Absolute Black Kettenblatt Shimano Test: Erfahrungen eines Hobbyfahrers

Dieser Artikel basiert auf den persönlichen Erfahrungen eines Hobbyfahrers mit dem Absolute Black Kettenblatt in Kombination mit Shimano Schaltungen. Es handelt sich nicht um einen Labortest, sondern um einen Erfahrungsbericht über die Vorteile einer einfachen Schaltung am Mountainbike.

Umbau auf 1x10 Antrieb

Nach dem Umbau auf einen 1x10 Antrieb mit XT Komponenten ging es auf die ersten Touren. Der erste optische Eindruck war schon toll: eine fast leere linke Lenker Hälfte, nichts außer dem Griff und dem Bremshebel. Das Gefühl auf den ersten Kilometern auf Asphalt und Schotter war prima, der Antrieb fühlte sich viel „satter“ an, irgendwie konnte ich die Kraft besser aufs Hinterrad bringen. Dieses Gefühl hat sich übrigens auch bis heute nicht geändert.

Ein auffälliger Unterschied zur Kassette/Kette in Erstausstatterqualität war, dass die Schaltvorgänge viel knackiger und sauberer funktionierten, da merkt man dann schon die XT Komponenten. Besondere Aufmerksamkeit schenkte ich natürlich den Schaltsprüngen vom 13er Ritzel auf das 16er und von da auf das 19er. Den größeren Abstand merkt man logischer Weise, aber so früh wollte ich mir noch kein Urteil darüber erlauben.

Nachdem die Schaltung endgültig sauber funktionierte, wollte ich sehen, was der 1fach Antrieb auf meinen Hometrails zu bieten hat. Trails im Rheinland bedeuten meist in der Ebene mit vielen kurzen Passagen runter und sofort wieder hoch. Also schon mal vorher schön nen kleinen Gang gewählt. Das Gefühl trügte natürlich, denn da wo ich vorher vom Gang her fuhr, war jetzt durch das 36er Kettenblatt ein schwererer Gang, also direkt mal im Berg unter Last den Gangwechsel probiert und siehe da, es funktionierte alles perfekt.

Das bedeutete für mich eine Umgewöhnung in Bezug auf die Gangwahl, was aber leicht fiel, wichtig war mir, dass ich im Berg nicht noch zusätzlich die vordere Schaltung bemühen musste, sondern mich voll auf die Gangwahl hinten konzentrieren konnte.

Gangsprünge und Trittfrequenz

Da ich im Gelände selten auf das 16er Ritzel und abwärts ging, bleib ich danach erstmal in der Ebene, um die Gangsprünge intensiver zu bewerten. Beim schnellen rollen bei ca 23 km/h macht sich der Gangsprung von 19% von 19er auf 16er Ritzel besonders bemerkbar, man muss sich entscheiden, fährt man die Geschwindigkeit mit niedriger Trittfrequenz und dadurch mit mehr Leistung oder rollt man mit hoher Trittfrequenz und trainiert die „schnellen“ Muskelfasern.

Jedenfalls war es bei mir so, denn der Gangsprung liegt genau in meiner Wohlfühlgeschwindigkeit. Der Sprung von 16er auf 13er ist mit 21% noch etwas größer, fällt aber nicht so sehr ins Gewicht, da ich den unteren Bereich mit dem 36er Kettenblatt vorne ehr selten anwähle, da ich diese Übersetzung wirklich nur auf Asphalt bei hohen Geschwindigkeiten brauche und ich versuche Asphalt zu meiden.

Die Sprünge zwischen 19/16 und 16/13 sind mir im Laufe der Zeit immer wieder aufgefallen, auch bei Touren in der Eifel, wenn es zum Beispiel eine längere Strecke mit wenig Steigung bergan geht ist mit dem 19er die Trittfrequenz(TF) oft zu hoch, mit dem 16er dann aber wieder zu niedrig. Das gleiche gilt für die Kombi 16/13.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass ich mich häufig an einem Trainingsplan orintiere und deshalb nicht nur den Puls im Auge habe, sondern auch Wert auf die richtige TF lege. Da TF und Puls meist in Abhängigkeit von einander stehen, bedeutet so ein großer Unterschied, wie weiter oben schon beschrieben, einen Nachteil. Dieser Nachteil ist der Hauptgrund beim nächsten Wechsel der Kassette eine andere Lösung zu wählen.

Bergfähigkeit

Nach dem die Grundlagen abgearbeitet waren, ging es daran die Bergfähigkeit zu testen. Hier gibt es reichlich Rampen hoch zu fahren, allerdings hat das steilste Stück nur so um die 12%. Aber für meine Zwecke reicht es. Die Trainingsrunde beinhaltet 4 relativ gleiche Rampen, von ca 4 Kilometer Länge und einem Höhenunterschied von ca 180 Höhenmetern.

Bei dieser Fahrt war ich von dem 1×10 Antrieb wirklich begeistert. Ich konnte fast alle Rampen mit der 36/36 Kombi fahren, nur in wenigen Fällen habe ich auf das 42er Ritzel zurück gegriffen.

Ovale Kettenblätter von Absolute Black

Dann kam der nächste Schritt: Markus von den Rapiros und Christian, geschätzter FB-Freund, haben mir von einem ovalen Kettenblatt vorgeschwärmt. Ovale Kettenblätter: Biopace vs.

Bei Biopace war es so, das die Ovalität ihren größten Durchmesser genau in der Achse der Kurbel erreichte, im oberen Totpunkt der Umdrehung. Das ovale Kettenblatt von absoluteBlack hat eine Ovalität von 12%, zum Vergleich ist es im größten Durchmesser so groß wie ein rundes 36er Blatt und im kleinsten Durchmesser so groß wie ein 32er Blatt.

Es verfügt über Narrow/Wide-Zähne, die möchte ich auf keinen Fall mehr missen, denn ich hatte seit der Montage des Blatts vor 900 Kilometern keinen einzigen Kettenabsprung mehr. Die ersten Kilometer mit dem ovalen Kettenblatt waren schon etwas seltsam, nicht unangenehm, aber seltsam. Ich kann noch nicht mal genau beschreiben wie es sich anders anfühlt.

Das ist übrigens auch ein Punkt den Tune/absoluteBlack auf der Homepage beschreibt, es ist schwer zu erklären, man muss es fühlen. Das seltsame Gefühl ist aber relativ schnell einem normalen Trittgefühl gewichen. Auf meinen ersten Touren auf meinen Hometrails und Waldautobahnen konnte ich nur eine leichte Verbesserung feststellen, es scheint tatsächlich runder zu laufen. Der große Aha-Effekt kam erst bei größeren Anstiegen.

So konnte ich feststellen, dass der Tritt bei Belastung tatsächlich runder ist und dadurch auch effektiver. Was am meisten auffällt ist, dass das Totpunktgefühl, also der Moment wo die Kraft von einer Zugkraft am Pedal auf die Trittkraft auf das Pedal wechselt, weg ist.

Laut absoluteBlack werden durch diese Konstruktion Belastungsspitzen der Muskeln vor dem Totpunkt und Entlastungsspitzen der Muskeln nachdem Totpunkt ausgelichen und dadurch eine effektivere und gleichmäßigere Nutzung der Muskelenergie gewährleistet. Das kann ich absolut bestätigen.

Deshalb habe ich als vorerst letzte Ausbaustufe ein ovales 32er Kettenblatt von absoluteBlack montiert. Diese Maßnahme war die absolut richtige! Es sorgt nicht nur dafür, dass ich nach oben hin etwas mehr Reserven habe, sondern optimiert über die gesamte Bandbreite die Übersetzungsverhältnisse. Und das wirklich für mich schon fast optimal.

Einen kleinen Nachteil gibt es natürlich: nach unten hin fehlt etwas, bergab treten oder Asphaltabschnitte rollen sorgen mit dem 32er Blatt dafür, dass die TF bei 40km/h bei ca 110 liegt, für meine Verhältnisse oberste Grenze.

Trainingseffekt

Es gibt einen Punkt, den ich erwähnen sollte: der 1×10 Antrieb fördert den Trainingseffekt. Bei einem 3fach oder 2fach Antrieb kann man auf das kleine Kettenblatt wechseln, wenn es steil wird. Das entfällt jetzt! Möchte man nicht absteigen, muss man mehr Leistung bringen! Er zwingt einen dran zu bleiben, es gibt keinen Rettungsring!

Mir hat das extrem viel gebracht, meine Bergfähigkeiten konnte ich in den letzten drei Monaten extrem verbessern.

Kompatibilität von Kettenblättern

Kettenblätter wirken harmlos, können einen aber zur Weißglut bringen. Nur, wenn die Parameter Montagestandard, Zahnprofil und Kettenlinie passen, funktioniert der Antrieb vernünftig. Wer hier murkst, bekommt spätestens bei schlammigen Verhältnissen Probleme mit seinem Antrieb.

Seit der Einführung des 12fach-Standards kann man Sram-Kettenblätter nicht mehr mit Shimano-Ketten fahren, oder andersrum.

Man kann jedoch alle Kurbeln mit Kettenblättern von Drittanbietern kombinieren und so jede Kurbel mit jedem Antrieb kreuzen. Die US-Firma OneUp Components hat zum Beispiel Kettenblätter im Angebot, die auf Elffach-Shimano-Kurbeln mit asymmetrischem Lochkreis passen, jedoch ein Zahnprofil speziell für Sram-Zwölffach-Ketten haben.

Neben dem Montagestandard an der Kurbel und dem passenden Zahnprofil muss man beim Tausch des Kettenblatts darauf achten, dass man die richtige Kettenlinie für das jeweilige Bike erwischt. Bikes mit Boost-Hinterbau brauchen ein Kettenblatt mit 3-mm-Offset. Bikes mit geringerem Einbaumaß für das Hinterrad brauchen mindestens sechs Millimeter Offset, um die Kettenlinie zu halten.

Kettenblatt Vergleich

Hier ist eine Tabelle mit einigen Kettenblatt-Optionen, die auf dem Markt erhältlich sind:

Modell Material Kompatibilität Verfügbare Varianten Vorteile
Ybeki Kettenblätter 104 BCD Aluminium CNC-gefräst 8-Gang bis 11-Gang Schaltungen Verschiedene Größen (40T bis 52T), Rot, Schwarz, Silber Vielseitig, leicht, robust
Shimano Y1J898080 Stahl 9-Gang Schaltungen 36 Zähne, Silber Reduziert Reibung, präzise Fertigung
Kmc ‎03378593 Aluminium CNC-gefräst Für Bosch Gen.4 Motoren 40 Zähne Speziell für E-Bikes, sanfte Schaltvorgänge
Sram ‎2286482356 Aluminium CNC-gefräst Für Bosch E-Bike Motoren Generation 3 34 Zähne Robust, langlebig, für Sram Eagle Ketten
Race Face Cinch DM Aluminium CNC-gefräst Mountainbike 30 Zähne, verschiedene Farben Sicheres Fahren ohne Kettenspringen

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0