80 ccm Motorrad Höchstgeschwindigkeit: Eine detaillierte Betrachtung

Der Pkw ist zwar das beliebteste, aber längst nicht das einzige Kraftfahrzeug. Auch Mopeds, Roller und Mofas, die zu den Kleinkrafträdern oder Leichtkrafträdern gehören, haben in den vergangenen Jahren beachtlich an Aufmerksamkeit gewonnen.

So gehören Roller, Mopeds und Mofas zu den Kleinkrafträdern, die sich von Leichtkrafträdern mit den genannten Leistungsbeschränkungen unterscheiden. Kleinkrafträder sind besonders bei Jugendlichen sehr beliebt, da sie bereits ab 15 bzw. 16 Jahren mit einer entsprechenden Fahrerlaubnis (Klasse AM oder eine weiterführende Klasse) gefahren werden dürfen. Die früheren Führerscheinklassen M und 5 berechtigen ebenfalls zum Führen eines Kleinkraftrads. Zudem sind sie nicht Kfz-steuerpflichtig. Das bedeutet, Sie müssen Ihr Gefährt nicht erst bei der Zulassungsstelle oder über einen Zulassungsdienst anmelden.

Die Einführung der 80ccm Klasse

1981 führte der Gesetzgeber die neue Klasse der Leichtkrafträder mit 80ccm ein und besiegelte damit das Ende der hochdrehenden und lauten 50ccm Kleinkrafträder.

Die ungedrosselten Kleinkrafträder hatten durch das Wettrüsten der Hersteller und die nahezu ungehemmten "Tuning"möglichkeiten mit dem ursprünglichen Mopedgedanken nicht mehr viel zu tun.

Aus den ehemaligen Mopeds mit 50 ccm Hubraum waren ausgewachsene Motorräder mit Literleistungen von über 140 PS geworden, Drehzahlen in fünfstelligen Bereich und Geschwindigkeiten an die 100 Km/h waren die Regel, nicht die Ausnahme.

Im Jahre 1980 war statistisch jeder dritte Kleinkraftradpilot in einen Unfall verwickelt, daher explodierten die Versicherungsbeiträge in Unermessliche.

Die neuen Leichtkrafträder durften daher max. 80ccm haben und mussten Ihre Höchstleistung bei max 6.000 u/min abgeben, die Höchstgeschwindigkeit war auf 80 Km/h begrenzt. Hier mussten die Hersteller durch verschiedene Maßnahmen einer Manipulation vorgreifen.

Dafür wurden die Leichtkrafträder zunächst in die Versicherungsklasse der 10 PS Motorräder eingestuft, womit sich die Prämien auf ca. 1/10 der 50 er beliefen.

Leider blieb dies nicht lange so, denn die Entwicklung der Unfallzahlen verlief anschliessend genau so steil wie bei den schnellen 50ern. Da half auch nicht, dass zum Fahren der 80er die gleichfalls neu geschaffene Führerscheinklasse 1b notwendig war. Diese musste in der Fahrschule erworben werden, incl. theoretischem Unterricht und Fahrstunden und anschliessender Führerscheinprüfung.

Trotzdem war die neue Klasse der 80er vom Start weg erfolgreich. Allein 1981 wurden rund 100.000 Leichtkrafträder in Deutschland neu zugelassen, 1982 waren es sogar 135.00 Neuzulassungen. Auch bedingt durch die genauso explodierenden Versicherungsprämien sank die Anzahl über 37.00 Einheiten im Jahre 1985 bis auf 9.000 Stück im Jahre 1988.

Marktanteile und Modellpolitik

Hatten die großen Japaner bislang den Markt der Kleinkrafträder nur halbherzig, bzw. gar nicht bearbeitet, sah man hier nunmehr einen riesigen Markt.

Auf Anhieb kamen die Honda, Yamaha, Suzuki und Kawasaki auf einen Marktanteil von zusammen gut 60%. Diesen bauten die vier Japaner bis 1984 auf 85% aus!

Halbwegs erfolgreich stemmte sich von den etablierten deutschen Herstellern lediglich Zündapp mit einem Marktanteil von 13% dagegen, Hercules erreichte noch nicht eimal zweistellige Prozentzahlen und bei Kreidler jubelte man über jede verkaufte Maschine.

Gründe hierfür war eine im Grunde genommen vollkommen verfehlte Modellpolitik, mangelnde Innovationen und preislich nicht wettbewerbsfähige Produkte.

So rief z.B. der meistverkaufte deutsche Hersteller, Zündapp, für das Standardmodell KS 80 schlappe 4.230,- DM auf- fast das doppelte gegenüber dem billigsten Honda-Modell.

Ähnlich gelagert war die Kalkulation bei Hercules in Nürnberg oder auch dem ehemaligen Platzhirschen Kreidler.

Die Preisgestaltung bereitete anfangs weder in München, noch in Nürnberg oder Kornwestheim Kopfzerbrechen. Die anfänglichen Zulassungszahlen liessen auf auf eine weiterhin treue Käuferschicht schliessen.

Das Ende der Ära

Speziell die deutsche Industrie glaubte Anfangs, mit der neugeschaffenen Klasse der 80er Leichtkrafträder neue Kundengruppen erschliessen zu können. Woher die Hersteller diesen Optimismus nahmen, bleibt wohl auf ewig deren Geheimnis.

Die geburtenstarken Jahrgänge entwuchsen der 80er-Klasse, deutsche Hersteller hatten anschliessend nichts im Programm, zudem erreichten die Versicherungsbeiträge binnen von vier Jahren das Niveau der ehemaligen Kleinkrafträder.

Der deutsche Gesamtmarkt für Mofas/Mokicks/Klein-Leichtkrafträdern war 1986 auf knapp 10 % (!) des Boomjahres 1977 zusammen geschrumpft- das bedeutet, dass in einem Zeitraum von nicht einmal zehn Jahren der Markt um 90% eingebrochen war.

Die Gesamtabsatzzahlen 1986 entsprachen gut einem Viertel des gesamten Zündapp-Produktionskapazität von 1977!

Was nicht ohne Folgen blieb. Kreidler ging im April 1982 in Konkurs, 1983 meldete der größte französische Hersteller, Motobécane, Vergleich an.

Zündapp war im August 1984 am Ende, Rixe im Januar 1985 und Puch mußte sich 1987 von der verlustbringenden Zweiradsparte trennen.

Auch Hercules fuhr massive Verluste ein, die jedoch durch die finanzstarke Sachs-Mutter aufgefangen wurden. Trotzdem stellte man auch hier 1986 die Fertigung von Leichtkrafträdern ein. Somit war keine 80er aus deutscher Produktion mehr erhältlich.

Die Ära der 80er endete 1997, seitdem dürfen Jugendliche mit 16 Jahren eine 125er pilotieren, mittlerweile sogar mit 15 PS, was durchaus für Geschwindigkeiten jenseits der 120 km/h ausreicht.

Aber zu dem Zeitpunkt waren ehemals klangvolle Namen wie Kreidler, Zündapp, Rixe, Puch & Co. aus dem Markt verschwunden.

Zündapp KS 80: Ein Klassenprimus

Mit Qualität und Verarbeitung auf höchstem Niveau war die Zündapp KS 80 der Klassenprimus bei den Leichtkrafträdern - allerdings auch beim Preis.

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollte mit den neuen 80er-Leichtkrafträdern alles besser werden: 80 Kubikzentimeter Hubraum, maximal 80 km/h und die Höchstleistung musste bei 6000 Touren erreicht werden. Dazu eine Fahrausbildung mit praktischer Prüfung, die gab es in der alten, geschwindigkeitsunbegrenzten 50er-Klasse noch nicht.

Schon 1982 ist er Zündapps KS 80 verfallen, da war er 16. Es war sein Traummoped, und deutsche Qualität galt halt was in der Clique. Bei den Japanern waren er und seine Kumpels noch skeptisch gewesen, obwohl sich bald schon herausstellte, dass die Fernost-80er technisch nicht schlechter waren.

Dabei ging es um „Maßnahmen zur Absenkung des Geräusches von Kleinkrafträdern und Verminderung der subjektiven Lästigkeit“; so war der Münchner Hersteller in die Entwicklung dieser neuen Klasse direkt miteinbezogen. Auch andere deutsche Firmen wussten frühzeitig von der Einführung der neuen Klasse, und es war auch kein Geheimnis, dass den japanischen Marken das Leben schwer gemacht werden sollte.

Ihr Rahmen ist so stabil ausgelegt, dass er satte 300 Kilogramm Gesamtgewicht verträgt - bei einem Leergewicht von 105 Kilogramm. Der Motor leistet 8,3 PS bei 6000 Umdrehungen und kennt dank Wasserkühlung keine Temperaturprobleme. Die vielkritisierte Ziehkeilschaltung der alten 50er wich einem klauengeschalteten Getriebe.

Zündapp fertigte das Meiste selbst, aber auch bei den Zulieferteilen - etwa der Gabel von Marzocchi oder der Grimeca-Scheibenbremse - stand Qualität ganz oben. Dass der Rotstift auch bei den Münchnern ein Thema war, zeigt sich am ehesten an den billig wirkenden VDO-Uhren und der spartanischen Sechs-Volt-Elektrik.

Dennoch kostete 1981 die KS 80 stolze 4150 Mark, das überstieg das Budget eines Großteils der jugendlichen Zielgruppe.

Für das Geld gab es bei den Japanern bereits richtige Motorräder. Dennoch: Im ersten Verkaufsjahr 1981 lief das Geschäft mit den 80ern richtig gut.

Die enorm gestiegenen Betriebskosten zwangen die Leichtkrafträder langsam ins zulassungsstatistische Abseits, aber Bissinger hielt seiner Zündapp die Treue.

Mittlerweile besitzt er einen Fuhrpark, der zur Ausstaffierung eines Museums locker reichen würde. Zündapp, Hercules, Kreidler, 50er und 80er, die meisten davon fabrikneu. „Die sind damals einfach bei den Händlern stehengeblieben“.

Auch unser Fotomodell, die orangene KS 80 von 1983, war so ein Dornröschen, der Motor hat noch nie Betriebsstoffe gesehen. Ein Sammler hatte Bissinger den Tipp gegeben, sie stand bei einem Händler im Bayrischen Wald. „Wenn man in den 90ern mal eine Maschine gefunden hatte, gab‘s meist noch eine Menge Ersatzteile und neue Schlachtmaschinen en bloc dazu.“

Diese Zündapp hatte noch nie Kontakt mit Benzin oder Öl.

Mittlerweile ist seine Kollektion auf 17 Exemplare angewachsen. Zwölf davon sind fabrikneu, die anderen mit Originalteilen aus alten Lagerbeständen restauriert.

Am faszinierendsten findet er ohnehin den absoluten Originalzustand seiner Maschinen. „Da sieht man ganz genau, wie das damals war, als die Mopeds vom Band gerollt sind, kleinere Schrammen vom Zusammenbau im Werk, aber auch Nachlässigkeiten oder Eigenheiten. Diese Authentizität im Detail kann man bei einer Restauration nicht wiederherstellen.“

Auch die orangene KS 80 bleibt auf jeden Fall authentisch, sie wird keine Straße unter die - natürlich - noch originalen Gummis nehmen. Sie ist eine Neumaschine. Und soll es bleiben.

Technische Daten der Zündapp KS 80

Sammler Rainer Bissinger auf seiner KS 80: Zum Traum von damals haben sich 16 weitere gesellt.

  • Motor: Flüssigkeitsgekühlter Einzylinder-Zweitaktmotor, Bohrung 46 mm, Hub 47 mm, 78,1 cm³, Gemischschmierung, 6,1kW (8,3 PS) bei 6000/min, 21-mm-Bing-Schiebervergaser, klauengeschaltetes Fünfganggetriebe, Kettenantrieb
  • Fahrwerk: Zentralrohrrahmen, Marzocchi-Gabel vorn, Zweiarmschwinge hinten, Einzelscheibenbremse vorn, Trommelbremse hinten, Trockengewicht 105 kg, Tankinhalt 13,5 l
  • Preis 1981: 4150 Mark

Versicherung und Höchstgeschwindigkeit

Es ist ein Leichtkraftrad/roller. Nicht mehr und nicht weniger.

Technisch unterscheiden sich die Fahrzeuge i.d.R. nur proforma, z.B. durch eine leicht abweichende Leistungsangabe o.ä.

Einige Fahrer haben Erfahrungen mit der Erhöhung der Höchstgeschwindigkeit gemacht:

Mein Anliegen dem TÜV Menschen erzählt, er das Moped im Sharan halb liegend angeschaut, er fand`s klasse, wie schnell es denn fahren würde, ich meinte schneller als 80km/h, er in die Papiere geschaut und mich dann gefragt, ob ich dies durch die Entfernung der Reduzierhülse im Krümmer erzielt habe, daraufhin eifrig genickt, dann wurden die Papiere geändert bzw. der TÜV Bogen mit der geänderten Höchstgeschwindigkeit durch Entfernung der Reduzierhülse ausgefüllt, später dann zum Straßenverkehrsamt, neue Papiere, günstige Versicherung, fertig.

Habe gerade mal einen Online-Rechner einer großen Versicherung ausrechnen lassen: 31,83 Euro im Jahr Haftpflicht für meine Region und Schadenfreiheit seit Ewigkeiten. Es wurde gar nicht nach der VMax gefragt, Hubraum 80 Kubik und Motorleistung mussten eingetragen werden.

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