Der ABUS GameChanger 2.0 ist ein Aerohelm, der auf Geschwindigkeit und Aerodynamik ausgelegt ist. Bereits 2017 kam der erste GameChanger auf den Markt und wurde unter anderem von dem World Team Movistar getragen. Abus hat auf jeden Fall den GameChanger Style beibehalten. Bei Abus ist zu lesen, dass die Profis auch bei der Weiterentwicklung des Helms mitgewirkt haben. Diese Aussage ist heute Usus und in jeder Produktstory zu lesen. Formen können problemlos im Windkanal getestet werden, doch auch Tragekomfort und Gewicht sind wichtige Kriterien. Dieses Gleichgewicht zwischen Geschwindigkeit und Nutzbarkeit zu finden, ist nicht leicht.
Noch schneller und bessere Belüftung, das war die Ansage zum neuen Abus GameChanger 2.0. Dazu kommt natürlich, dass ein neuer GameChanger nicht nur bei der Belüftung sondern auch einer Weiterentwicklung der Aerodynamik punkten muss. Abus hat es mit dem GameChanger 2.0 auf jeden Fall hinbekommen Aerodynamik, Gewicht Tragekomfort mit einer guten Belüftung zu verbinden.
Aerodynamik und Design
Eine schnelle Mütze ist er, der GameChanger. Dafür hat man im Windkanal die Form optimiert und arbeitet sogar mit kleinen Luftleitblechen, oder modern „winglets“, die die Luft schnell durch den Helm zwingen. Das Heck des Gamechanger 2.0 ist sichtbar tiefer gezogen, was ein 11 % (Angabe Abus) längeres Aeroprofil schafft. So wird der Luftstrom nochmal optimiert, wenn der Kopf gesenkt ist. Am auffälligsten sind die Veränderungen an der Seitenlinie des Radhelms. Der neue GameChanger 2.0 verzichtet auf die große Öffnung an der Seite. Stattdessen gibt es einen breiten Durchlass an der Frontseite. Der Schlitz an der hinteren Seite ist geblieben, der oben dafür schmaler. An der Vorherseite ist aus der leicht runden Kante jetzt eine schön gerade geworden, sodass die Rennradbrille gut abschließt. Die Brille kann übrigens, rein gefühlt, einfacher vorne eingesteckt werden.
Belüftung und Komfort
Forced Air Cooling nennt ABUS das. Abus spricht davon, dass 32 % mehr Luft in den Helm strömt als beim Vorgänger. Mit den neuen Lufteinlässen an der Vorderseite wird auch die Schweißbildung an der Stirn - und damit das runtertopfen - verringert. Dazu kommt eine Überarbeitete Rückseite. 20 % mehr Luft soll dadurch aus dem Helm nach Außen durchgeleitet werden. Mir ist dabei aufgefallen, dass vor allem die beiden Lufteinlässe auf der Oberseite des Helmes für eine gute Belüftung im Bereich des Hinterkopfes sorgen. Wohl gemerkt, ich hatte leider keinen alpinen Anstieg zur Verfügung und im Vergleich zu einem ABUS Tec-Tical bemerkt man schon einen unterschied, aber dafür divergieren die beiden Ziele Belüftung und Aerodynamik einfach zu stark.
Beim neuen GameChanger 2.0 spürt man auch im Real Life, dass mehr Luft einströmt, die den Kopf kühlt. Durch senken oder heben des Kopf kann die Ventilation erhöht werden. Das geht natürlich ein wenig zu lasten des Luftwiderstand, jedoch nicht so stark, dass man daraus ein Manko machen muss.
Der Tragekomfort ist während der vierstündigen Testfahrt am Ufer der Weser nicht anderes, als beim Vorgängermodell. Das muss auch nichts verändert werden, denn das war beim alten GameChanger schon perfekt. Die 5 Gramm weniger Gewicht machen keinen wirklichen Unterschied. Der Kinnriemen ist unverändert, genau wie der Verschluss. Ebenso ist die Polsterung im Inlay wie gewohnt.
Sicherheit
Den Abus Helm GameChanger habe ich vor einigen Jahren schon im praktischen Falltest auf Asphalt getestet. Der Helm ist gebrochen und hat seine Aufgabe perfekt erfüllt. Es gibt den Aerohelm in 12 Farben und in 4 Farben mit MIPS.
Update 26.07.2024, in der früheren Version dieses Beitrags war der Hinweis enthalten, dass der Abus Quin Sensor in den Helm eingesetzt werden kann. Der Spruch „Wer billig kauft, kauft zweimal!“ bedeutet, dass günstige Produkte oft von minderer Qualität sind und schneller kaputtgehen, oder nicht die gewünschten Eigenschaften aufweisen. Übertragen auf einen Fahrradhelm könnte das fatale Folgen haben. Dann nämlich, wenn der Helm seine Funktion nicht erfüllt, beim Sturz vom Kopf rutscht oder gar beim kleinsten Aufschlag zerbröselt.
Damit genau das nicht passiert, dürfen lediglich solche Helme in den Verkauf gelangen, die vorab die gültige Normprüfung (DIN EN 1078) bestanden haben. Die dafür zugelassenen Testmaschinen überprüfen im Wesentlichen aber nur, ob der Helm den Norm-Anforderungen hinsichtlich der Aufschlagdämpfung der Helmschale und der Haltbarkeit von Riemen und Verschlüssen genügt. Die Prüfmethode ist in die Jahre gekommen, da sie die Wirksamkeit von Sicherheitssystemen, wie beispielsweise dem Rotationsschutz Mips, nicht prüfen kann. Sie definiert lediglich Mindeststandards fernab dessen, was moderne Helme leisten und ist daher kein guter Gradmesser für die tatsächliche Schutzfunktion.
Alle Rennradhelme im TOUR-TestKurz & Knapp Fast alle Hersteller statten ihre Helme mittlerweile mit dem Rotationsschutz Mips aus. Im Test war das Modell Estro Mips von MET für 140 Euro der günstigste Helm. Der Test auf dem TOUR-Prüfstand zeigt eindrucksvoll, dass alle Helme, egal ob teuer oder günstig, mit diesem System den besten Schutz vor einer Gehirnerschütterung bieten.
Um die Helmsicherheit praxisgerecht zu prüfen, testen wir seit 2020 alle Helme auf unserem eigenen Prüfstand, der alle relevanten, resultierenden Kräfte beim Aufschlag des Prüfkopfs mit Helm auf eine schräge Fläche aufzeichnet. Damit lässt sich auch Wirkung und Qualität des Mips-Systems erfassen. Beim aktuellen Test wollten wir - unter anderem - herausfinden, ob die teureren Top-Modelle einen besseren Schutz bieten als die günstigeren Helme. Sieben Hersteller sind unserer Test-Einaldung mit jeweils einem teureren und einem günstigeren Modell gefolgt. So viel sei vorab verraten: Ein höherer Preis bedeutet nicht automatisch mehr Sicherheit. Und: Der höhere Preis ist auch nicht zwangsläufig gekoppelt mit besserer Ausstattung wie beispielsweise einstellbaren Y-Gurten (die den Sitz unterhalb der Ohren verbessern) oder einem höhenverstellbaren Kopfring, der die Passform verbessert und meistens auch das Durchfädeln eines Zopfes zwischen Helmschale und Weitenverstellung möglich macht.
Beim Verschluss dominiert das Steckschloss, einstellbare Ratschenverschlüsse sind selten, ein Helm im Test verfügt über ein magnetisches Gurtschloss. Die Möglichkeit, die Radbrille mit sicherem Halt in den Helm zu stecken, Reflexstreifen oder ein Transportbeutel sind willkommene Zugaben bei der Ausstattung, jedoch im Vergleich zum vergangenen Test seltener geworden. Ersatzpolster oder solche in unterschiedlichen Stärken, um den Helm individuell anzupassen, sucht man heute vergebens im Karton. Eine kundenfreundliche Unfall-Ersatzregelung bietet nur ein einziger Hersteller.
Leicht ist Out Die Zeiten, in denen die Top-Helme immer auch die Leichtesten im Sortiment waren, sind passé. Das Mehrgewicht der aktuellen Helmgeneration resultiert einerseits aus dem zusätzlich integrierten Mips-System und/oder einer aus aerodynamischen Gründen geschlossenen Helmschale mit weniger Luftschlitzen, um dem Fahrtwind weniger Widerstand zu bieten. Der mit 223 Gramm leichteste Helm im Test ist im Umkehrschluss folglich ein klassisch anmutendes Modell ohne Rotationsschutz und mit vielen Luftschlitzen. Im Hinblick auf die Belüftung muss die moderne Bauart mit weniger Luftschlitzen aber übrigens kein Nachteil sein. Selbst bei den als „Aerohelm“ deklarierten Modellen entstand bei unserem Praxistest unter der Schale kein Hitzestau.
Sicher ist Sicher In puncto Schutzfunktion liefert der Crashtest ein eindeutiges Ergebnis: Ein in den Helm integrierter Rotationsschutz wie Mips mindert das Risiko von Hirnverletzungen. Das belegen unsere Messwerte. Mips-Helme bieten also ein Sicherheitsplus gegenüber Helmen ohne dieses Ausstattungsmerkmal. Und die gute Nachricht: Die halb so teuren Modelle schützen genauso gut wie die Top-Helme.
Im Test verhielt es sich mit ihm wie mit dem Wolf im Schafspelz. So ist die Verwendung eines Fidlock-Magnetverschlusses in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Hat man den Bogen einmal raus, möchte man Fidlock am Helm nicht mehr missen, es vereinfacht das Handling ungemein. Das werden alle bestätigen, die mal versucht haben, eine Standard-Schnalle mit nur einer Hand zu schließen.
Preis und Verfügbarkeit
Für 249,95 Euro gibt es den GameChanger 2.0 in 12 Farben und drei Größen. Mit MIPS kostet der Aerohelm 50 Euro mehr, beides UVP.
Test-Ergebnisse im Überblick
Modell: Abus Game Changer 2.0
- Note: 2,3
Alle Rennradhelme mussten sich einem Labortest unterziehen.
Sicherheit (50 Prozent)
Spezielle Sicherheitssysteme - Mips & Co. - sollen messbar das Risiko von Kopfverletzungen senken, indem sie beim schrägen Aufprall auftretende Rotationskräfte verringern. Die bestehende Prüfnorm für Helme EN 1078 kann diese Szenarien nicht abbilden. Um die aktuelle Helmgeneration realitätsnah zu prüfen, haben wir in Eigenregie einen Helmprüfstand entwickelt und uns dabei an den in der Wissenschaft und von forschenden Herstellern eingesetzten Methoden orientiert.
Anpassung (20 Prozent)
Hierbei bewerten wir die Ausführung und Einstellbarkeit des Kopfrings sowie den Verlauf, Sitz und den Verschluss des Gurtsystems.
Kühlung (15 Prozent)
Die Belüftung testen wir mit einem starken Gebläse, das die Strömung auf bis zu 30 km/h beschleunigt. Der erhitzte, behelmte Kopf wird der Strömung ausgesetzt, und wir ermitteln die Kühlleistung.
Gewicht (15 Prozent)
Auf das Gewicht reagiert der Kopf besonders sensibel. 50 Gramm mehr oder weniger machen einen deutlichen Unterschied. Unser Test zeigt: Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch besseren Schutz.
Abus Game Changer 2.0: Infos und Bewertung
- Preis: 250 Euro
- Produktionsland: Italien
- Gewicht Größe M: 264 Gramm
- Größen: S 51 - 55, M 54 - 58, L 57 - 61
- Farben: 12 Farbvarianten
- Rotationssystem: ohne
- Extras: keine
- Messwerte BrIC: 0,40
- Beschleunigung (g): 116,4
- Wahrscheinlichkeit Gehirnerschütterung: 31%
- TOUR-Bewertung: 2,3
Fazit
Hat Abus mit der neuen Version des GameChanger einen besseren Helm auf den Markt gebracht? Eindeutig ja. Bei unserem Test auf Mallorca haben wir beim ersten Gamechanger noch über die Belüftung geschrieben. Da hat Abus eindeutig nachgebessert. Dazu gibt es eine aerodynamische Optimierung, die mit einem breiteren Heck erreicht wurde. Also, gib es für den Abus Aerohelm GameChanger 2.0 eine Kaufempfehlung?
Alles in allem bietet der ABUS GameChanger 2.0 eine gelungene Kombination aus Aerodynamik, Belüftung und Tragekomfort und ist eine klare Empfehlung für ambitionierte Rennradfahrer.
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