Mathieu van der Poel: Mountainbike-Training, Comeback und Saisonziele

Mathieu van der Poel, einer der weltbesten Klassiker-Fahrer, blickt nach einem herausragenden Jahr voller großer Siege und Erfolge optimistisch und mit Vorfreude auf die kommende Saison. In einem ausführlichen Interview mit der belgischen Sporza hat der Niederländer über seine Ziele gesprochen.

Comeback nach Sturz beim Mountainbike-Weltcup

Mathieu van der Poel hat ein Mountainbike-Wochenende zum Vergessen erlebt. Bei seiner Rückkehr in den Weltcup im tschechischen Nove Mesto stürzte er schon in der Eröffnungsrunde zweimal und musste das Rennen mit einem Kahnbeinbruch aufgeben.

Van der Poel (Alpecin - Deceuninck) hatte sich sein Comeback im Mountainbike-Weltcup sicher anders vorgestellt. Bei der Rückkehr auf den Offroad-Kurs in Nove Mesto endete das Rennen für den Niederländer bereits nach wenigen Minuten. Van der Poel, der vom 30. Startplatz ins Rennen ging, versuchte zunächst, sich durch das Feld nach vorne zu kämpfen. Dabei kam es nach knapp drei Minuten zum ersten folgenschweren Zwischenfall. Der amtierende Straßenweltmeister übertrieb es bei seiner Aufholjagd und stürzte am Streckenrand. Dadurch fiel er auf Rang 60 zurück. Doch damit nicht genug: Kurz vor der Zielpassage ging van der Poel erneut zu Boden. Diesmal überschlug er sich spektakulär und landete hart im Staub.

Eigentlich sollte Van der Poel nach dem MTB-Weltcup ins Höhentrainingslager nach La Plagne reisen, muss aber die ersten Tage dieses Trainingslagers aussetzen. Gegen Ende der Woche - nach einer erneuten Untersuchung - erwartet das Team, mehr Klarheit über sein Programm und eine mögliche Teilnahme am Critérium du Dauphiné (8. bis 15. Juni).

Doch nur zwei Tage nach dem Sturz veröffentlichte er in den Sozialen Medien bereits ein kurzes Video, das ihn mit einer Handgelenksbandage beim Training auf der Rolle zeigte. Auch der weitere Heilungsprozess verlief offensichtlich nach Wunsch, so dass van der Poel gemeinsam mit seinen Teamkollegen Tobias Bayer, Michael Gogl, Xandro Meurisse, Johan Price-Pejtersen, Gianni Vermeersch und Lars Boven nach Südfrankreich reisen kann.

Ziele für die Saison

Für die kommende Saison formuliert van der Poel mehrere Ziele: zum einen möchte er die Erfolge bei Paris-Roubaix und der Flandern-Rundfahrt wiederholen. Wenngleich er den Gewinn beider Monumente im Regenbogentrikot als der Höhepunkt seiner Karriere ansieht. „Das ist etwas ganz Einzigartiges“, sagte er. Würde er die Ronde gewinnen, würde er mit vier Siegen damit alleiniger Rekordhalter werden. Doch er weiß um die Herausforderung in Person von Tadej Pogacar. Es wird schwierig, ihn zu schlagen, aber es ist eine Herausforderung, die ich gerne annehme.

Zum anderen möchte er nicht nur sein Regenbogentrikot bei den Cyclocross-Weltmeisterschaften verteidigen, sondern auch den Weltmeistertitel im Mountainbike Cross-Country holen. „Das ist etwas, was mir noch fehlt. Apropos Gold im Mountainbiken. Das würde er auch gerne bei den Olympische Spielen in Los Angeles gewinnen. Dieser Triumph blieb ihm ja in Tokio 2021 versagt. Die Spiele in LA werden auch seine letzten sein.

Van der Poel lässt die Straßenrad-WM aus und hat sich stattdessen die Mountainbike-Weltmeisterschaften im schweizerischen Crans Montana als Ziel gesetzt. „Ich habe keine realistische Chance auf den Titel. Die Strecke liegt mir nicht besonders, und ich möchte mich stattdessen voll auf die Mountainbike-Weltmeisterschaft konzentrieren. Das ist das letzte Puzzleteil, das mir noch fehlt, und ich will unbedingt Weltmeister werden.

Vorbereitung und Training

„Mit Tirreno-Adriatico startet Mathieu van der Poel in die Straßensaison. Letztes Jahr bin ich direkt nach Sanremo gegangen und ich war gut, aber nicht gut genug, um wirklich einen Unterschied zu machen. eine einwöchige Rundfahrt hat in der Vergangenheit gut funktioniert, und hilft mir, in die beste Form zu kommen. Deshalb habe ich mich erneut dafür entschieden.

Auch im Training findet jeder neue Methoden, um besser zu werden, und das allgemeine Niveau ist härter. Auch das Rennen fahren hat sich verändert. Klassische Rennen sind jetzt einfach schnell von Anfang bis Ende. In der Vergangenheit wurden vielleicht die ersten 150 Kilometer ein bisschen langsamer gefahren.

Trotz seiner schweren Verletzung bei den beiden Stürzen trübt das sein Lächeln nicht. «Es hat mir letzte Woche so viel Spaß gemacht, wieder aufs Mountainbike zu steigen. Es lief zwar nicht ganz nach Plan, aber hey - das Leben wäre doch langweilig, wenn alles perfekt wäre, oder?

Weitere Details und Ausblick

Solange er gesund bleibt und Spaß am Radfahren hat, wird er weitermachen. So scheint auch Wechsel zu einem anderen Team unwahrscheinlich: „Alpecin-Deceuninck ist wie eine Familie für mich.

Er sieht sich dort dann auch in der Rolle eines Super-Domestiken für Top-Sprinter Jasper Philipsen: „Mit Jasper dort ist es mein Ziel, ihm dabei zu helfen, so viele Etappen wie möglich zu gewinnen. Wie genau sein Rennkalender die komplette Saison aussehen wird, steht noch nicht fest. Erstes großes Ziel wird der siebte Weltmeister-Titel im Cyclocross sein. Er liebäugelt aber anstelle von Tirreno-Adriatico Paris-Nizza zu fahren.

Schon vor den Cross-Country-Rennen war Van der Poel die Freude deutlich anzusehen. Außerdem schrieb der 30-Jährige auf Instagram, dass er trotz seines unglücklichen Comebacks auf dem Mountainbike wieder ins Gelände zurückkehren will.

Einige wichtige Termine im Kalender von Mathieu van der Poel:

  • 10. - 16. März: Tirreno-Adriatico
  • 6. April: Flandern-Rundfahrt
  • 13. April: Paris-Roubaix
  • 5. - 27. Juli: Tour de France

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