Flyer E-Bike im Test: Ein umfassender Überblick

Einleitung

Bei idealem Wetter wurde das Elektrofahrrad Flyer von BikeTec genauer unter die Lupe genommen. Das Fahrrad wurde im flachen Land ohne Berge und Steigungen getestet, bei Windstille und ca. 12 °C. Der Akku war voll geladen und das Fahrrad wurde aus dem Winterschlaf geweckt. Der Fahrer wiegt ca. 80 kg.

Probefahrt mit dem Elektrofahrrad Flyer von BikeTec - Der Akku

Ein solcher Test wäre nichts ohne einen vollen Akku. Aus diesem Grund haben wir uns den Akku geschnappt und in das Ladegerät gestellt. Mit Verwunderung waren noch 4 von 5 Punkte vorhanden, d.h. der Akku hat sich von September 2013 bis März 2014 gerade mal im 1/5 entladen. Natürlich befand sich der 12Ah Akku nicht im Fahrrad und wurde im Haus aufbewahrt. Für einen solchen Zeitraum kann sich die Entladung des Akkus sehen lassen.

Nachdem wir auch den fünften von fünf Punkten geladen haben, ging es also los. Noch einmal kurz Luft aufgepumpt, den Akku eingesetzt, die Staubschicht vom Winter beseitigt stand es nun da, das Pedelec Flyer von Biketec und wartete sehnsüchtig wieder bewegt zu werden. Vorher kamen aber noch das Fotoshooting und der Videodreh an die Reihe. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.

Wie funktioniert der Antrieb beim Elektrofahrrad Flyer

Bei diesem Model befindet sich die Tretunterstützung im Tretlager, Sensoren am Lager ermitteln den Kraftaufwand und geben in 3 verschiedenen, vorher zu definierenden Stufen eine Unterstützung dazu. Die Stunden stellt man über das LCD-Display ein, hier kann man zwischen ECO, Standard und High wählen. Je nach Einstellung verringert und passt sich die Reichweite an. In diesem Modell befindet sich ein 12Ah Akku, mit dem man nach Herstellerangaben gute 90 km zurücklegen kann. In unserem Test haben wir das E-Bike 128 km bekommen, allerdings im ECO-Modus und auch im flachen Land. Die 90 km Herstellerangabe ist demnach sehr realistisch.

Im Modus „High“ ist die Kraft vom Motor deutlich zu spüren, der Antrieb ist dennoch sanft und gibt keinen Ruck beim Losfahren. Der Akku ist abgeschlossen und somit vor Diebstahl geschützt. Weiß man einmal nicht mehr wie groß die Kapazität noch ist, so drückt man einfach auf den „Push“-Button und die roten Lampen zeigen einem dem Ladezustand vom Akku an. Alle 5 Lampen bedeuten, der Akku ist voll geladen.

Hersteller vom Akku ist Panasonic, einer der führenden Hersteller für Akkus. Ein Akku ist immer mit das Herzstück bei einem Elektrofahrrad, hier sollte man nicht sparen und direkt einen Guten kaufen. Mit dem 12Ah Akku wurde bei der Anschaffung nichts verkehrt gemacht.

Die Bremsen vom Flyer Pedelec

In der höchsten Unterstützungsstufe bekommt man schnell 23 bis 24 km/h auf den Tacho, hier ist es wichtig, dass auch die Bremsen an einem solchen Fahrrad zu den Geschwindigkeiten passen. Wer schlechte Bremsen hat, der geht ein hohes Risiko im Straßenverkehr ein. Bei diesem Elektrofahrrad können Sie sich beruhigt in die Bremse legen. Durch die Scheibenbremsen Rollerbrakes reagiert das Fahrrad ohne große Verzögerung und stoppt so wie man es über den Bremshebel dosiert.

Auch bei Regen oder feuchter Luft ist durch die Scheibenbremsen die Art Trommelbremse ein hohes Maß an Sicherheit vorhanden. Wasser und Feuchtigkeit stören hierbei nicht beim Greifen der Bremsbelege. Von der Bremskraft sollen die Rollenbremsen jedoch nicht an Scheibenbremsen herankommen. Aufgrund der zu erreichenden Geschwindigkeiten sollte man immer daran denken einen Helm zu tragen.

Weitere Details zum Fahrrad

Das Fahrrad selbst hat eine 8-Gang Shimano Gangschaltung, einen Nabendynamo und ein Tiefeinsteigerrahmen. Dieses Fahrrad ist somit auch ideal für ältere Personen die nicht auf die Mobilität verzichten wollen und nicht mehr ganz so gelenkig sind. Der Gepäckträgerkasten ist nicht Serie und wurde zusätzlich montiert. Hier kann z.B. das Ladegerät mitgenommen werden oder ein kleiner Einkauf.

Durch die Federgabel wurden kleine Unebenheiten und Gullideckel problemlos gemeistert. Die Federgabel hat die Straßenschäden meist sehr gut ausgeglichen.

Unser Fazit von der Probefahrt

Durch den tief sitzenden Motor und den Akku an der Sattelstange hat das Fahrrad einen vernünftigen Schwerpunkt, der gerade bei Kurven besonders wichtig ist. Das Rad selbst macht einen sehr sicheren Eindruck, fährt sich sehr stabil und lässt sich sehr gut beherrschen. Während der Tests hatte man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl unsicher zu sein. Stiftung Warentest hat dem Flyer leider keine gute Note verpasst. Ein Nachteil von dem Fahrrad, das hohe Gewicht. Jedes Elektrofahrrad wiegt mehr als ein normales Fahrrad, wenn man dies z.B. aus einem Fahrradkeller hochfahren möchte, kommen schwächere Personen schnell an ihre Grenzen.

Unser Tipp für Sie: Schauen Sie vor dem Kauf nach den Vorjahresmodellen, hier können Sie bei der Anschaffung sparen und kennen bereits die Kinderkrankheiten der Elektrofahrräder.

Flyer Uproc X 2.10 - Test: Wie gut ist das Einstiegsmodell?

In den letzten Jahren hat sich Flyer von seinem ursprünglich eher gediegenen Image verabschiedet. Die E-MTBs der Schweizer werden immer moderner, trail-lastiger und abfahrtsstärker. Im neuen Uproc X mit Bosch-Antrieb scheint diese Entwicklung einen (vorläufigen?) Höhepunkt zu finden. Wir haben uns das Einstiegsmodell Flyer Uproc X 2.10 für 5999 Euro zum Test vorgenommen und seine Allround-Qualität untersucht.

Das neue Flyer Uproc X kommt mit einem sehr progressiv gezeichneten Chassis. Die Geometrie könnte glatt zu einem E-Enduro passen. Hier haben wir aber ein Bike der Kategorie All Mountain mit “nur” 150 Millimetern Hub und Mullet-Laufrädern vor uns. Das lässt Erinnerungen an das ebenfalls sehr progressiv ausgelegte Light-E-MTB der Schweizer aufkommen: Das Uproc SL:X mit Bosch Performance SX.

Andere Parameter bleiben beim neuen Uproc X mit Boschs Performance CX typisch Flyer: Der Carbon-Rahmen ist durchdacht und hochwertig. An der Front kann unkompliziert ein Licht angeklipst werden, das direkt vom Haupt-Akku mit Strom versorgt wird. Das klappt über die magnetische Monkey-Link-Kupplung mit verschiedenen Frontleuchten.

Nicht nur der Hauptrahmen, auch Hinterbau und Umlenkhebel sind am neuen Uproc X aus Carbon. Der Rahmen ist wertig verarbeitet und robust ausgelegt. Unter dem Vorbau sitzt eine Monkey-Link-Schnittstelle. Hier kann ein Frontlicht magnetisch angeklickt werden, das den Strom direkt aus dem Haupt-Akku bezieht.

Wiederum eher untypisch für Flyer: dass es für 6000 Euro überhaupt schon ein E-Fully mit Vollcarbon-Rahmen gibt. Für günstige Preise sind die Schweizer weniger bekannt. Logisch, dass man beim Einstiegsmodell 2.10 Abstriche bei der Ausstattung machen muss. Die ist eher auf Einstiegsniveau und kann nicht ganz mit den Konkurrenten der Testgruppe mithalten. Weder die Suntour-Gabel noch der günstige Rockshox-Dämpfer oder die gruppenlosen Shimano-Stopper mit unergonomischen Hebeln rufen Begeisterung hervor. Erfreulich, dass das Flyer Uproc X 2.10 trotz dieser Dämpfer eine starke Performance im Gelände hinlegt.

Die Fakten zum Flyer Uproc X 2.10

  • Motor: Bosch Perf. CX, 85 Nm max. Drehmoment
  • Akku: 625 Wh (entnehmbar)
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Federweg: 150 / 150 mm
  • Laufradgröße: 29 / 27,5 Zoll
  • Rahmengrößen: S, M, L, XL
  • Preis: 5999 Euro
  • Gewicht: 140 kg (Testbike in Größe L, EMTB-Messung)
  • Zulässiges Gesamtgewicht: 140 kg (Herstellerangabe)

Der E-Bike-Antrieb

Im Einstiegsmodell 2.10 verbaut Flyer den Powertube-Akku mit 625 Wh, doch es passt auch der größere 750er, wie er in den teureren Modellen ab Werk steckt. Bosch-typisch liefert aber auch der 625er-Powertube schon eine sehr gute Reichweite. Die Batterie ist mit einem Bolzen gesichert und wird nach unten aus dem geschlossenen Unterrohr gezogen. Das klappt ohne Werkzeug und recht geschmeidig - auch wenn diese Form der Integration den Akku-Wechsel etwas umständlicher gestaltet, als klassische Klapp-Lösungen.

Der aktuelle Bosch Performance CX spielt in schwierigen Ansteigen seine Stärke voll aus, denn er ist kräftig, top modulierbar und beschleunigt spritzig. Um seine volle Leistung zu entfalten, braucht es allerdings einen etwas stärkeren Tritt vom Fahrer als bei manch anderem E-Motor, etwa dem Shimano EP801. Spritzig, stark, geschmeidig: Der Bosch Performance CX ist ein Uphill-Künstler. Schade: Es klappert bergab.

All in geht Flyer bei den Bosch-Accessoires. Das Uproc X 2.10 kommt mit kabelloser Mini-Remote, dem Systemcontroller im Oberrohr und obendrein einem Kiox 300 Display. Das ist alles andere als Sparprogramm. Wer ein minimalistisches Cockpit bevorzugt, kann das Kiox-Display unkompliziert abstecken. Dann zeigen die LEDs im Controller den Akku-Ladestand und die gewählte Unterstützungsstufe an.

Die Geometrie

Flyer zeichnet das neue Uproc X besonders sportlich und modern. Flacher Lenkwinkel, sehr langer Reach, tiefes Tretlager und ein super steiler Sitzwinkel. Auffällig ist auch der lange Radstand. Werte, die auch einem Enduro-Bike gut zu Gesicht stehen würden. Damit ist das Bike gewappnet für schwere Abfahrten. Durch das kurze Sitzrohr kann die Größe nach dem Reach - passend zu persönlichen Vorlieben - gewählt werden. In der Dämpferaufnahme gibt es zudem einen Flipchip, über den die Geometrie etwas angepasst werden kann.

EMTB-Messwerte im Überblick (Rahmengröße L)

  • Sitzrohrlänge: 433 mm
  • Radstand: 1285 mm
  • Reach: 493 mm
  • Stack: 644 mm
  • Lenkwinkel: 64 Grad
  • Sitzwinkel: 77,5 Grad
  • Kettenstrebenlänge: 448 mm

Die Ausstattung des Flyer Uproc X 2.10

  • Gabel / Dämpfer: SR Suntour Aion 36 / Rockshox Deluxe Select
  • Schaltung: Shimano Cues 11-fach, 34; 11-50 Zähne
  • Bremsen: Shimano MT420, 203/203 mm
  • Laufräder: Flyer-Naben, DT Swiss H552-Felgen
  • Reifen: Onza Porcupine TRC, 29 x 2,4'' / GRC 27,5 x 2,6''
  • Besonderheiten: Monkey-Link-Halterung für Frontlicht, haltbare Linkglide Kette und Kassette

Praxistest: So fährt sich das Flyer Uproc X 2.10

Schon beim ersten Aufsitzen spürt man die progressive Geometrie des neuen Uproc X. Der steile Sitzwinkel positioniert den Fahrer weit vorne im Bike, das gilt auch bei großem Stützenauszug. In der Ebene lastet recht viel Druck auf den Handgelenken, doch in steilen Anstiegen spielt die Position ihre Vorteile aus. Super kontrolliert klettert das Flyer technische Passagen empor. Motor, Traktion, Position - hier stimmt alles, im Uphill zeigt sich das Flyer sehr souverän.

Auch wenn sich der Trail ins Tal neigt, kann das Uproc X überzeugen. Der sehr lange Reach gibt viel Bewegungsspielraum und spannt den Fahrer sportlich übers Bike. Dank seines langen Radstands nimmt das Bike ruppige Geraden wie auf Schienen. Die Heckfederung arbeitet unauffällig, aber in jeder Situation souverän. Und das trotz des günstigen Dämpfers.

Die Stärken des Flyer Uproc X liegen klar bei Nehmerqualität und Laufruhe. Doch unhandlich fährt sich das Flyer nicht. Es lässt sich sogar recht lässig aufs Hinterrad oder in die Luft ziehen.

Die Suntour-Gabel kann dem Hinterbau zwar nicht ganz folgen, macht ihre Sache aber solide. Nur bei schnellen Schlägen fehlt Komfort, das wird auf längeren Abfahrten schnell anstrengend. Dafür taucht die Gabel kontrolliert durch den Hub. Bei anderen Forken im günstigen Preissegment funktioniert das häufig weniger gut und bringt dann Unruhe in die Fahrt.

Und wenn Gabel und Bremsen die Downhill-Qualitäten auch leicht dämpfen: Die Stärken des Bikes liegen klar bei Nehmerqualität und Laufruhe. Unhandlich fährt sich das Flyer trotzdem nicht. Es lässt sich sogar recht lässig aufs Hinterrad oder in die Luft ziehen.

EMTB-Bewertung des Flyer Uproc X 2.10

Bergauf setzt das Bike die Bestmarke, auch im Downhill spielt es ganz vorne mit. Echte Schwächen sucht man vergebens, doch die Stärken liegen im Gelände, nicht auf seichten Touren.

Stärken Schwächen
Sehr souveräne Klettereigenschaften Ausstattungsqualität nur mäßig
Hochwertiges und top-modernes Chassis Motor klappert
Sportliches Trail-Handling mit viel Laufruhe

Das EMTB Fazit

Das neue Flyer Uproc X ist ein fahrstarkes und sportliches All Mountain mit hoher Geländekompetenz. Überragend bergauf, super sicher bergab. Sportliche Trail-Biker sind hier richtig. Die günstige Ausstattung des Einstiegsmodells 2.10 beschneidet das Potenzial allerdings etwas.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0