Laufräder sind nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein wichtiger Teil des Fahrwerks. Sie bestimmen mit ihrer Breite, welche Form der Reifen annimmt und mit welchem Luftdruck dieser gefahren werden kann. Das sind starke Argumente, alte Schmalspurlaufräder in Rente zu schicken und ans Zweit- oder Drittrad zu verbannen und in neue Technik zu investieren. Aber auf welche Bauart sollte man setzen? Konventioneller Aufbau oder Systemrad? Welche Gewichte sind realistisch? Überleben Carbon-Felgen einen Ritt durch Steinfelder, oder ist es gar verrückt, auf Carbon ernsthaft über Fels und Wurzelbretter zu rattern?
Klar, jeder will ein leichtes Laufrad. Aber Laufräder müssen vor allem auch robust sein. Denn wenn das Rund versagt, ist die Luft nicht nur aus dem Reifen raus, sondern auch aus der Traum-Tour.
Breite Felgen und ihre Vorteile
Mit den aktuellen Breitfelgen - im Test liegt das mittlere Innenmaß bei rund 30 Millimetern - lässt sich der Druck senken, Komfort und Grip steigen. Die mittlere Innenweite der Felgen liegt bei 30 Millimetern, das erlaubt niedrige Reifendrücke. Das breite Boost-Einbaumaß - 110 mm vorne, 148 mm hinten - macht die Laufräder steif.
Alle Felgen im Test sind für Schlauchlosbetrieb geeignet. Die effektiven Durchmesser aber schwanken.
Materialien im Vergleich: Carbon vs. Aluminium
Carbon ist der Stoff, um Laufräder so leicht wie möglich zu machen. Aber nur durch reichlichen Fasereinsatz werden diese auch so robust, dass die Performance über jeden Zweifel erhaben ist. Und dann ist der Gewichtsvorteil zu den besten Alu-Rädern dahin.
Die Vernunft sagt daher: Alu in seiner besten Form bleibt erste Wahl.
Vor- und Nachteile von Carbon-Laufrädern
- Vorteile:
- Leichtigkeit
- Potenzial für hohe Robustheit bei ausreichendem Fasereinsatz
- Nachteile:
- Hohe Kosten
- Fertigungsschwankungen können die Haltbarkeit beeinflussen
- Versagen oft früher im Crashtest als Aluminiumfelgen
Vor- und Nachteile von Aluminium-Laufrädern
- Vorteile:
- Ehrliches Materialverhalten (Beulen statt plötzlichem Bruch)
- Homogenität des Materials
- Günstiger als Carbon
- Nachteile:
- Höheres Gewicht im Vergleich zu Carbon
- Beulenbildung bei starkem Aufprall
Der Schlagtest: Wie robust sind die Felgen wirklich?
Einen Stein übersehen, oder voll in eine Wurzel gesprungen? Wenn der Reifen durchschlägt, zählt die strukturelle Festigkeit der Felge. Mit einem Schlagtest haben wir überprüft, was die Felge wegstecken kann. Dazu haben wir die Laufräder 20 Grad geneigt aufgespannt und einen 7,5 Kilogramm schweren Kunststoffhammer aus fünf Höhen auf das Felgenhorn donnern lassen. Alu-Felgen bekommen dabei schnell Beulen, deren Tiefe wir vermessen haben (Tabellenwerte oben). Carbon-Felgen haben wir auf sichtbare Schäden kontrolliert und auf der höchsten Schlagstufe bis zu fünf Versuche an fünf unterschiedlichen Stellen unternommen. Manchmal gehen vier Versuche schadlos gut, und beim fünften bricht die Felge. Bewertet haben wir bei Carbon die höchste schadensfreie Stufe, bei Bruch haben wir zusätzlich um eine Stufe abgewertet. Bei Alu werten wir die Stufe, bei der die Verformung unter einem Millimeter bleibt.
Ergebnisse des Schlagtests
Große Unterschiede offenbart der Crashtest. Hier zeigt die Carbon-Felge von Syntace (1600 Gramm) extreme Nehmerqualitäten und bleibt auch unter harter Überlast intakt, die Alu-Felgen einknicken lässt wie eine leere Dose Bier. Alle anderen Carbon-Felgen versagen viel früher, spätestens bei der Schlagstufe 5; zeigen teilweise aber auch schon vorher kleine Schäden, die nicht immer leicht zu entdecken sind, aber eine Keimzelle für den Totalausfall sein können.
Kleinere Beulen kann man auch wieder rausbiegen, aber wenn die Flanke bricht, wie bei Sun Ringlé, ist die Tour zu Ende. Die Größe der Beulen variiert stark. Newcomer Newmen ragt in dieser Disziplin bei Alu-Rädern heraus und holt sich auch ein "Super" als Endurteil. Die Beulresistenz ist sehr viel besser als bei allen anderen Felgen, dank einer leicht ausgestellten Flanke, abgeschaut vom Motocross-Bereich.
| Hersteller | Material | Ergebnis im Schlagtest |
|---|---|---|
| Syntace | Carbon | Besteht Schlaghöhe 5 locker |
| Acros | Carbon | Reißt bei Schlagstufe 5 |
| Sun Ringlé | Aluminium | Reißt bei Schlagstufe 5 |
| Newmen | Aluminium | Sehr beulresistent, selbst bei Schlagstufe 5 |
Ausgewählte Laufradsätze im Test
Im Folgenden werden einige der getesteten MTB-Laufradsätze detaillierter betrachtet:
9th Wave Dirt-SW27
Fazit: Die leichte, asymmetrische Breitfelge scheint baugleich mit der von Acros, teilt aber auch deren Schlagempfindlichkeit. Sehr guter, homogener Aufbau. Sehr gute Steifigkeit.
ACROS A-Wheel ED Race Boost Carbon 27,5
Fazit: Leichtester Laufradsatz im Test. Dünne Speichen und asymmetrische Carbon-Felge drücken Gewicht und Trägheit bei sehr guter Steifigkeit. Für felsiges Terrain nicht ausreichend schlagfest.
BONTRAGER Line Pro 30
Fazit: Top für tubeless: Profiliertes Kunststoffband und ausgeprägtes Tubeless-Horn/Bett lassen den Reifen fest im Oversized-Reifensitz einrasten. Frühe Delamination kostet Punkte.
BULLS Hattori
Fazit: Die voluminöse Breitfelge sitzt steif zwischen den Flanschen, ist aber nicht sehr schlagfest. Zudem ist die Einspeichung recht ungleichmäßig. Felge scheint baugleich mit Castle.
CASTLE CC Morgenstern 27,5"
Fazit: Die Felge scheint baugleich mit Bulls, ist im Schlagte...
Steifigkeit und Gewicht
In Sachen Steifigkeit profitieren alle Räder von der Boost-Bauweise. Durch die breiten Einbaumaße stehen die Felgen standhaft zwischen den Flanschen, obwohl dünnste Speichen wie die Sapim CX-Ray zum Einsatz kommen. Systemräder, also speziell aufeinander angepasste Naben, Speichen und Felgen realisieren dabei etwas niedrigere Gewichte als konventionelle Aufbauten.
Die Radsätze drücken mit 1400 bis 1950 Gramm auf die Waage, wobei sich das Alu-Modell von Newmen mit 1597 Gramm zwischen die Carbon-Räder mischt, die das Gewichts-Ranking naturgemäß anführen.
Extra Stabile Laufräder
Neben einer Vielzahl an Vorderrädern und Hinterrädern mit Nabe bzw. Nabendynamo und Laufradsätzen bieten wir Ihnen auch extra stabile Laufräder an. Dieses ist unter Umständen sehr sinnvoll, wenn die Laufräder besondere Belastungen in Form von hohem Gewicht schadlos wegstecken sollen. So sind Sie vor Felgen- oder Speichenbrüchen sehr gut gefeit.
Bei den extra stabilen Laufrädern handelt es sich um Vorder- und Hinterräder, die je nach Modell z.B. über dickere (meist 2,34 mm) und mehr Speichen (meist Dickendspeichen, Eindickendspeichen oder Doppeldickendspeichen) verfügen oder bei denen die Felge besonders stabil und mit einem bestimmten Profil gebaut wurde. Auch wenn ein hochwertiges Laufrad schon sehr langlebig und stabil ist, so können Sie die extra stabilen Laufräder meist nochmal mehr und höher belasten.
Beachten Sie, dass die Speichen immer eine optimale Spannung aufweisen sollten, ansonsten ist bei hoher Belastung ein Speichenbruch vorprogrammiert. Dieses kann bei zu wenig, aber auch bei zu viel Spannung passieren. Benutzen Sie neben den stabileren Laufrädern am besten auch dickere Fahrradreifen.
Dieses dickere Luftpolster der "dickeren Puschen" sorgt dafür, dass Stöße und Schläge beim Überfahren von Wurzeln, Steinen, Bodenunebenheiten usw. gut abgefedert werden. Hier fungieren die dicken Reifen sozusagen als Stoßdämpfer und können die Felge und die Speichen effektiv vor Beschädigungen schützen.
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Fahrradfelgen-Kaufberatung: So Wählen Sie das Richtige Produkt
Wer gerne und viel Fahrrad fährt, weiß den Wert einer hochwertigen Fahrradfelge zu schätzen. Bevor Sie eine Fahrradfelge kaufen, sollten Sie daher auf einige Eigenschaften achten. Fahrradfelgen müssen nicht nur zur Größe der Reifen und der Schläuche passen, sondern vor allem zur Größe der Person, die darauf fahren soll.
Grundsätzlich gibt es Fahrradfelgen für das vordere und das hintere Laufrad. Hinterradfelgen sind jedoch mit einem Zahnkranz versehen, der die Fahrradkette bewegt und an Ort und Stelle hält. Ebenfalls relevant bei der Wahl der passenden Fahrradfelge ist die Tauglichkeit für verschiedene Fahrradbremsen. Verbreitet sind Felgen- und Scheibenbremsen.
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