Im Herzen Europas, wo die Alpen majestätisch Frankreich, Italien, die Schweiz und Österreich verbinden, gibt es Gebirgspässe, die jedes Radfahrerherz höher schlagen lassen. Sie führen durch atemberaubende Landschaften, vorbei an klaren Bergseen und durch malerische Täler. In den Alpen gibt es über 200 Passstraßen. Ob es nun das Timmelsjoch ist, das Österreich mit Italien verbindet und mit 1.800 zu fahrenden Höhenmetern ganz schön herausfordernd ist oder der Vršič-Pass als höchster asphaltierter Gebirgspass Sloweniens mit seiner unberührten Natur. Alle Pässe sind nicht nur ein Test für die Ausdauer und das Können eines jeden Radfahrers, sondern auch ein Fenster zu den schönsten Naturlandschaften Europas, darunter die höchstgelegene Panoramastraße in Deutschland, die Rossfeld-Panoramastraße.
Top 11 der schönsten Alpenpässe für Rennradfahrer
1. Timmelsjoch
Das Timmelsjoch, das auf 2.474 Metern Österreich und Italien verbindet und das Ötztal mit dem Passeiertal verknüpft, zählt zu den anspruchsvollsten Herausforderungen für Rennradfahrer in den Alpen. Die Südrampe windet sich in zahlreichen Kehren über 1.800 Höhenmeter hinauf und markiert mit ihrem anspruchsvollen Anstieg den Abschluss des Ötztaler Radmarathons. Von der Nordseite aus führt die Route zunächst in einigen Serpentinen bis zur Mautstation, durchquert dabei eine abwechslungsreiche Landschaft mit grünen Wiesen, um dann über einen direkten Anstieg durch karge Steinwüsten die Passhöhe zu erreichen. Eine geniale Tour startet in Sölden und führt zum Timmelsjoch.
2. Vršič-Pass
- Verbindet: Kranjska Gora - Soca Tal
- Passhöhe: 1.611 Meter
- Strecke: ca.
Der Gebirgspass, südlich des Wurzenpasses an der Grenze zwischen Österreich und Slowenien gelegen, verbindet Kranjska Gora im Norden mit den Orten im Soča-Tal und zählt zu den bekanntesten Straßenanstiegen Sloweniens. Malerisch winden sich 25 Kurven hinauf zum 1.611 Meter hohen Vršič-Pass. Auf der Fahrt genießt man den Blick auf den idyllischen See Jasna, kommt an der Russischen Kapelle vorbei und kann die Aussicht auf den namensgebenden Vršič-Gipfel sowie die majestätischen Berge der Julischen Alpen bewundern. Der Pass ist von beiden Seiten gut befahrbar, allerdings sind auf der Nordseite viele Kurven mit Kopfsteinpflaster versehen, was nasse Abfahrten gefährlich machen kann.
3. Stilfser Joch
Als höchste Passstraße Italiens ist das Stilfser Joch bekannt. Diese kurvenreiche Straße, die Bormio in der Region Lombardei mit Prad in Südtirol verbindet, zeichnet sich durch 48 Kehren aus und gehört damit zu den beliebtesten und kurvigsten Straßen der Welt. Während der Fahrt eröffnen sich den Radfahrern atemberaubende Blicke auf den König Ortler, der fast 4.000 Meter in die Höhe ragt. Die berühmte und kurvenreiche Strecke, bekannt für ihre anspruchsvollen Anstiege und als Königsetappe des Giro d’Italia gefeiert, bietet ein einzigartiges Erlebnis für jeden Radsportbegeisterten. Empfehlenswert ist die Rennradstrecke zum Stilfser Joch von Prad aus.
4. Großglockner-Hochalpenstraße
- Verbindet: Salzachtal - Mölltal
- Passhöhe: 2.504 m
- Strecke: ca.
Die Großglockner-Hochalpenstraße führt am höchsten Berg Österreichs entlang, dem Großglockner (3.798 m), von Bruck im Salzachtal im Norden nach Heiligenblut bzw. Winklern ins Mölltal im Süden. Der höchste Punkt der Straße durchsticht auf 2.504 Metern Höhe den Alpenhauptkamm mit einem Tunnel. Von dort sind verschiedene Tourenvariationen optional einbindbar. Wie auf den Fuscher Törl (2.428 m), zur Edelweisspitze, dem höchsten Punkt der Radtour (2.571 Meter) oder zur Franz-Josephs-Höhe (2.362 Meter). Unglaublich schön fahrt ihr durch den österreichischen Nationalpark Hohe Tauern mit Blick auf den Großglockner oder den Pasterzengletscher, den längsten Gletscher Österreichs (9 km).
5. Rossfeld-Panoramastraße
- Lage: Berchtesgaden
- Passhöhe: 1.600 m
- Strecke: ca.
Wunderschön ist die Fahrt über Deutschlands höchstgelegene Panoramastraße bei Berchtesgaden. Beliebt ist die Rossfeld-Panoramastraße besonders bei Autofahrern, aber auch Rennradfahrer finden hier perfekte Bedingungen. Der Scheitelpunkt auf fast 1.600 Metern ist von beiden Richtungen - über den Obersalzberg oder von Unterau über Oberau - gut zu beginnen. Auf der Scheitelstrecke erwartet euch ein weitläufiges Hochplateau über den Bergrücken entlang dem Berchtesgadener und Salzburger Land, fast ohne Steigung, teilweise auf österreichischem Gebiet, mit tollen Ausblicken. Ihr schaut auf das gewaltige Bergmassiv des Hohen Göll, den Kehlstein oder das Dachsteingebirge sowie den malerischen Untersberg. Entlang der Strecke erwarten euch urige Bauernhäuser und ihr fahrt neben grünen Almwiesen die Kurven hinauf.
6. Alpe d’Huez
Die meisten werden ihn zumindest schon einmal im Fernsehen gesehen haben: den Pass zum französischen Skidorf Alpe d’Huez. Auf 21 Serpentinen schlängeln sich zahlreiche Radfahrer die bekannte Strecke über 14 Kilometer und 1.118 Höhenmeter durch die Französischen Nordalpen hinauf und fahren damit einen der berühmtesten Anstiege des Radsports und Klassiker der Tour de France. Seit fast 48 Jahren ist der Pass eine Schlüsseletappe der Tour de France und ist seither extrem beliebt.
7. Sustenpass
Der Sustenpass verzaubert mit seiner hochalpinen Kulisse und verbindet auf eindrucksvolle Weise den Kanton Uri mit dem Kanton Bern, was ihn zu einem der geschätzten Pässe in der Zentralschweiz macht. Während der Fahrt eröffnen sich Blicke auf zahlreiche Dreitausender, darunter die Fünffinger (3.023 m), das Sustenhorn (3.503 m) oder die Wendenstöcke (3.042 m) im Norden. Von Westen aus fahrt ihr 34 Kilometer durch das Gadmertal zur Passhöhe und von der Ostseite 18 Kilometer über das Meiental von Wassen aus. Die Route führt durch insgesamt 14 Tunnel und hat Steigungen von maximal neun Prozent. Unser Streckentipp ist die Tour von Innertkirchen nach Wassen über den Sustenpass.
8. Riedbergpass
Radfahren auf Deutschlands höchstgelegener Passstraße? Das könnt ihr auf dem Riedbergpass im malerisch schönen Allgäu an der Grenze zu Österreich. Der Riedbergpass verbindet die beiden Orte Obermeiselstein und Balderschwang und hat mit Steigungen von bis zu 16 % und einem Scheitelpunkt auf 1.420 Metern Höhe einiges zu bieten. Beginnt ihr eure Fahrt von der Ostrampe in Obermaiselstein, erwarten euch zahlreiche Kurven, während die Westrampe ab Balderschwang ein etwas flüssigeres Fahrerlebnis bietet. Der Pass eignet sich hervorragend für eine Rundtour, zum Beispiel von Fischen über Krumbach und Immenstadt zurück zum Ausgangspunkt. Eine empfehlenswerte Tour führt von Obermeiselstein hinauf auf die Scheitelhöhe und wieder hinunter.
9. Sellaronda
Die Sellaronda zählt zu den populärsten Radrouten und führt über vier Pässe - den Passo Sella (2.240 m), Passo Pordoi (2.239 m), Passo Campolongo (1.875 m) und Passo Gardena (2.121 m) - rund um die Sella-Gruppe in den Dolomiten. Mit durchschnittlichen Steigungen zwischen 7 und 12 % durchfahrt ihr alpine Bergwiesen und vorbei an felsigen Gipfeln, darunter Langkofel und Plattkofel. Unterwegs blickt ihr auch auf die vergletscherte Marmolata - den höchsten Berg der Dolomiten (3.343 m). Ein beliebter Startpunkt für die Tour ist Corvara im Gadertal oder Wolkenstein im Grödner Tal. Es ist egal in welche Richtung ihr eure Tour beginnt, häufig startet man aber zum Sellajoch, fährt über das Pordoijoch und den Campolongopass nach Corvara und über das Grödner Joch zurück nach Wolkenstein. Auf dieser Strecke überwindet ihr knapp 1.800 Höhenmeter auf 58 Kilometern.
10. Col du Galibier
Der Col du Galibier, ein anspruchsvoller Gebirgspass in den französischen Alpen, liegt auf 2.642 Metern und verbindet die Regionen Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur. Diese berühmte Passstraße führt von Maurienne nach Oisans und gilt als klassischer Anstieg der Tour de France. Am Scheitelpunkt eröffnet sich ein atemberaubender Rundumblick auf die französischen Alpen, einschließlich des Ecrinmassivs, und bei klarer Sicht sogar auf den Mont Blanc. Unterwegs verändert sich die Landschaft von blühenden Alpenwiesen und Schatten spendenden Wäldern zu kargen und beeindruckenden Mondlandschaften in den höheren Regionen.
11. Mont Ventoux
Der Mont Ventoux in den provenzalischen Alpen (auch bekannt als Gigant der Provence, Wächter der Provence, weißer Riese, windige Berg) ist 1.912 Meter hoch und sein Pass zählt zu den berühmtesten Etappen der Tour de France. Er thront im Département Vaucluse als höchster Berg der Region über der Provence mit seinem markanten, kahlen und weißen Gipfel. Vom Gipfel aus eröffnet sich ein atemberaubender Panoramablick, der vom Mittelmeer bis zu den Hochalpen reicht. Ihr steht dabei in einer kargen, fast unwirklichen Felsenwüste, über die oft der Mistral weht - daher auch der Beiname „windiger Berg“. Unser Tourentipp ist eine Rundtour über die Südrampe ab Bédoin.
Weitere bemerkenswerte Alpenpässe
Neben den bereits genannten Pässen gibt es noch zahlreiche weitere, die für Rennradfahrer von Interesse sein könnten:
- Grand St. Bernard: Die Passstraße zwischen Martigny im Kanton Wallis und Aosta im italienischen Aostatal ist etwa 70 Kilometer lang.
- Penser Joch: Eine Alternative zur flachen Route entlang der Eisack für Rennradfahrer, die von Bozen nach Sterzing fahren möchten.
- Pico del Veleta: Der höchste mit dem Rennrad anfahrbare Punkt Europas.
- Col de la Bonette: Oft als höchster Alpenpass bezeichnet, obwohl er von anderen Pässen überragt wird.
- Col de l’Iséran: Tatsächlich der höchste Alpenpass.
- Colle del Nivolet: Im Schatten des Col de l’Iséran, mit einer gut befahrbaren Südanfahrt.
- Kaunertaler Gletscherstraße: Eine Panoramastraße mit einem schönen Gepatsch-Stausee.
- San Bernardino Pass: Verbindet Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin mit Graubünden.
Tipps zur Vorbereitung
Für die Vorbereitung auf einen der Pässe empfehlen wir ein umfangreiches Training im Vorfeld. Die zahlreichen Höhenmeter sind eine Herausforderung, selbst für sportlichere Radfahrer. Um die malerische Natur entlang der Strecke genießen zu können, ist eine gute Kondition unerlässlich. Denkt auch an die passende Ausrüstung, bequeme Radkleidung und Schutz- und Reparaturtools.
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