Airbag-Westen werden unter Motorradfahrern immer beliebter und sind das ultimative Sicherheits-Upgrade für das Motorrad-Outfit. Trotzdem gibt es noch einen großen Kampf zu führen. Obwohl es keine Autos mehr gibt, die ohne Airbag vom Band rollen, ist der Motorradairbag noch lange nicht alltäglich.
Schutztypen der Motorrad-Airbags
Das Motorrad-Airbagsystem ist so konzipiert, dass es den gesamten Oberkörper bei einem Unfall vor Hindernissen schützt. In Millisekunden füllt sich das System mit Luft, wodurch der Aufprall auf Schultern, Rücken, Brust und Hüfte reduziert und Knochenbrüche möglicherweise verhindert werden.
Verschiedene Airbag-Systeme für Motorradfahrer
Es gibt verschiedene Arten von Airbag-Systemen, die für Motorradfahrer entwickelt wurden:
- Universal-Airbagweste: Die Universal-Airbagweste kann über der eigenen Motorradjacke getragen werden und ist somit für jeden Jackentyp geeignet. Sie wird in der Regel durch eine am Motorrad angebrachte Schnur ausgelöst und geht bei einem Sturz los.
- Alpinestars Tech-Air Airbagsystem: Die Alpinestars Tech-Air Airbagweste ist für kompatible Motorradjacken von Alpinestars geeignet und wird in der Motorradjacke selbst getragen. Sie strafft sich mit den in der Motorradjacke vorhandenen Protektoren. Im Gegensatz zu Universal-Airbags ist das Tech-Air-System völlig eigenständig. Es gibt keine Verbindung zum Motor und auch die Sensoren sind alle in der Airbagweste integriert.
ADAC Crashtest von Airbag-Jacken für Motorradfahrer
Der ADAC hat 2020 die neueste Generation von Airbag-Jacken für Motorradfahrer im Crashtest überprüft. Im Ergebnis überzeugen alle Systeme - doch Wirkung hängt von der gefahrenen Geschwindigkeit ab.
Um zu überprüfen, wie leistungsfähig moderne Airbag-Bekleidungssysteme sind, hat der ADAC drei Produkte einem Crashtest unterzogen: Das Tech-Air Street-e System von Alpinestars, die Smart Jacket von Dainese und die eVest von HELD. Alle Produkte bieten zusätzlichen Schutz im Brust- und Rückenbereich. Erhöhtes Schutzpotenzial wirkt vorrangig nur bei Unfällen bis 50 km/h.
Ergebnisse des Crashtests
Entscheidend beim Crashtest war die so genannte Interventionszeit (Dauer vom ersten Anstoß bis zum vollständigen Aufblasen des Airbags), die im Idealfall unter 120 Millisekunden betragen sollte. Dadurch ist die schützende Wirkung der integrierten Airbags bei allen Produkten bereits vor dem Anprall des Motorradfahrers am Auto gegeben. Im ADAC Vergleich betrug die Interventionszeit bei allen drei Fabrikaten ca. So kann die Weste von HELD nach dem Auslösen vom Nutzer selbst wieder in Stand gesetzt werden. Bei den Produkten von Dainese und Alpinestars muss dazu der Händler beziehungsweise der Hersteller bemüht werden.
Testparameter
- Basierend auf ISO 13232
- Klassifikation: 313
- Geschwindigkeit Motorrad: 50 km/h
- Geschwindigkeit Fahrzeug: 0 km/h
- Anprallwinkel: 90°
- Überdeckung: 100%
- Motorrad: Suzuki Bandit GSF 600
- Messwerte: Geschwindigkeit des Motorrades, optische Bestimmung der Interventionszeit des Airbags (Video-Auswertung)
Die drei Crashtests wurden mittels High-Speed-Kameras mit 1000 Bildern pro Sekunde aufgezeichnet. Die Auswertung erfolgte beginnend mit der ersten Berührung fortlaufend in Schritten zu einer Millisekunde. Mit Hilfe eines Schlittengestells wurden Motorrad und Dummy positioniert und auf 50 km/h beschleunigt.
Weitere Erkenntnisse aus der ADAC Unfallforschung
Die Auswertung der ADAC Unfallforschung zeigt, dass bei über 60 % der Motorradunfälle weitere Fahrzeuge beteiligt sind. Die Hälfte dieser Unfälle wird durch ein Fehlverhalten des Fahrzeugführers ausgelöst. Häufigster Fehler ist das Missachten der Vorfahrt. Die Schutzwirkung der Kleidung wirkt im Geschwindigkeitsbereich bis ca. 50 km/h, daher wurde diese Innerorts-Unfallkonstellation gewählt.
Motorrad-Airbag-Jacken: Tipps für Biker
Hier sind einige Tipps für Motorradfahrer, die eine Airbag-Jacke oder -Weste kaufen möchten:
- Den eigenen Bedarf klären: Lieber eine Airbag-Weste über der vorhandenen Motorradschutzkleidung oder eine Airbag-Weste unter neu zu beschaffender Jacke?
- Die Hersteller sehen meist zusätzlich zum Airbag-Schutz eine Ergänzung durch feste Protektoren vor.
- Soweit möglich Bedienungsanleitungen der Produkte im Internet beschaffen und vorab studieren. Mit diesem Wissen können beim Beratungsgespräch vor dem Kauf die relevanten Fragen gestellt werden
- Eine ausgiebige Probefahrt mit der Airbag-Weste und der passenden Jacke durchführen. Hierbei besonders auf die Bewegungsfreiheit und das Gewicht der Kleidung achten
- Je nach Hersteller-Vorgabe: Produkt und Nutzer registrieren und System aktiv schalten (lassen). Wenn möglich, passende App auf Smartphone oder Tablet laden
- Regelmäßiges und rechtzeitiges Laden des Akkus nicht vergessen, ggf. Powerbank für das Aufladen unterwegs mitnehmen. Nicht während der Fahrt aufladen!
Verschiedene Airbag-Westen auf dem Markt
Es gibt viele Produkte auf dem Markt, die zum Drunter- oder Drüberziehen für beliebige Jacken und Kombis entwickelt wurden. Hier sind einige Beispiele:
- Alpinestars Tech-Air 5: Airbag-Weste, die unter jeder Textiljacke getragen werden kann, elektronischer Airbag.
- Dainese Smart Jacket D-Air: Weste, die über oder unter der Kleidung getragen werden kann, elektronischer Airbag, faltbar, zwei Schnitt-Varianten (Damen und Herren).
- Held eVest und eVest Pro: Airbag-System von In&Motion, inklusive Rückenprotektor.
- Klim Ai-1 Airbag Vest: Airbag-System von In&Motion, Rückenprotektor.
- Ixon IX U03 und U04: Airbag-System von In&Motion, Rückenprotektor.
- Gimoto V-Race 3.0 RR: Rindsleder-Weste, optional in Wunschfarben und aus Känguruleder, kabellos oder mit Reißleine auslösend, Rückenprotektor.
- Hit-Air CrossCountry: Textil-Weste mit mechanischem Airbag, in drei Größen erhältlich.
- Helite Turtle 2.0: Airbag-Weste mit mechanischem Airbag-System per Reißleine, Rückenprotektor.
- Büse Airbag-Weste: Airbag-Weste, mechanisches Airbag-System, herausnehmbarer Rückenprotektor.
- Spidi Full DPS Vest: Airbag-Weste in drei Größen, integrierter Airbag mit Reißleine, integrierter Rückenprotektor, Brustschutz optional.
Airbag-Kleidung für Motorradfahrerinnen
Für Motorradfahrerinnen gibt es spezielle Airbag Westen und Airbag Jacken, die auf die weibliche Anatomie abgestimmt sind. Diese Modelle zeichnen sich durch eine angepasste Schnittführung aus, die eine optimale Passform im Brust- und Hüftbereich gewährleistet, ohne dabei die Bewegungsfreiheit einzuschränken.
Airbag-Systeme von Held
Die elektronischen Airbag-Westen von Held bieten ein Höchstmaß an Sicherheit bei gleichzeitig maximalem Komfort für den Motorradfahrer. Das Herzstück der Westen ist die In&box des französischen Systemlieferanten In&motion.
- Held eVest: In dieser Weste kommt der neue PERFORMANCE Airbag von In&motion zum Einsatz. Dieser wurde speziell für die Anforderungen im Motorsport entwickelt, mit dem Ziel, den dort häufig vorkommenden Verletzungen nach seitlichen Stürzen, wie Schlüsselbein- und Rippenbrüchen effektiv vorzubeugen.
- Held eVest Clip-in: Ist eine Airbag-Weste, die mittels Clip-in Technologie in jede kompatible Held Jacke integriert werden kann. Für die Funktion der eVest Clip-in ist das Steuermodul In&box (Art. 92070.21) notwendig, das in der Rückenschale der Weste installiert wird. Die komplette Hard- und Software ist im Kleidungsstück enthalten, d.h.
Airbag-Kleidung: Teuer, aber lebensrettend
Die Airbag-Kleidung sollte dann zum Händler oder an den Hersteller geschickt werden, empfiehlt Matthias Haasper. Abhängig von Technik und Hersteller müssen die tragbaren Airbagsysteme zudem alle zwei bis drei Jahre zur Wartung geschickt werden.
Das ist etwas umständlich, und auch die Preise von Airbag-Kleidung erscheinen als Hürde: Aktuelle Westen fangen bei rund 300 Euro an, Airbag-Jacken und -hosen kosten ab rund 500 Euro aufwärts. Doch auf der anderen Seite können die Luftpolster Leben retten.
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