Affe auf Bike: Erfahrungen bei "7 vs. Wild" und mehr

Ann-Kathrin Bendixen, besser bekannt als "Affe auf Bike", ist eine Teilnehmerin der dritten Staffel von "7 vs. Wild".

Ann-Kathrin Bendixen und "7 vs. Wild"

Die dritte Staffel der erfolgreichen Survival-Show "7 vs. Wild" von Abenteurer Fritz Meinecke ist gestartet. Diesmal müssen die Teilnehmer in Kanada in der Wildnis von Kanada durchhalten. Mit dabei ist auch eine junge Frau aus Timmersiek (Schleswig-Holstein): Ann-Kathrin Bendixen, die sich im Internet "Affe auf Bike" nennt.

Die 23-Jährige zählt schon vor Beginn der Ausstrahlung zu den Lieblingen der Fans. Statt für Ausbildung oder Studium entschied sie sich nach ihrem Abitur für ein Leben auf dem Motorrad. Mit t-online hat sie über ihre Reisen und Erfahrungen gesprochen. Und auch darüber, was Fans nach "7 vs. Wild" von ihr erwarten können.

Die dritte Staffel von "7 vs. Wild" und der Kieling-Vorfall

Doch schon lange vor der Ausstrahlung der Folgen gab es heftige Diskussionen um die Fortsetzung des Erfolgsformates. Denn bereits vor Beginn der Dreharbeiten wurde Tierfilmer Andreas Kieling von dem Projekt ausgeschlossen, weil er Ann-Kathrin Bendixen beim Tanzen an den Po gefasst hatte.

Jeder habe von dem Vorfall erfahren, erklärte sie in der Sendung. Und dann seien schließlich die Reaktionen gekommen. "Das war unfassbar schrecklich für mich. Ich habe einfach nur existiert", sagte sie in der Talkshow. Die Nachrichten, die sie anschließend zitierte, reichten von üblen Beleidigungen bis zu Drohungen gegen ihre Familie. Bendixen sagte dazu, wie sehr ihr das zugesetzt hat: "Ich bin ein sehr starker Mensch, aber ich war kaputt."

Menschen hätten sie gefragt, ob sie sich nicht schämen würde, erinnert Bendixen sich. Dabei sagte sie selbst, dass das Thema für sie eigentlich schon früh erledigt war.

Tatsächlich hat Bendixen sich selbst lange nicht zu dem Thema geäußert. "7 vs. Wild"-Macher Fritz Meinecke ging allerdings in die Offensive. Er sprach detailliert über den Vorfall und erklärte, warum Kieling daraufhin von dem Projekt ausgeschlossen wurde. Bendixen sagte dazu: "Heute bin ich aber sehr, sehr dankbar, dass Fritz auch etwas dazu gesagt und ein Statement dazu gemacht hat."

Denn nach Meineckes Video hätten sich auch die Reaktionen ihr gegenüber massiv geändert. "Ich fand es sehr krass zu sehen, wie es plötzlich von 'Ich hasse die Alte' zu 'Ach, du tust mir so leid, du armes Mädchen' ging", sagte sie bei "Deep und deutlich".

Ann-Kathrin Bendixen über ihre Erfahrungen bei "7 vs. Wild"

Viele Wochen nach dem Dreh zur 3. Staffel von "7 vs. Wild" und kurz vorm Start der 3. Staffel sprachen wir mit Ann-Kathrin Bendixen alias Affe auf Bike über ihre Zeit in der Wildnis.

Ann-Kathrin: Ich hatte einfach Lust darauf. Das Format wirkt so real, dass man mit gutem Gewissen mitmachen kann ohne, dass man in der Serie in eine gewisse Rolle gedrängt wird. Durch die eigenen Kameraaufnahmen ist es eben besonders authentisch. Als Trash-TV-Teilnehmerin hätte ich das Gefühl, dass meine Ehre in den Brunnen fallen würde. Bei 7 vs. Wild steht man am Ende so da, wie man wirklich ist. Ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass ich sehr gut in das Format reinpasse. Ich habe auch auf meiner Reise mehrere Wochen mit Indigenen in Kanada zusammengelebt. Außerdem kann ich von mir behaupten, dass die Natur mein Zuhause ist.

Es gab schon vielleicht die ein oder andere Situation, bei der man sich im Nachhinein etwas ärgert und es ein wenig anders gemacht hätte, aber grundsätzlich hätte ich nichts unbedingt besser gemacht. Mir kam erst die Überlegung, ob man nicht direkt unten am Ufer bleibt, aber man könnte beim scouten auch so wichtige Ressourcen finden, sodass wir dann erstmal erforscht haben. Außerdem schaut man am Anfang immer erstmal nach einem Platz, an dem man am besten sein Shelter bauen könnte.

Insgesamt sind Hannah und ich reingegangen und mussten uns erstmal kennenlernen. Das hebt uns aber auch von der Mehrheit der Teams ab, denn es geht entweder in die Richtung, bei der man sich permanent anzickt oder aber in eine, woraus sich wirkliche Freundschaft entwickelt.

Fandest du es angemessen, wie mit dem Übergriff Kielings umgegangen wurde oder hättest du dir gewünscht, dass es auch nochmal in der Serie thematisiert wird?

Ann-Kathrin: Das war schon in Ordnung. Die Thematik musste jetzt nicht nochmal aufgeheizt werden, in dem man es extra nochmal in einer der Folgen erwähnt, dass es mir wegen Kieling so schlecht ging. Ich finde, das Projekt-Team hat gut reagiert und klar durchgegriffen. Außerdem finde ich es viel besser, dass man jetzt Joey [Kelly] und Jan [Schlappen] in den Vordergrund stellt, anstelle des Vorfalls. Zusätzlich wurde ich auch nochmal vom Behind-the-Scenes-Team angesprochen, inwiefern das alles für mich in Ordnung ist. Auch wenn die Situation scheiße war, muss man jetzt nicht auf emotionales Opfer machen.

Natürlich entwickelt man über die Zeit eine Bindung zueinander, aber ich glaube, dass ich das nicht groß beantworten möchte, weil gerade bei unserem Team die Entwicklung noch sehr spannend werden könnte.

Also das ganze Geschlechterding juckt mich persönlich jetzt nicht unbedingt. Meiner Meinung nach ist es viel wichtiger, welche Leute reinpassen. Generell ist die Survival-Szene nun mal eine Männerdomäne.

Viele denken ja, dass Panama so viel leichter wäre, aufgrund der Sonne oder der Palmen, aber es ist allein wegen der Luftfeuchtigkeit so schwierig gewesen, da man dadurch auch permanent am Schwitzen ist. Daher bin ich sehr froh in Kanada gewesen zu sein, wo ich mich auch deutlich besser auskenne. Auf meiner Reise mit dem Motorrad habe ich nämlich in der Nähe von Vancouver Island mit Indigenen zusammengelebt. Hätte ich mir eine Vegetationszone aussuchen dürfen, dann wäre es genau diese gewesen.

Ann-Kathrin Bendixens Weltreise

Ann-Kathrin Bendixen reißt schon seit Jahren alleine um die Welt.

Mit t-online wurde darüber gesprochen, wie sie auf die Idee gekommen ist, ganz allein mit dem Motorrad um die Welt zu reisen:

Vor über vier Jahren bin ich schwer erkrankt. An meinem rechten Auge wuchs eine Mukozele (Zyste innerhalb der Nasennebenhöhlen, Anm. d. Red.) und ihre Gefahr wurde leider viel zu spät erkannt. Ich musste notoperiert werden, weil sich die Entzündung ausgebreitet und auf Nerven gedrückt hat. Das waren heftige Schmerzen, zeitweise konnte ich auf dem Auge nichts mehr sehen. So habe ich mit 19 Jahren gelernt, wie unerwartet man einfach sterben könnte.

Ich lernte, dass Gesundheit die Welt bedeutet. Und von der wollte ich noch so viel sehen. Doch ein Arzt sagte mir, dass die Krankheit vor allem im ersten Jahr nach der OP am ehesten noch mal wiederkommt.

Genau. Mit nur 400 Euro in der Tasche und mit einem supergünstigen Motorrad mit schlechten Bremsen wollte ich ein paar Wochen Kraft tanken und etwas von der Welt sehen.

Ich bin erst mal runter in die Alpen, in die Schweiz, Österreich, weiter nach Italien, Kroatien. Dann habe ich fast alles von Europa mitgenommen, selbst die Kanarischen Inseln. Im Winter ging es hoch zum Nordkap. Später, als es finanziell besser wurde, bin ich nach Südamerika, fuhr durch Chile und Argentinien. Ich war in Afrika unterwegs, in Thailand, Island und zuletzt bin ich mit meinem Motorrad von Miami nach Alaska gefahren. Australien fehlt auf meiner Liste, aber das hebe ich mir für später auf.

Jedes Mal klopfte ich an der Tür und fragte, ob ich mein Zelt aufstellen darf. Dort erledigte ich kleine Arbeiten, passte auf die Kinder auf, half beim Renovieren, fuhr Trecker. Alles freiwillig, ohne Geld zu fordern. Oft steckten mir die Leute bei meiner Weiterfahrt noch ein bisschen was zu. Und ich bekam Tipps, wo ich als Nächstes schlafen könnte.

Da habe auch ich Erfahrungen machen müssen. Aber schlimme Dinge könnten einem doch auch in Deutschland vor der eigenen Haustür passieren. Andererseits macht das Frausein manches leichter: Auf Bauernhöfen wurde ich immer gerne aufgenommen. Vielleicht spielte da der Beschützerinstinkt eine Rolle. Insgesamt würde ich jedoch all die schlechten Erfahrungen für alle positiven Erfahrungen jederzeit wieder in Kauf nehmen.

Als mein Buch "Bikergirl: Wie ich die Freiheit suchte und das Leben fand" 2021 zum Bestseller wurde. Plötzlich hatte ich erstmals in meinem Leben eigenes Geld. Damit konnte ich mir weitere Reisen leisten - und ein neues Motorrad. Heute lebe ich sehr viel von meiner Reichweite in den sozialen Medien. Ich kenne sehr viele Influencer, die leider gar nicht sagen, wie viel Geld ihnen das bringt. Aber ohne das wäre mein Leben in dieser Form nicht möglich. Dafür bin ich sehr dankbar.

In Südamerika und Afrika etwa leben sehr viele Menschen in extremer Armut. Das können wir uns oft nicht vorstellen. Manche Menschen können sich ihre Medikamente nicht leisten oder müssen für das Überleben ihrer Kinder kämpfen. Es gibt keine Internetverbindung und kaum technischen Fortschritt. Daher bin ich umso dankbar für die Privilegien, die ich genieße.

Ich entwickle zwar sehr schnell eine Bindung zu Menschen, aber gehe beim Abschied positiv mit meinen Erinnerungen um. Statt den Abschied als traurigen Moment abzustempeln, speichere ich es mir als positive Erinnerung ab, die mir niemand mehr nehmen kann. Was aber manchmal schwierig ist, ist, dass ich die meisten Dinge in meinem Leben ganz alleine erlebe. Dann fehlt es, dass man selten mit Menschen über gemeinsame Erinnerungen sprechen kann.

Die gesundheitlichen Probleme von Ann-Kathrin Bendixen

Vor einigen Jahren war die Youtuberin schwer krank. "Ich hatte eigentlich nur eine ganz normale Nebenhöhlenentzündung. Zysten, Polypen et cetera", sagte sie in der Talkshow. Nach einer Operation bildete sich allerdings Narbengewebe, das sich bis in ihr Auge ausbreitete. Die Situation, sagt Bedixen, sei lebensbedrohlich gewesen.

Sie erinnert sich: "Ich hatte wirklich die Schmerzen meines Lebens. Ich dachte wirklich, ich sterbe, ich kann nicht mehr."

In dieser Situation sie ihr klar geworden: "Nur, weil du jung bist, heißt das nicht unbedingt, dass du alt wirst." Daraufhin beschließt sie, von nun an mehr erleben zu wollen, um eines Tages tatsächlich glücklich sterben zu können.

"Und heute kann ich sagen: Wenn ich jetzt sterbe, scheißegal, ich bin der glücklichste Mensch auf Erden." Sie habe keinen Sinn darin gesehen, eine Ausbildung oder ein Studium zu beginnen, "wenn ich im übertriebenen Sinne gar nicht weiß, lebe ich nächstes Jahr noch", erklärte sie weiter.

Umgang mit Hasskommentaren

Nach einem Vorfall in der Reality- Show "7 vs. Wild" wurde die Teilnehmerin der Staffel in den sozialen Medien mit heftigen Kommentaren konfrontiert. "Das war unfassbar schrecklich", so Ann-Kathrin rückblickend.

Einige Menschen werfen ihr vor, nur Drama machen zu wollen und sogar selbst Schuld am Vorfall zu sein.

Ich liebe gute Laune und ich liebe es positiv zu sein, aber in der Zeit fällt das teilweise schon schwer, wenn man sich den ganzen Bums hier durchliest. Ich frage mich bei sowas immer, wenn eure Mutter oder eure Tochter oder eure Schwester angegrabscht wird, sagt ihr das dann auch so? Ich kann das nicht ernst nehmen, wo leben wir denn?

Jetzt wisst ihr auch, warum es so ruhig um mich war. Weil ich einfach keinen Bock habe, mir diese ganzen Kommentare zu geben", erklärt Bendixen ihren Fans. Ihr fällt es schwer, den Hass überhaupt ernstzunehmen, was aber nichts daran ändert, dass ihr die Kommentare zu schaffen machen.

In der Talkshow Deep und Deutlich äußert sich Affe auf Bike zum Kieling-Vorfall bei 7 vs. Wild. Für sie war besonders die Zeit nach der Bekanntmachung „unfassbar schrecklich“. Wie sie verrät, musste sie täglich mit Nachrichten wie „Du scheiß Feministin“ oder „Du bist eh zu hässlich“ kämpfen. Obwohl sich Affe auf Bike als starke Person sieht, offenbart sie den Zuschauern, dass sie dieser Vorfall „kaputt“ gemacht hat.

„Es war wirklich plötzlich von ‚Ich hasse die Alte‘ hin zu ‚Oh du tust mir so leid‘.“ Auch die Moderatorin Aminata Belli fasst den Umstand passend zusammen: „Es ist halt so wahnsinnig schlimm, dass du einen Mann brauchst, der das bestätigt, damit dir andere Männer glauben.“

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