Aldi Laufrad Test: Ein Überblick

Laufräder sind für Kinder oft der erste Schritt in Richtung Mobilität. Doch wie sicher sind diese Fahrzeuge wirklich? Stiftung Warentest hat in einem großen Laufrad-Test erstaunliche Ergebnisse erzielt.

Schnäppchen oder Fehlkauf? Aldi im Fokus

Seit Ende 2002 prüft die Stiftung Warentest regelmäßig Aktionswaren verschiedener Discounter. Einmal im Jahr wird Bilanz gezogen, um Schnäppchen von Fehlkäufen zu unterscheiden. Im Vergleich der fünf Anbieter untereinander birgt Aldi das geringste Fehlkaufrisiko.

Aktionsware geht über das normale Sortiment des Anbieters hinaus und wird nur zeitweise verkauft. Die Ergebnisse im Schnelltest entscheiden darüber, was am Ende als Schnäppchen, Fehlkauf oder Mittelmaß rangiert.

Ein Fehlkauf zeichnet sich durch schlechte Qualität aus, die auch durch einen günstigen Preis nicht aufgewogen werden kann. Ein Schnäppchen hingegen überzeugt durch gute oder akzeptable Qualität zum Niedrigpreis.

Qualität im Wandel: Lidl holt auf

Während in der Vergangenheit stets Aldi der Schnäppchenkönig war, hat sich Lidl nun dazugesellt. In den letzten fünf Jahren ist die Qualität der Lidl-Aktionsartikel gestiegen, der Discounter hat aufgeholt. Gemeinsam mit Aldi bildet Lidl jetzt die Doppelspitze der Schnäppchenkönige. Beim Vergleich der fünf Anbieter untereinander birgt Aldi das geringste Fehlkaufrisiko.

Der Penny-Flop: Schadstoffe im Laufrad

Ein Negativbeispiel war das Holz-Kinderlaufrad von Penny, das im Juli durch zu viele Schadstoffe in den Griffen, Klemmgefahr für die Finger und eine zu niedrige Sitzposition für Dreijährige auffiel. Auf test.de konnte im Juli jeder lesen: „Das Penny-Holzlaufrad ist mangelhaft.“

Die Tester stellten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sowie den Phthalat-Weichmacher DEHP in hohen Konzentrationen in den Griffen fest. Weil dieser Weichmacher die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen kann, ist er EU-weit für Spielzeug verboten. Zusätzlich sendete die Stiftung Warentest eine Pressemitteilung aus, um vor dem Flott-Holzkinderlaufrad zu warnen.

Worauf achten beim Laufradkauf?

Beim Laufrad-Kauf dürfen weder Eltern noch Kinder sich von coolen Designs und bunten Farben locken lassen. Das Laufrad ist ein Verkehrsmittel, deshalb steht hier die Sicherheit an erster Stelle. Deshalb unbedingt das Laufrad vor dem Kauf mit dem Kind zusammen testen, um zu schauen, ob Kind und Laufrad gut zusammen passen.

Wichtig ist auch die richtige Größe des Laufrads. Für ein schwungvolles Abstoßen sowie ein effektives Nutzen des Laufrads sollten die Beine beim Sitzen auf dem Sattel leicht angewinkelt sein. Um sicherzugehen, dass die Größe des Laufrades mit dem Körperbau Ihres Kindes harmoniert, sollte das Kind unbedingt einmal zur Probe auf dem Modell sitzen.

Klar kann es (und kommt es) beim Laufradfahren zu dem ein oder anderen Sturz - und je nach Temperament eures Kindes vielleicht auch zu ganz vielen Stürzen. Deshalb ist ein Helm immer Pflicht - auch Eltern sollten als gute Vorbilder einen Helm tragen.

Kinder wachsen sehr schnell, besonders zwischen zwei und vier Jahren schießen manche förmlich in die Höhe. Deshalb ist es eine Überlegung wert, ein gebrauchtes Laufrad zu kaufen. Aber auch beim Secondhand-Kauf gilt: vorher testen, ob Kind und Bike zusammen passen.

Laufrad-Test von Stiftung Warentest

Stiftung Warentest hat in Ausgabe 12/2021 13 Kinderlaufräder getestet. Nur zwei schnitten mit “Gut” ab, eins mit "Befriedigend". Die übrigen zehn fielen wegen zu hoher Schadstoffbelastung durch. Von 13 im Warentest untersuchten Laufrädern schnitten zehn mit “Mangelhaft” ab. Bei allen Bikes ist die mangelhafte Bewertung auf eine zu hohe Schadstoffbelastung in den Griffen, Sitzen und Reifen zurückzuführen.

Stiftung Warentest hat nach ihrem Laufrad-Test zehn Hersteller mit den negativen Testergebnissen konfrontiert. Daraufhin haben drei Anbieter ihren Kund*innen angeboten, die beanstandeten Teile auszutauschen. Fünf Hersteller meldeten sich bei Stiftung Warentest zurück, sahen aber keinen Handlungsbedarf und zwei Laufrad-Marken haben gar nicht reagiert.

Testsieger im Überblick

  • Puky LR Light
  • Early Rider Superply Bonsai 12''

Das 3,6 kg leichte Aluminiumlaufrad weist gute Fahreigenschaften auf und punktet gerade bei noch recht kleinen Kindern durch einen besonders niedrigen Einstieg. So kommt man auch mit kurzen Beinchen ohne Umfall-Gefahr aufs Bike. Das Fahrverhalten ist aufgrund der großen luftgefüllten Reifen top. Besonders beliebt bei den Kindern: Das Puky LR Light hat ein Trittbrett, sodass man bei schneller Fahrt die Füße hochstellen kann.

Das schicke Laufrad aus Birkenholz ist jedoch leider ein Auslaufmodell und wahrscheinlich nicht mehr lange erhältlich. Aufgrund der großen Luftreifen soll es sich sehr gut fahren. Zudem ist es mit 3,7 kg sehr leicht. Im Gegensatz zum Puky besitzt es jedoch kein Trittbrett und keinen Ständer.

Bekannte Marken

  • Puky
  • Kettler
  • Woom
  • Early Rider
  • Banwood
  • Hudora

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