Die Welt der Dreizylinder-Motorräder: Eine umfassende Liste und Analyse

Für viele Motorradfahrer gibt es kaum etwas Faszinierenderes als das Antriebskonzept des Dreizylindermotors, besonders auf kurvenreichen Landstraßen. Dieser Motortyp vereint auf einzigartige Weise die Qualitäten drehmomentstarker Twins und leistungsstarker, hochdrehender Vierzylinder. Dank Yamaha ist dieser Motorentyp nun auch bei einem japanischen Hersteller wieder salonfähig geworden.

Was macht einen Dreizylindermotor so besonders?

Ein moderner Dreizylinder kombiniert die Vorteile von Zwei- und Reihenvierzylindern, ohne deren konzeptionelle Nachteile zu übernehmen. Immer den gleichen Hubraum vorausgesetzt, bietet sich daher der Dreizylinder als ein durchzugsstarker, aber auch drehwilliger und leistungsstarker Motor an, da seine Einzelhubräume zwischen denen eines Zwei- und Vierzylinders liegen.

Zudem bewegen sich in einem Triple weniger Teile als in einem Vierzylinder, und seine Lagerstellen müssen nicht so stark wie beim Twin dimensioniert sein. Das senkt die innere Reibung und steigert die Effizienz.

Vorteile des Dreizylinders:

  • Besseres Handling: Die geringere Kurbelwellenlänge des Triples im Vergleich zum Vierzylinder begünstigt das Handling.
  • Genialer Klang: Die asymmetrische Zündfolge sorgt für einen unverkennbaren Sound.
  • Knappere Baubreite: Ermöglicht schmale Rahmen, was dem Gesamtfahrzeug zugutekommt.

Natürlich baut ein Parallel-Twin noch schmaler, um aber die Leistung eines gleich großen Triples zu bieten, müsste er deutlich kurzhubiger ausgelegt sein als dieser. Was zu Lasten des Drehmoments im unteren Drehzahlbereich geht.

Aktuelle Modelle und Hersteller

Triumph feiert mit dem Dreizylinder Verkaufserfolge, MV Agusta will mit ihm an glanzvolle Zeiten anknüpfen, und Benelli schaffte es immerhin, wieder aus der Versenkung zu kommen. Viele Jahre schien klar: Das Erfolgsrezept für Verkaufsrekorde muss ein Vierzylinder sein. Aber wie so vieles wird auch das Beste irgendwann langweilig, wenn man es immer wieder vorgesetzt bekommt. Deshalb konnten sich in den letzten Jahren Ducati und KTM beispielsweise mit kernigen Zweizylindern hervortun, als durchaus ernst zu nehmende Alternativen in Szene setzen.

Inzwischen rollen bei den Briten Zehntausende Drillinge pro Jahr von den Bändern. Grund genug beispielsweise für MV Agusta, ebenfalls auf dieses Konzept zu setzen.

Hier eine Auswahl aktueller Dreizylinder-Motorräder:

  • Triumph Speed Triple: Bietet echtes Big Bike-Fahrgefühl mit kraftvollem Antritt.
  • Triumph Street Triple R: Druckvoll und einfach zu fahren, ideal für Fahrspaß.
  • Yamaha MT-09: Begeistert mit kernigem Antritt und seidenweicher Laufkultur.
  • MV Agusta Brutale 675/800: Faszinieren durch ihre Drehwilligkeit und sportliche Auslegung.
  • Triumph Trident 660: Ein aufregendes, völlig neu konstruiertes Motorrad, das mit dem Leistungsvorteil seines einzigartigen Dreizylinder-Motors punkten kann.

Yamaha MT-09: Ein moderner Dreizylinder-Maßstab

Die Japaner haben in der Yamaha MT-09 den derzeit besten Dreizylindermotor am Start. Was nicht überrascht, schießlich ist es die modernste Konstruktion im Testfeld. Der „CP3“ genannte Motor begeistert mit kernigem Antritt, kraftvollem Durchzug und einer seidenweichen Laufkultur. Ein Traum von einem Motor, der sich sportlich knackig, aber auch schaltfaul gemütlich bewegen lässt, dessen Getriebe japanisch weich schaltet und der dazu bei den gebotenen Fahrleistungen noch sehr geizig mit dem Sprit umgeht.

Einziges echtes Manko der Yamaha MT-09 ist ihre Gasannahme. Im Standard- und Sport-Modus (STD und A) geht sie zu hart ans Gas. Und im B-Modus, dem einzigen mit weicher Gasannahme, fehlen der Guten leider knapp zehn PS Spitzenleistung. Ärgerlicher als die fehlenden Pferde im B-Modus ist die Eigenart, dass sich mit jedem Abstellen der Zündung automatisch wieder der Standard-Modus aktiviert.

Triumph Speed Triple: Das unverfälschte Big Bike-Fahrgefühl

Wer von der Yamaha MT-09 direkt auf die Triumph Speed Triple umsteigt, bekommt große Augen. Das hier also ist es, das echte, unverfälschte Big Bike-Fahr­gefühl. Die Speedy bettet den Piloten hoch und spreizt mit ihrem breiten Tank die Beine zu weit. Kaum ist der 1050er-Drilling zum Leben erweckt - was manchmal etwas dauern kann, bis der Starter losorgelt -, geht‘s mit kehligem Gegurgel aus den Arrows-Slip-on-Tüten ab Standgas kraftvoll vorwärts.

Alles an der Triumph Speed Triple wirkt satt, gediegen - souverän eben. Sie lässt sich nicht stressen und gibt dieses Gefühl an ihren Piloten weiter. Was nicht heißen soll, dass sie träge oder gar langsam ist. Von wegen! Innerhalb der Fünfer-Kombo, die sich durch den Schwarzwald streitet, schwimmt sie unangestrengt mit. Verlangt nur beim Abwinkeln nach einer stärkeren Hand, gleicht dieses Manko aber wieder mit der sattesten Straßenlage und gediegener Rückmeldung aus.

Triumph Street Triple R: Der rassige Spaß-Bolzen

Das kann die kleine Schwester der Triumph Speed Triple, die mit einem moderneren ABS ausgestattete Triumph Street Triple R, besser. Zwar erreicht sie nicht ganz das Niveau der Yamaha oder der MVs, doch die Bremswirkung, Dosierbarkeit und das Regelverhalten der Streety-Stopper und ABS-Kombinationen passen zur agilen Gesamterscheinung der kleinen Britin. Sie ist und bleibt ein rassiger Spaß-Bolzen. Diese Kombination aus geringem Gewicht, ausreichender Leistung und knackigem Handling begeistert jedes Mal aufs Neue. Zwar ist sie mit 106 PS das schwächste Motorrad im Testfeld, aber das merkt man nicht.

Um so richtig zu faszinieren fehlt ihrem gut klingenden, nicht zu lauten Triple oben herum etwas der Kick. Schlimmer, und ein echter Kritikpunkt an der Streety R, ist das Jammern, das der Pilot auf schlechten Wegstrecken anstimmt. Denn die Britin ist viel zu straff abgestimmt.

MV Agusta Brutale 675/800: Brutale Fahrfreude

Was den Briten „too much“ ist, ist den Italienern gerade gut genug. Egal, ob es um die Drehwilligkeit der Motoren geht, deren elektronische Ausstattung oder die Klangstärke, mit der sie antreten. Gemeinsamkeiten haben die beiden MVs viele, sehr treffend ist ihr Name Brutale. Denn brutal gehen sie zur Sache, egal ob im oberen Drehzahlbereich oder akustisch. Die MVs klingen zwar geil, vor allem über 8000 Touren, sind aber viel zu laut!

Die MV-Dreizylinder animieren trotz dieses Mankos zum Heizen, wobei der 800er dies in allen Drehzahllagen tut, der 675er nur oberhalb von 7500/min. Hier offenbart sich der größte Unterschied zwischen den ­beiden.

Leistungsmessung und Vergleich

Pure Dreizylinder-Power in ihrer vollen Pracht! Wunderbar zu erkennen, dass Hubraum auch bei diesem Motorenkonzept durch nichts zu ersetzen ist.

Fazit

Der Dreizylinder-Motor hat sich als eine faszinierende Alternative zu Zwei- und Vierzylindermotoren etabliert. Er bietet eine einzigartige Kombination aus Leistung, Drehmoment und Klang, die viele Motorradfahrer begeistert. Ob Triumph, Yamaha oder MV Agusta - die Vielfalt an Dreizylinder-Modellen wächst stetig und bietet für jeden Geschmack das passende Motorrad.

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