ABUS AirBreaker Fahrradhelm Test: Aerodynamik, Belüftung und Sicherheit im Fokus

Der ABUS AirBreaker ist ein Helm, der speziell für Rennradfahrer entwickelt wurde, die höchste Ansprüche an ihre Ausrüstung stellen. Er wurde in Zusammenarbeit mit Profis des Movistar Teams entwickelt und soll auf steilen Passstraßen, bei flachen Sprints und während Trainingsfahrten Höchstleistungen ermöglichen.

Entwicklung und Design

Die Entwickler von ABUS stellten sich die Frage: Wie verbessert man einen Weltmeister-Helm? Der bisherige AirBreaker hatte bereits zahlreiche Erfolge, darunter den Straßenweltmeistertitel 2018 durch Alejandro Valverde. Um den neuen AirBreaker 2.0 zu entwickeln, setzten sich die ABUS-Entwickler und Produktmanager erneut mit den Profis des Movistar Teams zusammen, um deren Erfahrungen, Daten, Feedback, Beurteilungen und Vorschläge zu berücksichtigen. Sowohl die Damen als auch die Herren aus der obersten Radsportklasse waren über den gesamten Entwicklungs- und Testverlauf des neuen AirBreaker 2.0 in das Projekt eingebunden.

Ein großes Ziel war es, die Vorteile eines gut belüfteten Helms bestmöglich mit den Vorteilen eines Aero-Helms zu vereinen. Das Ergebnis ist der ABUS AirBreaker, der dank des Multi-Speed-Designs beide Welten vereinen soll.

Technische Details und Features

Der ABUS AirBreaker zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Gewicht: Nur 210 g (in Größe M)
  • Größen: S, M, L
  • Preis: 299,95 Euro / 349,95 Euro (mit MIPS)
  • Farbvarianten: In 5 Farben sowie mit und ohne MIPS erhältlich

Die technischen Details des AirBreaker im Überblick:

Feature Beschreibung
Eyebrow-Vents Maximale Luftzufuhr ins Helminnere.
MIPS-Version Zusätzlich mit magnetischem Gurtschloss von Fidlock.
Eyewear-Ports Sichere Aufnahme moderner Sportbrillen.
Lower Edge Protection Weiter heruntergezogene Schutz für den Hinterkopf.
FlowStraps Pro Perfekter Sitz durch breite hintere Gurte und V-Shape.
Forced Air Cooling Technology Optimierte Belüftungskanäle regulieren die Temperatur.
Aero Blade Injected Carbon Bauweise für optimale Luftführung.
Zoom Ace Verstellsystem Anpassung an jede Kopfform, Ponytail-kompatibel.
ActiCage Käfigarchitektur für großflächige Lüftungsöffnungen ohne Kompromisse bei der Sicherheit.

Belüftung

Die markanten Eyebrow-Vents und die offenen Stirnbelüftungsöffnungen im vorderen Bereich des AirBreaker 2.0 sollen die Luft um den unteren Kopfbereich herumführen und so für wesentlich mehr Airflow sorgen. Die Position der vorderen und mittleren horizontalen Brücken des ActiCage wurden etwas nach vorn gezogen. Die längeren Hauptbelüftungsöffnungen auf der Oberseite des Helmes sollen auch bei niedrigeren Geschwindigkeiten deutlich mehr Luft zum Kopf hinleiten. Besonders die große mittige Ventilationsöffnung kontrolliere die Luftbewegung hinter der Brille. Gleichzeitig führe eine kompaktere Geometrie im hinteren Helmbereich in Verbindung mit der Abus "Forced Air Cooling Technology" zu einem höheren Luftdurchfluss und -auslass.

Der AirBreaker 2.0 soll besonders bei niedrigeren Geschwindigkeiten am Berg und bei heißen Temperaturen durch eine optimale Ventilation glänzen und dem Athleten eine bessere Luftzirkulation bieten, gerade bei Verwendung moderner, großflächiger Radbrillen, berichtet Abus.

Aerodynamik

Sowohl in Sachen Ventilation als auch Aerodynamik komme der neuen Aeroblade des AirBreaker 2.0 eine besondere Bedeutung zu. Nach langen Testreihen habe man sich für das innovative "Injected Carbon Grid" entschieden, um sowohl eine strukturelle Verstärkung der Helmkonstruktion als auch eine optimale Ventilation und einen maximalen Aero-Vorteil sowie ein geringes Gewicht zu gewährleisten.

Die Aeroblade erhöhe die Stabilität und Stoßfestigkeit des Helms und biete erhöhten Schutz ohne zusätzliche Masse. Das Aeroblade führe zu einer optimierten Belüftung und wirke wie ein aerodynamischer Spoiler, der bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten einen hohen Luftstrom ermögliche, während es die Luft bei höheren Geschwindigkeiten strategisch lenke. Dies reduziere Turbulenzen durch Luftstrom über den Helm und minimiere so effektiv den Luftwiderstand, z.B. in der Unterlenkerposition oder bei schnellen Zielsprints.

Komfort und Anpassung

Dank des "FlowStraps Pro"-Gurtsystems mit seinen breiten hinteren Gurten sowie einem weiter angesetzten V-Shape sitze der AirBreaker 2.0 perfekt. Das "Zoom Ace Verstellsystem" passe den Helm an jede Kopfform an und sorge so für komfortablen, sicheren Sitz und dank Ponytail Fit fänden auch lange Haare und Zöpfe ihren Platz im AirBreaker 2.0.

Testergebnisse und Bewertungen

Der Abus AirBreaker hat in verschiedenen Tests seine Qualitäten bewiesen. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • Leichtgewicht: Mit einem Gewicht von ca. 230 g gehört der Abus AirBreaker zu den leichtesten Helmen auf dem Markt.
  • Komfort: Die Passform wird als gut beschrieben, ohne Druckstellen. Die FlowStraps sind jedoch nicht für jeden ideal, da sie sich nicht individuell einstellen lassen.
  • Belüftung: Die Belüftung des Helms ist für einen Semi-Aerohelm sehr gut, besonders an heißen Sommertagen.
  • Aerodynamik: Der Helm bietet eine gute Aerodynamik, insbesondere durch das Multi-Speed-Design.
  • Sicherheit: Dank der ActiCage Lite Technologie bietet der Helm hohe Schutzwerte bei geringem Gewicht.

Einige Testergebnisse im Überblick:

  • Kühlleistung: 145 Watt
  • Rotation (BrIC): 0,39
  • Beschleunigung (g): 103,5
  • Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung: 29 %

Im Vergleich zu anderen Helmen im Test:

  • Der leichteste Top-Helm im Test.
  • Passt auf viele Köpfe.
  • Mittleres Schutzniveau ohne MIPS.
  • Luftig im Sommer.

Einige Nutzer bemängeln die Größenangabe, die kleiner als erwartet ausfallen kann. Es wird empfohlen, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren oder die Größentabelle des Herstellers zu beachten.

Alternativen

Neben dem ABUS AirBreaker gibt es weitere Rennradhelme, die in Tests gut abgeschnitten haben:

  • Met Trenta 3K Carbon: Bester Schlagschutz im Testfeld mit minimalem Gewicht.
  • Scott ARX: Ausgezeichnete Belüftung und geringes Gewicht.
  • Poc Ventral Air: Sehr gute Kühlung.
  • Cube Heron: Top Sicherheit und gutes Handling.
  • Giro Aries Spherical: Sehr guter Schutz vor Gehirnerschütterung.

Bei der Wahl des richtigen Helms sollte man den Einsatzzweck und das Fahrprofil berücksichtigen. Schnelles Fahren bringt mehr Luft an den Kopf als Kletterpartien neben einer erhitzten Felswand. Sich zwei unterschiedlich belüftete Helme zu gönnen, scheint nicht übertrieben.

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