ADAC Fahrradhelm Test für Erwachsene: Sicherheit, Komfort und Empfehlungen

Der ADAC hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Warentest im Jahr 2024 insgesamt 14 Fahrradhelme für Erwachsene getestet. Dabei wurden elf City- und Urban-Helme sowie drei S-Pedelec-Helme in den Kategorien Sicherheit, Komfort, Handhabung und Schadstoffgehalt unter die Lupe genommen. Die Preisspanne der getesteten Helme reichte von 15 bis 149 Euro.

Testergebnisse im Überblick

Erfreulicherweise erreichten fast alle getesteten Produkte eine ausreichende Schutzwirkung bei einem Stoß. Den besten Unfallschutz bot der Testsieger von Uvex. Allerdings gab es auch einen Totalausfall, da ein Helm die Mindestanforderungen der DIN-Norm EN 1078 nicht erfüllte.

City- und Urban-Helme: Die Top-Ergebnisse

Die besten Fahrradhelme im Test sind nach Gesamtnoten der Uvex Urban Planet LED (ADAC Urteil: 2,0), der Alpina Gent MIPS (ADAC Urteil: 2,2) und der Limar Torino (ADAC Urteil: 2,2), wobei der Testsieger auch in der Kategorie Unfallschutz am besten abscheidet. Günstig muss nicht schlecht heißen, wie das Urteil des Tests untermauert: Der Crivit-Fahrradhelm - eine Eigenmarke des Discounters Lidl - für 20 Euro schneidet im Test mit dem Gesamturteil gut (2,6) ab und landet so auf Platz fünf.

Hier eine Übersicht der getesteten City- und Urban-Helme:

Hersteller/ModellMittlerer Preis in EuroADAC UrteilHandhabung & KomfortUnfallschutzSchadstoffe
Uvex Urban Planet LED1302,01,82,31,0
Alpina Gent MIPS1302,21,92,51,0
Limar Torino902,21,92,51,0
Lazer Codax KinetiCore1652,62,62,71,0
Lidl Crivit - Fahrradhelm mit Rücklicht152,61,92,91,9
Giro Fixture Mips II1102,82,52,91,0
Abus HUD-Y1203,02,83,01,0
Decathlon / B´Twin City 540 Bowl153,12,93,11,0
Prophete ECO Urban153,12,43,21,9
Cube Fleet153,22,63,22,0
Casco E.Motion 21205,51,95,51,6

Besondere Empfehlungen

  • Uvex Urban Planet LED: Testsieger mit Bestnoten beim Unfallschutz und in der Handhabung.
  • Lidl Crivit: Günstigster Helm im Test, der sich im Mittelfeld behaupten kann.

S-Pedelec-Helme: Kein besserer Unfallschutz

Überraschenderweise zeigte der Test, dass die drei getesteten S-Pedelec-Helme keinen besseren Unfallschutz bieten als die City- und Urban-Helme. Selbst wenn die S-Pedelec-Modelle mit den Stoßdämpfungskriterien der normalen Helme getestet werden, erreichen sie nur einen Platz im Mittelfeld.

Die getesteten S-Pedelec-Helme wurden nach der niederländischen NTA 8776-Norm zertifiziert, da es aktuell keine EU-Norm für diese Helme gibt.

Detaileinblicke in ausgewählte Helme

Uvex Urban Planet LED

Der Uvex Urban Planet LED ist der ideale Helm für alle, die auf einem Fahrrad im Straßenverkehr optimal geschützt sein wollen. Er bietet dank seiner tiefergezogenen Bauweise zusätzlichen Schutz im Heck- und im Schläfenbereich. Dank des 6-fach höhenverstellbaren Kopfbands und der Einstellung des Umfangs per Drehrad ist er optimal anpassbar. Zusätzlich verfügt er über Reflektorstreifen an den Trageriemen und ein aktives Licht an der Rückseite mit drei Modi.

Mit 385 Gramm ist der Uvex kein Leichtgewicht, dafür bietet er an der Rückseite ein aktives Licht mit drei unterschiedlichen Beleuchtungsmodi.

Lidl Crivit

Der Crivit-Fahrradhelm von Lidl ist mit einer Gesamtnote von 2,6 eine solide Wahl im Vergleichsfeld. Sein Preis von gerade einmal 15 Euro ist um den Faktor acht günstiger als beim Testsieger von Uvex und beweist, dass ein Kopfschutz beim Radfahren nicht teuer sein muss.

Casco E.Motion 2

Der Casco E.Motion 2 erfüllte die Anforderungen der geltenden Norm nicht, da bei der Abziehprüfung das Gurtschloss brach. Aufgrund dieses Mangels musste der Fahrradhelm abgewertet werden und erhielt das ADAC Urteil mangelhaft.

Weitere wichtige Testaspekte

Tragekomfort

Der Tragekomfort hängt auch davon ab, wie komfortabel er sich tragen lässt. Hier punkten Uvex und Casco mit einem Netz an der Helminnenseite. Drücken sollte ein Fahrradhelm beim Tragen allerdings nicht. So geschehen beim Helm von Decathlon.

Sichtbarkeit

Immer öfter werden LED-Rücklichter auf der Hinterseite des Fahrradhelms integriert. Einige sind sehr schick und bieten einen zusätzlichen Sicherheitsgewinn. Keinerlei Sichtbarkeit im Dunkeln zeigten Lazer, Giro und Cube.

Um eine möglichst gute Sichtbarkeit zu gewährleisten, sollte der Helm mit einer LED-Beleuchtung ausgestattet sein. Da die Aktivierung vom Nutzer bzw. der Nutzerin jedoch oft vergessen wird, sollte der Helm auch über eine passive Sicherheitsausstattung in Form von reflektierenden Elementen an der gesamten Helmschale sowie im Kinnriemen verfügen.

Empfehlungen für Verbraucher und Hersteller

Tipps für Verbraucher

  • Da sich jede Kopfform individuell darstellt, ist es empfehlenswert, den Helm vor dem Kauf anzuprobieren.
  • Nehmen Sie am besten auch Ihre Brille zum Probetragen mit.
  • Die Pflege des Helmes entscheidet über die Dauer der Einsatzfähigkeit.

Empfehlungen an die Hersteller

  • Die Anforderungen der geltenden Norm müssen eingehalten werden. Hier darf kein Gurtschloss brechen (passiert beim Helm von Casco).
  • Die Helme von Cube, Decathlon, Abus (S-Pedelec-Helm), Prophete und vor allen Dingen von Lidl zeigen Verbesserungspotential in Sachen Stoßdämpfungseigenschaften.
  • Sichtbarkeit bedeutet Sicherheit. Daher sollten die Fahrradhelme zumindest mit Reflektoren ausgestattet sein.

Helm-Tragequote noch immer zu niedrig

Nach den aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) aus dem Jahr 2022 tragen 40,3 Prozent aller Radfahrer und -fahrerinnen einen Fahrradhelm. Es gibt also weiter Luft nach oben bei der Helm-Tragequote und noch viel Aufklärungsbedarf über die schützende Wirkung eines Fahrradhelms im Straßenverkehr.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0