Warum gleich ein ganzes E-Bike (Pedelec) kaufen, wenn beim eigenen Fahrrad nur der Elektroantrieb fehlt? Diese Frage stellen sich viele, und zum Glück gibt es jetzt die perfekte Möglichkeit für Ihre maßgeschneiderte und günstige E-Bike-Nachrüstung.
E-Bike kaufen oder E-Bike nachrüsten?
Pedelecs sind teuer und haben lange Lieferzeiten. Die Alternative: Ein Rad mit einem Bausatz zum E-Bike umrüsten. Geht das so einfach? Und wie teuer ist das? Hier erklären zwei Experten, was man dazu wissen sollte und was sie davon halten.
Voraussetzungen für eine E-Bike-Nachrüstung
Grundsätzlich ist eine E-Bike-Umrüstung bei den meisten handelsüblichen Fahrrädern möglich. Um Ihr Fahrrad umrüsten zu können, muss der hintere Zahnkranz über mindestens 7 und höchstens 10 Zahnräder (Gänge) verfügen, und das Fahrrad darf keine (aber ohnehin seltene) Steckachse haben.
Welche Fahrräder lassen sich zum E-Bike umrüsten?
Im Grunde lassen sich fast alle Fahrräder mit einem E-Bike Antrieb nachrüsten.
Wie funktioniert die E-Bike-Umrüstung?
Die meisten Nachrüstsets bestehen aus einem Motor, einem Akku und einem Steuerungssystem. Daraus ist es möglich, mit etwas handwerklichem Geschick ein normales Gebrauchsfahrrad in ein Pedelec mit elektrischer Unterstützung zu verwandeln. Pedelecs sind nicht zulassungspflichtig, gelten im Verkehr als Fahrrad und können auch auf Radwegen genutzt werden.
Unser patentiertes BETTER-EBIKE-Set ist so konstruiert, dass das E-Bike-Umrüsten auch für Hobbyhandwerker problemlos in weniger als einer Stunde zu bewerkstelligen ist. Wenn Sie Ihr Set inklusive Felge bestellen, müssen Sie nur wie bei einem Platten Ihr Hinterrad austauschen, mit zwei Schrauben die Akkuhalterung samt integrierter Steuerung an Ihren Trinkflaschenhalterungen montieren und mit einer weiteren Schraube das Display am Lenker befestigen. Zum Schluss noch zwei Kabel-Steckverbinden zusammenstecken - und fertig ist Ihr maßgeschneidertes E-Bike bzw. Pedelec!
Verschiedene Antriebsarten
Um sein Fahrrad zu einem E-Bike umzurüsten gibt es zunächst einmal drei verschieden Antriebsarten, zwischen denen es sich zu entscheiden gilt: den Frontmotor, den Mittelmotor und den Heckmotor.
- Hinterradmotor: Einfach zu verbauen und gut für die Stabilität des Rahmens. Ideal für Fahrräder mit einer stabilen Hinterradachse. Nachteil: Nicht mit Nabenschaltungen kompatibel.
- Frontmotor: Sehr einfacher Einbau am Vorderrad, passt zu den meisten Gabeln. Leichtbau-Gabeln können jedoch unter dem zusätzlichen Gewicht leiden, und das Fahrverhalten kann sich verändern.
- Mittelmotor: Bietet eine optimale Gewichtsverteilung und ist kompatibel mit allen Schaltungs- und Bremssystemen. Vor der Montage solltest du prüfen, ob der Rahmen die Belastung aushält.
Für die Akku-Montage gibt es drei gängige Möglichkeiten: An der Sattelstütze, der Trinkflaschenhalterung oder einem speziellen Gepäckträger.
Frontmotor
Der Frontmotor sitzt an der Vorderradnabe. In Umbausätzen wird meist einfach das gesamte Vorderrad durch eines mit Motor ersetzt, wie auch beim Elektro-Rad der Firma Electron. Beim Vorderantrieb handelt es sich um eine eher günstigere Variante der Umrüstung zum Elektrofahrrad. Der Frontmotor funktioniert mit jeder Form von Schaltung und auch eine Rücktrittbremse stellt hier kein Problem dar.
Dennoch hat diese Form des Antriebs auch seine Nachteile: Das Lenken kann, vor allem bei hoher Beanspruchung, durch den Frontmotor beeinflusst werden. Auch die Traktion beim Anfahren an Steigungen oder nicht-griffigem Untergrund kann sich hier problematisch zeigen. Außerdem neigt die aufwendige Verkabelung, die beim Frontantrieb notwendig ist, zu einer hohen Störanfälligkeit und auch eine Wartung des Reifens wird komplizierter.
Mittelmotor
Der Mittelmotor, auch Tretlagermotor genannt, wird bei den meisten Rädern verbaut. Der Motor befindet sich direkt am Tretlager unter der Sattelstange und überträgt seine Kraft somit direkt auf die Kette, wie zum Beispiel auch beim Mittelmotor von Pendix.
Anders als beim Nabenmotor wird das Fahrverhalten hier durch die tiefe Anbringung und die dadurch resultierende niedrige Schwerpunktverlagerung des Motors kaum beeinflusst. Auch die Kraftübertragung ist beim Mittelmotor effizienter. Zusätzlich kann man bei dieser Form des Antriebs ohne Probleme gewöhnliche Fahrradausstattungen wie z.B. einen Dynamo anbringen. Sofern der Akku in der Nähe des Tretlagers befestigt ist, fällt auch die aufwendige Verkabelung weg.
Zu den Nachteilen dieser Antriebsart gehören neben den hohen Kosten auch der geringere Bodenabstand des Motors. Außerdem bringt ein Mittelmotor einen höheren Verschleiß der Fahrradkette mit sich. Auch funktioniert beim Mittelmotor nicht jede Kettenschaltung. Der Verlust der Rücktrittbremse gehört der Vergangenheit an, da hier mittlerweile auch Tretlagermotoren mit entsprechender Rücktrittbremsfunktion angeboten werden.
Heckantrieb
Der Heckmotor wird am Hinterrad befestigt, bzw. sitzt an dessen Nabe. So wird hier, wie auch beim Frontmotor die Fahrradkette nicht zusätzlich belastet. Auch beim Heckantrieb wird meist einfach das gesamte Rad durch eines mit Elektromotor ersetzt. Wie beim Frontmotor, steigt das Gewicht auf dem Rad, an dem der Motor sitzt.
Beim Heckmotor allerdings, ist dadurch mehr Gewicht auf der Hinterachse, was den Anpressdruck erhöht und damit die Traktion verbessert. So leidet der Fahrspaß auch bei rutschigem oder unbefestigtem Untergrund nicht und ein sicheres Fahrverhalten ist gewährleistet, wobei sich die Praxiserfahrungsberichte hier teils spalten.
Nachteile des Heckmotors sind unter anderem das hohe Gewicht am Hinterrad, was zum Beispiel den Transport in Bus und Bahn erschweren. Auch hier, so wie beim Frontantrieb, ist ein Ausbau des Rades, an dem sich der Motor befindet eher kompliziert. Und da es sich beim Heckantrieb um das Hinterrad handelt ist eine Nabenschaltung so nicht möglich.
Was kostet das E-Bike-Nachrüsten?
Die Preise für unserer Pedelec-Nachrüstsets starten je nach Akkustärke und sonstigen Komponenten (Felge, Zahnkranz, Bremsscheiben etc.) ab 399,00 Euro (immer inklusive aller für eine E-Bike-Nachrüstung erforderlicher Komponenten wie Motor, Akku, Steuerung, Sensorik für PAS (Pedalumdrehungssensor) und Geschwindigkeit sowie Display!
Die Kosten für eine komplette E-Bike Nachrüstung liegen zwischen 1.000 und 1.500 EUR. Der Preis variiert je nach Motorart:
- Nabenmotor nachrüsten: Einfacher Einbau, meist günstiger.
- Mittelmotor nachrüsten: Bessere Gewichtsverteilung, etwas teurer.
Wenn du den Umbau selbst durchführen möchtest, kostet der Nachrüstsatz zwischen 1.000 und 1.500 EUR. Ein professioneller Nachrüstungsservice kostet zusätzlich 250 bis 400 EUR.
Kosten der Umrüstsets
Die Preisspanne reicht von wenigen Hundert Euro bis mehr als 1.700 Euro für ein Nachrüstset. Wer die mitunter aufwendige Montage selbst übernimmt, hat keine weiteren Kosten. Wer den Einbau einem Fachmann überlässt, zahlt laut Uwe Wöll vom Fachhandelsverband Verbund Service und Fahrrad (VSF) mindestens 400 Euro zusätzlich. Dazu kämen unter Umständen notwendige Veränderungen an Bauteilen und Anpassungen am Fahrrad. Viele Angebote seien verlockend, sagt Experte Zedler: Aber wer ein hochwertiges Antriebssystem zum Nachrüsten wolle, müsse fast schon den Preis eines kompletten Pedelecs zahlen.
Gewichtszunahme durch E-Bike-Nachrüstung
Das Netto-Mehrgewicht (also abzüglich Ihres alten Hinterrades/Felge) bewegt sich je nach gewählter Akkustärke zwischen ca. 3,8 und 4,8 Kilo, das heißt, Ihr Fahrrad bleibt nach der E-Bike-Nachrüstung immer noch wesentlich leichter (meistens unter 20 kg) als die meisten handelsüblichen E-Bikes.
Eigenschaften eines guten E-Bike-Nachrüstsets
Ein guter E-Antrieb sollte kraftvoll, energiesparend und gesetzeskonform im Sinne eines Pedelecs sein. Darüber hinaus sollte es leicht sein und vor allem im Falle einer E-Bike-Nachrüstung einfach zu montieren, ohne die Eigenschaften Ihres Fahrrades zu verändern (was nur bei einem Hinterradantrieb möglich ist, da Sie damit Ihre gewohnten Gänge und Übersetzungen beibehalten können!).
Pedelec vs. E-Bike
„Pedelec“ steht für “pedal electric cycle”, was bedeutet, dass der Fahrer nur elektrische Unterstützung bekommt, wenn er in die Pedale tritt. Erfolgt diese Pedalunterstützung nur bis zu 25 km/h, gelten Pedelecs als Fahrrad. Sie sind daher nicht zulassungspflichtig und können auch auf Radwegen benutzt werden.
Der große Vorteil an einem Pedelec: Man entscheidet selbst, wie viel Unterstützung man beim Fahren möchte. Will man ganz auf die Motorunterstützung verzichten, kann man sie auch einfach während der Fahrt ganz ausschalten und herkömmlich Rad fahren, im Falle einer E-Bike-Nachrüstung sogar eins zu eins mit demselben Fahrrad, das man bisher benutzt und zu schätzen gelernt hat.
Im Gegensatz dazu sind E-Bikes genau genommen Fahrzeuge, die auf Knopfdruck auch ohne Pedalunterstützung fahren und deshalb zulassungspflichtig sind. Allerdings hat sich der Begriff Pedelec im Alltagsgebrauch nicht durchgesetzt und die meisten reden vom E-Bike, obwohl sie ein Pedelec meinen.
Risiken beim Umrüsten
Durch Motor und Akku steige nicht nur das Gewicht des Fahrrads, sondern auch die Durchschnittsgeschwindigkeit. Der Sattel und die Stütze würden stärker belastet, was zu einem höheren Risiko für Materialversagen und schwere Unfälle führe. Zudem würden normale Fahrradreifen bei einem Pedelec-Antrieb stärker beansprucht: „Nicht umsonst gibt es spezielle Elektroradreifen mit höheren Traglasten und größerer Pannensicherheit“, gibt der Experte zu bedenken.
Vor allem ein nachträglich montierter Motor für das Vorderrad berge zusätzliche Gefahren. Die sogenannte Drehmomentstütze werde dabei an der Gabel befestigt, die dadurch Belastungen ausgesetzt sei, für die sie nicht konstruiert sei. Und auch billige Akkus seien oft die schlechtere Wahl. Hier könne es sogar zu Bränden kommen. Nicht zuletzt spielten die Bremsen eine Rolle. Eine normale Felgenbremse etwa könne im Pedelec-Betrieb schneller verschleißen.
Sicherheitshinweise
Um auch nach dem Anbau eines Motors weiterhin sicher unterwegs zu sein, sollte man im besten Fall einen Fachmann die Umrüstung übernehmen lassen. Viele Fahrradläden und Werkstätten scheuen vor dieser Aufgabe zurück, da sie an dieser Stelle die Produkthaftung für das gesamte Gefährt übernehmen. Das selbe Risiko trägt man letztlich auch wenn man selbst Hand anlegt: Die Herstellergewährleistung des Fahrrads erlischt.
E-Bike Diebstahlsicherung mit ConnectModule
Seit dem Sommer 2022 hat Diebstahlsicherung für ein E-Bike mit einem Antrieb von Bosch einen neuen Namen - ConnectModule. Mittlerweile sind die ersten E-Bikes auf dem Markt, deren Serienausstattung dieses Feature einschließt. Zudem gibt es ein Nachrüstkit für alle, die ihr E-Bike mit Smart System-Antrieb noch intelligenter vor einem Diebstahl schützen möchten.
Funktionsweise des ConnectModule
- Als Ausganspunkt dient in unserem Falle ein E-Bike, das noch nicht über den Diebstahlschutz verfügt. Im Fahrrad steckt ein Bosch Performance Line CX. Das dafür passende ConnectModule ist mit dem für den Bosch Cargo Line-Motor identisch.
- Kleiner Tipp: Verbindet vor der Montage das E-Bike bereits mit der eBike Flow App und prüft, ob die Software auf dem aktuellen Stand ist. Nach dem Schrauben folgt noch ein wenig Tippen. Öffnet in der eBike Flow App das Menü „Einstellungen“. Dort erscheint als neue Option „eBike Alarm aktivieren“. Klickt das bitte an. Im nächsten Menüpunkt findet ihr den eigentlichen Befehl „eBike Lock und Alarm aktivieren“. Habt ihr das bestätigt, wird der Prozess gestartet. Ist währenddessen das E-Bike eingeschaltet, schaltet sich das System unter Umständen ein paar Male an und aus, das Display zeigt dazu ein paar Meldungen und ihr hört erste Töne des ConnectModule. Das könnt ihr in Ruhe alles abwarten, bis am Ende die Anzeige „e-Bike entsperrt“ erscheint. Gleichzeitig zeigt sich in der App der Button „Einrichtung fertigstellen“. Sobald ihr ab jetzt euer E-Bike ausschaltet, aktiviert sich nun automatisch die Alarmunktion.
- Aktuell lässt sich das System an den meisten Motoren des Smart System nutzen. Davon ausgenommen ist dabei vorerst noch der Performance Line Speed dar. Gehört das ConnectModule bereits zur Serienausstattung des E-Bikes, genügt als Ersatz das einzelne Gerät. Für die Mobilfunkverbindung nutzt das Gerät das Netz des Anbieters Vodafone und greift mindestens auf den Mobilfunkstandard 2G zu. Ist dieser am aktuellen Standort nicht verfügbar, erfolgt in der Regel der Wechsel auf den nächstniedrigeren Standard.
Probleme und Lösungen
- Prüft, ob die Mobilfunkverbindung besteht. Das Bosch ConnectModule ist korrekt verbaut und dessen interner Akku aufgeladen.
- Ursache Nummer eins könnte sein, dass die eBike Lock und der Alarm noch nicht in der eBike Flow App aktiviert sind.
- Auf der Rückseite des ConnectModule befindet sich ganz klassisch ein Reset-Knopf. Damit könnt ihr das Gerät neu starten. Dazu müsst ihr zwar erneut an den Motor heran. Aber unter Umständen ist danach euer Problem beseitigt.
FAQ
Kann man ein normales Fahrrad in ein E-Bike umwandeln?
Ja, du kannst dein Fahrrad mit einem Elektromotor nachrüsten und es in ein E-Bike verwandeln.
Kann ich den Umbau selber vornehmen?
Ja, du kannst den Umbau selbst vornehmen, wenn du über handwerkliches Geschick und die richtigen Werkzeuge verfügst.
Ist E-Bike Nachrüsten legal?
Ja, das Nachrüsten eines Fahrrads zu einem E-Bike ist legal, solange bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind.
Wie schnell darf ein nachgerüstetes E-Bike fahren?
Der Motor eines Pedelecs muss sich bei 25 km/h abschalten.
Was sind offene Standards bei E-Bike Umbausätzen?
Offene Standards bedeuten, dass die Komponenten des Umbausatzes von verschiedenen Herstellern stammen und austauschbar sind.
Welche E-Bike Umbausätze sind die besten?
Es gibt viele gute Umbausätze auf dem Markt, darunter Sets von Bosch, Bafang und anderen namhaften Herstellern.
Kann ich den Motor eines nachgerüsteten E-Bikes nachträglich aufrüsten?
Ja, einer der Vorteile offener Standards ist, dass du Komponenten wie den Motor nachträglich aufrüsten kannst.
Welche Garantieansprüche habe ich nach der Nachrüstung?
Die Garantieansprüche können variieren. In vielen Fällen erlischt die Garantie des Fahrradherstellers, wenn du einen Nachrüstsatz installierst.
Wie lange hält der Akku eines nachgerüsteten E-Bikes?
Die Lebensdauer eines Akkus hängt von der Nutzung und Pflege ab, typischerweise hält ein Akku jedoch zwischen 500 und 1.000 Ladezyklen.
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