Beim Rennradfahren oder Radfahren entsteht oft eine Überbeanspruchung im Bereich der Achillessehne. Durch diese Überbeanspruchung entsteht oft eine Entzündung an der Achillessehne. Eine Verletzung der Achillessehne durch Überlastung (Tendopathie) kommt oft schleichend. Sie entsteht häufig durch zu viel Sport. Beschwerden der Achillessehne kommen oft schleichend. Sind sie erst einmal da, können sie allerdings sehr hartnäckig und langwierig sein. Sie entstehen meist durch Über- und Fehlbelastungen - häufig durch zu viel Sport.
Eine Verletzung der Achillessehne durch Überlastung (Tendopathie) tritt bei Männern deutlich häufiger auf als bei Frauen. Bei einer akuten Tendopathie führt die Überlastung der Sehne zu Mikrorissen in der Sehnenstruktur, ähnlich beim Muskelkater. In der Regel benötigt eine angeschlagene Achillessehne sechs bis acht Wochen, bis sie wieder belastbar ist. Bei einer chronischen Tendopathie werden die geschädigten Sehnenfasern durch weniger belastbares Narbengewebe ersetzt.
Ursachen von Achillessehnenschmerzen beim Radfahren
Eine Ursache für diese Entzündung kann im Sattel liegen. Ist dieser zu hoch eingestellt, streckt sich der Fuß beim Treten zu sehr. Dadurch werden die Waden kontrahiert und letztendlich die Sehne überdehnt. In diesem Fall sollte die Sitzhöhe vom Sattel korrekt eingestellt werden. Diese Problematik betrifft meistens eher Einsteiger im Radsport.
Oft ist eine simple Überlastung des Körpers der Auslöser. Eine andere weitverbreitete Ursache der Achillessehnenreizung ist eine unflexible und steife Muskulatur. Wenn die Muskulatur der Wade einseitig belastet wird, zum Beispiel durch viel Radfahren mit Klick-Pedalen, kann sich die Achillessehne bei fehlender Gymnastik verkürzen. So steht die Sehne auch im Ruhezustand auf Spannung, was sehr belastend ist.
Die ständige Zugbelastung der Achillessehne beim Radfahren ist - wenn alles richtig eingestellt ist (richtiges Bike-Fitting) - kein Problem, denn es wirkt hier das Phänomen der sogenannten Stress-Relaxation: Eine Belastung der Achillessehne durch Fahrradfahren wird dann geringer, wenn sie lange genug einwirkt.
Je weiter vorne die Pedale unter dem Radschuh liegen, vor allem die Click-Pedale der Rennräder oder Mountainbikes, desto größer die Hebelkräfte auf die Achillessehne, desto größer die Gefahr von Achillessehnenschmerzen.
Weitere mögliche Ursachen:
- Überlastung durch intensives Training
- Kleineren Verletzungen
- Ungeeignetes Schuhwerk
- Fehlende Erholungspausen
- Verkürzte Wadenmuskeln
- Degenerative Prozesse
Symptome einer Achillessehnenreizung
Die Symptome einer ausgewachsenen Achillessehnenreizung sind meist ein diffuser, stumpfer und stechender Schmerz im unteren Wadenbereich sowie am Fersenansatz. Besonders schmerzhaft ist morgens das erste Aufstehen oder die ersten Schritte nach einer längeren Ruhephase. Der Bereich um die Achillessehne ist dann extrem druckempfindlich und kann anschwellen oder erröten.
Bei einer stark ausgeprägten Achillessehnenreizung kann die Beweglichkeit im Sprunggelenk extrem eingeschränkt sein. Bleibt die Achillessehnenreizung über einen längeren Zeitraum unbehandelt, kann die Sehne vernarben, was weitere Reizungen und Entzündungen mit sich bringt. Daher sollte mit dieser Laufverletzung keinesfalls leichtfertig umgegangen werden. Eine unbehandelte Achillessehnenreizung kann zu bleibenden Schäden führen.
Typische Symptome sind:
- Schmerzen entlang der entzündeten Achillessehne
- Verstärkung der Schmerzen bei Belastung (Gehen, Laufen, Springen)
- Verdickung der Achillessehne
- Haltung des oberen Sprunggelenks in Spitzfußstellung
Behandlung von Achillessehnenschmerzen
Zur Behandlung sollte einige Tage eine Trainingspause eingelegt werden. So kann sich die Entzündung beruhigen. Außerdem die betreffende Stelle am besten kühlen. Bei akuter Tendopathie ist eine kurze Sportpause erforderlich. Wer an chronischer Tendopathie leidet, sollte die Achillessehne gezielt belasten. Das stimuliert die Sehnenzellen, Kollagen und Proteine zu bilden. Dadurch erholt sich die Sehne.
Vorübergehend einstellen sollten Betroffene Sportarten, bei denen die Achillessehne übermäßig belastet wird, etwa durch Sprünge oder schnelle Richtungswechsel wie beim Laufen, Tennis oder Fußball. Weich gepolsterte Einlagen und Fersenerhöhungen nehmen den Zug von der Achillessehne und entlasten sie dadurch. Neben schmerzstillenden Medikamenten können lokale Kälteanwendungen helfen, Schmerzen an der Achillessehne zu reduzieren. Eisabreibungen wirken lindernd und regen die Durchblutung an.
Nachhaltige Erfolge lassen sich oft durch eine sogenannte exzentrische Übung erzielen: Beispielsweise stellt man sich mit den Zehen auf eine Stufe oder einen Absatz, die Fersen hängen in der Luft. Dann für etwa zwei Sekunden in den Zehenstand gehen. Danach die Ferse senken und in die maximale Dehnung gehen. Diese Position wiederum etwa zwei Sekunden halten. Die Übung muss täglich, morgens und abends, mit je dreimal 15 Wiederholungen pro Bein bei leicht gebeugtem Kniegelenk durchgeführt werden.
Weitere Behandlungsmethoden:
- Physiotherapie
- Gezielte Übungen zur Reduzierung der Belastung
- Physikalische Maßnahmen (Ultraschall, Elektrotherapie, Stoßwellentherapie)
- Bandagen und Einlagen zur Stabilisierung und Entlastung
- Medikamente (Schmerzmittel, Entzündungshemmer)
- Salben zur lokalen Behandlung
Alternative Sportarten bei Achillessehnenreizung
Wenn die Achillessehne beim Laufen/Joggen, Fußball oder Tennis Beschwerden macht, ist das Radfahren, ob sportlich oder locker, eine gute und Achillessehnen schonende Sportart. Allerdings sollte man auch hier die Intensität anpassen. Belastende Aktivitäten wie Laufen können vorübergehend durch schonendere Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren ersetzt werden.
Eine weitere Option ist das Umsteigen auf’s Rad. Und das Radfahren kann tatsächlich ein guter Ausgangspunkt sein, um die Achillessehne durch eine moderate Steigerung der Belastung nach und nach wieder an eine zunehmende Beanspruchung zu gewöhnen. Zunächst solltest du mit 10 Minuten Radfahren starten. Wenn 45 Minuten Radfahren mit vollem Tretwiderstand beschwerdefrei klappen, kann die Rückkehr zum Lauftraining beginnen.
Vorbeugung von Achillessehnenschmerzen beim Radfahren
Um Verletzungen vorzubeugen ist außerdem Yoga oder das passende Aufwärmtraining zu empfehlen. Dabei sollten diese Methoden immer und überall angewandt werden, egal wo der Radsport betrieben wird. Vor der Fahrt ist es daher sehr wichtig, ausreichend aufgewärmt zu sein. Nach dem Radfahren sollten die am meisten beanspruchten Muskeln dann auch wieder abgewärmt werden.
Dehnübungen helfen, die Wadenmuskulatur wieder frei zu bekommen. Hierzu stellt man sich mit dem Vorfuß auf eine Treppenstufe und lässt die Ferse vorsichtig nach unten durchsacken. Anschließend langsam nach oben drücken, bis man nur noch auf den Zehenspitzen steht. Was oft völlig vernachlässigt wird, ist die Plantarfaszie, die eine bedeutende Rolle bei der Achillessehnenreizung spielt. Ebenso wie die Wadenmuskulatur "zieht" die Plantarfaszie an der Achillessehne.
Auch die Tipps zum Aufwärmen sollten beherzigt werden. Oft entstehen aus dem Weglassen dieser einfachen Maßnahmen starke Schmerzen und Verletzungen.
Weitere Tipps zur Vorbeugung:
- Regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und der Achillessehne
- Kräftigungsübungen für die Sprunggelenke und Zehenbeuger
- Allmähliche Steigerung der Trainingsintensität und des Umfangs
- Gutes Aufwärmen vor dem Sport
- Vermeidung von Überlastung
- Geeignetes Schuhwerk
- Regelmäßige Mobilisierung der Achillessehne
Ergonomische Aspekte und Bike-Fitting
Beim Radfahren entstehen außerdem oft Schmerzen im Rücken- und Nackenbereich. Denn ein professionelles Bike-Fitting gehört leider nicht zur Anschaffung eines neuen Rads dazu. Beim Kauf des Fahrrades sollte also ein Experte zu Rate gezogen werden. Dieser passt das Rad dann genau auf die eigenen Körpermaße an.
Viele Beschwerden sind auf eine unsachgemäße Einstellung des Fahrrades zurückzuführen. Hier sollte daher keinesfalls gespart werden.
Schuhwerk und Einlagen
Spezielle Radschuhe mit steifer Sohle, und nicht nur die aus Carbon, können für Entlastung der Mittelfußknochen sorgen. Biomechanisch optimal ist eine Druckübertragung von den Zehengrundgelenken auf die Pedalachse. Beim Bikefitting wird hier explizit auf die richtige Positionierung der Füße auf dem Pedal oder die korrekte Ausrichtung der Cleats auf der Sohle von Rennradschuh oder MTB-Schuh geachtet.
Einlagen und Fußbette, die das Längsgewölbe mit starker und wenig flexibler Wölbung unterstützen, drücken gleichzeitig in die Plantarfaszie hinein und belasten diese zusätzlich zu den Impulsen beim Aufsetzen und Abrollen. Das ist übrigens auch der Grund, warum die Ergon Einlegesohlen den Fuß eher von der Innenseite unterstützen und weniger durch eine Erhöhung in der Sohle. Sie halten so die Sprunggelenke in einer natürlichen Position, ohne von unten in die Plantarfaszie zu drücken.
So eine ergonomische Sohle fürs Radfahren macht zusätzlich einen zu weichen Schuh auch fester, das erwähnte Durchdrücken der Pedalachse wird im Gegensatz zu einem klassischen Fußbett abgemildert. Trotzdem ist gerade für Vielfahrer oder bei längeren Strecken ein echter Fahrradschuh mit einer entsprechend steifen Sohle zu empfehlen.
Kältetherapie und Kompression
Zudem hilft es die Achillessehne zu kühlen, da so die entzündeten Bereiche abschwellen können. Nachhaltige Erfolge lassen sich oft durch eine sogenannte exzentrische Übung erzielen. Nach deinen Trainings kannst du dein Bein mit einer MEDIVID CRYO Bandage kühlen. Mit der MEDIVID-Kühlung helfen sie ihrer Achillessehne mit ebenso effektiver wie schonender Kühlung in allen Phasen der Behandlung und Regeneration.
Kompressionssocken verstärken die Integrität der Muskelstruktur und unterdrücken eine zu starke Muskelvibration. Auch spezielle Kompressionssocken zur Stützung der Achillessehne können hilfreich sein. Die CEP Achilles Support Short Socks verfügen über sogenannte SILICONE-Pads, die die Achillessehne unterstützen und gleichzeitig wohltuend massieren.
Die Rolle der Plantarfaszie
Was oft völlig vernachlässigt wird, ist die Plantarfaszie, die eine bedeutende Rolle bei der Achillessehnenreizung spielt. Ebenso wie die Wadenmuskulatur "zieht" die Plantarfaszie an der Achillessehne. Um die Verklebung der Plantarfaszie zu lösen, hilft es, eine Blackroll-Kugel auf den Boden zu legen und mit dem Mittelfußbereich diese hin und her zu rollen. Hierbei darf einiges an Druck auf die Kugel ausgeübt werden. So wird der gesamte Bereich zwischen Vorfuß und Ferse bearbeitet.
Zusammenhang mit Fußsohlenbrennen
Reines Übel sind dagegen brennende Fußsohlen. Was landläufig als Läuferkrankheit verschrien ist, kostet auch viele Biker und Bikerinnen den Spaß am Radfahren. Sie rühren von Über- und oder Fehlbelastungen her. Zu deren Ausschluss lohnt sich immer ein Bikefitting mit entsprechender Anleitung.
Ursachen für brennende Fußsohlen können sein:
- Reizung oder Entzündung der Plantarfaszie (Plantarfasziitis)
- Gestauchte Mittelfußknochen (Metatarsalgie)
- Verkrampfte Zehenbeuger
- Konzentrierte Druckverteilung am Pedal
Kortison und andere Medikamente
Oft wird Kortison zur Behandlung einer Achillessehnenreizung eingesetzt. Kortison ist höchst effektiv, da es stark entzündungshemmend wirkt. Bei übermäßiger Anwendung kann aber das Sehnengewebe spröde werden und sogar einen Achillessehnenabriss hervorrufen.
Die Forschung hat mittlerweile herausgefunden, dass bestimmte Medikamente die Heilungskraft deines Gewebes negativ beeinträchtigen oder dieses sogar schädigen könnten. Medikamente wie Kortison oder Immunsuppressiva werden in der Regel nur in Notfällen eingesetzt. Unter Umständen können sie jedoch zu Irritationen des Sehnengewebes beitragen. Häufiger entstehen diese unerwünschten Nebenwirkungen bei der Therapie mit Antibiotika aus der Gruppe der Fluorchinolone.
Übersicht der Behandlungsmethoden
| Behandlungsmethode | Beschreibung | Hinweise |
|---|---|---|
| Trainingspause | Reduzierung der Belastung zur Beruhigung der Entzündung | Einige Tage Pause einlegen |
| Kühlen | Anwendung von Kälte zur Schmerzlinderung | Betroffene Stelle kühlen |
| Dehnübungen | Dehnen der Wadenmuskulatur und Plantarfaszie | Regelmäßig durchführen |
| Exzentrische Übungen | Langsames Bremsen des Muskels gegen Widerstand | Wadenheben auf einer Treppenstufe |
| Schuheinlagen/Fersenerhöhungen | Entlastung der Achillessehne | Weich gepolsterte Einlagen verwenden |
| Kompression | Unterstützung der Muskelstruktur und Reduzierung von Muskelvibrationen | Kompressionssocken tragen |
| Bike-Fitting | Anpassung des Fahrrads an die Körpermaße | Experten zu Rate ziehen |
| Alternative Sportarten | Schwimmen oder Radfahren | Schonende Alternativen bei Schmerzen |
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