Mittlerweile ist eine mehrtägige Radltour pro Jahr bereits Tradition. Angefangen hatte alles mit der Tour von Mittenwald nach Rosenheim, Amira war damals erst fünf Jahre alt, aber hat die vier Tage bravourös durchgezogen und es hat uns allen super gefallen. Das Jahr darauf ging es von Landeck ins Trentino zum Klettern, im letzten Jahr radelten wir für eine Kletterurlaubswoche nach Lofer und zurück.
Die Routenplanung: Zwischen Flüssen und Seen
Diesmal wollten wir uns ganz aufs Radeln konzentrieren, ohne Kletterausrüstung im Gepäck. Wir hatten eine gute Woche Zeit, also war ein Ziel im Bereich von 500 Kilometern im Bereich des Machbaren. Der Donauradweg bietet sich natürlich an. Die Strecke ist schnell festgelegt: Auf der gesamten Strecke den Flüssen zu folgen, zuerst dem Inn bis Passau und dann der Donau, erscheint uns aber zu eintönig.
Erste Etappe: Eggstätter Seenplatte und mehr
Die abwechslungsreichste Etappe steht gleich am ersten Tag auf dem Programm. Nicht weniger als fünf Seen liegen an unserer Stecke: Simssee, Schloßsee und Hartsee an der Eggstätter Seenplatte, Chiemsee, Tachinger See und Waginger See. Es geht munter bergauf und bergab, wobei die Anstiege aber eher kurz und selten steil sind. Unsere Mittagspause machen wir im Kurpark von Seebruck am Chiemsee, in Waging gibts das erste Eis der Tour und in Tettenhausen auf der Ostseite des Waginger Sees bekommen wir am ziemlich vollen Campingplatz einen der letzten Plätze für unser kleines Zelt.
Herausforderungen und Überraschungen
Die kürzeste Etappe der Woche hat nur 40 Kilometer, dafür aber fast 600 Höhenmeter. Zudem wird es der heißeste Tag der Tour bei gleichzeitig sehr schwüler Luft. Über Kirchanschörung radeln wir nach Laufen, wo es über die Salzach nach Österreich geht. Danach fahren wir im hügligen Gelände mehrmals rauf und runter, wobei die Anstiege überwiegen und teils ganz schön steil sind.
Den noch steileren und langen Direktaufstieg auf den Haunsberg umfahren wir etwas zahmer nördlich bei Berndorf, dann gehts hinab zum Mattsee, wo wir den Campinglatz in Stein ansteuern. MIt einem aufziehenden Unwetter im Rücken stehen wir etwas geschockt vor der Tafel mit der Aufschrift "Nur für Dauercamper". Die Gewitternacht hat die Luft gereinigt und am Pfingstmontag scheint wieder die Sonne, bei deutlich angenehmeren Temperaturen. Nachdem wegen des Feiertags alle Geschäfte geschlossen haben, kaufen wir die Semmelbestände einer Tankstelle auf.
Durch Oberösterreich: Vöcklabruck und Lambach
Überraschend angenehm und weniger bergig als befürchtet, führt unserer Route über Straßwalchen auf das Hochfeld, den höchsten Punkt unserer Tour. "Ab jetzt geht's nur noch bergab" behaupte ich etwas leichtsinnig. Tatsächlich folgt auf eine längere Abfahrt aber bald ein zwar kurzer, dafür aber umso giftigerer Anstieg kurz vor Vöcklamarkt. In dem Städtchen machen wir eine kurze Mittagspause im Schatten großer Laubbäume und füllen unsere Wasserflaschen am Brunnen auf, bevor uns eine weitere kurze Etappe nach Vöcklabruck bringt, unserem gesetzten Minimalziel für den Tag. Hier belohnen wir uns in der schmucken Innenstadt erstmal mit einem Eis. Danach kommt die Kür für diesen Tag. Wir wollen radeln soweit wir noch kommen und Lust haben. Ein Campingplatz liegt nicht an der Strecke, daher wollen wir spontan entscheiden, wo wir übernachten. Entweder müssen wir wild zelten, wenn sich eine gute Gelegenheit ergibt, oder ein Gasthaus suchen, da für den nächsten Morgen Regen angekündigt ist.
Bei Lambach an der Traun entscheiden wir, dass es nach über 80 Kilometern für den Tag reichen muss. Ein Baggersee, der auf Karte und Luftbild viel versprechend für ein Nachtlager aussieht, ist mit hohen Zäunen abgesperrt, ansonsten ist alles zersiedelt, landwirtschafltlicher Nutzgrund oder dicht bewachsene Auenlandschaft. Daher steuern wir den Gasthof Eitzinger in Lambach an.
Regenwetter und der Weg zur Donau
Wie erwartet, schifft es am Dienstagmorgen aus vollen Kübeln. Nach dem Frühstück packen wir uns in unsere Regenklamotten und stürzen uns hinaus ins Sauwetter. Die Klamotten meines Kooperationspartners Ortovox - eine Westalpen-Hardshell und die Ortler-Überhose bewähren sich, ebenso wie der wasserdichte Rucksack Trad 30 dry. Wie im tropischen Regenwald fühlen wir uns entlang des Traun-Radwegs, der tatsächlich die meiste Zeit durch tolle Auwäldern am Flußufer entlangführt. Der einzige trockene Platz für die Mittagspause ist unter der Brücke einer über den Radlweg führenden Bundesstraße. Am Nachmittag erreichen wir die Donau und der Regen lässt endlich nach. Voller Übermut beschließen wir einen Umweg nach Enns, um uns im Rahmen einer Kaffeepause die historische Altstadt anzuschauen. Kurzzeitig kommt sogar noch die Sonne raus. Grund genug für die Kinder einen Eisbecher zu fordern. Es bleibt sogar Zeit uns das gut gemachte Römermuseum anzusehen. Als wir nach dieser Kultureinheit das Gebäude verlassen erwartet uns allerdings schon wieder der nächste Platzregen. Eines der Highlights des Tages können wir daher auch nur bei strömendem Regen genießen: die Fahrad-Fähre über die Donau bei Mauthausen einem Ort der durch seine häßliche Vergangenheit bekannt ist. Auch unser Zelt am wunderschönen Campingplatz Au an der Donau müssen wir im Regen aufbauen.
Entlang der Donau: Klöster und Fähren
Selbst nach dem tristesten Regen scheint irgendwann wieder die Sonne - schön wenn es bereits am nächsten Morgen der Fall ist. Leider ist mir am Vortag mein Handy abgesoffen, das ich diesmal als Fotomaschine dabei hatte. Fotografieren geht zwar vorerst noch, aber ich kann es nicht mehr laden und muss es bald abschalten. Erst daheim kann ich es auseinanderbauen und trocknen. Wir können allerdings glücklicherweise im Trockenen unsere Sachen packen und den nächsten Abschnitt bei bestem Wetter unter die Räder nehmen. Heute gibt es volle Dröhnung Donauradweg. Allerdings führt der Radweg durchaus auch mal weiter vom Fluss weg. Steigungen gibt es praktisch keine mehr und so kommen wir ganz ordentlich vom Fleck. Auch eine Fähre gibt es heute wieder, hier darf sogar Fiona ans Steuer. Ansonsten ist die Etappe geprägt von den zahlreichen Klöstern, die hier auf fast jedem Hügel an der Strecke stehen. Im Städtchen Ybbs gibts einen Kaffee für die Eltern und ein Eis für die Kinder. Beeindruckend ist im Anschluss die Anfahrt auf Melk, wo das imposante Stiftskloster im Nachmittagslicht über der Donau thront. Der Campingplatz der Stadt Melk ist noch im Aufbau - die Sanitäranlagen befinden sich in Containern.
Die Wachau und der Weg nach Wien
Nach dem sonnigen Abendwetter wachen wir am Morgen wieder mit den ersten Regentropfen auf. Das wars dann wohl mit dem schönen Wetter für den Rest der Radltour. Direkt vor unserem Zelt am Hafen von Melk haben zwei Flusskreuzfahrtschiffe angelegt und hunderte Touristen lassen sich zum Kloster Melk fahren. Wir sparen uns die Besichtigung und machen uns direkt auf den Weiterweg, der gleich mal mit einer kleinen Singletrail-Einheit am Ufer der Pielach entlang beginnt, bevor wir den Donauradweg wieder finden. Die Strecke führt uns nun durch die wunderschöne Wachau zwischen Marillen- und Weinplantagen hindurch nach Krems. Immerhin hält sich das richtige Regenwetter bis zum Abend weitgehend fern. Wir können alles ohne Regenhosen fahren, es tröpfelt aber den ganzen Tag so dahin, dass wir iie Regenjacken mehrmals an und wieder ausziehen. Positiv: Der Wind kommt den ganzen Tag von hinten, teils in lebhafter Stärke. Das ist nicht nur leichter zum treten, es ist auch deutlich angenehmer wenn der Regen auf den Rücken prasselt anstatt ins Gesicht zu peitschen.
Eigentlich hätten wir heute Tulln angepeilt, allerdings sind bereits in Zwentendorf die kritischen 70 Kilometer überschritten und der Regen nimmt am späten Nachmittag kontinuierlich zu. Es regnet die ganze Nacht und auch noch während wir am morgen unsere Sachen packen. Laut Wetterbericht und Regenradar soll es bis Mittag aufhören und weiter im Osten, wohin wir fahren, ist es angeblich bereits ab dem Vormittag trocken. So radeln wir frohgemut auf unserer letzten Etappe dem Ziel entgegen.
Leider ist das mit den Prognosen so eine Sache. Der leichte Regen vom Vormittag wird sogar noch stärker und als es gegen 13 Uhr immer noch kräftig regnet, wir aber eine Pause bräuchten, beschließen wir ausnahmsweise in einem Gasthaus einzukehren. Kässpatzen und Kaiserschmarrn retten die Stimmung und als wir wieder auf die Radl steigen, hat es tatsächlich aufgehört zu regnen. Der stramme Nordwestwind bläst uns nun durch das Donautal zügig vor die Tore Wiens. Dort biegen wir vom Radweg ab und fahren über die Donauinsel hinab in die Innenstadt bzw. zu unserem Campingplatz an der neuen Donau.
Wien entdecken und die Heimreise
In Wien erkunden wir in den nächsten zwei Tagen die Stadt mit den Fahrrädern: Alte Donau, Prater, Stephansdom, Hofburg, Hundertwassersiedlung ... Am Samstag ist Christopher's Street Day und die bunte Pride Parade zieht direkt an uns vorbei. Am Samstag treffen wir uns mit unseren Bekannten und Fionas Freundin und fahren mit dem angeblich höchsten Kettenkarussel der Welt. Das Highlight für unsere Mädels ist am Sonntag die Führung durch die Spanische Hofreitschule mit dem Lipizzanergestüt.
Für die Rückfahrt mit vier Fahrrädern haben wir für Montag Plätze im Railjet gebucht, da am Sonntag kurzfristig keine Plätze mehr zu bekommen waren. Vom Hauptbahnhof geht es zügig über Linz nach Salzburg und dann auffallend langsamer auf den veralteten deutschen Gleisen übers große deutsche Eck (direkt bei uns am Haus vorbei) nach Kufstein. Dieser innerösterreichische Zug ohne Stop in Deutschland ist deutlich preisgünstiger als der Railjet nach München, der in Rosenheim anhält, aber erst am Nachmittag fährt. Von Kufstein fahren wir dann dank 9-Euro-Ticket fast umsonst nach Rosenheim - nur für die Fahrräder brauchen wir nochmal extra Tickets.
Ottensheim: Ein Paradies für Radfahrer
Ottensheim, ein malerisches Städtchen in der Region Urfahr-Umgebung in Österreich, ist nicht nur für seine idyllische Lage an der Donau bekannt, sondern auch ein wahres Paradies für Radfahrer. Die geografische Lage von Ottensheim trägt maßgeblich zu seiner Attraktivität als Zielort für Fahrradfahrer bei. Eingerahmt von sanften Hügeln und üppigen Wäldern liegt das Städtchen direkt am Donauradweg, einem der beliebtesten Fernradwege Europas. Diese günstige Position ermöglicht es Besuchern, auf ihren Rädern die Schönheit des oberösterreichischen Landes zu erkunden.
Radtouren rund um Ottensheim
Eine der schönsten Radtouren in Ottensheim führt entlang des Donauradwegs nach Linz. Auf dieser Route können Sie die atemberaubende Landschaft genießen und gleichzeitig historisch bedeutsame Orte wie das beeindruckende Schloss Ottensheim oder die imposante Wallfahrtskirche Pöstlingberg besichtigen. Hier können Sie auf einsamen Straßen und Pfaden fahren und dabei die Ruhe und Abgeschiedenheit dieser ländlichen Gegend vollends genießen. Entdecken Sie versteckte Dörfer, malerische Seen und atemberaubende Aussichtspunkte auf Ihrer Fahrt durch diese zauberhafte Region. Die besten Jahreszeiten für Radtouren in Ottensheim sind der Frühling und der Sommer. Zu dieser Zeit erstrahlt die Natur in voller Pracht, die Temperaturen sind angenehm mild und das Wetter ist meist stabil. Es empfiehlt sich jedoch, vorherige Recherchen über mögliche Streckensperrungen oder Veranstaltungen entlang der gewählten Route anzustellen.
Radfahren in Ottensheim und Umgebung
Wenn Sie gerne radfahren möchten, gibt es zahlreiche Orte in Ottensheim und Umgebung, an denen dies möglich ist. Neben dem Donauradweg bieten auch lokale Radrouten wie der "Ottensheimer Bierkultur-Rundweg" oder der "Rund um den Pfenningberg" abwechslungsreiche Möglichkeiten zum Erkunden per Fahrrad. Zudem können Sie Ihr eigenes Bike mitbringen oder eines vor Ort ausleihen - eine Vielzahl von Verleihstationen steht zur Verfügung.
Insgesamt bietet Ottensheim mit seinen vielfältigen Radwegen und touristischen Sehenswürdigkeiten ideale Voraussetzungen für unvergessliche Radtouren. Egal ob Sie die Schönheit des Mühlviertels erkunden oder gemütlich am Donauufer entlangradeln möchten - hier finden Sie garantiert die perfekte Tour für Ihre individuellen Bedürfnisse.
Weitere Touren und Aktivitäten
- Bike und Hike im herrlichen Almtal mit See-Umrundung.
- Von Rabenau nach Grünau zum Jagersimmerl und zum Almtalerhaus (Blick zum Zwillingskogel, Gr. Priel und Schermberg).
- Zurück zum Jagersimmerl und zu Fuß um den Almsee mit Besteigung vom aussichtsreichen Ameisstein.
- Aussichtsreiche Tour, Bike & Hike, wobei die beiden Gipfelanstiege eher kurz sind.
- Auf dem Donau-Radweg geht es in acht Tagen von der Dreiflüssestadt Passau in die österreichische Hauptstadt Wien, für die wir uns einen zusätzlichen Tag Zeit nehmen sollten.
- Schöne Rundtour, vorbei an Kies- und Sandgruben zu einem netten Gipfel. Rückfahrt zu einem Badesee bei Brandstatt, dann teils am Donauradweg-Süd zurück.
- Rundtour vom sehenswerten Stift Wilhering am Eferdinger Landlweg zur beliebten Burgruine "Schaunburg" mit toller Aussicht vom Bergfried.
Zusätzliche Informationen
- Ameisstein: Beim steilen, weglosen Nordabstieg vom Ameisstein Stecken und gute Bergschuhe erforderlich.
- Anfahrt: Von N-Osten auf der Westautobahn A1 zum Voralpenkreuz, auf der Pyhrnautobahn (A9) zur Abfahrt Ried und über Voitsdorf nach Scharnstein (B120). Nach Grünau, z.B. Rad, event.
Familiengruppen des Alpenvereins
Gemeinsam mit berg- und naturbegeisterten Familien unternehmen und organisieren wir spannende Ein- und Mehrtagestouren. Draußen - das sind die Wälder, Täler und Schluchten direkt vor unserer Haustür, aber natürlich auch die Alpen, die Pfalz, „die Fränkische“ und viele weitere wanderbare Gegenden in Deutschland.
Wir sind Antje und Klaus und übernehmen seit 2019 als Familiengruppenleiter die Organisation dieser Gruppe, die es seit 2012 in der Bezirksgruppe Leonberg gibt. Die Touren sind hauptsächlich für Kinder von 9 bis 14 Jahren ausgelegt.
Ihr wollt auch Gemeinsam.Draußen.Sein.
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