Ein flexibles und abnehmbares Dach soll aus der Radfahrt jetzt ein trockenes Ganzjahresvergnügen machen. Viele Menschen nutzen das Fahrrad täglich, um zur Arbeit zu fahren oder Kurzstrecken zu bewältigen. Doch regnerische Tage können diese entspannte Angelegenheit schnell in eine unangenehme Herausforderung verwandeln. Glücklicherweise gibt es innovative Lösungen, die Abhilfe versprechen.
Innovative Regenschirme und Wetterschutzlösungen für Fahrräder
Die Start-up-Szene hat in den letzten Jahren zahlreiche Erfindungen und Verbesserungen hervorgebracht, die dank Crowdfunding-Plattformen auf den Markt gekommen sind. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Schutz vor Regen, der viele Menschen vom Fahrradfahren abhält. Hier sind einige interessante Produkte und Entwicklungen:
- BikerTop: Eine Art Regenschirm für das Fahrrad, der in einer Tasche am Lenkrad befestigt wird. Laut Hersteller kann er mit wenigen Handgriffen binnen Sekunden geöffnet und wieder geschlossen werden und spendet wasserdichten Schutz für den Fahrer.
- Under-Cover: Ein Regenschirm fürs Rad, entwickelt von dem Physiker Thomas Schmidt. Er kann an allen handelsüblichen Rädern befestigt werden und soll Radfahren bei Regen in Alltagskleidung ermöglichen.
- Wip: Eine Erfindung aus Konstanz, die als Wetterschutz für Stadträder dient. Er ist mit den meisten Stadt- und Reiserädern kompatibel und minimiert laut Hersteller durch sein aerodynamisches Design den Windwiderstand.
BikerTop im Detail
BikerTop wurde im Klima-Simulator getestet. Die Idee zu BikerTop kam Divenuto im Gespräch mit Freunden, weil sie sich darüber ärgerten, dass man Platzregen auf dem Fahrrad schutzlos ausgesetzt ist. In Italien ist BikerTop bereits patentiert, in vielen anderen Ländern steht die Eintragung in die entsprechenden Register kurz bevor. Im „terraXcube“, einem privaten Forschungszentrum in Bozen, wurde die 65 Zentimeter breite und 150 Zentimeter lange Regenschutz-Konstruktion auf Herz und Nieren getestet. Gegenwind und Regen machen grundsätzlich keine Probleme. Dem ersten Prototyp wurden nach dem Test zusätzliche Flügel hinzugefügt, um auch die Arme komplett zu schützen. Wenn Sie als Fußgänger noch einen normalen Regenschirm aufspannen würden, ohne Probleme zu bekommen, können sie auch problemlos BikerTop benutzen. Überhaupt sei Gegenwind, beispielsweise bei der Fahrt, eher gut für den Regenschutz, weil Fahrer durch die hohe Front und den veränderten Einfallswinkel noch besser geschützt seien. 25 km/h seien optimal, was aus seiner Sicht gerade für eine Nutzung auf dem E-Bike spreche. Der BikerTop-Aufsatz steckt in einer Tasche, welche am Lenkrad befestigt wird. Dafür soll der Fahrrad-Regenschirm mit allen gängigen Adapter-Systemen am Lenkrad zu befestigen sein. BikerTop soll zudem in mehreren Farben und Designs erscheinen. Angepeilt ist ein Preis für den Endkunden von unter 200 Euro.
Under-Cover im Praxistest
chilli-Redakteur Till Neumann testete Under-Cover bei Nieselregen. "Am besten geht man erst mit dem Kopf in die Kapuze und dann auf den Sattel", sagt Thomas Schmidt. Den vorderen Teil meines Bikes verdeckt der schwarze Schirm, der sich elastisch über den Drahtesel spannt. Viel größer wirkt das Rad jetzt. Der Nieselregen perlt fein auf dem Schirm - ich spüre davon aber nichts. Einwandfrei lässt sich das Ganze steuern an einem windstillen Tag wie heute. Der Luftwiderstand ist größer als sonst, ausgebremst fühle ich mich dennoch nicht. Die Schirmseiten flattern leicht im Wind, ich komme gut voran. Etwas langsamer fahren ist egal, Hauptsache trocken. Nur die Kapuze muss ich beim Schulterblick zurechtziehen, da sie die Sicht nach hinten etwas versperrt. Das liegt auch an der Größe - sogar ein Radhelm soll darunter passen.
Mit einem Hebel löst Schmidt das Gerät vom Rad und zippt die Kapuze am Schirmrand fest. So kann Under-Cover auch als regulärer Regenschirm genutzt werden. Das dauert nur wenige Sekunden. Dann holt er eine kleine Tasche hervor, packt den Schirm zusammen und hängt ihn mit Clipbändern an den Rahmen. Praktisch.
Weitere Alternativen: Regenbekleidung im Test
Radler haben meist ein ambivalentes Verhältnis zu Regenbekleidung: Kaum einer mag sie wirklich, aber jeder braucht sie irgendwann. Das liegt vor allem daran, dass man in Regenjacken und -hosen schnell ins Schwitzen kommt, weil das Material an eine Plastiktüte erinnert, oft knistert und vor allem das Anziehen von Regenhosen zuweilen in eine ziemliche Fummelei ausartet. Diese unangenehmen Faktoren lassen sich mit einiger moderner Regenbekleidung deutlich minimieren.
Heutige Hightech-Membranen haben eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit (= Atmungsaktivität) von innen nach außen, obwohl sie absolut wasserdicht sind. Das funktioniert umso besser, je höher das Temperaturgefälle zwischen Körper- und Außentemperatur ist. Bei Regenfahrten im Gebirge konnten wir dabei feststellen, dass alle Teile, Jacken wie Hosen, tatsächlich wasserdicht waren und sich das Schweißbad im Inneren in Grenzen hielt. Vor allem die leichten Jacken von Löffler und Bergans fielen in diesem Zusammenhang sehr positiv auf. So erweist sich etwa die Regenbekleidung von Canyon und Löffler als weich und dehnbar (fast) wie Softshell-Textilien.
Auch in puncto Nachhaltigkeit kommt die Industrie langsam voran: Zwar setzt man aufgrund des Gewichtes, der Dichtigkeit und Atmungsaktivität nach wie vor auf Kunststoffe, wie Polyester, Polyamid und Polyurethan, aber es wird vermehrt recyceltes Material verwendet. Und bei der Imprägnierung wird von allen hier berücksichtigten Herstellern auf das umweltschädliche PFC (Perfluorcarbon) verzichtet.
Worauf man beim Kauf von Regenkleidung achten sollte:
Hans-Peter Ettenberger ist Fahrrad-Technikspezialist bei MYBIKE und erfahrener Ganzjahres-Radpendler. Auf diese Details bei Regenbekleidung achtet er besonders:
- Bei Regenjacken:
- gute Atmungsaktivität, etwa durch wasserdampfdurchlässige Stoffe und Lüftungsöffnungen
- gute Sichtbarkeit, d. h. mit ausreichend Reflektoren
- verlängerte Ärmel an der Oberhand bzw. Ärmelabschlüsse mit Weitenverstellung oder dehnbarem Bund
- verlängerter Rücken
- Bei Regenhosen:
- ausreichend lange Reißverschlüsse, um mit Schuhen die Regenhose anziehen zu können
- dehnbarer Hüftbund, ggf. mit Reißverschluss und Druckknopf
- Hosen, die es in verschiedenen Längen gibt (z. B. Kurzgrößen)
- Weitenanpassung mit Klettbändern am Unterschenkel
- verstärkter Sitzbereich
- vorgeformte Knie
Übersicht: Regenbekleidung im Test
Die folgende Tabelle zeigt eine Übersicht von getesteter Regenbekleidung:
| Produkt | Hersteller |
|---|---|
| Y Lightline Air 3L Shell Jacket Men | Bergans |
| Fahrrad-Regenjacke | Canyon |
| Triban Regenjacke Fahrrad Gravel | Decathlon |
| Hummvee WP Hooded Jacket | Endura |
| SavePlus-Regenjacke | Gonso |
| Endure Jacket | Gore Wear |
| WPM Pocket Hooded Bike Jacket | Löffler |
| Yaras Rain Jacket | Vaude |
| Letto LongZip Pants | Bergans |
| Fahrrad-Regenhose | Canyon |
| Fahrrad Regenhose City 900 | Decathlon |
| Hummvee Waterproof Trousers | Endura |
| Drainon (neon) | Gonso |
| C5 GTX Paclite Trail Pants | Gore Wear |
| WPM Pocket Hooded Bike Jacket | Löffler |
| Yaras Rain Jacket | Vaude |
| Urban-Luminite-Einteiler | Endura |
Details zu ausgewählter Regenbekleidung
Hier eine detailliertere Betrachtung einiger der getesteten Produkte:
Bergans
- Regenjacke: Y Lightline Air 3L Shell Jacket Men
- Preis: 300 Euro
- Gewicht: 270 Gramm (Größe S)
- Material: 100 % recyceltes Polyamid
- Fazit: Leichte, sehr atmungsaktive Multifunktionsregenjacke mit mehrfach einstellbarer Kapuze.
- MYBIKE-Urteil: SEHR GUT
- Regenhose: Letto LongZip Pants
- Preis: 220 Euro
- Gewicht: 305 Gramm (Größe S)
- Material: Polyamid, Polyester
- Fazit: Eine robuste Hightech-Outdoor-Regenhose mit vielen praktischen Details.
- MYBIKE-Urteil: SEHR GUT
Canyon
- Fahrrad-Regenjacke
- Preis: 229,95 Euro
- Gewicht: 380 Gramm (Größe M)
- Material: Polyamid (außen), Polyester (innen)
- Fazit: Regenjacke mit Softshell-Haptik, das heißt das Material ist relativ weich und geräuscharm.
- MYBIKE-Urteil: GUT
- Fahrrad-Regenhose
- Preis: 179,95 Euro
- Gewicht: 305 Gramm (Größe M)
- Material: Polyamid (außen), Polyester (innen)
- Fazit: Eine ungewöhnlich bequeme, gut sitzende Regenhose.
- MYBIKE-Urteil: SEHR GUT (MYBIKE-Tipp: Tragekomfort)
Decathlon
- Triban Regenjacke Fahrrad Gravel rot
- Preis: 79,99 Euro
- Gewicht: 430 Gramm (Größe M)
- Material: Polyester, PU-Membran
- Fazit: Bei dieser Jacke wurde Wert auf wichtige Details gelegt, wie zum Beispiel verdeckte Lüftungsöffnungen, elastischer Stoff an der Seite und eine bequeme, verstellbare Kapuze.
- MYBIKE-Urteil: SEHR GUT (MYBIKE-Tipp: Preis/Leistung)
- Fahrrad Regenhose City 900 von Decathlon
- Preis: 89,99 Euro
- Gewicht: 310 Gramm (Größe M)
- Material: Polyester, Polyamid, PU-Membran
- Fazit: Bequem anzuziehen, bequem beim Radeln. Die City-Regenhose leistet gute Dienste bei Schmuddelwetter.
- MYBIKE-Urteil: GUT
Endura
- Regenjacke Hummvee WP Hooded Jacket
- Preis: 139,95 Euro
- Gewicht: 480 Gramm (Größe S)
- Material: 75% Polyamid, 25% Polyester
- Fazit: Urbane Komfortregenjacke mit mehreren Taschen, Kapuze und Netzinnenfutter.
- MYBIKE-Urteil: SEHR GUT
- Regenhose: Hummvee Waterproof Trousers
- Preis: 94,99 Euro
- Gewicht: 245 Gramm (Größe S)
- Material: Polyamid
- Fazit: Eine gut verarbeitete Regenhose mit ausreichend Reflexelementen.
- MYBIKE-Urteil: GUT
Gonso
- SavePlus-Regenjacke von Gonso
- Preis: 149,95 Euro
- Gewicht: 245 Gramm (Größe S)
- Material: 100 % recyceltes Polyamid
- Fazit: Sehr leichte, dünne und klein komprimierbare Regenjacke.
- MYBIKE-Urteil: GUT
Gore Wear
- Gore Wear Regenjacke Endure Jacket
- Preis: 229,95 Euro
- Gewicht: 290 Gramm (Größe M)
- Material: Polyester
- Fazit: Klassisch schlichte Radregenjacke vom Pionier für wasserdichte, atmungsaktive Membranen.
- MYBIKE-Urteil: GUT
Löffler
- Löffler-Regenjacke: WPM Pocket Hooded Bike Jacket
- Preis: 199,99 Euro
- Gewicht: 420 Gramm
- Material: Polyamid, PU-Membran
- Fazit: Ein Spitzenmodell für Stadt- und Tourenradler - relativ leicht, sehr atmungsaktiv und fühlt sich weich an wie ein Softshell-Gewebe.
- MYBIKE-Urteil: SEHR GUT (MYBIKE-Tipp: Tragekomfort)
- Löffler-Regenhose: Bike Overpants WPM-3
- Preis: 199,99 Euro
- Gewicht: 260 Gramm (Größe M)
- Material: Polyamid, Polyester, PU-Membran
- Fazit: Eine leichte, einfach gehaltene Premium-Regenhose - bequem und atmungsaktiv beim Radfahren, durch entsprechend große Beinöffnungen problemlos und schnell anzuziehen, auch mit Schuhen.
- MYBIKE-Urteil: SEHR GUT
Vaude
- Die Yaras Rain Jacket - Regenjacke von Vaude
- Preis: 170 Euro
- Gewicht: 360 Gramm (Größe M)
- Material: Polyamid, PU-Membran
- Fazit: Die Jacke ist besonders leicht und klein verpackbar.
- MYBIKE-Urteil: GUT
Für alle, die auf Kurzstrecken trocken bleiben und auch bei Regen nicht aufs Fahrrad verzichten wollen, gibt es also vielfältige Alternativen - von innovativen Regenschirmen bis hin zu Hightech-Regenbekleidung.
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