, wofür du dein Bike nutzen willst. Für konditionell anspruchsvolle Touren eignen sich Hardtails oder leichte Marathon-Fullys. Möchtest du bergauf und bergab unterwegs sein, ist ein Allmountain- oder Trail-Bike ideal. Wenn du besonders abfahrtsorientiert fährst, solltest du dir Enduro- oder Downhill-Bikes ansehen.
- Die passende Rahmenhöhe wählen: Die richtige Rahmenhöhe lässt sich meist über die Schrittlänge bestimmen. Nutze Online-Rechner der Hersteller oder lass dich im Fachhandel beraten. Die Sitzposition sollte zu deinem Fahrstil passen (sportlich oder komfortabel).
- Das richtige Material: Auch wenn Carbon-Bikes verlockend wirken: Für Einsteiger ist ein Aluminiumrad meist die bessere Wahl - es ist günstiger und robuster im Alltag.
- Auf solide MTB-Ausstattung achten: Auch Einsteigerbikes sollten eine vernünftige Ausstattung mit Marken-Komponenten bei Federelementen, Bremsen und Antrieb bieten. Zu viel Sparen bei den Komponenten schmälert langfristig den Fahrspaß.
- Neu oder gebraucht?: Ein gebrauchtes Bike kann günstig sein, doch als Einsteiger ist es schwierig, versteckte Mängel zu erkennen. Wenn du dich nicht auskennst, fährst du mit einem neuen oder reduzierten Vorjahresmodell meist besser.
- Ausrüstung: Unverzichtbar sind Helm, Schutzbrille, gepolsterte Hose und Fahrradschuhe. Sportkleidung aus atmungsaktiven Stoffen und Handschuhe sorgen für Komfort und Sicherheit. Wer Wert auf Abfahrten legt, sollte zusätzlich Protektoren (z. B. für Knie und Rücken) tragen.
- Zubehör: Ersatzschlauch, Fahrradpumpe, Multitool und Reifenheber gehören daher in jeden Bike-Rucksack. Zur Trainingssteuerung und Routen-Navigation ist zudem ein Fahrradcomputer oder eine Tracking-App (bspw. Strava) für dein Smartphone hilfreich. Dieses kannst du ganz einfach mittels einer Handyhalterung an deinem MTB befestigen.
- Training: Online findest du zahlreiche Trainingspläne und Fahrtechnikvideos. Für den perfekten Einstieg lohnen sich professionelle Fahrtechnikschulen - dort lernst du nicht nur Technik, sondern auch alles Wichtige zu Ernährung und Sicherheit.
- Reparaturen & Pflege: Viele Reparaturen - etwa Schaltung einstellen, Bremsbeläge oder Reifen wechseln - kannst du mit etwas Übung selbst erledigen. Für sicherheitsrelevante Teile wie die Bremsen solltest du im Zweifel immer den Fachmann aufsuchen.
Welches Mountainbike ist das Richtige für Einsteiger?
Die Auswahl an Mountainbikes ist riesig: Vom Touren-Hardtail über XC- und Marathon-Fullys bis hin zu Enduros, Downhill- und Trail-Bikes gibt es mittlerweile für jede Nische das passende Rad. Damit du das richtige Bike für dich findest, solltest du dir zuerst genau überlegen, wie und wo du fahren möchtest.
- Gemütliche Touren: Hier reicht ein Hardtail völlig aus. Es hat nur vorne eine Federgabel und bietet ausreichend Komfort auf Forstwegen und leichten Trails.
- Wanderwege & Trails: Wer öfter auf anspruchsvolleren Wegen fährt, sollte sich ein Fully anschauen. Selbst Marathon- oder XC-Fullys mit geringem Federweg bieten mehr Kontrolle und Fahrspaß bergab.
- Allround-Einsatz: Trail- und Allmountain-Bikes sind der beste Kompromiss. Sie bieten meist 130-150 mm Federweg an Front und Heck - gut zum Klettern bergauf und sicher bergab.
Hardtail MTB für Anfänger
Der größte Pluspunkt eines Hardtails für Einsteiger ist der Preis. Hardtails sind in der Regel deutlich günstiger als Fullys mit ähnlicher Ausstattung. Das liegt vor allem am einfacheren Rahmen: Es gibt keinen gefederten Hinterbau und keinen Dämpfer - also weniger Bauteile, die gewartet werden müssen oder kaputtgehen können. Eine Federgabel ist heutzutage meist trotzdem verbaut. Damit macht ein Hardtail auch auf Schotter- und Waldwegen viel Spaß.
MTB Fully für Einsteiger
Fullys spielen ihren größten Vorteil vor allem in der Abfahrt aus. Durch die Federung am Heck und an der Front werden grobe Schläge optimal abgedämpft. So fährst du komfortabler und sicherer über ruppige Trails und das Bike nimmt dir einen Großteil der Arbeit ab. Diesen Vorteil erkaufst du dir jedoch mit einem höheren Gewicht (durch Dämpfer, Lager und komplexeren Hinterbau), einem gesteigerten Wartungsaufwand und einer geringeren Antriebseffizienz. Das heißt: Ein Fully lässt sich bergauf oft „schlechter“ pedalieren als ein Hardtail.
Fully ist nicht gleich Fully:
- XC- oder Marathon-Fullys bieten meist 100-120 mm Federweg.
- Trail- oder Allmountain-Bikes mit 130-150 mm Federweg sind die Allrounder unter den Fullys.
- Enduros bieten 150-170 mm Federweg - ideal, wenn du den Fokus auf die Abfahrt legen möchtest.
- Downhiller sind kompromisslose Abfahrtsmaschinen mit 200 mm+ Federweg.
Mountainbike Ausrüstung für Anfänger
Wer nur ein schmales Budget hat, sollte sein Geld in erster Linie in einen sicheren Helm investieren. Hier sollte nicht gespart werden, da die Sturzgefahr beim Mountainbiken recht hoch ist und nur ein hochwertiger Helm guten Schutz bietet. Zur typischen Ausstattung gehören außerdem Schutzbleche, die dich und andere vor Schlamm und Wasser schützen. Mit etwas mehr Budget empfiehlt sich eine Polsterhose für lange Touren, sowie sportliche Funktionsbekleidung für mehr Komfort.
Wichtig ist auch die Wahl der Schuhe: Bei XC- und Marathon-Disziplinen werden meist Klick-Schuhe genutzt, während Trail-, Enduro- und Downhill-Fans oft auf Flatpedale mit speziellen Bikeschuhen (z. B. von FiveTen) setzen. Klick-Schuhe bieten Effizienz und Halt, Flatpedale mehr Flexibilität beim Absteigen. Hier zählt der persönliche Geschmack!
Budgetplanung für die Mountainbike-Ausrüstung
| Ausrüstungsgegenstand | Preis (Hardtail) | Preis (Trail-Bike) |
|---|---|---|
| Hardtail/Trail-Bike | 599 - 699 € | 3.000 - 3.500 € |
| Helm | 100 € | 150 € |
| Polsterhose | 50 € | 100 € |
| Hose und T-Shirt | 100 € | 170 € |
| Schuhe | 80 € | 100 - 150 € |
| Brille | 30 € | 100 € |
| Gesamtkosten | 960 - 1.060 € | 3.600 - 4.200 € |
MTB Trainingsplan für Anfänger
Trainingspläne sind grundsätzlich sinnvoll - auch für Anfänger. Durch gezieltes Training lässt sich Kondition oft schneller aufbauen. Doch gerade zu Beginn empfiehlt es sich, den Fokus voll und ganz auf den Spaß am Radfahren zu legen. Wer sich von Anfang an mit Intervallen und starren Kilometervorgaben unter Druck setzt, läuft Gefahr, die Freude an diesem Hobby zu verlieren.
Unser Tipp: Gerade als untrainierter Einsteiger verbesserst du deine Kondition auch ohne festen Plan - einfach, indem du regelmäßig fährst. Erst wenn die Fortschritte stagnieren, lohnt es sich, über einen strukturierten Trainingsplan nachzudenken.
5 MTB Tricks für Anfänger
Auch für Einsteiger gibt es einige wichtige Techniken und kleine Kunststücke, die nicht ganz so schwer zu lernen sind, aber schon Eindruck machen. Durch das Üben dieser Tricks verbesserst du deine Fahrtechnik und legst die Grundlage für schwerere Manöver.
- Der Wheelie: Der Wheelie ist der Klassiker unter den MTB-Tricks und dabei gar nicht so schwer.
- Der Stoppie: Beim Stoppie rollt man auf dem Vorderrad.
- Bunny Hop: Liegt ein kleineres Hindernis im Weg, kannst du mit einem Bunny Hop einfach darüber springen.
- Sicher absteigen: Der Sturz über den Lenker ist immer das schlechteste Szenario, besonders in steilem Gelände.
- Die Grundhaltung: Viele Einsteiger stehen mit durchgestreckten Armen und Beinen auf dem Bike.
Die Basics auf dem Mountainbike
Mit dem Mountainbike draußen in der Natur, abseits ferner Straßen und fester Wege zu fahren, bringt Spaß, ist aber auch eine echte Herausforderung. Damit du dein Bike so richtig genießen kannst und beim Fahren voll auf deine Kosten kommst, sind zwei Dinge zu Beginn unerlässlich: Techniktraining und Grundlagenbeherrschung. Außerdem gilt: Der Blick sollte stets weit nach vorn gerichtet sein.
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