Dass ein Auto abgeschleppt werden muss, weil es sich aus eigener Kraft nicht mehr bewegen kann, ist zum Glück nicht der Normalfall. Wer jetzt die Kosten für den Abschleppdienst sparen möchte, sollte jedoch einiges beachten. In unserem Ratgeber haben wir die wichtigsten Tipps rund um das Abschleppen zusammengetragen.
Rechtliche Grundlagen und Vorschriften
Sollten Sie in die missliche Lage geraten, Ihr Auto abschleppen zu müssen, sollten Sie den Paragraphen 15a der StVO kennen. Dieser besagt, dass beim Abschleppen von Fahrzeugen die Autobahn bei der nächsten Ausfahrt verlassen werden muss. Entsprechend darf ein Abschlepp-Gespann natürlich auch nicht auf eine Autobahn auffahren. Beide Fahrzeuge müssen über eine eingeschaltete, funktionierende Warnblinkanlage verfügen. Ignorieren Sie diese Vorschriften, riskieren Sie Bußgelder und natürlich andere Verkehrsteilnehmer.
Abschleppen von Autos: Wichtige Hinweise
Beachten Sie auch, dass Fahrzeuge nur abgeschleppt werden dürfen, wenn technische Defekte vorliegen, die nicht an Ort und Stelle repariert werden können. Es empfiehlt sich grundsätzlich, zum Abschleppen eines Pkw eine Abschleppstange zu verwenden. Sie sorgt dafür, dass zwischen dem Zuggefährt und dem abzuschleppenden Fahrzeug der Abstand konstant bleibt. So kann der Hintermann nicht versehentlich auffahren, weil z.B. der Bremskraftverstärker als Unterstützung für die Bremsbetätigung ausfällt. Abschleppstangen bieten außerdem mehr Kontrolle über das Pannenauto bei Glätte. Besonders im Winter bei Schnee und Eis sind sie Abschleppseilen vorzuziehen.
Sollten Sie sich dennoch für ein Abschleppseil entscheiden, vielleicht weil sie leichter und günstiger sind, dann darf das Seil nicht länger als 5 m sein. Außerdem muss in der Mitte des Seils eine gut sichtbare, rote Warnflagge angebracht werden, die in der Regel Teil des Lieferumfangs ist. Als Alternative zum Abschleppseil empfehlen sich Abschleppstangen. Die zulässige Höchtsbelastung der Stange bzw.
Praktische Tipps für das Abschleppen
- Das Auto verfügt vorne und hinten über Abschleppösen, die eine zugfeste Verbindung zwischen beiden Karosserien zulassen. Keinesfalls sollten Sie ein Abschleppseil z.B.
- Da sowohl das Zugfahrzeug als auch der Pannenwagen mit eingeschalteter Warnblinkanlage fahren müssen, sind Richtungsänderungen mittels Handzeichen an andere Verkehrsteilnehmer zu kommunizieren. Dies geschieht am besten durch das linke Seitenfenster.
- Bis zu 50 km/h dürfen beim Abschleppen gefahren werden. Sicherer sind jedoch maximal 40 km/h. Dies ermöglicht dem Fahrer des Pannenautos, rechtzeitig zu reagieren und ein Auffahren zu vermeiden.
- Der Gesetzgeber sieht ein Mindestalter von 15 Jahren für das Fahren des Pannenautos vor. Auch ein Führerschein braucht man am Steuer des abgeschleppten Wagens nicht.
Während bei Schaltwagen das Getriebe und die Antriebsache durch Auskuppeln getrennt werden, können Automatik-Pkw auch in der Fahrstufe N nur begrenzt abgeschleppt werden. Verfügt das Modell nicht über die Möglichkeit, die Verbindung zwischen Getriebe und Antriebsache zu trennen, kommt es nämlich zur Wärmeentwicklung, die mit erheblichen Schäden einhergehen kann. Grund hierfür ist die mangelnde Schmierung mittels Getriebeöl bei ausgeschaltetem Motor. In der Betriebsanleitung finden Sie in der Regel einen entsprechenden Hinweis zur unbedenklichen Streckenlänge. Muss das Fahrzeug weiter verbracht werden, lassen Sie Ihren Automatikwagen lieber von einem Abschleppdienst abholen.
Auch bei hochmodernen Elektroautos ist ein Abschleppen nicht ohne weiteres möglich. Häufig wird über eine Achse Energie erzeugt, die den Akku überlädt, weil an anderer Stelle kein Strom verbraucht wird.
Besonderheiten beim Abschleppen von Motorrädern
Eine Panne kann auch mit dem Motorrad schneller passieren, als man glaubt. Es ist ein Szenario, das man Niemandem wünscht: Die herrliche Ausfahrt findet ihr verfrühtes Ende. Sei es durch einen technischen Defekt, wie eine Reifenpanne, oder einen Sturz - das Bike lässt sich nicht mehr aus eigener Kraft nach Hause oder zur nächsten Werkstatt bewegen. Doch darf ich einfach einen Freund anrufen, der mich per Seil oder Stange abschleppt? Hier gibt es von Land zu Land deutliche Unterschiede!
In Deutschland wird nicht lange diskutiert, denn Paragraf 15a der Straßenverkehrs-Ordnung spricht ein klares Machtwort: "Krafträder dürfen nicht abgeschleppt werden". Es benötigt immer einen Transporter, Anhänger oder ein ähnliches Kraftfahrzeug, auf, oder in dem das Motorrad fest und sicher verladen werden kann. Ob dafür ein Profi eines Automobil-Clubs, beziehungsweise einer Werkstatt, oder ein Freund mit einem privaten Fahrzeug herangezogen wird, spielt keine Rolle.
Die Schweiz sieht die Vorschriften lockerer, als es die deutschen Kollegen machen. Denn auch wenn der sichere Transport per Transporter empfohlen wird, ist das Abschleppen per Seil erlaubt. Schleppseile dürfen maximal acht Meter lang sein und müssen zur Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer mittig gekennzeichnet sein. Die Person, die sich auf dem abgeschleppten Motorrad befindet muss zu jedem Zeitpunkt das Seil lösen können, wenn es zu einer Gefahrensituation kommt.
Auch in Österreich ist das Abschleppen eines Motorrads per Stange oder Seil erlaubt. Natürlich scheint in einer Notsituation das Abschleppen per Seil als schnellste und kosteneffizienteste Lösung - solange es erlaubt ist. Doch in Wahrheit birgt diese Methode viele Risiken für den Piloten des Zugfahrzeuges, sowie für diejenige Person auf dem abgeschleppten Fahrzeug.
Will man auf Nummer sicher gehen, lässt man das Motorrad von Experten abschleppen, oder lädt es selbst in einen Transporter oder auf einen Anhänger auf.
Das Abschleppen auf der Autobahn
Ein Fahrzeug auf der Autobahn abzuschleppen ist wegen der hohen Fahrgeschwindigkeiten potenziell gefährlich. Am sichersten und bequemsten ist es, einen Abschleppdienst zu rufen. Wer ein Auto selbst abschleppen will, braucht technische Sachkenntnis, sonst können weitere Schäden am Auto entstehen. Außerdem sind eine Reihe von Vorschriften zu beachten. Sonst drohen Bußgelder.
Ihr Auto gibt mitten auf der Autobahn den Geist auf. Das ist ärgerlich - und gefährlich. Und nun? Darf man auf der Autobahn selbst abschleppen, wenn das Fahrzeug nicht mehr fährt?
In Fällen, wo das Abschleppen auf der Autobahn erlaubt ist (s. o.), kann dafür entweder ein Abschleppseil oder eine Abschleppstange verwendet werden. Mit der starren Abschleppstange ist es generell einfacher, ein Auto abzuschleppen. Das Abschleppseil ist dafür günstiger und leichter mitzuführen.
Wann ist das Abschleppen auf der Autobahn erlaubt?
- Ihr Auto hat einen gravierenden technischen Defekt (z. B. einen Motorschaden, Getriebeschaden, Batterieausfall, Probleme mit der Fahrzeugelektronik). Weiterfahren ist unmöglich. Auch die Pannenhilfe bekommt das Fahrzeug nicht wieder flott. Wichtig: Bei der nächsten Ausfahrt muss das Abschlepp-Gespann die Autobahn verlassen.
- Sie hatten auf der Autobahn einen Unfall. Ihr Fahrzeug wurde dabei beschädigt. Es ist unfahrbar und stellt eine potenzielle Gefahr für den fließenden Verkehr dar.
Nicht erlaubt: Ihr Fahrzeug hat keinen Treibstoff mehr und bleibt auf dem Standstreifen der Autobahn liegen. Auch das ist ärgerlich, aber kein Notfall. Darum ist das Abschleppen auf der Autobahn bei leerem Tank nicht erlaubt. Es reicht, wenn ein Pannenhelfer Ihnen Sprit zum Nachfüllen bringt.
Empfehlung: Ihr Auto macht auf der Autobahn seltsame Fahrgeräusche und der Wagen zieht zur Seite. Das sind Anzeichen für einen platten Reifen. Damit weiterzufahren ist gefährlich. Schalten Sie den Warnblinker ein, bremsen Sie vorsichtig ab und steuern Sie den Standstreifen an. Am besten rufen Sie den Abschleppdienst direkt. Reifenpannen auf der Autobahn sollten Sie immer von Profis beheben lassen. Insbesondere auf der Fahrbahnseite besteht ein sehr hohes Verletzungsrisiko durch vorbeifahrende Fahrzeuge.
Bis zur nächsten Ausfahrt und dann bis zur nächstgelegenen Werkstatt dürfen Sie sich bei Pannen auf der Autobahn auch von Privatpersonen abschleppen lassen. Dabei sind einige Voraussetzungen zu erfüllen wie gültige Zulassung, Versicherung und Führerschein. Besonders beim Abschleppen auf der Autobahn sind Sachkenntnis und Routine gefragt.
Besonderheiten bei verschiedenen Getriebearten
Ob und in welchem Umfang ein Fahrzeug abgeschleppt werden kann, hängt stark von der Art des Getriebes ab. Vorsicht ist insbesondere bei Automatikfahrzeugen geboten. Einige Automatikfahrzeuge verfügen jedoch über eine spezielle Funktion, mit der die Verbindung zwischen Antriebsachse und Getriebe gelöst werden kann.
Bei Elektrofahrzeugen hingegen ist ein Abschleppen in den meisten Fällen nicht möglich und sie sollten stattdessen aufgeladen werden. Der Grund dafür ist, dass durch die Bewegung einer Achse Energie im Elektromotor erzeugt werden kann.
Wenn Ihr Auto auf der Autobahn liegenbleibt und der Schaden nicht vor Ort zu beheben ist, dürfen Sie es privat abschleppen lassen - allerdings nur bis zur nächsten Ausfahrt und zur nächstgelegenen Werkstatt. Lädt ein Abschleppdienst das defekte Fahrzeug auf einen Anhänger, darf er weiter auf der Autobahn fahren.
Denken Sie auch daran, dass es gefährlich ist, sich auf der Autobahn außerhalb Ihres Autos zu bewegen.
Kosten für das Abschleppen
Was das Abschleppen von der Autobahn kostet, ist regional unterschiedlich. Neben der zu fahrenden Kilometerzahl spielt die Abschlepp-Methode eine Rolle. Größere Fahrzeuge wie Lkw oder Wohnmobile erfordern spezielles Know-how und Equipment. Nachts und am Wochenende fallen in der Regel Zuschläge an.
Ausrüstung und Sicherheitsvorkehrungen
Wenn Sie ein Auto selbst abschleppen wollen, brauchen Sie ein Abschleppseil oder eine Abschleppstange sowie etwas Rotes zum Kennzeichnen. Die Abschleppstange ist sicherer, aber auch sperriger und teurer als ein Abschleppseil.
Wenn Sie nach einem (Auffahr-)Unfall oder einer Panne Ihr Fahrzeug verlassen, ziehen Sie immer eine gut sichtbare Warnweste über.
Versicherungsschutz beim Abschleppen
Beim Abschleppen können leicht weitere Schäden entstehen. Einmal scharf gebremst und schon kracht das gezogene Fahrzeug auf das ziehende. Beim Abschleppen zahlt die Kfz-Versicherung gegenseitige Schäden häufig nicht. Es sei denn, es gab eine eindeutige Einwirkung von außen.
Für Schäden, die beim Abschleppen entstehen, haben Abschleppdienste in der Regel eine Extra-Versicherung. Die bezahlt solche Schäden zuverlässig - wenn auch diese selten auftreten.
Professionelles Abschleppen von Motorrädern
Ein Motorrad abschleppen und richtig sichern - wie funktioniert das wirklich optimal? Als Dienstleister in der Abschlepp-Branche zeigt sich eine große Herausforderung unter anderem dann, wenn es gilt, ein Motorrad abzuschleppen. Durch die spezielle Gewichtsverteilung und die Notwendigkeit, Balance zu halten, ist dies ein deutlich schwieriger als bei einem vierrädrigen Fahrzeug.
Methoden zum Abschleppen von Motorrädern
- Methode 1: Die Verwendung eines Pritschenschleppers Der Pritschenschlepper gilt als Methode mit dem geringsten Risiko, wenn du ein Motorrad abschleppen möchtest. Hierfür benötigst du einen Tieflader. Das Motorrad selbst kommt auf den Tieflader. Hier wird es mehrfach gesichert.
- Methode 2: Abschleppen mit einem Rad auf der Straße Die zweite Variante ist es, das Motorrad nicht komplett auf einen Anhänger zu laden, sondern lediglich mit einem Rad anzuheben. Steht dir kein Pritschenschlepper zur Verfügung, kann dies eine Alternative sein.
- Methode 3: Verwendung einer Abschleppvorrichtung Abschleppvorrichtungen für Zweiräder sind so konzipiert, dass du Methode 2 noch einfacher umsetzen kannst. Die Vorrichtung wird am Vorderrad der Maschine angebracht.
Vorbereitung der Maschine zum Abschleppen
Damit es beim Abschleppen nicht zu Problemen kommt, sind folgende Schritte in der Vorbereitung unverzichtbar:
- Entferne das Zubehör.
- Lass den Kraftstoff komplett ab.
- Klemm die Batterie ab.
Ist ein Motorrad nicht mehr fahrtüchtig und muss abgeschleppt werden, ist es immer die beste Wahl, hier einen professionellen Dienstleister zu beauftragen. Sorge dafür, dass deine potenziellen Kunden das auch wissen. Bietest du das Abschleppen von Motorrädern an, gehe im Marketing unbedingt darauf ein.
Durch einen professionellen Abschleppdienst ist ein Versicherungsschutz für die Maschine vorhanden. Das ist nicht der Fall, wenn das Motorrad privat abgeschleppt wird. Hier greift Paragraf 15a der Straßenverkehrsordnung. Dieser untersagt das Abschleppen von Krafträdern im Straßenverkehr.
Höchstgeschwindigkeit beim Abschleppen
Es gibt in Deutschland der StVO (Straßenverkehrs-Ordnung) keine gesetzlich vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit fürs Abschleppen. Der Automobilclub ADAC empfiehlt, nicht schneller als 50 km/h beim Abschleppvorgang zu fahren. Denn ohne Motor funktionieren beim Pannenfahrzeug auch die Getriebekühlung sowie die Lenkhilfe und die Bremshilfe nicht. In der Schweiz gibt es daher eine Höchstgeschwindigkeit beim Abschleppen von 40 km/h.
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