Beim Umgang mit dem Laufrad oder Fahrrad gehört ein Helm immer zur Sicherheitsausstattung. Schließlich ist die Koordination der kleinen Radler noch nicht vollkommen entwickelt und schnell bahnt sich der nächste Sturz an. Was passiert? Der Kopf ist nahezu ungeschützt und Verletzungen können ohne Helm sehr schwere Ausmaße annehmen. Eltern sollten deshalb ihre Kinder frühzeitig an den Fahrradhelm gewöhnen und am besten natürlich mit gutem Beispiel vorangehen.
Aufbau und Kriterien eines guten Kinderhelms
Doch woran genau erkennt man einen guten Fahrradhelm, wie ist er aufgebaut und welche Kriterien musst du beim Kauf beachten? Ein moderner Kinderhelm ist mit einer harten Außenschale und einem gepolsterten Innenleben ausgestattet. Die sichersten Modelle gehören zu den Mikroschalen-Helmen, die mit vielen Öffnungen zur Belüftung und einem geringen Eigengewicht überzeugen.
Die Außenschale
Die Schale besteht meistens aus Kunststoff und nur bei den teuren Modellen aus Carbon. Der Vorteil von Carbon ist die leichte Bauweise, die aber mehr beim Radrennen als bei Kinderhelmen eine Rolle spielt. Der Kunststoff fällt durch die vielen Öffnungen und Lüftungsschlitze ohnehin nicht so sehr ins Gewicht.
Die Innenschale
Direkt unter der Außenschale befindet sich baugleich eine Schale aus Hartschaum, die fest mit dem Oberteil verschweißt ist. Sie muss mindestens 2 cm dick sein und den kompletten Helm auskleiden. Der Hartschaum fängt Stöße optimal ab und bietet Isolation bei zu kalten oder sehr heißen Temperaturen.
Innenpolster und Belüftung
Darunter befindet sich das Innenpolster, das die Verbindung zum Kopf herstellt und einen angenehmen Tragekomfort liefert. Schließlich darf der Helm nicht drücken oder ungünstig am Kopf anliegen. Belüftungslöcher sorgen dafür, dass die Kinder beim Tragen nicht zu stark schwitzen. Achtung: Der Softshell-Kinderhelm ist deutlich günstiger, bietet aber auch weniger Schutz. Hier sind die Teile nur punktuell miteinander verklebt.
Verstellmechanismus und Kinnriemen
Im hinteren Kopfbereich befindet sich ein Verstellmechanismus, um den Helm erst locker aufsetzen und dann festziehen zu können. Über ein kleines Rad bewegst du eine innere Konstruktion aus flexiblem Kunststoff, die die Kopfform fest umschließt. Daher passt nicht jeder Helm zu jedem Kopf und dein Kind sollte verschiedene Modelle ausprobieren können. Tragekomfort steht an oberster Stelle, wenn dein Kind später den Helm freiwillig aufsetzen soll. Der Kinnriemen ist das letzte Bauteil und dient als Verschluss. Er ist meist zusätzlich mit einem Polster versehen, damit der Verschluss keine Druckstellen am Kinn hinterlässt.
Unterschiede zu Erwachsenenmodellen
Der Unterschied: Im Vergleich zu den Erwachsenenmodellen umschließen Kinderhelme fast den gesamten Hinterkopf und sind sehr weit in die Stirn bis über den Schläfenbereich gezogen.
Wie der Helm bei einem Sturz schützt
Allein das Tragen eines Helms soll das Verletzungsrisiko am Kopf um 30 Prozent verringern. Kommt es zu einem Aufprall, ist der Helm das schützende Element, was die Energie deutlich besser verteilt. Das Material staucht sich zusammen, baut die Energie mittels einer Druckwelle ab und leitet sie quasi über die Außenhülle vom Kopf weg - wie eine Art Blitzableiter. Bricht der Helm, wird die Wucht dennoch optimal abgefangen und dein Kind bleibt am Kopf unverletzt. Wichtig: Nach jedem Sturz hat der Helm seine Aufgabe erfüllt und muss zwingend ausgewechselt werden.
Die richtige Größe finden
Bei jedem Kinderhelm ist die richtige Größe entscheidend, da sich die Kleinen noch im Wachstum befinden. Optimaler Schutz ist nur dann geboten, wenn der Helm fest und passend am Kopf des Kindes sitzt. Er darf sich nicht leicht nach vorne ziehen oder nach hinten schieben lassen. Auch ein Spiel zur Seite hin ist nicht empfehlenswert. Manche Helme wachsen durch ihre Einstellungsmöglichkeiten im Inneren mit. Doch wie bekommst du die richtige Helmgröße heraus? Einfach den Kopfumfang messen und mit der Tabelle vergleichen.
Dafür nimmst du dir ein Maßband und legst es oberhalb der Ohren bis über die Stirnmitte an. Das Maßband darf allerdings nicht in den Nacken fallen, sondern muss stets am Kopf anliegen. Miss am besten mehrmals, um sicherzugehen. Liegt dann der Kopfumfang zwischen zwei Helmgrößen, entscheide sich immer für die größere Variante. Schließlich wird dein Kind schnell wachsen und der Helm darf keinesfalls drücken oder einschneiden. Noch größere Helme gibt es in L und XL ab einem Kopfumfang von 60 cm. Diese sind jedoch eher für ältere Kinder über 12 Jahre und Jugendliche vorgesehen. Hast du kein Maßband vorliegen, nimm einfach eine längere Schnur und miss den Umfang danach an einem Lineal oder einem Zollstock ab.
Doch Vorsicht: die Größen variieren von Hersteller zu Hersteller. Am besten vergleichst du die Größe immer mit dem gemessenen Kopfumfang und prüfst, ob er im Rahmen liegt. Ein kleiner Tipp: Das Kind sollte den Helm etwa 15 Minuten zur Probe tragen.
Gewöhnung an den Helm
Ein Fahrradhelm für Kinder ist natürlich nicht nur für die ersten Versuche mit dem eigenen Rad vorgesehen. Am besten beginnst du rechtzeitig, dein Kind an den Helm zu gewöhnen. Schon mit einem Laufrad oder Roller nehmen die Kleinen am Straßenverkehr teil und sollten richtig geschützt sein. Schließlich muss ein Sturz oder Aufprall nicht immer selbst verschuldet sein.
Design und Auswahl
Nachdem Form und Größe feststehen, geht es an die Auswahl des richtigen Designs. Ob rosaroter Mädchentraum, Zootiere oder Comicfiguren - den Kinderwünschen sind hier wahrlich keine Grenzen gesetzt. Wichtige Regel jedoch: lass dein Kind die Wahl selbst treffen. Schließlich soll das Helmtragen Spaß machen und nicht schon von vornherein mit einer Abneigung gegen Farbe oder Design beginnen.
Sicherheitsaspekte
Neben der richtigen Größe und der passgenauen Form gibt es natürlich weitere Sicherheitsaspekte an einem Kinderhelm. Grundsätzlich sollte gesagt sein: der Preis spielt eine untergeordnete Rolle. Schließlich retten hohe Qualitätsstandards im Ernstfall Leben. Das bedeutet jedoch nicht, dass die günstigen Helme weniger Sicherheit liefern. Auf die Ausstattung kommt es an. Manche Modelle sind mit speziellen Reflektoren oder sogar Lichtern ausgestattet. Vor allem in Herbst und Winter trägt diese Funktion zu mehr Sichtbarkeit der Kinder bei. Das Licht sollte dabei an der Rückseite des Helms befestigt sein, damit nahende Autofahrer dein Kind rechtzeitig erkennen. Während Fahrräder über Front- und Rücklicht verfügen, gibt es derartige Standards bei Rollern oder Laufrädern nicht. Manche Hersteller setzen auf eine einfache rote Leuchte. Andere Lichter sind mit mehreren Funktionen ausgestattet und blinken beispielsweise. Betrieben werden sie über eine kleine Batterie direkt hinter der Leuchte. Im Normalfall muss sie nur selten getauscht werden, da die Lichter kaum Strom verbrauchen.
Gurtsystem und Anpassung
Befestigt wird jeder Fahrradhelm über ein Gurtsystem. Die Gurte sollten verstellbar sein und sich auf Kopfform und Größe anpassen lassen. Meist gibt es Führungsschienen im Inneren des Helms, damit die Gurte nicht zu schnell verrutschen. Je mehr Anpassungsmöglichkeiten, desto bequemer sitzt der Helm später auf dem Kopf. Der Kinnriemen sorgt letztlich für die finale Fixierung und kann über zusätzliche Elemente verfügen. So führen manche Hersteller die Gurte rechts und links an den Ohren vorbei und arretieren die beiden Riemen unterhalb der Ohren nochmals zusätzlich mit einem Verschluss. Dadurch stören die Riemen nicht im Gesicht, sondern laufen bequem unterhalb des Kinns zusammen. Hier sorgen ein Klickverschluss und ein zusätzliches Kinnpolster für Sicherheit und Komfort.
Regelmäßige Kontrolle
Kontrolliere die Gurteinstellungen regelmäßig und passe die Gurte gegebenenfalls an, wenn dein Kind eine Mütze trägt. Wichtig: Ältere Kinder ab etwa 4 Jahren sollten den Helm selbst auf- und absetzen können. Die Stirn sollte ein wenig Falten schlagen, wenn du den Helm vor und zurück bewegst. Die Riemen sind so stramm zu spannen, dass das Polster eng am Kinn anliegt und kaum Spiel besitzt. Die Riemen sollten eng an den Wangen und an den Ohren sitzen. Nur die gepolsterten Bereiche in der Schale sollten den Kopf berühren.
Belüftung und Sicherheitsnetz
Jeder Kinderhelm benötigt Lüftungsschlitze, damit der Kopf nicht zu sehr schwitzt und vor einem Hitzestau bewahrt wird. Die Materialien im Inneren isolieren vor der Kälte im Winter und die Schlitze führen im Sommer ausreichend Frischluft an den Kopf. Damit ist der Tragekomfort zu jeder Jahreszeit gegeben. Etwa 7-9 Öffnungen zur Belüftung sollte ein guter Helm aufweisen. Minderwertige Modelle erkennst du genau an diesen Punkten: Belüftung und Sicherheitsnetz. Die meisten Lüftungsschlitze müssen von innen mit einer Netzabdeckung versehen sein. Hierbei handelt es sich um Fliegennetze oder feinmaschige Materialien. Sie verhindern, dass Insekten oder andere Fremdkörper durch die Schlitze eintreten und in die Helmschale gelangen.
Prüfzeichen und Sicherheitsstandards
Achte vor dem Kauf auf die bestehen Prüfzeichen wie beispielsweise TÜV, CE- und GS-Siegel. Der Kinderhelm sollte alle in Deutschland und der EU gültigen Standards erfüllen. Gleichzeitig muss er den Normhinweis „EN 1078“ tragen. Das bedeutet: der Helm wurde einem Dummy aufgesetzt und in einem Falltest wirklich geprüft. Besteht das Produkt diesen Test, darf es die Sicherheitsnorm aufweisen. Die meisten namhaften Hersteller erfüllen jedoch diese Kriterien. Vorsicht ist bei den Produkten von Discountern und Noname-Modellen geboten.
Überblick über beliebte Hersteller
Du hast bereits die wichtigsten Merkmale kennengelernt und eine erste Vorstellung vom optimalen Kinderhelm. Dennoch gibt es eine große Auswahl auf dem Markt, die sich hinsichtlich Qualität und Preis enorm unterscheidet. Natürlich gibt es nicht nur eine große Auswahl an Modellen und Designs.
In der folgenden Tabelle wollen wir dir einen kurzen Überblick über die wichtigsten Hersteller für Kinderhelme und ihre Besonderheiten geben. Hierbei handelt es sich nur um die beliebtesten Marken. Es gibt noch deutlich mehr Hersteller, die sich alle mit verschiedenen Modellen unterscheiden und natürlich den besten Helm für dein Kind liefern wollen.
| Hersteller | Besonderheiten |
|---|---|
| Abus | Hohe Sicherheitsstandards, vielfältige Designs |
| KED | Besonderes Herstellungsverfahren für mehr Sicherheit |
| Uvex | Hoher Tragekomfort, innovative Sicherheitsmerkmale |
| Alpina | Leicht, robust und mit praktischen Details |
ABUS Rookie Fahrradhelm im Detail
Dieser Kinderhelm der Marke Abus kommt in einem fröhlichen Design für Mädchen. Schmetterlinge und Prinzessinnen nehmen auf dem rosaroten Modell Platz, doch auch die Sicherheitsaspekte kommen nicht zu kurz. Der Helm verfügt über genug Lüftungsschlitze und bietet einen tiefen Schutz an Schläfen und im Nacken. Über ein Drehrad stellst du bequem das Innenleben des Helms auf die Kopfgröße ein. Der Verschluss ist einfach zu bedienen und kannst selbst von Kinderhänden geöffnet werden. Manche Kunden beschreiben jedoch, dass der Kinnschutz schnell verrutschen kann.
ABUS Rookie im Vergleich
Der Rookie-Fahrradhelm von Abus bietet dir ein blaues Design mit vielen kleinen bunten Fischen. Somit spricht er Jungen und Mädchen gleichermaßen an. Dank der leicht abgeflachten Rückseite nehmen die Kinder deutlich bequemer im Fahrradsitz oder im Anhänger Platz. Gleichzeitig tragen sie ihn auch selbst beim Radfahren. Die Passform ist über eine Zoom-Funktion einzustellen. Außerdem bieten die farblich passenden Gurte einen Kinnschutz am Verschluss. Kleine Kinderhände haben kein Problem, den Verschluss zu öffnen. Kunden loben vor allem die Einstellung der Größe, da sich ein Vollring umlaufend im Helm genau an die Kopfform anpasst.
Alternativen und weitere Hersteller
Der Kinderhelm Meggy von KED folgt einem besonderen Herstellungsverfahren. Dabei wird die äußere harte Schale mit der Innenschale verschweißt und bietet noch mehr Sicherheit. Außerdem gibt es ein Anpassungssystem im Inneren über ein praktisches Drehrad. Schnell nimmt der Helm die richtige Größe für das Kind an. Das Verstellsystem der Gurte und auch der Verschluss sind einfach zu bedienen. Als wahres Highlight empfinden die Kunden die Blinklichter an der Rückseite. Die Batterie lässt sich mit wenigen Schritten einfach wechseln. Aktive Sicherheit bieten dazu die reflektierenden Aufkleber. Außerdem wird dein Kind vor Überhitzung geschützt mit vielen Lufteinlässen und einem passenden Netzeinsatz.
Die Innenschale wird bei diesem Helm fast komplett von der Außenschale aus Kunststoff abgedeckt. Damit ergibt sich ein noch besserer Sicherheitsstandard. Eingestellt wird die richtige Größe über ein kleines Drehrad. Somit ist es kein Problem, wenn dein Kind eine Mütze unter den Helm ziehen muss. Ein Überdrehen des Rads ist ausgeschlossen. Rings um den Helm sind Reflektorstreifen angebracht. Außerdem gibt es an der Rückseite eine Blinkleuchte, um noch besser im Straßenverkehr sichtbar zu sein. Die Kunden loben die liebevollen Designs und den guten Tragekomfort. Ein wichtiges Merkmal: Die Kinder können den Helm selbst öffnen und bequem wieder aufsetzen. Durch die Verstellmöglichkeiten passt der Helm auch etwas länger.
Zusammenfassende Tipps
Viele Kunden und Experten empfehlen, die Kinder frühzeitig an einem Fahrradhelm zu gewöhnen. Selbst im Sitz auf dem elterlichen Fahrrad oder im Anhänger sollten sie bereits einen Helm mit abgeflachter Rückseite aufsetzen. Der Preis darf grundsätzlich beim Thema Sicherheit keine Rolle spielen. Die Größe ist regelmäßig zu prüfen. Sobald der Helm drückt oder nicht mehr richtig passt - austauschen. Alle drei bis vier Jahre sollte ein Kinderhelm ohnehin ausgetauscht werden. Die Materialien im Inneren haben dann bei häufiger Nutzung schon ausgedient und sind zu stark gealtert. Beim Kauf solltest du daher auch das Herstellungsdatum mit berücksichtigen. Außerdem sind die Kinder meist nach dieser Zeit rausgewachsen.
Lagerung und Reinigung
Die Modelle sollten möglichst an einem dunklen Ort bei Zimmertemperatur lagern. Lege deshalb den Helm nie auf die Hutablage im Auto, da du sonst mit einer geringen Lebenserwartung rechnen musst und das Material großer Belastung ausgesetzt ist. Die Reinigung erfolgt am besten mit lauwarmen Wasser. Sowohl Außenschale als auch Innenleben wischt du mit einem Reinigungstuch aus. Das Wasser darf jedoch nicht zu heiß sein und auch Lösungsmittel sind nicht zu verwenden. Am besten einfach nur etwas Spülmittel ins Wasser geben.
Abschließende Hinweise
Kinder dürfen frühzeitig mit dem Radfahren beginnen und gleich von Anfang an optimalen Schutz genießen. Ein Helm ist daher eine sinnvolle Anschaffung, um dein Kind vor Kopfverletzungen bei einem Sturz oder Aufprall zu schützen. Schließlich gehört der Kopf zum wohl wichtigsten Körperteil und ist damit auch am verletzlichsten. Der Markt gibt jedoch viele verschiedene Modelle in jedem Preissegment. Finde deshalb erst die richtige Größe heraus und wähle das Design gemeinsam mit deinem Kind. Auch Passform, Sicherheitsmerkmale und Gewicht müssen stimmen.
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