Lauf-Apps auf dem Smartphone sind eine kostengünstige Alternative zu GPS-Uhren, um Laufstrecken und Trainings aufzuzeichnen und auszuwerten. Das Aufzeichnen Deiner Läufe per Tracking-App oder GPS-Uhr gehört zum Laufen und Trailrunning. Gerade für Einsteigerinnen oder Läufer mit kleinem Budget sind Lauf-Apps aber eine gute Alternative. Du kannst sie kostenlos oder für wenig Geld auf Dein Smartphone laden und direkt loslegen. Außerdem kannst Du mit einer Lauf App herausfinden, welche Trainingsparameter für Dich wichtig sind.
Strava dürfte vielen Outdoor-Sportlern bekannt sein. Die Kalifornier mit dem schwedischen Namen bieten eine Meta-Plattform an, auf der sich GPX-Tracks mit verschiedenen Geräten hochladen und mit anderen Sportlern vergleichen lassen.
Ob Laufen, Radfahren oder Wandern - wer draußen aktiv ist, greift oft zur App. Sport-Apps fürs Smartphone gehören für viele Hobbysportler*innen längst zur Standardausrüstung. Sie zeichnen Strecken auf, liefern Statistiken und motivieren mit Zielen und virtuellen Auszeichnungen. Moderne Lauf-Apps ersetzen für viele Nutzer*innen inzwischen die klassische Sportuhr.
Hier sind einige beliebte Apps für verschiedene Sportarten:
Lauf-Apps im Vergleich
Einige der bekanntesten Lauf-Apps sind Pumatrac, Adidas Running (Runtastic), Strava, Asics Runkeeper, MapMyRun (Endomondo) und Nike Run Club. Jede einzelne Lauf App hat ihre Daseinsberechtigung, eine andere Benutzeroberfläche und ein individuelles Look und Feel. Wenn Du Dich nicht gleich entscheiden kannst, solltest Du einfach mal ein paar Apps durchprobieren.
Alle drei Anwendungen zeichnen Strecken per GPS auf und bieten Basisdaten wie Distanz, Zeit, Tempo, Kalorienverbrauch und Höhenmeter. Die Unterschiede liegen laut RUNNER'S WORLD im Detail: bei Usability, Zusatzfunktionen, Trainingsplänen - und beim Datenschutz.
Adidas Running (ehemals Runtastic)
Adidas Running by Runtastic ist die bekannteste Lauf-App. Wir haben sie getestet und verraten, was sie kann. Langjährige Nutzerinnen und Nutzer der Adidas Running Lauf-App behaupten vielleicht immer noch, sie würden mit Runtastic laufen. Wie kommt das? Dafür blättern wir kurz im Geschichtsbuch zurück. Anders als der ewige Konkurrent Nike hatte Adidas zu Beginn der 2010er Jahre verschlafen, eine eigene Fitness-App zu entwickeln. Deshalb kaufte das Unternehmen 2015 das erfolgreiche österreichische Start-up Runtastic für 220 Millionen Euro. Vier Jahre später entschied Adidas, die weitgehend autonome Tochter in den Konzern zu holen und die App fortan nur noch als Adidas Running Lauf App zu promoten.
Diese App richtet sich an ambitionierte Freizeitsportler*innen. Neben klassischen Tracking-Funktionen lassen sich individuelle Ziele festlegen, Intervalltrainings durchführen und virtuelle Coachings aktivieren. Ein Highlight ist das Live-Tracking, bei dem Freund*innen den Lauf mitverfolgen und anfeuern können. Die App setzt auf Gamification: Mit Challenges und Punkten für den "Creators Club" stärkt Adidas das Community-Gefühl.
Was kann die Adidas Running App? Wie jede vernünftige Lauf-App zeichnet Adidas Running Dauer, Distanz, Kalorien, Pace/Geschwindigkeit verlässlich auf - sofern Sie der App gestatten, im Hintergrund Strom zu verbrauchen und auf Ihre GPS-Position zuzugreifen. Der Energiesparmodus kann die Aufzeichnung unterbrechen. Wer einfach draufloslaufen will, kann nach dem Download sofort mit der Aufzeichnung beginnen.
Im Aktivitäts-Setup können Sie Ihren Lauf oder eine andere von 94 Sportarten (darunter Exoten wie E-Sport, Padel-Tennis und Tabata) individualisieren. Sie können ein Work-out-Ziel festlegen (Distanz und Dauer kostenlos), eine vorausgegangene Aktivität herausfordern, Intervalltraining einbauen oder die Vorgaben eines Trainingsplans aus der App umsetzen. Außerdem können Sie den Sprachcoach komplett auf Ihre Bedürfnisse konfigurieren: Wie oft soll er (Hans) oder sie (Vanessa) sich melden (oder ein anderer Coach in einer von sieben Fremdsprachen) und mit welchen Parametern? Distanz, Dauer, Pace, Herzfrequenz, …?
Eine der spannendsten Funktionen, und ein echtes Alleinstellungsmerkmal unter den Lauf-Apps, ist das Live-Tracking. Aktivieren Sie diese Funktion, können Freunde Ihre Aktivität live mitverfolgen und sie mit akustischen Signalen unterstützen: Wahlweise werden Sie von einer LaOla erfasst, von einer Fanfare nach vorn geblasen oder mit einem „Go, Go, Go“ angetrieben. Das kann Ihrer mentalen Verfassung während eines Marathons durchaus neuen Auftrieb geben. Dasselbe gilt auch für Ihre Lieblingsmusik, die Sie via Apple Music oder Google Play Music in die App einbinden.
Für das Community-Gefühl hält Adidas regelmäßig Challenges bereit, zum Beispiel 50 Kilometer pro Monat zu laufen. Wer das schafft, erhält Punkte für das Kundenbindungsprogramm, den „adiClub“. Außerdem ruft die App dazu auf, an Events teilzunehmen, beispielsweise an einem virtuellen 10-Kilometer-Rennen, zu dem man seine Freunde einladen kann.
Im Newsfeed tauchen chronologisch die Laufergebnisse Ihrer Community, also Sportlerinnen und Sportler denen man selbst folgt, auf. So haben Sie ähnlich wie bei Strava die Möglichkeit, anderen mit einem Herz-Icon Ihre Anerkennung zum Ausdruck zu bringen oder einen anspornenden Kommentar zu hinterlassen. Empfehlenswert und einzigartig unter den Running Apps ist auch der Blog, der immer wieder im Newsfeed auftaucht. Hier informiert Adidas in kurzen Beiträgen zu Training, Regeneration, Ernährung und Schlaf.
Im Lauftagebuch (Menüpunkt: „Fortschritt“) können Sie Ihre Läufe anschauen und rudimentär auswerten. Wer es genauer wissen will, muss Premium-Features (siehe unten) aktivieren - oder auf eine andere App (wie Strava) oder Laufuhren zurückgreifen.
Adidas Running Premium
Für 10 Euro pro Monat oder 50 Euro pro Jahr erweitert die App ihr Portfolio. Während des Trainings erfasst sie Höhenmeter, ermittelt den Flüssigkeitsbedarf und aktiviert die Autopause bei Laufunterbrechungen, was praktisch ist, wenn Sie zum Beispiel an der Ampel warten. Wer eine Auswertung der durchschnittlichen Herzfrequenz möchte oder nach Herzfrequenzzonen laufen will, kommt hier auch nicht um das Upgrade herum.
Die Adidas Running App überzeugt von A wie einfache Anmeldung bis Z wie Zielsetzung. Einsteiger wie fortgeschrittene Läuferinnen bekommen die wichtigsten Features, um ihre Strecken aufzuzeichnen, eine kleine Community, um sich zu messen und motivieren, und kostenlose Zusatzinfos, um die Gesundheit zu verbessern. Adidas-Fans werden zudem mit exklusiven Shopping-Vorteilen geködert und bei Laune gehalten. Bei der Premiumversion bekommen ambitionierte Sportlerinnen und Sportler noch mehr Angaben zu ihren Läufen: Höhenmeter, Herzfrequenz, Flüssigkeitsbedarf, Aktivität herausfordern, Autopause und Rekorde.
Dank der Integration ins Wahoo-Universum werden jetzt die mit einer Wahoo ELEMNT-RIVAL-Smartwatch oder einem anderen Wahoo-ELEMNT-Bike-Computer gesammelten Daten über das individuelle Profil in der ELEMNT-App mit der adidas Running App geteilt. Um die Partnerschaft zu feiern, haben Wahoo und Adidas Running die Wahoo x adidas Cycling Challenge ins Leben gerufen, die in der Adidas Running App verfügbar ist.
Nike Run Club
Die einzige getestete App, die alle Funktionen komplett kostenlos bereitstellt. Im Vordergrund steht Motivation - etwa durch geführte Audio-Läufe, Belohnungssysteme und Online-Challenges. Die Bedienoberfläche ist besonders nutzerfreundlich und übersichtlich gestaltet. Trainingsdaten werden bewusst reduziert dargestellt - ideal für Einsteiger*innen, die nicht mit zu vielen Informationen überfrachtet werden möchten.
Strava
Strava kombiniert präzises Tracking mit einem starken Community-Fokus. Die App funktioniert auch als soziales Netzwerk für Sportler*innen. Besonders beliebt: sogenannte Segmente, bei denen Nutzer*innen Zeiten auf bestimmten Streckenabschnitten vergleichen können - mit sich selbst und mit anderen. Die App bietet zudem leistungsstarke Analyse-Tools, viele Clubs und regelmäßig neue Challenges.
Fahrrad-Apps
Ob zur Navigation, Trainingsanalyse oder Streckenplanung - Fahrrad-Apps können heute mehr als nur GPS-Daten speichern.
Die App Strava richtet sich vor allem an sportbegeisterte Radler und Jogger. Hier können Sie Ihren Leistungsverlauf, sowie Routen und Zeiten komfortabel auflisten und mit anderen teilen.
Komoot
Ideal für Tourenfahrer*innen, Pendler*innen, Wander*innen oder Mountainbiker*innen. Die App schlägt basierend auf gewähltem Radtyp passende Routen vor - inklusive Höhenprofilen und Oberflächenbeschaffenheit. Die Karten lassen sich zur Offline-Nutzung herunterladen, geplante Routen können direkt auf Garmin-Geräte übertragen werden. Wer gerne neue Gegenden erkundet oder Inspiration für Wochenendtouren sucht, findet hier ein besonders hilfreiches Tool.
Wikiloc
Die App setzt auf Community-generierte Inhalte: Fast sechs Millionen Outdoor-Routen stehen bereit - darunter viele speziell für Fahrradfahrer*innen. Nutzer*innen können eigene Touren hochladen oder bewährte Strecken samt Fotos und Geländeinfos abrufen. Praktisch: Wikiloc lässt sich mit verschiedenen Garmin-Geräten koppeln und direkt zur Navigation nutzen. So können Sie neue Trails entdecken, auch abseits gängiger Routen.
Wander-Apps
Komoot
Die App eignet sich nicht nur für Radfahrer*innen, sondern auch perfekt zum Wandern. In Komoot können Sie Ihre Routen basierend auf Lieblingssportarten individuell gestalten. Geben Sie einfach Start- und Endpunkt ein oder wählen Sie individuelle Wegpunkte, um Ihre Tour zu personalisieren. Die App speichert Ihre gewanderten und gefahrenen Routen in Ihrem Account und ermöglicht das Teilen mit anderen Nutzern.
RealityMaps
Die Anwendung bietet ein einzigartiges Wandererlebnis mit Tourenplanung und realistischer 3D-Landschaftsdarstellung, vor allem für die Alpenregion. Verfügbar für Android und iOS, ermöglicht sie den Wechsel zwischen 2D- und 3D-Kartenansichten sowie die Nutzung topografischer Karten offline. Die App enthält Wetterinformationen, Live-Webcams und zeigt Bergbahnen, Hütten und Parkplätze an. Mit RealityMaps können Wanderer aus zahlreichen fertigen Routenvorschlägen wählen oder ihre eigenen Strecken planen, speichern und verfolgen.
Outdooractive
Die kostenlose App Outdooractive bietet eine umfangreiche Auswahl an Touren, die vom Anbieter und von Nutzern hinzugefügt werden. Die App zeigt wichtige Informationen wie Strecke, Dauer, Höhenprofil und Schwierigkeit auf einen Blick. Der Tourenplaner ermöglicht die automatische Routenerstellung durch Eingabe von Start- und Endpunkt oder das individuelle Planen durch Wegpunkte. Flexibilität in der Planung ist ein großer Vorteil - Wegpunkte lassen sich leicht verschieben.
Risiken und Datenschutz
Outdoor-Apps können Sportler*innen motivieren, Trainingsfortschritte sichtbar machen und helfen, Ziele konsequenter zu verfolgen. Gleichzeitig bergen sie auch Risiken - vor allem dann, wenn der digitale Wettbewerb zur Belastung wird. Wer sich dabei ständig mit anderen misst, läuft jedoch Gefahr, Warnsignale des Körpers zu ignorieren und sich zu überfordern.
Auch beim Datenschutz ist Vorsicht geboten. Nutzer*innen sollten daher nicht nur auf Funktionsumfang und Benutzer*innenfreundlichkeit achten, sondern auch die Datenschutzhinweise prüfen.
Fazit
Die Wahl der richtigen Outdoor-App hängt vor allem von den eigenen Trainingszielen und Vorlieben ab. Wichtig ist, dass die App den persönlichen Anforderungen entspricht und gleichzeitig den Datenschutz berücksichtigt.
| App | Sportart | Funktionen |
|---|---|---|
| Adidas Running | Laufen | Tracking, Community, Trainingspläne, Live-Tracking |
| Nike Run Club | Laufen | Kostenlos, Motivation, geführte Läufe |
| Strava | Laufen, Radfahren | Tracking, Community, Segmente, Analyse-Tools |
| Komoot | Radfahren, Wandern | Routenplanung, Navigation, Offline-Karten |
| Wikiloc | Radfahren, Wandern | Community-Routen, Navigation |
| RealityMaps | Wandern | 3D-Landschaft, Tourenplanung |
| Outdooractive | Wandern | Tourenauswahl, Routenplaner |
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