Eine Alpenüberquerung steht bei vielen auf der To-Do-Liste, etwas, was man mindestens einmal im Leben gemacht haben sollte. Die Alpen mit dem Fahrrad zu überqueren ist die ultimative Challenge und belohnt mit einem unvergleichlichen Freiheitsgefühl. Nimm eine Auszeit von deinem Alltag, spring aufs Rad und bezwinge die Alpen. Fühle jeden Muskel in deinem Körper arbeiten und erlebe das Glücksgefühl, wenn du am Tagesende dein Etappenziel erreicht hast.
Planung der Route
Bei der Routenplanung wird klar, dass eine Gravelroute über die Alpen an den Gardasee gar nicht so einfach zu planen ist: Viele klassische Routen sind entweder mit technischen Trails für das Mountainbike ausgestattet oder führen auf größeren Strassen entlang und sind somit für das Rennrad geeignet. Ich plane meine Route für das Gravelbike auf kleineren, asphaltieren Strassen und gut fahrbaren Schotterwegen, damit sie wirklich für jeden machbar ist.
Verschiedene Routen zur Auswahl
Die Vielzahl an Möglichkeiten, mit dem Fahrrad über die Alpen zu fahren, sind nahezu ebenso endlos, wie die Landschaft vielfältig ist. Wo du vor einigen Jahren noch mühsam deine Strecke planen musstest und schließlich auf Wegen unterwegs warst, die kaum als solche bezeichnet werden konnten, gibt es heute eine ganze Menge an bekannten Routen, die bestens ausgeschildert sind. Ob gemütliche oder schweißtreibende Touren, ob komplett mit dem Rad oder zum Teil in der Gondel und im Bus: Du findest bestimmt die passende Route, auf der du deine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad rundum auskosten kannst. Viele Strecken sind sogar für E-Bikes geeignet.
Hier eine Übersicht einiger beliebter Routen:
| Radweg | Besonderheit | Länge |
|---|---|---|
| Transalp-Rhone Radweg von Andermatt nach Genf | Anspruchsvolle Tour durch raue Bergwelten, romantische Bergdörfer, mondäne Städte & malerische Weingärten | Ca. 350 km |
| Via Claudia Augusta von Donauwörth nach Ostiglia | Mittelschwere historische Strecke auf alten römischen Handelswegen | Ca. 740 km |
| Transalp von München nach Venedig | Mittelschwere Tour durch die Dolomiten entlang von Seen und Bergen | Ca. 580 km |
| Ciclovia Alpe Adria Radweg von Salzburg nach Grado | Mittelschwere Tour durch zahlreiche Tunnel und entlang von alten Bahnstraßen | Ca. 410 km |
| Der Innradweg von St. Moritz nach Passau | Mittelschwere Tour durch historische Altstädte und vorbei an Naturschauspielen | Ca. 520 km |
| Der Etschradweg von München nach Meran | Mittelschwere Tour mit fantastischen Ausblicken auf das Karwendel- und Wettersteingebirge | Ca. 315 km |
1. Transalp-Rhone-Radweg: Von Andermatt nach Genf
Die anspruchsvolle 350 km lange Radtour durch die Alpen führt dich in 8 Etappen vor imposanter Bergkulisse auf ruhigen Wegen an der Rhone entlang und endet in der Weltstadt Genf. Zunächst geht es über baumlose Alpweiden des Urserentales hinauf auf den Furkapass, bevor eine angenehme Abfahrt vorbei an den schmelzenden Eistürmen des Rhonegletschers folgt. Einen Zwischenstopp wert sind auf jeden Fall das Naturreservat “Pfynwald” und der Lac Lèman, ein See, der von schneebedeckten Gipfeln und den Reblandschaften von Lavaux und La Côte umgeben ist.
Tipp: Die Schönheit des Furkapasses hat sich herumgesprochen: Der Schweizer Straßenpass, der am ersten Tag auf deiner Strecke liegt, ist daher auch bei Auto- und Motorradfahrern beliebt.
2. Die Via Claudia Augusta gilt als eine der leichteren Alpenüberquerungen und führt dich in 717 km in 12 Etappen von Donauwörth in Bayern bis nach Italien. Je nachdem, für welche Radroute du dich entscheidest, beendest du deine Alpenüberquerung in Altino bei Venedig oder in Ostiglia. Kaiser Claudius ließ die Via Claudia Augusta zur ersten richtigen Straße über die Alpen ausbauen. Sie verband den Adriahafen Altinum mit der Donau. Der Radweg durch die Alpen führt dich unter anderem nach Augsburg, zum malerischen Schloss Neuschwanstein und weiter in die Bergwelt Tirols bis hin zum Reschenpass. In Südtirol geht es vorbei am idyllischen Reschensee nach Meran, Bozen, Trento und schließlich zum Endpunkt der Radroute. Der Weg besteht dabei aus asphaltierten oder geschotterten Radwegen und ruhigen Nebenstraßen.
Tipp: Dass die Via Claudia als eine der leichteren Radrouten für eine Alpenüberquerung gilt, liegt vor allem daran, dass du zwischendurch immer wieder in einen Bus-Shuttle einsteigen kannst und gemeinsam mit deinem Drahtesel bequem zur nächsten Etappe gebracht wirst. Ziehst du die gesamte Strecke auf dem Fahrrad durch, ist sie nicht mehr ganz so einfach.
3. Bei dieser Radtour über die Alpen radelst du in 8 Etappen auf rund 580 km von München über Cortina d’Ampezzo bis nach Venedig. In Sterzing kannst du dann den ersten italienischen Cappuccino genießen, bevor du begleitet von majestätischen Gipfeln durch die Dolomiten nach Belluno fährst und letztendlich nach Venedig gelangst.
Tipp: Hast du zu großen Respekt vor der herausforderndsten Strecke von Innsbruck hinauf auf den Brennerpass, musst du nicht zwangsläufig komplett auf die Transalp Tour verzichten.
4. Der Ciclovia Alpe-Adria Radweg von Salzburg nach Grado hat sich seit seiner Eröffnung im Jahr 20212 zu einer der bekanntesten Alpenüberquerungen mit dem Fahrrad entwickelt. Bei einem grenzüberschreitenden Projekt wurden bestehende Radwege miteinander verbunden und neue Abschnitte gebaut. Für dich bedeutet das: Du kannst auf fahrradfreundlichen, grenzüberschreitend gut beschilderten Wegen die Alpen überqueren und gelangst in acht Etappen von der Stadt Mozarts an die wundervolle Adria - dank des acht Kilometer langen Eisenbahn-Tauerntunnels ohne große Steigungsstrecken.
Tipp: Dich lockt die Adria? Dann schau dir unsere Radreisen auf dem Alpe Adria Radweg an und radle schon bald an die Küsten Italiens.
5. Der Innradweg: Von St. Moritz nach Passau. Der Innradweg führt dich auf ca. 520 km in 6 Etappen von St. Moritz über Innsbruck nach Passau. Er folgt dem Inn von der Quelle bis zur Mündung, wobei du durch das Gefälle auch einige schöne Strecken bergab vor dir hast. Vom rauen Bergpanorama in der Schweiz und dem Tiroler Oberland geht es durch das breite Tiroler Inntal in das hügelige bis flache Alpenvorland Bayerns und Oberösterreichs. Der krönende Abschluss deiner Alpenüberquerung mit dem Fahrrad ist in Passau, wo die drei Flüsse Inn, Ilz und Donau zusammenfließen.
6. Die Radtour auf dem Etschradweg ist genau das Richtige für dich, wenn dich eine Alpenüberquerung reizt, du es aber lieber etwas gelassener angehen lassen möchtest oder noch nicht ganz so geübt im Fernradfahren bist. Die Route startet in der bayerischen Landeshauptstadt München. Von dort aus gelangst du direkt am ersten Tag durch den Forstenrieder Park zum wundervollen Starnberger See. So traumhaft wie er vor dir liegt, ist es nur zu gut, dass er dich auch auf der nächsten Etappe noch begleitet. Du radelst am Ufer entlang durch das Naturschutzgebiet Murnauer Moos, das größte Moorgebiet Mitteleuropas. Bei der Fahrt durch das sonnige Hochtal lassen dich die Panoramen auf das Karwendel- und Wettersteingebirge sicherlich hin und wieder etwas langsamer in die Pedale treten. Es folgen Imst, das „Meran Nordtirols“, das Kloster Zams und Landeck. Um die Strecke zum Reschenpass abzukürzen, steht dort ein Bus bis nach Nauders bereit.
Die Wahl des richtigen Fahrrads
Allgemein kommt es natürlich auf deine Route an und wie die Bodenbeschaffenheit auf der Strecke ist. Die Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist die wohl gängigste Methode. Das Profil der dicken Reifen sorgt dafür, dass du auf jedem Untergrund fahren kannst und gibt dir mehr Freiheit, bei der Wahl deiner Strecke. Allerdings kommst du bei der Alpenüberquerung mit dem Mountainbike langsamer voran. Doch es lohnt sich.
Das Rennrad hat den Vorteil, dass es leichter und schneller ist, als ein Mountainbike. Du schaffst also mehr Kilometer am Tag und kannst eine längere Route planen. Der Nachteil sind die dünnen Reifen. Dein Fahrrad hat kaum Profil, sodass du von geteerten Wegen abhängig bist. Das musst du bei deiner Routenplanung beachten. Mittlerweile gibt es aber sehr viele Strecken für eine Alpenüberquerung mit dem Rennrad. Die ideale Alpenüberquerung mit dem Fahrrad für Anfänger.
Auf einem E-Bike kommst du schnell voran und bist trotzdem in der Streckenwahl uneingeschränkt. Der Motor hilft dir, den Berg leichter hochzukommen und du schaffst mehr Kilometer als mit dem Mountainbike. Trotzdem haben deine Reifen genügend Profil, um dir auch bei steinigen Wegen Stabilität zu geben.
Ausrüstung und Vorbereitung
So eine Alpenüberquerung mit dem Fahrrad ist definitiv nichts Alltägliches. Damit du das Abenteuer auf zwei Rädern zwischen grünen Almen, kristallklaren Seen und sanften Meereswellen so richtig genießen kannst, ist etwas Vorbereitung gefragt.
Beste Reisezeit: In den Sommermonaten ist das Wetter in den Bergen am konstantesten.
Dauer: Je nach deiner Route und deinem Fitnesslevel kannst du unterschiedlich lange unterwegs sein. Im Allgemeinen solltest du zwischen vier und zehn Tagen einplanen.
Die richtige Route finden: Berücksichtige dein Fitnesslevel und deine technischen Fertigkeiten.Verschaffe dir einen Überblick über die unterschiedlichen Routen in Bezug auf Länge der Etappen, Beschaffenheit der Wege und Höhenunterschiede.
Das richtige Fahrrad: Wähle ein für die Strecke geeignetes Fahrrad, das auf alpine Touren abgestimmt ist.Stelle sicher, dass dein Bike einwandfrei funktioniert.
Erforderliche Fertigkeiten: Deine Kondition und Fähigkeiten sollten der Strecke angemessen sein, du solltest (kleinere) Reparaturen an deinem Fahrrad ausführen können und dich mit Karte und GPS-Gerät auskennen.
Training: Beginne mindestens drei Monate vor deiner Radreise mit längeren Radtouren mit ähnlichen Anforderungen und kombiniere dazu Kraftübungen für Beine und Rumpf.
Übernachtungsmöglichkeiten: Überlege, ob du lieber in traditionellen Hütten oder komfortableren Hotels oder Pensionen übernachten möchtest.Buche insbesondere in der Hauptsaison im Voraus.
Packliste
- Atmungsaktive Funktionskleidung
- Wasserdichte Regenkleidung
- Reparaturset
- Kartenmaterial
- Erste-Hilfe-Set
- Ausweisdokumente
- Bargeld & EC-Karte
- Verpflegung
Tipps für die Alpenüberquerung mit dem Gravelbike
Die in dieser Tour beschriebenen Wege beinhalten keine großen technischen Passagen. Ich bin mit 38 mm breiten Reifen unterwegs - mit mittlerem Stollenprofil. Die Anstiege, die es auf dieser Route fahren zu fahren gibt, sind zum Teil sehr “stichig”. Insbesondere der Anstieg zum Gampenpass auf Schotter, die Wege durch die Apfelplantagen hinter Meran und die Selva Piana Anstiege.
Routenvorschlag für eine 4-Tages-Tour mit dem Gravelbike:
- Tag 1: Bad Tölz nach Sautens (ca. 114 km, 1.340 hm)
- Tag 2: Sautens nach Saltaus (ca. 105 km, 2.160 hm)
- Tag 3: Saltaus nach Tuenno (ca. [fehlende Angaben])
- Tag 4: Tuenno nach Riva (ca. [fehlende Angaben])
Es geht los - Ich starte am ersten Tag meines Alpencross um 10 Uhr in Tölz. Es geht auf dem uns gut bekannten Schotterweg nach Lenggries und von da aus bin ich auch bald am Sylvensteinspeicher. In Vorderriss biege ich auf die Mautstrasse nach Wallgau ab (Für Radler umsonst). Die wenigsten Leute wissen, dass auch eine schöne Gravelroute bis nach Wallgau führt. Dazu muss man nur nach dem Mauthäuschen über die erste Brücke auf der linken Seite und die türkisblaue Isar überqueren. Die folgende Gravelroute ist eine der schönsten Strecken im ganzen Karwendel. In Wallgau geht es über die Buckelwiesen im Werdenfels weiter nach Mittenwald. Der Ausblick auf das Karwendel und das Wettersteingebirge ist phänomenal. Ich bin diese Route schon so oft gefahren und jedes Mal aufs Neue vom Anblick der Berge beeindruckt. Man kann auch von Wallgau bis Mittenwald anstelle des geteerten Weges über die Buckelwiesen, einer Schotterroute entlang der Isar folgen - das ist so auch im GPX Track oben angegeben.
In Mittenwald lege ich eine Pause ein und fülle meine Flaschen auf. Weiter geht’s in die Leutasch. Ich folge zunächst der Teerstrasse hoch zum Pass. Als ich auf Höhe des Gasthofs Mühle links auf einen Schotterweg, den Achweg, abbiege, freu ich mich riesig - denn diesen Weg kenne ich wiederum noch nicht. Es geht auf Schotter entlang der Leutascher Ache durch Oberleutasch bis nach Weidach. Hier bleibt auch Zeit, um die Füße ins Wasser zu stecken und kurz zu genießen. Von der Leutasch kommen wir über den Buchener Sattel ins Inntal. Ich flitze den Telfser Berg hinunter. Die Abfahrt ist gewaltig, da muss man schon aufpassen, dass man nicht zu schnell wird. Unten angekommen ist es gleich nochmal ein paar Grad wärmer als oben am Berg. Ab Haiming geht es weiter auf dem Ötztaler Radweg, von da aus ist es nicht mehr weit bis zu unserer Unterkunft in Sautens. Ich übernachte im Boutiquehotel Michl, klein aber fein und vor allem sehr schön eingerichtet. Geniales Frühstück mit super viel frischem Obst, einer riesigen Brotauswahl und allem, was das Sportlerherz begehrt - lecker starte ich in den neuen Tag.
Die Kalorien brauche ich auch, denn heute wartet die Königsetappe: Es geht hoch hinaus - aufs Timmelsjoch. Von Sautens bis auf den Gipfel sind es 64 Kilometer und 2.000 Höhenmeter. Das wird ganz schön anstrengend. Auf dem Ötztaler Radweg geht es weiter. ich finde es super, nicht mit dem Rennrad auf der vielbefahrenen Ötztaler Bundesstraße unterwegs sein zu müssen.
Kurz vor Sölden fängt der Niesel an, der schließlich in Regen umschlägt. Ich bin Gott sei Dank nicht überrascht. Ich wusste schon beim Blick in meine Wetter-Apps, dass das schlechte Wetter kommen wird. Toll, dass es hier im Bikeparadies Ötztal eine Infrastruktur gibt, bei der die Busse mit Radl-Anhängern ausgestattet sind. Von Obergurgl, dem letzten Dorf im Ötztal, zum höchsten Punkt der Tour sind es immerhin noch 12 Kilometer und 730 Höhenmeter. Ich schwinge mich wieder auf mein Rad. Das Timmelsjoch, auf italienisch auch Passo Rombo, liegt auf 2.500 Metern. Ich komme an der Mautstelle Hochgurgl vorbei. Ab hier geht es zunächst wieder ordentlich bergab und danach folgt der zweite Teil des Anstiegs bis zur Grenze. Außer mir ist fast keiner mehr bei diesem Wetter unterwegs. Kehre um Kehre geht es weiter nach oben. Es ist neblig, ungemütlich und kalt, aber auch sehr eindrücklich. Das Wetter in den Alpen kann immer und jederzeit umschlagen. Es kann sehr schnell kalt werden, vor allem auf der Abfahrt! Lange und dickere Handschuhe, Regenklamotten, Mütze und eine ordentliche Jacke sind deshalb zu empfehlen. Außerdem muss unbedingt ein Rücklicht mit, auch wenn Ihr nicht plant in der Nacht zu fahren. Auf dieser Strecke warten einige Tunnel auf Euch und so seid Ihr auch tagsüber im Nebel sichtbar.
Als ich am Gipfel ankomme, finde ich vor lauter Nebel fast die Raststation nicht. Ich mache eine Pause, trockne meine Sachen und lasse mir die Nudelsuppe mit Würstl schmecken. Für die Abfahrt packe ich mich dick ein und schwinge mich hinunter bis nach St.Leonhard im Passeiertal. Von hier aus baller ich auf dem bestens gepflegten Schotterradweg entlang des Passer flussabwärts bis nach Saltaus, kurz vor Meran. Es empfiehlt sich auf jeden Fall in der Hochsaison eine Unterkunft vorab zu buchen und das nicht wie ich spontan am gleichen Tag zu machen. Denn im August sind fast alle günstigen Alternativen ausgebucht. Deshalb mache ich auch Stop vor Meran, in Saltaus. Saltaus hat auch einen Campingplatz (Camping Passeier-Meran), direkt an der Strecke. Das könnte auch eine gute und günstige Alternative für Euch sein.
Am nächsten Tag steht der Gampenpass bevor, der die ersten Kilometer bis nach Longnui auf Schotter-Stein-Wegen fahrbar ist. Hier sind sehr steile Abschnitte dabei. Mit Gepäck am Rad auch richtig anstrengend, so dass Ihr evtl. schieben müsst. Falls Ihr den Anstieg auf Schotter umgehen wollt, könnt Ihr natürlich auch von Anfang an auf der normalen Straße fahren. Die Anstiege sind hier wie bei fast allen Pässen in Südtirol geschmeidig. Oben angekommen mache ich eine Pause im Restaurant am Pass und lasse mir die erste richtige Pasta schmecken. Anstatt die klassische Abfahrtsroute über die Teerstrasse zu wählen, geht mein Track durch das kleine Dörfchen “Unsere liebe Frau im Walde” (was für ein genialer Name!).
Ich komme anschließend auf die sogenannte Rankipino, eine Mountainbike- und Wanderroute, die durch das Gebiet der Magdalener Berge vom Gampenpass bis nach Località Mostizzolo im Süden führt. Was für ein Spass! Die Route ist im besten Zustand, führt über Schotterstrassen und weist keine technischen Schwierigkeiten auf. Einmal muss ich schieben, weil mir die Abfahrt über Stufen zu heikel ist. Aber ansonsten gilt: Volle Abfahrt voraus! Ich biege von der Rankipinio nach Revo ab (Achtung, Abzweigung nicht verpassen!) und kommen über einen kurzen Kaffeestopp mit herrlichem Blick über den Santa Giustina-See in Tuenno an. Von Tuenno führt unser Track über Apfelplantagen mit tollen Ausblicken in das Nonstal nach Spormaggiore. Spormaggiore ist der Ausgangspunkt für meinen Anstieg in die Bergwelt der Brenta-Dolomiten. Auf dem Selva Piana Weg geht es nach oben. Die Anstiege sind hier zum Teil so steil, dass sie betoniert sind und es keine Schande ist abzusteigen und ein Stück zu schieben. Die Mühe lohnt sich aber, denn einmal auf dem Hochplateau angekommen geht es auf schönen Waldwegen entspannt weiter, bis schließlich die Abfahrt nach Molveno wartet.
Die Enduro-Fahrer dieser Welt wundern sich sicherlich, dass die Gravel-Bikepacker jetzt auch mit dünneren Reifen auf ihren Trails entlang düsen. Der Weg hier ist steil aber sehr einfach, ohne technische Schwierigkeiten und deshalb sehr gut mit dem Gravelbike fahrbar. Vor allem der Blick auf den Molveno See ist großartig. In Molveno angekommen, mache ich die erste Pause des Tages und stärke mich für die letzten verbleibenden Kilometer. Auf dem Schotterweg am Molvenosee entlang geht es weiter. Achtung - hier ist vor allem am Wochenende sehr viel los und Fußgänger teilen sich mit den Radlern die Wege. Schliesslich komme ich ab dem Fiume Sarche Fluss auf einen bestens ausgebauten Radweg.
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