Abus Fahrradschloss E-Bike Test: Sicherheit für Ihr Zweirad

Die Stiftung Warentest hat 19 aktuelle Fahrradschlösser getestet, wobei einige deutliche Schwächen zeigten. Nur ein Bruchteil der untersuchten Modelle konnte die Prüfer überzeugen.

Testergebnisse im Überblick

Das Abus Granit Super Extreme 2500 ist das einzige Schloss im Test, das die Note „sehr gut“ (1,2) erhalten hat. Es kostet rund 270 Euro und überzeugt vor allem durch hohe Aufbruchsicherheit (Bestnote: 0,5) und sehr gute Haltbarkeit (1,0). Ebenfalls einen Blick wert, aber deutlich günstiger ist das Decathlon Kettenschloss 920 Art3. Es erhielt die Note gut (1,6) und kostet rund 60 Euro. Ebenfalls gute Noten bekamen das Hiplok DXXL (2,5) und das Abus Granit 460 150H/B230 (2,3).

Am anderen Ende der Skala landet das Burg-Wächter 1580 HB 165/200 mit der Note mangelhaft (5,5). Es kostet rund 30 Euro und hat massive Schwächen. Besonders problematisch: Es enthält den Weichmacher DIBP in einer Menge, die über dem EU-Grenzwert liegt. Einige Faltschlösser schnitten ebenfalls nur mit der Note befriedigend oder ausreichend ab. Das Trelock FS 480/100 Cops X-Press erhielt eine 3,1, das Axa Fold 100 eine 3,3.

Die verschiedenen Typen von Fahrradschlössern

Fahrradschlösser gibt es in verschiedenen Bauarten, die sich in Sicherheit und Handhabung unterscheiden. Bügelschlösser sind besonders widerstandsfähig, da ihr massiver Metallbügel nur schwer zu durchtrennen ist. Sie lassen sich kompakt transportieren, sind aber wenig flexibel in der Verbindung. Kettenschlösser bieten mehr Spielraum, da sie um größere Gegenstände gelegt werden können. Faltschlösser sind handlich und platzsparend, da sie sich kompakt zusammenklappen lassen.

Wer ein Höchstmaß an Sicherheit wünscht, greift zu einem hochwertigen Bügel- oder Kettenschloss - auch wenn diese unter Umständen schwerer und unhandlicher sind. Hochwertige Bügelschlösser wie der Testsieger Abus Granit Super Extreme 2500 bieten laut Stiftung Warentest den besten Schutz, sind dafür aber teuer und schwer.

Detaillierte Betrachtung ausgewählter Modelle

Abus Granit Super Extreme 2500

Das Testergebnis: Das Bügelschloss von Abus ist mit der Gesamtnote "sehr gut (1,2)" das beste Fahrradschloss im Test. Der Testsieger punktet mit der besten Aufbruchsicherheit aller untersuchten Schlösser - laut Stiftung Warentest hält es selbst einem Winkelschleifer lange stand. Auch von der Haltbarkeit sind die Prüfer sehr angetan.

Die Fakten auf einen Blick:

  • Typ: Bügelschloss
  • Aufbruchsicherheit: Abus-Sicherheitslevel 15+/15
  • Schloss: XPlus-Zylinder mit Schlüssel
  • Halterung: ja (Schlosshalterung USH 2500)
  • Länge/Gewicht: 23 cm/2,47 kg

Produktdetails: Das Fahrradschloss Granit Super Extreme 2500 der Marke Abus ist made in Germany und besteht aus speziellem Wolfram-Carbid-Material, um möglichst viel Schutz vor Manipulationsversuchen zu bieten. Mit dem höchsten Sicherheitslevel 15+ ist das Schloss mit 27 Millimeter Bügelstärke nicht nur gegen Schlag- und Zugangriffe, sondern sogar gegen Winkelschleifer gerüstet. Der Zylinder mit doppelter Verriegelung schützt zudem vor Picking. Mitgeliefert werden von Abus zwei Schlüssel sowie eine Code-Card für Nach- und Ersatzschlüssel. Außerdem gehört eine Halterung für den Rahmen zum Lieferumfang, die sich dank Spannbändern und optionalen Schraublöchern leicht anbringen lässt.

Decathlon Kettenschloss 920 Art3

Das Testergebnis: Das vergleichsweise günstige Fahrradschloss von Decathlon ist das zweitbeste Produkt im Test und das einzige Kettenschloss mit "guter" Gesamtnote (1,6). Leichte Abzüge gibt es aufgrund des hohen Gewichts bei der Handhabung. In allen anderen Prüfpunkten vergibt die Stiftung Warentest aber "gute" und "sehr gute" Teilnoten.

Die Fakten auf einen Blick:

  • Typ: Kettenschloss
  • Aufbruchsicherheit: Sicherheitsstufe 9/10; ART 3/5; Sold Secure Silver
  • Schloss: Zylinder mit Schlüssel
  • Halterung: nein
  • Länge/Gewicht: 110 cm/3 kg

Produktdetails: Das Kettenschloss von Decathlon bietet mit seinem großen Durchmesser viel Flexibilität beim Anschließen von Fahrrad oder E-Bike an Pfosten, Zäunen und Co. Mit seinem Preis von 59,99 Euro gehört es zu den günstigeren Fahrradschlössern auf dem Markt. Trotzdem muss bei ihm nicht auf Qualität verzichtet werden, wie die Standards belegen, mit denen es ausgezeichnet ist. Für Schutz vor Dieben sorgen bei dem Schloss Kettenglieder mit zehn Millimeter Stärke und die aufbruchsichere, korrosionsfreie Schließvorrichtung, die durch ihre Konstruktion zusätzlich automatisch vor Staub und Regen geschützt ist. Das Fahrradschloss wird mit drei nummerierten Schlüsseln geliefert. Eine Halterung für das Schloss gibt es nicht, dank seiner Ummantelung kann das Kettenschloss jedoch um den Rahmen gewickelt werden, ohne ihn zu zerkratzen.

Abus Faltschloss Bordo Granit 6500K

Das Testergebnis: Mit dem "Stiftung Warentest"-Qualitätsurteil "befriedigend (2,6)" landet das Faltschloss von Abus auf dem geteilten ersten Platz in seiner Kategorie. Den Sprung auf ein "gutes" Testergebnis verpasst es aufgrund der nur "befriedigenden" Aufbruchsicherheit und Handhabung. Ansonsten überzeugt es mit Bestnoten.

Die Fakten auf einen Blick:

  • Typ: Faltschloss
  • Aufbruchsicherheit: Abus-Sicherheitslevel 15/15
  • Schloss: XPlus-Zylinder mit Schlüssel
  • Halterung: ja (Schlosshalterung SH 6500/90)
  • Länge/Gewicht: 90 cm/1,67 kg

Produktdetails: Auch das Faltschloss der Marke Abus wird in Deutschland hergestellt. Es besteht zu großen Teilen aus speziell gehärtetem Stahl und hat die höchste Sicherheitsstufe des Herstellers (15). Mit seiner länge von 90 Zentimetern und mehreren Gelenken zum Anpassen des Schlosses bietet es viele Anschlussmöglichkeiten. Seine Stäbe sind 5,5 Millimeter stark und haben zum Schutz vor Lackschäden eine weiche Ummantelung aus Kunststoff. Der XPlus-Zylinder von Abus verhindert das Aufbrechen beziehungsweise Picking durch Diebe. Wie beim Testsieger liefert der Hersteller zwei Schlüssel und eine Karte mit Code zum Nachmachen von Ersatzschlüsseln mit. Auch eine Schlosshalterung gehört zum Set. Sie kann dank praktischer Spannbänder auch ohne Werkzeug montiert werden.

Hiplok DXXL

Das Testergebnis: Das Fahrradschloss von Hiplok kombiniert Bügel- und Kettenschloss und erreicht die Gesamtnote "gut (2,5)". Abzüge gibt es von der Stiftung Warentest für das hohe Gewicht und die insgesamt schwierigere Handhabung, die Aufbruchsicherheit ist aber "gut".

Die Fakten auf einen Blick:

  • Typ: Ketten- und Bügelschloss
  • Aufbruchsicherheit: Sold Secure Diamond (Fahrräder), Sold Secure Gold (Motorräder)
  • Schloss: Verriegelungsmechanismus mit Schlüssel
  • Halterung: nein
  • Länge/Gewicht: 14 cm + 100 cm/3,5 kg

Produktdetails: Das DXXL von Hiplok kombiniert die Vorteile eines Bügelschlosses mit denen eines Kettenschlosses und erfüllt damit den Sicherheitsstandard Sold Secure Diamond für Fahrräder. Durch die Kette aus gehärtetem Edelstahl wird der Schließumfang erhöht, sodass etwa breite Rahmen, E-Bikes oder auch mehrere Räder angeschlossen werden können. Selbst für Motorräder ist es geeignet. Die Glieder der Schlaufenkette sind wie der Bügel des Fahrradschlosses 14 Millimeter stark, um das Aufbrechen durch Diebe zu verhindern. Beide haben eine gummierte Beschichtung, die den Rahmen vor Beschädigungen schützt. Zudem verfügt das Schloss über einen beidseitigen Verriegelungsmechanismus gegen Verwindung. So kann der Bügel nicht einfach aufgebogen werden. Eine Halterung bringt das Kombischloss nicht mit. Laut Hersteller Hiplok ist es jedoch dank des Clip+Ride-Systems leicht am Gürtel oder der Tasche zu befestigen und kann so transportiert werden. Das Modell kommt mit drei Schlüsseln.

Weitere Empfehlungen und Tipps

Neben den Testsiegern gibt es noch weitere empfehlenswerte Schlösser auf dem Markt. Besonders hervorzuheben sind:

  • Abus Ivera Steel-O-Flex 7200: Ein Panzerkabelschloss, das eine hohe Sicherheit bietet und relativ leicht ist.
  • Abus Granit XPlus 540: Ein Bügelschloss mit einem XPlus-Schließmechanismus, der als nahezu unüberwindbar gilt.
  • Hiplok Gold: Ein Kettenschloss, das bequem um die Hüfte getragen werden kann.

Sicherheitsstufen und ihre Bedeutung

Viele Hersteller wie Abus und Kryptonite haben eigene Testverfahren. Durch die unterschiedlichen Verfahren hat jeder Hersteller seine eigenen Regeln und seine eigenen Sicherheitsstufen. Bei Abus wird unterschieden zwischen den Sicherheitsstufen eins bis 15 und bei Kryptonite zwischen den Stufen eins bis zehn.

Beim Kauf eines Fahrradschlosses gilt die grobe Regel: Der Preis des Schlosses sollte rund zehn Prozent des Preises des Fahrrads ausmachen. Hochwertige Schlösser halten einem Diebstahlversuch rund drei Minuten stand. In der Regel lässt der Dieb dann vom Fahrrad ab.

Unser Tipp: Da viele Fahrraddiebe auf einen Typ Schloss professionalisiert sind, lohnt es sich, an "Klau-Hotspots" zwei Schlösser unterschiedlicher Bauart und Hersteller zu nutzen.

Schließmechanismen: Schlüssel oder Zahlencode?

Ein Großteil der Fahrradschlösser wird mit einem Schlüssel gesperrt. Der Schließzylinder sollte dabei mindestens über die Normen DIN EN 1303 und 18252 verfügen. Hochwertige Schließzylinder bieten zudem Schutz gegen Picking-Werkzeuge.

Besonders bei Familien beliebt sind hingegen Zahlenschlösser, weil ein Schloss so von mehreren Personen genutzt werden kann, ohne dass man Schlüssel duplizieren muss. Nachteil: Zahlencodes bieten keine hohe Sicherheit vor Diebstahl, sie sind mit etwas Übung einfach geknackt. Zudem erweist sich das Eingeben des Zahlencodes in manchen Situationen, etwa im Dunkeln, als schwierig.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen

Selbst das beste Schloss kann keine hundertprozentige Sicherheit garantieren. Als Gütekriterium gilt, dass ein Fahrradschloss unter Laborbedingungen drei Minuten lang Angriffe überstehen können muss. Das hat der ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club e. V.) in seinen Normen festgelegt. Trotzdem können Sie noch mehr tun, als ein teures Schloss zu kaufen und zu hoffen, dass niemand schafft, es zu knacken.

  • Immer anschließen: Das beste Schloss nutzt nichts, wenn man es mitsamt dem Fahrrad einfach wegtragen und in einen Transporter werfen kann. Schließen Sie es deshalb immer an einem feststehenden, unbeweglichen Gegenstand fest, der so hoch ist, dass man es nicht einfach darüberheben kann.
  • Immer umschauen: Nach Möglichkeit sollte Ihr Fahrrad so sichtbar wie nur irgendwie möglich sein. Belebte Plätze und Einkaufsstraßen eignen sich besser als halbdunkle Seitengassen, in denen ein Dieb viel Zeit hat, um unbeobachtet sein Werkzeug auszupacken. Nicht so leicht zu finden, aber praktisch, ist eine erhöhte Position.
  • Durch und durch: Achten Sie darauf, dass das Schloss immer durch den Rahmen und nach Möglichkeit noch eins der Räder geht. Besonders die Vorderräder lassen sich nämlich leicht abmontieren und der Rest des Fahrrads mitnehmen.
  • Doppelt hält besser: Wenn Sie Ihr Fahrrad über Nacht draußen stehen lassen, sichern Sie es am besten mit zwei verschiedenen Schlosstypen. Diebe spezialisieren sich oft nur auf einen davon und schleppen für den anderen kein geeignetes Werkzeug mit sich herum.

Tabelle: Ausgewählte Fahrradschlösser im Vergleich

ModellTypSicherheitsstufe (Abus)GewichtBesonderheitenPreis (ca.)
Abus Granit Super Extreme 2500Bügelschloss15+2,47 kgHöchste Aufbruchsicherheit270 €
Decathlon Kettenschloss 920 Art3Kettenschloss9/10 (ART 3/5)3 kgGutes Preis-Leistungs-Verhältnis60 €
Abus Bordo Granit 6500KFaltschloss151,67 kgKompakt und flexibelca. 150 €
Hiplok DXXLKetten- und BügelschlossSold Secure Diamond3,5 kgKombination aus Bügel und Ketteca. 120 €
Abus Ivera Steel-O-Flex 7200Panzerkabelschloss70,7 kgLeicht und flexibelca. 50 €

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