Wer beim Erwerb des Motorradführerscheins noch keine 25 Jahre alt ist, erhält die Klasse A beschränkt. Das heißt im Klartext: Er darf zwei Jahre lang nur Motorräder fahren, die maximal 34 PS stark sind und gleichzeitig ein Gewicht von mindestens 4,6 Kilogramm pro PS aufweisen. Das Motorrad muss also bei 34 PS Leistung mindestens 156 Kilogramm wiegen. Diese Regelung gilt noch bis 2012. Danach greift eine EU-Regelung, die eine neue Führerscheinklasse mit der Bezeichnung A2 vorsieht, bei der Novizen sich zwei Jahre lang mit bis zu 48 PS bewähren dürfen.
Fünf Motorräder verschiedener Kategorien hat MOTORRAD für diesen Einsteigervergleich ausgewählt, wobei die Art und Weise der Drosselung jeweils unterschiedlich ist. MOTORRAD wollte wissen: Welche Drosselung ist am besten geglückt, und generiert der fünffache Hubraum (Kawasaki/Suzuki) auch fünffachen Spaß? Erfahrene MOTORRAD-Tester haben es für Sie zusammen mit Melanie und Yvonne, zwei unserer Führerschein-Mädels (siehe Ladies-Cup), ausprobiert.
Die Testkandidaten im Detail
BMW F 650 GS
Die erste im Test ist die BMW F 650 GS. Sie besitzt zwar die beste Drosselung, ist jedoch auf Grund ihrer enormen Sitzhöhe eher für größere Einsteiger geeignet. Die passt sofort - so die einhellige Meinung von Melanie, die auf der F 650 GS ihren Führerschein gemacht hat, und von Yvonne. Der breite Lenker der 650er reduziert Lenkkräfte, die Taille ist relativ schmal und spreizt die Beine nicht übermäßig, und auch der Kniewinkel geht in Ordnung. Die Sitzbank hat Kuschel-Charakter. Auch die aufrechte Sitzposition kommt bei den Anfängerinnen gut an.
Als einziges Bike dieses Tests rollt die F 650 GS über ein zwar verhältnismäßig schmales, doch im Umfang großes 19-Zoll-Vorderrad. Das Lenken fühlt sich indifferenter an als mit den kleinen 17-Zoll-Rädern der anderen Maschinen. Durch den breiten Lenker müssen die Arme beim Wenden ausladende Bewegungen machen - und das ist für beide Mädels ungewohnt. Mit dem Wenden am Lenkanschlag auf schmalen Straßen haben sie Probleme. Und sie fahren in den Kurven größere Radien als geplant.
Über das Fahrwerk sind beide voll des Lobes: "Komfortabel abgestimmt. Damit hat man auch auf viertklassigen Landstraßen Spaß", sagt Melanie. Die Drosselung der BMW ist perfekt gelungen. Der Twin hängt ruckfrei und sanft am Gas und reagiert verzögerungsfrei auf Gasbefehle. Im direkten Vergleich wirkt er nicht zugeschnürt oder übermäßig träge. Seine Kraftentfaltung im unteren und mittleren Drehzahlbereich in Verbindung mit der Getriebeabstufung lässt die beiden Mädels strahlen: "Man kann prima in niedrigen Drehzahlen cruisen. Das geht mit der Honda oder der Kawasaki nicht so gut", sagt Yvonne. Auch die Bremsen mit ihrem ABS überzeugen Anfängerinnen wie Tester: gut dosierbar, tadellose Wirkung.
Harley-Davidson Sportster 883 Iron
Die nächste im Test ist die Harley-Davidson Sportster 883 Iron: Trotz Drossel geht dem Motor nichts an seiner Faszination verloren. Motorradfahren ist das eine. Harleyfahren das andere. Yvonne fasst es so zusammen: "Die Handgriffe für Bremse und Kupplung sind für große Hände geformt, Gangwechsel erfordern viel Kraft und irgendwie sitzt man so komisch - als wenn man nicht zum Motorrad gehört."
Das Sitzen ist in der Tat eine Lieb-mich-oder-hass-mich-Haltung: Der Sattel weit hinten, die Fußrasten hoch und für einen Cruiser viel zu weit hinten - das muss man mögen. Dazu gesellen sich eine völlig unterdämpfte Gabel und stumpfe Bremsen mit vergleichsweise wenig Wirkung. Das Gefühl fürs Vorderrad geht fast verloren. Auch ans träge Lenkverhalten muss man sich gewöhnen. So kommt es, dass die Iron als einzige Maschine des Vergleichs unsere beiden Mädels in zwei Lager teilt: Melanie würde die 883 nie fahren: "Die Iron ist schon im Stand undynamisch und wirkt altbacken. Außer dem Sound und der automatischen Blinkerrückstellung kann mich an dem Bike nichts begeistern." Yvonne hingegen ist fasziniert: "Die 883 überrascht. Bis auf die Tatsache, dass ich meine langen Beine nicht gescheit unterkriege, finde ich die Maschine trotz ihrer Mängel toll. Vibrationen, Sound, Optik und ein starker Charakter - Harleyfahren ist aufregend."
Der luftgekühlte V2 hängt superweich am Gas, läuft sehr weich, dreht jedoch extrem phlegmatisch. Die Drosselung ist gelungen, wenngleich sich die Motorpotenz nach dem Entdrosseln auf 53 PS nur geringfügig verbessert.
Kleine Fahrer kommen wegen des tiefen Schwerpunkts und der niedrigen Sitzhöhe trotz des Gewichts von 261 Kilogramm zurecht. Lediglich beim Rangieren fällt die Masse unangenehm auf. Der Erlebniswert ist hoch. Doch er generiert sich nicht aus Sportlichkeit. „Ich bin begeistert und überrascht, wie viel Spaß Langsamkeit macht“, sagt Yvonne.
Honda CBF 600
Als nächstes ist die Honda CBF 600 an der Reihe. Sie besticht vor allem durch eine gute Sitzposition und super Bremsen. Erst der Mensch, dann die Maschine - so lautete das Credo des Firmengründers Soichiro Honda. Unsere beiden Mädels bestätigen diese Philosophie mit ihren eigenen Worten: "Einfacher kann ein Motorrad kaum fahren", meint Yvonne. "Kuppeln ist so leichtgängig, das Schalten so super einfach, und die Bremsen verzögern spitze." Honda verbaut hier ein teilintegrales, ABS unterstütztes Bremssystem, das sowohl in Wirkung als auch narrensicherer Bedienbarkeit um Welten besser funktioniert als beispielsweise die mauen Stopper der Harley.
Melanie, die in ihrer Freizeit viel Rennrad fährt, meint: "Das ist wie Radfahren, nur die Beine werden weiter gespreizt." Und die 223 Kilogramm kaschiert die Honda anscheinend gut, denn Yvonne urteilt: "Ein ungemein sympathisches Motorrad, auch vom Gewicht her sehr angenehm."
Ganz begeistert sind die zwei vom Lenkverhalten: "Zielgenau, leicht und planbar" sei die CBF, freut sich Melanie, meint im Gegenzug jedoch: "Die Honda ist in allen Bereichen rundherum gelungen. Auch das Fahrwerk ist super. Aber irgendwie ist sie wie ein ereignisloses Fahrzeug, so langweilig..."
Der Vierzylinder läuft zwar sahnig-seidig und hängt auch prima am Gas, doch die 34 PS aus 600 Kubik fühlen sich so an, als würde man permanent heftigen Gegenwind haben. Das bestätigt die Durchzugsmessung: Von 100 bis 140 km/h braucht die CBF 33,9 Sekunden - rote Laterne im Vergleich. "Dafür klingt sie super", findet Melanie. "Und sie sieht durch viele nette Details wertig aus", fügt Yvonne hinzu.
Kawasaki Ninja 250 R
Und nun, die Kawasaki Ninja 250 R: Sie hat ein tolles Handling, dafür muss der kleine Motor ordentlich drehen, um vorwärts zu kommen. Kreischende Drehzahlen bis 13000/min, freundliche 172 Kilogramm vollgetankt, niedliche 765 Millimeter Sitzhöhe, schlanke, handliche Bereifung - die kleine Ninja wirkt zwischen den anderen Bikes wie ein Spielzeug. Sie ist die einzige nicht gedrosselte Maschine dieses Vergleichs.
"Wenn man von der Bandit, Harley oder BMW auf die kleine Grüne umsteigt, glaubt man zuerst, der Motor sei defekt", sagt Yvonne, die sich anfangs schwer tat, dem quirligen Zweizylinder etwas abzugewinnen. Denn wer mit der Ninja zügig vorwärts kommen will, muss den Motor drehen, um seine Leistung einzufordern. Melanie hingegen ist sofort in die Grüne verliebt: "Die 250er fährt sich spielerisch leicht. Kaum zu glauben, dass sie über drei Zentner wiegt."
Die Liebe geht sogar noch weiter: "Super Sicht in den Spiegeln, perfekte Sitzposition für mich", sagt Melanie. Dass die Kleine für zügiges Vorwärtskommen stetes Gängewechseln verlangt, stört sie überhaupt nicht. "Die Kupplung ist sehr leichtgängig, und das viele Schalten macht sogar Spaß, man fühlt sich sportlich", sagt sie. Die notwendigen hohen Drehzahlen unterstreichen diese Sportlichkeit noch.
Der Motor wirkt durch das breite Drehzahlband lebendig und nicht so phlegmatisch und zugeschnürt wie beispielsweise der Harley-V2 oder der Suzuki-Vierzylinder. Und es ist trotz Hubraumdefizit auch so: Im direkten Vergleich glänzt die Kawa durch ihr Leistungsgewicht von nur 5,2 Kilogramm/PS mit den besten Beschleunigungs- und Durchzugswerten. Bei Bremsungen sind die beiden Mädels vorsichtig: "Kein ABS; und die Bremsen greifen sofort - da fährt die Vorsicht mit", sagt Yvonne, die das recht unsensibel arbeitende Fahrwerk noch völlig okay findet. Grundsätzlich sei die Kawa das beste Einsteigerbike, finden die Mädels. Durch das lässige Handling und zielsichere Lenken kommen selbst absolut Unerfahrene gleich mit ihr zurecht.
Suzuki Bandit 1250
Zu guter Letzt fehlt nur noch die Suzuki Bandit 1250. Ihre Anschaffung lohnt sich vor allem, wenn man auf ihr nach Ablauf der 34-Begrenzung offen fahren will. Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, oder? Die Bandit hat im Vergleich zur Kawa den fünffachen Hubraum. Auch mit 85 Newtonmetern Drehmoment bei 2000/min presst die Suzuki im Vergleich zur Kawa fast acht Mal so viel Druck ans Hinterrad. Es nützt alles nichts. Denn die Kraft kommt wie ein Dammbruch - je höher der dicke Vierzylinder dreht, desto schlapper fühlt er sich an.
"Mehr als bei den anderen Maschinen spürt man, dass dieser Motor irgendwie zugestopft wurde", sagt Yvonne. In der Tat: Von null bis 100 km/h vergehen 9,5 Sekunden - nur die Harley ist mit 10,3 Sekunden noch lahmer. Dafür glänzt die Suzuki mit dem besten Durchzug. Trotzdem: Die Drosselung durch Gaswegbegrenzung, wobei der Gasgriff nur noch ein Drittel seines Weges gedreht werden kann, ist gewöhnungsbedürftig und wirkt im Vergleich zur Konkurrenz nur bedingt gelungen.
Aber auch sonst sind die Mädels nicht begeistert, denn als Einsteigerbike ist die dicke Bandit weniger geeignet: "Man sitzt drauf und spürt sofort, dass die Maschine unglaublich schwer ist", sagt Melanie. Die 1250er wiegt mit 253 Kilogramm zwar acht Kilogramm weniger als die Harley, doch der Schwerpunkt ist viel höher. Gefühlsmäßig wird die schwerere Harley durch den niedrigeren Schwerpunkt und die geringere Sitzhöhe leichter empfunden. "Mich stört die schwergängige Kupplung", meint Yvonne. Mit den recht erwachsenen Ausmaßen der 1250er hat die 1,78 Meter große Schwäbin weniger Probleme: "Die Suzuki gibt mir das Gefühl, Motorrad zu fahren, sie ist sehr erwachsen. Bei der Kawa ist es eher Fahrradfahren."
Grundsätzlich lenkt sich die Bandit aufgrund des Gewichts und der größeren Reifendimensionen träge und fährt nicht so agil und leichtfüßig wie die Kawa, Honda oder BMW. Ansonsten überzeugt sie mit einer gelungen Fahrwerksabstimmung und guten Bremsen.
Drosselung und Kosten
So kann die BMW F 650 GS ab Werk ohne Aufpreis in der 34-PS-Variante bestellt werden. Die Drosselung erfolgt hier über Drosselklappenstutzen mit geringerem Durchlass plus Kleinteile wie Gaszug, Gaszughalter und ein paar Schrauben. Im Fall der BMW kostet die Öffnung auf 71 PS beim Händler rund 200 Euro plus TÜV-Eintrag (rund 30 Euro).
Harley-Davidson geht mit der Drosselung einen anderen Weg. Das Motorrad ist nicht ab Werk mit 34 PS lieferbar, sondern muss vom Händler umgebaut werden. Dies geschieht über eine einlassseitige Querschnittsverengung plus einer Software-Anpassung. Die Kosten belaufen sich auf rund 300 Euro inklusive TÜV-Eintrag und müssen zum Listenpreis addiert werden. Das Öffnen auf 53 PS muss mit rund 250 Euro veranschlagt werden, wobei die Lohnkosten schwanken und sich stark nach dem Werkstatt-Stundensatz richten.
Genau wie BMW bietet auch Honda die CBF 600 ab Werk mit 34 PS ohne Aufpreis an. Für die Entdrosselung auf 78 PS müssen allerdings 500 Euro (Material, TÜV, Lohn) veranschlagt werden, denn hierfür wird das Motorsteuergerät plus Ansaugstutzen getauscht. Eine günstigere Version für die CBF hat Alphatechnik (Telefon 08036/300720) im Programm: Gegen 105 Euro (plus 30 Euro für die Eintragung in die Fahrzeugpapiere) erhält man einen so genannten Gaswegbegrenzer mit TÜV-Gutachten. Einbaukosten: rund 80 Euro.
Mit solch einem Gaswegbegrenzer von Alphatechnik ist das größte, und mit offen 98 PS stärkste Bike des Vergleichs, die Suzuki Bandit 1250, dabei. Die Kosten sind identisch: 105 Euro für Teile und Gutachten, 80 Euro für Ein- oder Ausbau.
Kawasakis Ninja 250 R ist die einzige Maschine dieses Vergleichs mit ungedrosseltem Motor. Der wassergekühlte Zweizylinder-Motor leistet maximal 33 PS.
Die Führerscheinklassen im Überblick
Für die vielen unterschiedlichen Fahrzeugtypen, LKW, PKW, KRAD gibt es in Deutschland unterschiedliche Führerscheinklassen. Gerade beim KRAD hat sich der Gesetzgeber jedoch eine Besonderheit einfallen lassen. Diese Unterscheidung führt oft zu Verwirrungen und Missverständnissen.
Klasse A beschränkt
Dies ist auch der Normalfall, wer den Führerschein der Klasse A mit 18 erwirbt, der muss die nächsten 2 Jahre seine Maschine auf 34 PS drosseln lassen. Nur am Rande sei erwähnt, dass nach Ablauf der 2 Jahres Frist offen gefahren werden darf. Eines weiteren Verwaltungsakts, also der Übergabe des Führerscheins der Klasse A unbeschränkt bedarf es nicht mehr.
„Abweichend von Satz 1 können Bewerber, die das 25. Das heißt, wer erst mit 25 den Führerschein macht, der darf gleich offen fahren.
Die neue Führerschein-Richtlinie 2006/126/EG
Aufgrund der Vorgaben der Führerschein-Richtlinie 2006/126/EG musste die Neuregelung der Fahrerlaubnisklassen bis zum 19.01.2011in nationales Recht umgesetzt werden. Dies ist mit der 6. Klasse A1: Die für 16- und 17-jährige Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h entfällt. Gleichzeitig wird die Definition der Klasse ergänzt. Wie bisher fallen in diese Klasse alle Krafträder mit einem Hubraum von bis zu 125 cm³ und eine Motorleistung von nicht mehr als 11 kW. Ausdrücklich neu geregelt ist, dass das Verhältnis von Leistung/Gewicht von höchstens 0,1 kW/kg nicht überstiegen werden darf.
Wer die Fahrerlaubnis der Klasse A1 erworben hat, kann nach 2 Jahren in die Fahrerlaubnisklasse A2 ohne weitere Theorieprüfung aufsteigen. Es ist in diesem Fall nur eine praktische Prüfung zu absolvieren.
Klasse AM
Es wird eine neue Klasse AM für Kleinkrafträder eingeführt, die die bisherigen Klassen M und S ersetzen wird. Diese umfasst alle zwei- und dreirädrige Kleinkrafträder und vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge mit einem Hubraum von bis zu 50ccm bzw. einer Leistung von 4 kW bei Elektromotoren und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h.
Gültigkeit der Führerscheine
Für alle ab dem 19.01.2013 erworbenen Führerscheine gilt eine Frist von höchstens 15 Jahre. Die Führerscheine werden nicht mehr wie bisher ohne Frist ausgestellt. Nach Ablauf der Frist ist der Führerschein durch die Behörde umzutauschen. Eine ärztlichen oder sonstigen Untersuchung oder Prüfung ist (noch) keine Voraussetzung des Umtauschs.
Eingeschlossene Klassen
- Von der Klasse A sind die Klassen AM, A1 und A2 umfasst.
- Von der Klasse A2 sind die Klassen A1 und AM umfasst.
- Von der Klasse A1 ist die Klasse AM umfasst.
- Die Klasse B (PKW) umfasst die Klassen AM und L (landwirtschaftl.
Der alte 1a-Führerschein
Der Führerschein der Klasse 1a ermöglichte vielen jungen Fahrern den Einstieg in die Welt der Kfz. Durch die Reform der Führerscheinklassen 1999 wurde der 1a-Führerschein abgeschafft. Für Besitzern der alten Klassen ändert sich erst einmal wenig, denn die „Lappen“ behalten auch weiterhin ihre Gültigkeit.
Diese Fahrerlaubnisklasse erlaubt das Führen von Motorrädern, die über maximal 25 Kilowatt verfügen. Zudem darf das Verhältnis zwischen Leistung und Leergewicht höchstens 0,16 Kilowatt betragen.
Ja, wer mindestens zwei Jahre im Besitz der Klasse 1a war und eine Fahrpraxis von mindestens 4.000 km nachwies, konnte auf die Klasse 1 aufstocken. Die Führerscheinklasse 1a umfasst die Krafträder der Klasse 1.
Wurde der Führerschein der Klasse 1a vor dem 1. Januar 1989 erworben, enthält er durch die Schlüsselzahl 175 eine Erweiterung. Dadurch ist es erlaubt mit der Führerscheinklasse 1a auch landwirtschaftliche Kraftfahrzeuge zu fahren. Allerdings dürfen diese aufgrund ihrer Bauart nicht schneller als 25 km/h fahren.
Durch die Neuregelung der Führerscheinklassen 2013 wurden die bestehenden sieben Klassen durch 16 ersetzt.
Fahrer, die bereits vor 1989 Inhaber des 1a-Führerscheins waren, sind zusätzlich dazu im Besitz der Schlüsselzahl 175 und dürfen deshalb neben dem Motorrad auch noch landwirtschaftliche Kfz fahren, zu deren Merkmalen ein Hubraum von maximal 50 ccm und eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h zählen.
Neues Fahrerlaubnisrecht
Nach neuem Fahrerlaubnisrecht ist aber alles in der FS-Klasse A zusammengefasst. Diese berechtigt aber bis zu zwei Jahren nach dem Fahrerlaubnisklassenerwerb nur zum Fahren von Krädern mit Leistungsbeschränkung der alten Klasse 1a. Nach Ablauf der 2 Jahren fällt die Leistungsbeschränkung ohne weiteres Zutun weg.
Der Stufenführerschein in unserer Form dürfte aber typisch deutsch sein. Grundsätzlich erkennen eigentlich fast alle Staaten ausländische Fahrerlaubnisse genau in dem Umfang an, in dem sie im jeweiligen Heimatland auch gelten würden (vorbehaltlich evtl. notwendiger Übersetzungen oder dgl.).
Der A2-Führerschein
Wer das 18. Lebensjahr vollendet hat und mobil sein möchte, kann zwischen der Auto-Führerscheinklasse B oder der Klasse A2 für Motorräder wählen. Eine Neuerung in puncto Motorradführerschein bildet der A2-Führerschein. Die Klasse A2 definiert Motorräder mit einer Leistung bis zu 48 PS (35 kW). Bei auf diese Leistung gedrosselten Maschinen darf die ursprüngliche Leistung nicht mehr als 70 kW betragen.
Der Motorradführerschein A2 ist unter Umständen eine günstige Methode, um zukünftig unbegrenzte Motorräder fahren zu können. Das Mindestalter für A2 beträgt 18 Jahre.
Was darf ich mit der Klasse A2 fahren?
Die Klasse A2 berechtigt zum Führen von Motorrädern mit einer Motorleistung von maximal 35 kW. Zudem darf das Verhältnis Leistung/Gewicht nicht mehr als 0,2 kW/kg betragen.
Welche Klassen sind beim A2-Führerschein eingeschlossen?
Besitzer der Klasse A2 dürfen auch Krafträder fahren, die unter die Klassen A1 und AM fallen.
Voraussetzungen für den A2-Führerschein
- Sehtest
- Erste-Hilfe-Kurs
- Antrag auf Erteilung der Fahrerlaubnis
Prüfungen und Ausbildung
- Theorie (16 Doppelstunden à 90 Minuten)
- Praxis (12 Sonderfahrten à 45 Minuten)
Wer seinen Führerschein von A2 zu A erweitern möchte, kann genauso nach mindestens zwei Jahren eine Praxisprüfung bei der Fahrschule absolvieren. Dabei steht es jedem Fahrer frei, Übungsstunden zu nehmen.
Um den A2-Führerschein zu erwerben, ist kein Vorbesitz einer anderen Klasse wie beispielsweise B für ein Auto nötig. Das Mindestalter für den Direkteinstieg beträgt 18 Jahre.
Wer nach zweijährigem Vorbesitz von A1 zu A2 erweitern möchte, benötigt keine praktische Ausbildung.
Insgesamt 6 Grundaufgaben sind in der Prüfung zu absolvieren. Die Prüfdauer beträgt 60 Minuten bei einem direkten Einstieg in die Führerscheinklasse A2. Wer aufsteigt, benötigt lediglich 40 Minuten. Die reine Fahrtzeit beträgt bei beiden Wegen 25 Minuten.
Kosten des A2-Führerscheins
Natürlich müssen Kosten für den Führerschein A2 einberechnet werden, die noch vor der Fahrschule entstehen. Die Fahrschule erhebt meist eine Anmeldegebühr, welche etwa zwischen 60 und 200 Euro liegt. Die Übungsmaterialien kosten für den A2-Führerschein etwa 20 bis 30 Euro. Einige Fahrschulen sind jedoch schon auf digitale Übungen umgestiegen, sodass diese Kosten entfallen können. Eine Übungsfahrt in der Fahrschule beträgt etwa 30 bis 45 Euro. Die Sonderfahrten sind jedoch teurer und belaufen sich auf 40 bis 60 Euro.
Der Motorradführerschein A2 verursacht auch Kosten, die bei den Prüfungen anfallen. Außerdem erhebt die Fahrerlaubnisbehörde eine einmalige Gebühr für die Ausstellung des Führerscheins, welche zwischen 30 und 50 Euro beträgt.
Laut einer neuen EU-Richtlinie müssen alle Führerscheine, welche vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurden, bis zum 19. Januar 2033 erneuert werden. Dabei bedarf es lediglich eines neuen Passbilds und einer Verwaltungsgebühr. Alle neuen EU-Führerscheine müssen alle 15 Jahre ausgewechselt werden.
Die Klasse A2 im Vergleich
Die Klasse A2 ist vergleichbar mit dem vormals beschränkten Motorradführerschein. Die Leistung wurde allerdings nochmals von 34 PS auf 48 PS angehoben. Damit ist nicht nur Fahrspaß und Dynamik garantiert, sondern auch die Gewissheit, dass die Wartezeit auf den unbeschränkten Führerschein kurz gehalten wird. Ein Motorrad mit 48 PS hat bereits eine erhebliche Leistungsfähigkeit.
Die Klasse A2 ist ab 18 direkt zu erwerben. Solltest Du bereits im Besitz der Klasse A1 sein, ist für den Erwerb der Klasse A2 lediglich eine Aufstiegsprüfung zu absolvieren.
Kostenübersicht Motorradführerscheine
Die Kosten für den Motorradführerschein variieren von Fahrschüler zu Fahrschüler. Vor allem die Anzahl der praktischen Fahrstunden wirkt sich auf die Höhe der Führerscheinkosten aus.
| Führerscheinklasse | Kosten (ca.) |
|---|---|
| Mofa-Prüfbescheinigung | ca. 100 € |
| Führerscheinklasse AM | mind. 700 € |
| Führerscheinklasse A1 | ca. 1.200 € |
| Führerscheinklasse A2 | ca. 1.500 € |
| Führerscheinklasse A | ca. 1.800 € |
Die Kosten variieren je nach Gemeinde, Fahrschule und Anzahl der Übungsfahrten. Haben Sie bereits einen Pkw-Führerschein und möchten noch den Motorradführerschein machen, können Sie einen Teil der Kosten sparen.
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