Airbag Kragen Fahrrad Test: Sicherheit und Komfort im Fokus

Der Fahrradhelm mit dem Namen Hövding ist eine wahre Revolution auf dem Markt. Der Hövding ist ein Airbag-Helm, der sich im Falle eines Sturzes blitzschnell aufbläst und den Kopf des Radfahrers schützt. Ziel ist jedoch nicht allein die Sicherheit der Radfahrer. Vielmehr ging es darum, einen Helm zu entwickeln, den wirklich jeder gern trägt.

Funktionsweise und Technologie

Der Airbag registriert plötzliche Beschleunigungen und soll sich beim Sturz in Sekundenbruchteilen aufblasen. Der Airbag wird um den Nacken gelegt und erkennt über eine spezielle Sensorik die Bewegungsabläufe beim Radfahren. Im Nacken befindet sich ein Kaltgasgenerator. Er füllt den Airbag im Ernstfall mit Helium. Dadurch entsteht eine Art Kapuze, die sich schützend um den Kopf legt und das Sichtfeld frei lässt.

Kernpunkt der Funktionsweise ist die Sensorik. Schließlich muss der Fahrradhelm genau erkennen, wann er aufgehen muss und wann nicht. Bis zu 200 Mal in der Minute werden deine Bewegungen erfasst und mit den gespeicherten Mustern verglichen. Eine rasante Fahrt durch das Gelände ist dann also kein Problem und der Airbag bleibt geschlossen.

Gefertigt ist das Produkt aus einem hoch resistenten Nylonstoff. Das bedeutet: selbst bei sehr spitzen oder rauen Oberflächen reißt das Material nicht ein. Der Helm bietet die Sicherheit also immer genau dann und an den Stellen, wo sie nötig ist. Verletzungen an der Schädeldecke, am Nacken und im Halsbereich werden vermieden.

Vor- und Nachteile des Hövding

Vorteile:

  • Besserer Schutz: Wenn sich der Hövding öffnet, bietet er besseren Schutz als herkömmliche Fahr­radhelme.
  • Sichtfeld: Außerdem bleibt dein Sichtfeld stets frei und ist nicht eingeschränkt.
  • Frisur: Du behältst deine Frisur und kannst unter Kunststoff und Hartschaum nicht schwitzen.

Nachteile:

  • Abhängigkeit vom Akku: Doch wenn der Akku nicht geladen ist, öffnet er sich nicht.
  • Nicht alle Situationen: Und auch mit geladenem Akku öffnet er sich nicht in allen Situationen zur rechten Zeit.
  • Tragekomfort: Den Trage­komfort beschrieben unsere Prüf­personen jedoch als gewöhnungs­bedürftig.
  • Gewicht: Der Airbag wiegt zirka 840 Gramm und liegt wie ein schwerer Schal um den Hals und im Nacken.

Testergebnisse und Erfahrungen

Im Labor haben wir ihn aufgeblasen geprüft - mit denselben Methoden wie herkömm­liche Fahr­radhelme. Durch den Rund­umschutz erzielte der aufgeblasene Airbag bessere Sicher­heits­noten als die Helme des Tests. Er schützt den Kopf sehr gut und verringert das Risiko für Hirn­verletzungen deutlich.

Ein Stuntman wagte in einem Crashtest für uns den Sprung über den Lenker. Dabei blies sich der Airbag recht­zeitig vor dem Aufprall auf den Boden auf. Jedoch schützt er nicht in allen Unfallszenarien so gut wie ein Helm. Hier seien herkömmliche Fahrradhelme eindeutig besser als ein Airbag, der sich ja erst entfalten muss.

Einige Radler und Radlerinnen verzichten auf einen Helm, weil er die Frisur zerstört. Der Hövding lässt Locken und Haartollen in Ruhe. Bei hohen Temperaturen fließt Schweiß. Den Hövding gibt es nur in einer Größe. Personen mit schmalem Hals können ihn enger stellen. Dann wirft er aber schnell unbe­queme Falten.

Hövding 2.0 und Weiterentwicklungen

Nachdem der Hövding 1.0 einige Jahre auf dem Markt getestet wurde, hat die schwedische Firma eine neue Version auf den Markt gebracht. Der Hövding 2.0 ist im August 2015 erschienen, doch was hat sich eigentlich geändert? Der Aufbau, die Materialien und auch der Schutzmechanismus sind gleich geblieben. Allerdings wurden viel mehr Datenmengen gesammelt, die die eingebauten Sensoren noch zuverlässiger machen. Daneben ist der neue Helm etwas leichter geworden und die Bedienung beziehungsweise die Anwendung wurde vereinfacht.

Wichtig ist, dass du das System immer erst unmittelbar vor dem Fahren aktivierst und stets den Akkustand prüfst. Die LEDS befinden sich an der Vorderseite des Kragens. Ist der Akku zu schwach und fällt während der Fahrt aus, bietet er natürlich keinen Schutz mehr. Deshalb: nur mit einem geladenen Akku oder ausreichend Laufzeit auf das Rad steigen.

Die Testergebnisse sind überraschend: der Airbag Helm ist deutlich sicherer als ein einfacher Fahrradhelm. Bei einem Aufprall mit 25 km/h kann es schon passieren, dass du zu 90% Verletzungen trotz Helm davonträgst. Mit dem Airbag Modell liegt die Wahrscheinlichkeit einer Verletzung bei 25 km/h bei 3%. Die Zahlen sprechen also für sich.

Alternativen zum Hövding

Die deutsche Firma Mase hat nun ein Schutzsystem entwickelt, das aktuell wohl die bestmögliche Sicherheit für Fahrradfahrer bietet. Die Airbags sind rund um Kopf, Nacken und Oberkörper platziert und verfügen über einen Steißbeinschutz. Alle 3,6 Millisekunden berechnet der Airding die Lage neu und überprüft auf potenzielle Stürze.

Eine andere Alternative zum Hövding hat das Berliner Innovationsbüro nFrontier entwickelt: den Helm Pylo. Seine Besonderheit: Er beherbergt einen Airbag für das Gesicht. Bisher hat das Berliner Unternehmen nFrontier diesen nur als Prototypen vorgestellt.

Insolvenz von Hövding

Ende 2023 meldete der Hersteller Insolvenz an. Unter anderem hatte es Berichte gegeben, wonach manche Akkus sich zu schnell entladen hatten. Die schwe­dische Verbraucher­schutz­behörde musste zwar ein Verkaufs­verbot für den Helm wieder zurück­nehmen, Hövding glaubte aber nicht, verlorenes Vertrauen wieder herstellen zu können. Auf hovding.com teilt die Insolvenz­verwaltung auf Eng­lisch mit, dass sie keine Garan­tiefälle annimmt.

Unabhängig von freiwil­ligen Herstel­lergaran­tien hat der Händler aber zwei Jahre ab Kauf die Pflicht zur Gewährleistung bei Sachmängeln. Wenn weder Reparatur noch Austausch möglich sind, müsste also das Geschäft oder der Online-Shop das Geld zurück­geben.

Fazit der ADAC Tester

Der Hövding 3 wurde im Rahmen des großen ADAC Fahrradhelm-Tests außer Konkurrenz getestet und erhält daher kein ADAC Urteil. Aber einige Erkenntnisse haben die Tester gewonnen.

  • Ein spannendes Produkt mit einer sehr hohen Schutzfunktion vor Kopfverletzungen, wenn er sich voll entfaltet hat.
  • So lässt sich der Airbag-Kragen auf den Halsumfang des Trägers einstellen, man kann den Bezug wechseln, der Akkustand wird per LED angezeigt und eine App ist verfügbar.

Zusammenfassung

Der Hövding Airbaghelm ist ein innovatives Produkt, das im Falle eines Sturzes einen besseren Schutz als herkömmliche Fahrradhelme bieten kann. Dennoch gibt es einige Nachteile, die berücksichtigt werden sollten, wie die Abhängigkeit vom Akku und der eingeschränkte Schutz in bestimmten Unfallsituationen.

Es ist wichtig, sich vor dem Kauf gründlich zu informieren und die eigenen Bedürfnisse und Fahrgewohnheiten zu berücksichtigen, um die richtige Wahl für die persönliche Sicherheit zu treffen.

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