Action Cam Befestigung für Motorrad: Ein Test

Videos, YouTube und Bewegtbilder sind absolut im Trend.

Halterungen für Actionkameras müssen, besonders am Motorrad, sehr robust und stabil sein. Vibrationen bzw. Schwingungen von Halterungen sind das Schlimmste, was bei einer Aufnahme passieren kann. Es gibt sehr viele Halterungen am Markt, aber leider nicht viele gute Produkte, die meine Anforderungen erfüllen.

Verschiedene Halterungsoptionen im Test

Wunderlich Halterung

Die Wunderlich Halterung ist praktisch, schnell zu montieren und die Kamera leicht daran zu befestigen. Leider entstehen beim untertourigen Fahren deutliche Vibrationen bzw. Schwingungen. Besonders beim Beschleunigen mit der BMW R1200GS fällt dieses stark auf. Passt die Drehzahl, der Gang und die Geschwindigkeit, ist die Halterung frei von Vibrationen bzw. Schwingungen und es lassen sich sehr gute Aufnahmen damit erzielen.

Ist die Schraube der eigentlichen GoPro Aufnahme nicht richtig fest gezogen, verdreht sich die Kamera durch die Vibrationen bzw.

Fazit: Finger weg von der Wunderlich Halterung.

No-Name Halterung

Ich habe mir noch eine No-Name Halterung für 13 Euro bestellt, um auch diese für euch testen zu können. Diese Halterung sieht man sehr oft auf den üblichen Handelsplattformen. Das gekantete Blech ist nur 1,9 mm dick und an der Kante nicht vollständig verschweißt. Gerade diese fehlende Schweißnaht wäre für die Stabilität aber sehr wichtig.

Die Schraubverbindungen der eigentlichen GoPro Aufnahme sind nicht gesichert und die Muttern nicht richtig festgezogen. Was mir nicht gefällt ist die Montage.

Ein weitere Nachteil ist, dass im Kamera-Öffnungswinkel „Weit“, unten rechts im Bild ein Teil der Verkleidung zu sehen ist.

Fazit: Den No Name Halter kann man auch aufgrund des Preises durchaus kaufen, wenn man zu Kompromissen in der Verarbeitung und Montage bereit ist.

Stephan Franzen (Thronebikeparts) Halterung

Stephan Franzen ist in der Szene durch seine handwerklich perfekt hergestellten Produkte bekannt, wie z.B. beim Scheibenversteller. Ich habe mich für die Standardblinkerhalterung entschieden (ab 55 Euro). Die Halterungen ist sehr einfach zu montieren und Stephan liefert alles was man dazu benötigt mit. Aufgrund des Platzmangels an dieser Stelle, berührt der Blinken mit seinen „Kühlrippen“ leicht die Halterung.

Der Öffnungswinkel einer GoPro Hero 7/9/10 passt besonders in der Einstellung „Linear“ gut zu der Halterung. Der Halter ist absolut frei von Vibrationen und Schwingungen. Mit einer kleinen Verlängerung geht die Hero 7/9/10 auch im „Weit“ Modus.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Halter universal an M5 und M6 angeschraubt werden kann, also z.B. Es gibt einen neuen Halter der besonders für die GS angepasst wurde. Auch dieser neue Halter ist extrem gut verarbeitet und passgenau.

Fazit: Mein klare Empfehlung ist aber eindeutig die Halterung von Stephan Franzen (Thronebikeparts).

RAM Mount

Eine weitere Möglichkeit für die Montage sind die Produkte von RAM Mount. RAM Mount, das Universal Montagesystem. Man liebt oder hasst es aber es kann unglaublich praktisch sein.

Helmkamera

Eine gute Bildstabilisierungen haben wir außerdem selbst und zwar den Kopf. Wenn möglich, ist eine Helmkamera sowohl von der Entkopplung zur Bewegung der Maschine, als auch von der Perspektive her optimal, um schöne Aufnahmen zu machen. Gerade die Hero 5 Session von GoPro ist aufgrund der kompakten Maße ideal als Helmkamera geeignet.

Fazit: Der Kopf mit einer Helmhalterung bekommt natürlich einen klaren Tipp. Man hat ihn immer dabei und kostet nix.

Worauf man bei Helmkameras achten sollte

Mit einer Helmkamera kann man nicht nur beim Motorrad fahren, Skifahren, Snowboarden oder Skateboarden beeindruckende Bilder und Videos aufnehmen, auch beim Fahrradfahren kann eine Helmkamera imposante Videoaufnahmen einfangen. Die Helmkamera wird, wie der Name schon sagt, auf dem Helm montiert.

Bei der Auswahl der richtigen Kamera, sollte man genau auf das Gewicht achten. Trägt man den Fahrradhelm für eine längere Zeit, kann sich eine schwere, an der Seite befestigte Helmkamera durchaus beim Tragen bemerklich machen. Die Hersteller von Helmen achten zunehmend darauf, dass diese leicht sind und sich anfühlen, als würde man ohne fahren. Bei Wind kann sich ein zusätzlicher Bremseffekt bemerkbar machen. Je weniger die Kamera und die Halterung wiegt, umso besser ist dies.

Wer umfangreiche Videoaufnahmen machen möchte und die Kamera nicht immer wieder ausschalten will, der sollte auf eine hohe Akkulaufzeit achten. Hat die Kamera ein Display, sollte man dies, sofern möglich, ausschalten - So spart man viel Strom. Die Kamera um einen Zusatz-Akku erweitern. Die GoPro hat z.B. die Möglichkeit ein Akku-Pack anzuschließen und direkt auf die Kamera zu klippen.

Ist die Kamera am Helm und in der Halterung, sollte diese möglichst einfach und mit wenig Fingereinsatz gut zu bedienen sein. Optimaler Weise lassen sich alle wichtigen Funktionen wie Einschalten / Ausschalten, Videoaufnahme starten und stoppen, über einen eigenen Knopf an der Kamera bedienen.

Die Kameras werden mit spezifischen Halterungen befestigt. Bei den Halterungen gibt es verschiedene Modelle, welche zum Kleben oder zum Klippen. Fahrradhelme mit Belüftungsschlitzen können als Grundlage für die Befestigung dienen. Die Halterungen können dabei festgeklemmt oder mit einem Riemen festgeschnallt werden. Sind keine Löcher oder Lüftungsschlitze an den richtigen und passenden Stellen vorhanden, kann eine leistungsstarke genutzt werden (z.B. beim Nutcase Helm). Die Halterung sollte nun so angebracht werden, dass die Kamera geradeaus zeigt und im richtigen Winkel filmt. Dabei muss man sich die Frage stellen, möchte ich vorrausschauend filmen oder direkt vor dem Fahrrad.

Was die Halterung auch sein sollte, sturzfest! Eine gute Action Cam ist teuer. Fällt sie einmal herunter oder stützt man bei einem Manöver, sollte die Kamera gut geschützt sein.

Da man nie weiß wann einem etwas Spektakuläres während der Fahrt passiert, wann man den Trick mit dem BMX oder MTB steht oder der Straßenverkehr eine Überraschung für einen bereithält, filmen viele Helmkamerabesitzer die ganze Zeit. Dies geht jedoch nur, wenn die Kamera ausreichend Speicherplatz hat bzw. die Speicherkarte ausreichen groß ist. Man sollte also darauf achten, dass die Kamera nicht nur 32 GB Karten erkennt.

Unsere Empfehlung, Kameras ohne internen Speicher mit einem Speicherslot für eine SD Karte oder Mini-SD Karte. Der Vorteil: Ist die Karte voll, kann man direkt die nächste Speicherkarte einsetzen ohne die Kamera an einen PC anschließen zu müssen. Die Karte sollte dabei eine hohe Schreibgeschwindigkeit haben. Wächst die Video-Dateigröße schneller, als die Speicherkarte schreiben kann, wird die Aufnahme nicht funktionieren.

Die Mini-Kameras können wirklich atemberaubende Bilder aufnehmen. Oft ist dies aber nur bei ausreichender Belichtung der Fall und in der Nacht kommen viele Kameras an ihre Grenzen. Es gibt einige Kameras mit Zeitraffereinstellungen für die Nacht, man kennt diese Videos bei denen der Nachthimmel und Sternenteppich eindrucksvoll aufgenommen wird. Diese Modi sind oftmals darauf optimiert, langsame Bewegungen aufzuzeichnen. Schnelle Bewegungen sind in der Nacht jedoch oft ein Problem. Hier muss entweder der ISO-Wert sehr hochgesetzt oder die Verschlusszeit hoch eingestellt werden. Ein hoher ISO-Wert führ jedoch zu Bildrauschen und eine hohe Verschlussdauert verwackelt die Bewegung und die Bilder werden in der Regel unscharf.

Hilfreich aber kein Muss, ein GPS Empfänger. Ebenfalls hilfreich, ein Beschleunigungssensor, hiermit kann man z.B. WLAN, per WLAN lassen sich die Bilder z.B. Live auf ein Smartphone oder Tablet übertragen. Auch lässt sich die Kamera meist per WLAN und App steuern.

Die Helmkamera sollte wassergeschützt und wenn möglich wasserdicht sein. Ein der bekanntesten Hersteller dürfte die Marke GoPro sein. Diese mittlerweile in der 4. Generation hergestellte Action-Cam bietet einiges an Funktionen in unterschiedlichen Modellvarianten. Auch bekannte Hersteller wie Sony oder Panasonic stellen kleine Action Kameras her.

Gesetzliche Regelungen zum Einsatz von Actioncams

Der Einsatz von Actioncams ist nicht ganz unbedenklich. Denn das Filmen im Straßenverkehr kann als Überwachung des öffentlichen Raums sowie als unzulässige Erhebung von personenbezogenen Daten gewertet werden. Insofern ist der Einsatz von Actioncams und auch Dashcams im öffentlichen Straßenverkehr stets kritisch zu hinterfragen.

Die Kurzfassung: Sie sollten abwägen zwischen Kosten und Nutzen beim Filmen ihrer Motorradtouren.

Gesetzliche Vorgaben für das Filmen mit Drohnen

In vielen Fällen kann eine Drohne wunderschöne Aufnahmen vom Motorradabenteuer liefern, wobei hier natürlich gesetzliche Vorgaben beachtet werden müssen. Die gezeigte DJI Mini 4 Pro macht es einem zwar vergleichsweise einfach, dennoch muss bei ihrem Einsatz die EU-Drohnenverordnung sowie das deutsche Luftverkehrsgesetz beachtet werden - und das heißt: Sie brauchen eine Drohnenversicherung und müssen sich außerdem beim Luftfahrtbundesamt als Drohnen-Betreiber registrieren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0