Die 24 Zoller sind die Jugendräder schlechthin und stellen der Übergang vom Kinder- zum Erwachsenenrad dar. Dem entsprechend ändern sich auch die Ansprüche: Das Rad muss jetzt nicht mehr nur robust und sicher sein. Optik, Ausstattung und Material sind jetzt entscheidend. Es ist vor allem robust und sicher gebaut.
Wichtige Kriterien für die Auswahl des ersten Fahrrads
Wichtigste Kriterien für die ersten Fahrversuche auf dem Kinderfahrrad sind die körperlichen Voraussetzungen, also Größe und Beinlänge, sowie die motorischen Fähigkeiten Ihres Kindes. Das Alter ist insofern von nachrangiger Bedeutung, als dass es die individuellen Voraussetzungen für das Radfahren nur sehr grob widerspiegelt. Mitunter führt dies dann auch dazu, dass für Ihr später entwickeltes, aber schon großgewachsenes Kind ein Kinderfahrrad 16 Zoll oder sogar schon ein Kinderfahrrad 18 Zoll als erstes Einstiegsrad in Betracht kommen kann.
Entscheidend ist die Schrittlänge (Innenbeinlänge) Ihres Kindes. Sie beschreibt den Abstand zwischen Boden und Schritt (a), siehe Grafik links, und gibt Auskunft darüber, ob Ihr Kind bei niedrigst eingestellter, minimaler Sattelhöhe des Kinderfahrrades mit beiden Füßen noch gut den Boden (der Kontakt mit den Fußballen reicht aus!) erreichen kann. Die Körpergröße ihres Kindes (b) kann insofern nur eine Orientierungsgröße bei der Wahl eines geeigneten Kinderfahrrades sein. Zwar stehen bei "normal" entwickelten Kindern Körpergröße und Schrittlänge in einem festen bzw. engen Verhältnis, jedoch sollten Sie sich unbedingt die kurze Mühe machen und die Schrittlänge selbst messen.
So messen Sie die Schrittlänge richtig
- Um die Schrittlänge zu messen, benötigen Sie einen Zollstock und ein mittelgroßes Buch.
- Ihr Kind stellt sich nun ohne Schuhe, ohne Hose und ggf. auch ohne Windel mit dem Rücken an eine Wand.
- Richten Sie das Buch bzw. den Buchrücken nun senkrecht an der Wand zwischen den Beinen Ihres Kindes aus.
- Nun führen Sie es von unten vorsichtig, aber mit sanftem Druck nach oben in den Schritt.
- Messen Sie nun den Abstand zwischen Fußboden und Buchrücken bzw. Oberkante des Buches und Sie erhalten die Schrittlänge bzw.
Die nachfolgende Tabelle (Kinderfahrradgröße / Nutzungszeitraum in Relation zu den relevanten körperlichen Größen (Durchschnittswerte)) gibt Ihnen einen Überblick zur Größenorientierung.
Größentabelle für Kinderfahrräder
| Körpergröße | Fahrradgröße |
|---|---|
| ab 95 cm | 12 Zoll |
| ab 100 cm | 14 Zoll |
| ab 105 cm | 16 Zoll |
| ab 110 cm | 18 Zoll |
| ab 120 cm | 20 Zoll |
| ab 135 cm | 24 Zoll |
| ab 140 cm | 26 Zoll |
Sobald dein Kind diese Maße hat, kann es ein Kinderrad mit 24 Zoll fahren. Mit ca. 10 - 12 Jahren haben viele Kinder bereits eine Körpergröße 135 cm und eine Schrittlänge von 69 cm erreicht. Mit ca. 13-14 Jahren können viele Jugendliche ein 26 Zoll Rad fahren. Dieses eignet sich ab einer Körpergröße von ca. 140 cm und einer Schrittlänge von 77 - 80 cm.
Motorische Fähigkeiten und Gleichgewichtssinn
Ob die ersten Radfahrversuche schnell von Erfolg gekrönt sein werden, hängt stark vom motorischen Entwicklungsstand Ihres Kindes ab. Ist es bereits geübt im Laufrad- oder Rollerfahren und hat ein sicheres Körpergefühl, so wird Ihr Kind erfahrungsgemäß keine Probleme mit dem Umstieg auf das Kinderfahrrad haben: Das Gleichgewichtsgefühl ist meistens schon sehr gut entwickelt, lediglich das Anfahren und der Bewegungsablauf des Tretens muß noch geübt werden.
Wenn Ihr Kind noch keine oder nur wenig Erfahrungen mit dem Laufrad oder Roller sammeln konnte, können Sie für die ersten Versuche mit dem Fahrrad die Pedale demontieren (lassen). Das bedeutet nicht, daß Ihr Kind das Fahrradfahren nicht auch aus dem Stand bzw. direkt erlernen kann. Wahrscheinlich wird es aber schwieriger werden. Und die Gefahr, daß Sie als Eltern die nötige Geduld und Gelassenheit verlieren und Ihrem Kind die Lust vergeht, sollten Sie nicht unterschätzen. Ziel muß es sein, daß Ihr Kind seine ersten Erfahrungen mit dem Kinderfahrrad positiv und mit Freude und Leichtigkeit erinnert. Jeder mißglückte, wenn auch gut gemeinte Versuch Ihrem Kind das Radfahren beizubringen, wird die Enttäuschung verstärken und den Druck erhöhen.
Sicherheit geht vor
Nur wenn das Fahrrad einem Kind passt, kann es damit auch sicher fahren und Spaß haben. Deshalb sollte man die Suche nach der richtigen Kinderfahrrad-Größe ernst nehmen!
Wer gerade erst Fahrrad fahren lernt, sollte unbedingt im Sattel sitzend noch mit beiden kompletten Füßen auf dem Boden stehen können. Das gibt die nötige Sicherheit für den Anfang. Der Sattel muss dafür natürlich niedrig genug einstellbar sein. Sobald Ihr Kind aber einigermaßen souverän fahren kann, sollte der Sattel höher eingestellt werden: Gleichzeitiger Kontakt der Ballen beider Füße mit dem Boden reicht dann aus. Spätestens bei 26 Zoll - oft aber auch schon bei 24 Zoll sind Kinder bereits hinreichend gute Radfahrer geworden, um auf- und absteigen zu können wie ein Erwachsener: Sprich: Jetzt müssen nicht mehr beide Füße den Boden gleichzeitig erreichen können.
Und so ist die Frage, ob Ihr Kind noch vergleichsweise unsicher oder schon sehr souverän fährt auch bei der Auswahl der richtigen Fahrradgröße relevant: Ein sicherer Fahrer wird durchaus gut mit einem Fahrrad zurechtkommen, das einem noch unsicheren Kind gleicher Körpergröße noch Schwierigkeiten bereiten würde. Hier geht es allerdings nur um wenige Zentimeter. Mit der leider immer noch häufig zu hörenden Aussage "Da wächst sie/er schon noch rein." von Verkäuferseite hat das nichts zu tun. Die ist und bleibt falsch. Klar. Jedes Kinderfahrrad kann je nach Größe für ein bis zwei Jahre mit Ihrem Kind "mitwachsen". Die Sattelhöhe lässt sich bei jedem Fahrrad stufenlos verstellen. Ebenso kann der Lenker in der Regel ein paar Zentimeter höher gestellt werden.
Mädchen- vs. Jungenfahrrad
Es ist nicht einerlei, ob dein Kind auf einem Jungenfahrrad oder einem Mädchenfahrrad sitzt. Denn gerade jetzt, wo langsam die Pubertät einsetzt, entwickeln sich die Körper in ganz unterschiedliche Richtungen. So haben Mädchen beispielsweise einen kürzeren Oberkörper und kleinere Hände. Fahren Sie nun auf einem Jungenfahrrad, müssen sie ordentlich buckeln, um zum Lenker zu kommen.
Um den Ansprüchen der jungen Damen gerecht zu werden, hat Ghost eine eigene Mädchen-Reihe entwickelt: Das Ghost Lanao 24 Zoll. Diese Bikes haben u.a. einen kürzeren Radstand, ein eingeknicktes Oberrohr und an die weibliche Hand angepasste Griffe. So sitzen die Mädchen komfortabler, können leichter Auf- und Absteigen - auch mit Röcken oder Kleidern - und die Griffe passen perfekt zu ihren zarten Händen. Farblich muss es nicht zwingend rosa sein. Für richtig hippe Girls gibt es natürlich auch Bikes mit viel Blau.
Vor allem der Hersteller Cube bietet auch viele Modelle in der Jungenausführung. Von Blau über Grün, bis hin zu bunten Modellen gibt es die verschiedensten Farbvariationen, die allen sportlichen Jungs gewiss zusagen. Im speziellen Nasslackverfahren werden Logos und Schriftzüge von mehreren Schichten Lack geschützt und zudem an Gewicht gespart.
Bremsen: Handbremse statt Rücktritt
Bisher ist dein Sprössling wohl viel mit Rücktrittbremse gefahren. Doch mit dem Aufstieg vom Kinderfahrrad zum Jugendfahrrad ist es Zeit, auf Handbremsen umzusteigen. Dafür gibt es viele gute Gründe:
- ist auf den Punkt dosierbar
- macht eine spontane Notbremsung möglich
- kann mit einer Kettenschaltung kombiniert werden
- ermöglichen Rückwärtstreten - z.B. zum Positionieren des Fußes uvm.
Je mobiler und abenteuerlustiger die Jugendlichen werden, desto unpraktischer werden Rücktrittbremsen. Erste 24 Zoll Mountainbikes werden bereits mit Scheibenbremse angeboten.
Material: Alu empfohlen
Für ein 24 Zoll Mädchen- oder Jungenfahrrad empfehlen wir auf jeden Fall Alu. Stahl ist bei den Kleinsten sehr beliebt, es ist meist günstiger, robust, quasi unzerstörbar, aber auch schwer. Beim Jugendfahrrad setzen wir auf Alu. Denn diese Rahmen haben einige Vorteile. Jugendräder aus Carbon gibt es kaum. Sie sind schlichtweg zu teuer - und bieten im Jugendalter zu wenig Vorteile.
Schaltung: Nabenschaltung oder Kettenschaltung?
Nachdem dein Kind das Fahrradfahren mit einem kleineren Fahrrad gelernt hat, begleitet es das 24-Zoll-Kinderrad es nun auf weiteren Strecken. Daher finden sich an den Kinderrädern mit 24-Zoll-Rädern vermehrt die gleichen Schaltungen wie an Fahrrädern für Erwachsene. Weit verbreitet sind 3- beziehungsweise 7-Gang-Nabenschaltungen oder Kettenschaltungen mit bis zu 24 Gängen.
Um die Bedienung möglichst einfach zu gestalten, sollte bei einem Kinderrad mit Kettenschaltung auf einen Umwerfer verzichtet werden. Erfahrungsgemäß irritiert viele Kinder, genauso wie einige Erwachsene, die Tatsache, gleichzeitig vorne sowie hinten schalten zu können. Eine Nabenschaltung oder eine Kettenschaltung, die lediglich über ein Schaltwerk hinten verfügt, ist im Zweifel die bessere Wahl. Des Weiteren kommen Fahrräder mit Kettenschaltung auch immer ohne Rücktrittbremse aus, wodurch sich dein Kind an das Bremsen mit beiden Händen gewöhnen kann.
Sicherheitsaspekte im Straßenverkehr
Bevor Kinder aktiv mit dem Fahrrad am Straßenverkehr teilnehmen, sollten Eltern mit ihnen zunächst abseits von Gefahrensituationen das Radfahren üben. Kinder lernen frühestens mit acht Jahren, mögliche Gefahren im Straßenverkehr im Vorfeld zu erkennen. Erst dann können sie beim Fahrradfahren die Fahrtrichtung und das Umfeld gleichzeitig im Blick haben. Bei jüngeren Kindern ist das Seh- und Hörvermögen meist noch nicht vollständig entwickelt. Es fällt ihnen schwer, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Auch lassen sie sich leicht ablenken. Um mit dem Fahrrad sicher unterwegs zu sein, müssen Kinder diese Fähigkeiten erst Schritt für Schritt lernen.
Gelernte Verhaltensregeln sollten Eltern immer wieder in der Praxis überprüfen. Auch sollten sie ihr eigenes Verhalten im Straßenverkehr kontrollieren und gegebenenfalls anpassen, um ihren Kindern ein gutes Vorbild zu sein.
Checkliste für ein sicheres Kinderfahrrad
- Die richtige Größe hat ein Kinderfahrrad, wenn Ihr Kind aufrecht sitzend den Lenker bedienen kann und auf dem Sattel sitzend mit beiden Beinen bequem auf dem Boden stehen kann.
- Die richtige Reifengröße des Fahrrads sollten Sie deshalb beim Kauf eines Rads immer mit bedenken. Sie sollte sich stets an der Körpergröße des Kindes orientieren.
- gesicherte Schraubverbindungen
- Leuchtstreifen an den Reifen oder Speichenreflektoren
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