Cube E-Bike Akku im Test: Modelle, Technologien und Leistung

Die Fakten zum Cube Stereo Hybrid One44

Das brandneue Stereo Hybrid One44 tritt als Nachfolger des beliebten Allrounders in große Fußstapfen. Doch die Waldershofer wollen den Topseller in fast allen Belangen noch besser gemacht haben. Die offensichtlichste Neuerung ist die Position des Dämpfers. Statt senkrecht vor dem Sitzrohr zu stehen, liegt er nun waagerecht unter dem Oberrohr. Im Bike steckt schon der frische Bosch CX 2025 samt 800er-Akku. Auch mit der großen Batterie wiegt unser Testbike 700 Gramm weniger als der ähnlich ausgestattete Vorgänger mit 750er-Akku. Alternativ kann auch der neue 600er (900 Gramm leichter) verbaut werden. Der Akku wird bei Bedarf klassisch nach vorne aus dem Unterrohr geklappt und ist per Schlüssel gesichert. Hier wagt Cube keine Experimente.

Schön zu sehen: Das One44 ist auch für den Enduro-Einsatz und 150 Kilo Systemgewicht freigegeben. Eine praktische Schnittstelle für einen Frontscheinwerfer erhöht den Nutzwert im Alltag.

Die Batterie am Stereo One44 ist per Schlüssel gesichert und kann klassisch nach vorne aus dem Unterrohr genommen werden.

Bosch Performance Line CX: Neuer Motor, behutsame Updates

Der neue Bosch CX liefert dieselbe Leistung wie der Vorgänger. Das Fahrgefühl ist aber nochmal spürbar besser, bergab klappert der Motor nicht mehr.

Die Geometrie des Cube Stereo Hybrid One44

Bei der Geometrie übernimmt Cube nach eigener Aussage weitestgehend die Werte des Vorgängers. Der Sitzwinkel ist aber ein Grad steiler, der Lenkwinkel ein Grad flacher geworden. Noch mal 0,6 Grad flacher für noch mehr Laufruhe wird’s mit der drehbaren Lagerschale im Steuersatz. Die Kettenstreben bleiben mit 450 Millimeter in Größe S und 457 Millimeter in den Größen M bis XL recht lang. Größte Änderungen am neuen Chassis: Das Sitzrohr fällt jetzt kürzer aus, um Platz für längere Teleskopstützen zu schaffen.

EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)

  • Sitzrohrlänge: 414 mm
  • Radstand: 1270 mm
  • Reach: 476 mm
  • Stack: 635 mm
  • Lenkwinkel: 64,5 Grad
  • Sitzwinkel: 76 Grad
  • Kettenstrebenlänge: 458 mm

Die Züge laufen durch den Steuersatz in den Rahmen. Der Lenkwinkel lässt sich durch zwei drehbare Lagerschalen um 0,6 Grad feintunen.

Ausstattung: One44 TM jetzt mit GX Transmission

Der Einstiegspreis für das neue Cube Stereo Hybrid One44 liegt bei 4499 Euro für die Variante „Race“. Mit SLX, TM, Action Team und SLT folgen vier weitere Modelle. Das Topmodell soll 8499 Euro kosten und 23 Kilo wiegen. Unser Testbike One44 TM ist mit 5999 Euro etwas teurer als der direkte Vorgänger, kommt dafür aber auch mit elektronischer GX Transmission Schaltung statt der mechanischen GX Variante.

Praktisch: Der Strom für die Schaltung kommt aus dem Hauptakku, so muss keine separate Batterie geladen werden. Federelemente aus Fox-Performance-Baureihe, Newmen-Laufräder und Purion 400 Display sind obere Mittelklasse, die MT7 Bremsen von Magura waren an unserem Testbike absolut top!

Die GX-Transmission ist richtig wertig und an E-MTBs für unter 6000 Euro quasi nie zu haben. Smart: Durch die Verbindung per Kabel zum Hauptakku muss man keine separate Batterie für die E-Schaltung laden.

Ausstattung des Cube Stereo Hybrid One44 TM:

  • Gabel / Dämpfer: Fox 36 Performance / Float X Performance
  • Schaltung: Sram GX Transmission (12-fach)
  • Bremsen: Magura MT7, 203/203 mm
  • Laufräder: Newmen Beskar 30
  • Reifen: Schwalbe Magic Mary/Big Betty, Supertrail/Supergravity, 29 x 2,4
  • Besonderheiten: Verstellbarer Lenkwinkel, X-Link-Schnittstelle für Scheinwerfer

Im Test: So fährt sich das Cube Stereo Hybrid One44 TM

Schon im Stand hat man das Gefühl, mit Cubes neuem Allrounder viel Rad vor sich zu haben. Der Rahmen wirkt lang, das Unterrohr massig, aber die Sitzposition gefällt. Allerdings: Ganz so tourenorientiert wie der Vorgänger Stereo Hybrid 140 ist das neue One44 nicht mehr. Man sitzt jetzt leicht sportlich angehaucht und etwas nach vorne orientiert, der niedrigere Stack bringt den Lenker ein wenig tiefer. Das dürfte allen gefallen, die das Bike nicht in erster Linie auf Strecke im Flachen bewegen.

Uphill mit dem neuen Bosch-Motor

Der neue Bosch-Motor drückt dem Cube bergauf seinen Stempel auf. Für einen Power-Motor der 85-Newtonmeter-Klasse säuselt er angenehm leise vor sich hin und zeigt sich sehr direkt und immer top kontrollierbar. Selbst in anspruchsvollsten Uphill-Passagen macht das Cube so eine gute Figur. Lange Kettenstreben, der steilere Sitzwinkel und der niedrigere Stack halten die Front selbst in Extremsituationen souverän am Boden. Auch das Fahrwerk macht bei unserem Testbike One44 TM noch einen besseren Job als beim Vorgänger. Es sackt in Steilstücken bergauf weniger ein und verbessert so Handling und Kontrolle, ohne dass an anderer Stelle Traktion fehlt. In Summe ist das eine wirklich gelungene Performance.

Starker Motor, lange Kettenstreben, gut abgestimmter Hinterbau: Im Uphill lässt das Stereo One44 nichts anbrennen.

Downhill-Performance

Bergab ergibt sich ein ähnliches Bild. War hier der Vorgänger schon souverän, setzt Cube in allen Belangen noch einen drauf und verleiht dem neuen Bike zudem eine etwas sportlichere Note. Durch den verlängerten Radstand und den flacheren Lenkwinkel kommt schon mit der steileren Steuersatz-Einstellung jede Menge Laufruhe auf. Das Fahrwerk des neuen Bikes erlebten wir als sehr definiert und poppig. So fällt es leicht, sich mal an einer Wurzel in die Luft zu drücken oder durch gezieltes Pushen über Wellen Schwung zu generieren.

Ebenfalls gelungen: Werden die Strecken schnell und anspruchsvoll, bleiben die Federelemente des neuen One44 souverän und geben den Hub nicht zu leicht frei. Der Vorgänger rauschte deutlich schneller durch den Hub und kam dadurch bei hohem Tempo früher ans Limit. Die Ausstattung unseres Testbikes ist stimmig gewählt. Das Fox-Performance-Fahrwerk mit 36er-Gabel und Float‑X-Dämpfer kann ebenso überzeugen wie Maguras MT7-Bremse. Der stabile Schwalbe-Supergravity-Hinterreifen passt zum hohen Bergab-Potenzial des Bikes.

Von Tour bis Trail macht das neue Cube One44 überall eine gute Figur.

Die Kehrseite von so viel Fahrsicherheit: Wenn die Trails flacher und die Kurven enger werden, sammelt das neue Cube keine Bestmarken. Der Vorgänger mit etwas kompakterem Radstand wirkte hier trotz des grenzwertig plüschigen Fahrwerks agiler. Lob gibt’s dagegen für die Soundkulisse. Selbst in hartem Geläuf bergab bleibt das Cube Stereo Hybrid One44 bemerkenswert leise und animiert mit der etwas tieferen Front und dem längeren Radstand zu viel Tempo. Kein Enduro natürlich, doch der auf dem Papier moderate Federweg wird im Gelände erst bei richtig hohem Tempo und harten Einschlägen überhaupt spürbar.

EMTB-Bewertung des Cube Stereo Hybrid One44 TM

Stärken:

  • Hohe Fahrdynamik
  • Ausgewogenes Fahrwerk
  • Reichweite und Motorpower
  • Preis/Leistung

Schwächen:

  • In engen Kurven etwas träge

Das neue Cube hat fast keine Schwächen: Downhill, Uphill, Reichweite. Das ist alles top! Bei der Ausstattung bleibt preistypisch noch Luft nach oben. In engen Trails wirkt das lange Bike manchmal ein bisschen sperrig.

Bosch PowerTube Akkus im Detail

Mit der kompakten Integration im Unterrohr hat Boschs PowerTube Akku das Design von E-Bikes revolutioniert. Und nicht nur das. Dank bis zu 750 Wattstunden Kapazität braucht man sich auch in Puncto Reichweite keine Sorgen mehr zu machen. Wir stellen das aktuelle PowerTube LineUp vor.

Der Bosch PowerTube Akku hat großen Anteil an dieser Entwicklung.

Das Unterrohr des Rahmens ist prädestiniert für die Aufnahme des Akkus. Das Versteck schafft Platz im Rahmendreieck für Zubehör wie Flaschenhalter oder Taschen. Manche E-Bikes bieten auch die Option, hier einen Zweit-Akku zu montieren (Range Extender). Die erweiterte Reichweite und -höhe kann beispielsweise bei einer Alpenüberquerung entscheidend sein. Weitere Vorteile: Der PowerTube verlagert den Schwerpunkt so weit wie möglich nach unten, was die Fahreigenschaften des E-Bikes verbessert.

Die hochwertigen Lithium-Ionen-Akkus sind mit einem speziellen Batterie-Management ausgestattet. Dadurch werden potentielle Fehlerquellen umgehend erkannt und die Zellen vor Überlastung, zu hohen Temperaturen und Tiefentladung geschützt. Darüber hinaus kennen die Akkus keinen Memory-Effekt. Das heißt, sie können unabhängig von ihrem Ladezustand jederzeit geladen werden. Egal ob kurz oder lang. Sollte der Ladevorgang unterbrochen werden, schadet dies dem Akku nicht. Es ist auch nicht zwingend nötig, den Akku hin und wieder vollständig zu entladen.

Smartes System vs. System 2

„Das smarte System“ - Immer mehr Bosch E-Bike Komponenten tragen diese Auszeichnung. Die Technologie stellt eine drahtlose Verbindung zwischen den Antriebskomponenten und dem Smartphone her. Via eBike Flow App können Nutzer zahlreiche Funktionen steuern, zum Beispiel die individuelle Anpassung der Fahrmodi. Aber welche Vorteile bietet das System speziell für die smarten Akkus? Es verbessert das Energie-Management, so dass zum Beispiel Ladestand, Reichweite und aktueller Verbrauch exakter angezeigt werden.

Das klassische Antriebssystem ohne Vernetzung läuft unter dem Signet „Bosch eBike System 2“. Bei den Leistungen der Antriebe gibt es gegenüber Smart keine Einschränkungen, aber das Motor-Feintuning und die weiteren Möglichkeiten der eBike Flow App fallen natürlich weg. Außerdem müssen Firmware-Updates vom Fachhändler durchgeführt werden. Im Hinblick auf die allgemeine Entwicklung sind wir uns aber sicher, dass das smarte System in Zukunft das System 2 komplett ablösen wird.

Jeder Hersteller hat seine eigene Technik, wie der PowerTube im Unterrohr verbaut ist. Aber es ist in aller Regel möglich, den Akku zu entnehmen. Sei es zur Überwinterung im Keller, oder um ihn außerhalb des E-Bikes zu laden.

Die Vorteile und Daten im Überblick

  • Niedriges Gewicht
  • Lange Lebensdauer
  • Kein Memory-Effekt dank Lithium-Ionen-Technik
  • Optimaler Schutz des Akkus im Unterrohr
  • Schlankes E-Bike-Design möglich

*Reichweite: Den Beispielwert haben wir mit Hilfe des Bosch Online Reichweiten-Tools ermittelt. Folgende Präferenzen liegen zu Grunde: Touren-/Trekkingbike mit Performance Line CX Motor, 110 kg Systemgewicht (E-Bike + Fahrer/in), Fahrt im ECO Modus, Trittfrequenz ca. 75 rpm, hügelige Topografie. Bei Nutzung von schubstärkeren Modi verringert sich die Reichweite sukzessive.

**Ladezeit: Bei Verwendung des Bosch Standard-Ladegerätes mit 4A (Maximum beim smarten System). Schnell-Ladegerät mit 6A bislang nur für System 2 erhältlich. Weitere Option: Compact Charger für unterwegs mit 2A, erhältlich für beide Systeme.

Die Akku Typen und ihre Einsatzbereiche

PowerTube 750

Das PowerTube Flaggschiff gibt es ausschließlich innerhalb des smarten Systems. Der PowerTube 750 liefert nochmals 20 Prozent mehr Reichweite als der 625er Akku! Damit sind selbst seriöse Alpentouren mit langen Tagesetappen und Anstiegen machbar. Der Luxus geht allerdings auf Kosten von Gewicht und Volumen. Denn beide Werte erhöhen sich ebenfalls um 20 Prozent. Der PowerTube 750 baut rund sieben Zentimeter länger als der 625er. Deshalb ist es oft nötig, dass die Hersteller eine entsprechende Rahmenvariante dafür entwickeln müssen.

PowerTube 625

Der PowerTube 625 ist die wohl meist-verbreitete PowerTube-Variante. 625 Wattstunden sind ideal für Tagestouren und bieten auch im Alltag reichlich Reserven. Wer sucht in der City schon gerne ständig nach einer Lademöglichkeit? Auch Mountainbiker brauchen sich in Puncto Reichweite und Höhenmeter kaum Sorgen zu machen. Man sollte nur nicht allzu oft und lange den Turbo-Modus nutzen. Lieber etwas herunterschalten, dann hält der 625er genauso lange durch wie der 750er.

PowerTube 500

Wir empfehlen eine Leistung von 500 Wattstunden als das Minimum bei E-Bikes. Es gibt kaum einen Grund, tiefer zu gehen. Höchstens im Leichtbau, oder wer ausschließlich in der Stadt unterwegs ist. Der PowerTube 500 bietet aber immer noch genügend Leistung für viele Einsatzbereiche. Zum Beispiel für die tägliche Fahrt ins Büro oder auf Tagestouren mit gemäßigten Höhenmetern. Entscheidend ist auch ein cleverer Einsatz der Unterstützungsstufen. Wer auf flachen Streckenabschnitten konsequent den Eco-Modus nutzt, kann aus dem PowerTube 500 viele Kilometer Reichweite kitzeln.

PowerTube 400

Der normale PowerTube 400 (eBike System 2) wird nur noch selten verbaut. Deshalb führen wir ihn lediglich der Vollständigkeit halber auf. In der Stadt und im Nahverkehr hat er aber noch seine Berechtigung. Auf dem Weg in die Shops ist allerdings sein Nachfolger, der brandneue CompactTube 400. Dieser Akku wurde speziell für den Einsatz an sportlichen Leicht-E-MTBs, Gravelbikes und minimalistischen Urban E-Bikes entwickelt. Wir werden den Newcomer in Kürze vorstellen.

E-Bike Akku Selbsttest und professionelle Analyse

Zweifelst du an der Leistung deines E-Bike-Akkus? Ein Selbsttest ist möglich, aber ohne die richtige Ausrüstung oft ungenau. Du kannst den Akku deines E-Bikes grundsätzlich selbst testen, allerdings ist die Zuverlässigkeit solcher Tests ohne spezielle Ausrüstung meist begrenzt. Mit der Zeit verschleißt ein Akku und verliert an Kapazität.

Theoretisch lässt sich diese Kapazität durch das Entnehmen eines konstanten Stroms messen - in der Praxis ist das jedoch ohne passende Messtechnik kaum möglich. Als Alternative kannst du die Ladezeit deines Akkus beobachten. Angenommen, dein Ladegerät lädt mit 2A und der Akku benötigt 6 Stunden für eine vollständige Ladung - dann beträgt die aktuelle Kapazität etwa 12Ah. Wenn dein Akku ursprünglich 14Ah hatte, zeigt das bereits einen gewissen Kapazitätsverlust. Bei älteren Akkus scheint der Ladevorgang oft endlos zu dauern, was eine genaue Schätzung zusätzlich erschwert.

Du hast das Gefühl, dass dein E-Bike-Akku nicht mehr einwandfrei funktioniert und möchtest eine zuverlässigere Analyse als eine einfache Eigenmessung? Dann kannst du deinen Akku gerne von uns testen lassen. Mit unserer professionellen Testausrüstung messen wir schnell und objektiv den aktuellen Zustand deines Akkus. Auch wenn du eine einfache Eigenkontrolle deines E-Bike-Akkus durchführen kannst, ist diese Methode ohne Spezialgeräte oft ungenau. Die Kapazitätsmessung über die Ladezeit kann einen groben Hinweis geben, liefert jedoch vor allem bei älteren Akkus kein verlässliches Ergebnis.

Wenn du Klarheit über den Zustand deines Akkus möchtest, ist der Gang zum Profi die beste Lösung. Professionelle Messtechnik ermöglicht eine präzise, objektive Beurteilung - und falls dein Akku noch unter Garantie fällt und nicht mehr die gewünschte Leistung bringt, kann direkt für Ersatz gesorgt werden. So stellst du sicher, dass dein E-Bike wieder volle Leistung bringt und der Akku möglichst lange hält.

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