Die alte Brennerstraße rund um den wichtigsten Pass der Alpen ist bei Motorradfahrern beliebt. Doch welche Erfahrungen gibt es und was sollte man beachten?
Erfahrungen auf der alten Brennerstraße
Viele Motorradfahrer schätzen die landschaftlich reizvolle Strecke abseits der Autobahn. Die B182 verläuft parallel zur A13 und führt von Innsbruck über Schönberg im Stubaital, Matrei am Brenner und Steinach am Brenner direkt zum Brennerpass. Diese historische Route bietet eine attraktive Alternative zur Autobahn und führt durch traditionelle Tiroler Dörfer.
Die Tour zeigt die ganze Schönheit der malerischen Täler vom Brenner hinab bis nach Innsbruck. Seit 2.500 Jahren wird er als Passage über den Alpen-Hauptkamm genutzt. Seit zweieinhalb Jahrtausenden ziehen Händler, Säumer, Viehhirten, Schmuggler, Abenteurer und natürlich Touristen über den mit 1.371 m niedrigsten Pass der Alpen.
Die Passhöhe bietet neben der Möglichkeit, auf österreichischer Seite das Benzinfass nochmals günstig randvoll zu füllen auch die Chance, die eingesparten Euros in unglaubliche Massen an Trödel, Tand und Andenken zu investieren. Das alte Dorf Brenner erzählt dazu die spannende Geschichte des wohl bekanntesten Alpenpasses.
Malerische Täler entlang der Strecke
Das malerische Obernbergtal bietet eine Vielzahl an Wander- und Bergsteigermöglichkeiten jeglicher Schwierigkeitsgrade, von einfachen Spaziergängen am Seebach entlang bis zur echten Hochgebirgstour auf den Obernberger Tribulaun. Dazu setzen weitläufige Lärchenwälder einzigartige Farbtupfer in die alpine Landschaft, verziert mit bizarren Fels- und Steingebilden.
Bei Steinach am Brenner zweigt das idyllische Tal gen Westen ab, den Taleingang dominiert die gut 700 m lange Gschnitztalbrücke der Brennerautobahn. Über Trins und Gschnitz führt eine kurvenreiche Talstraße bis hinauf zum Talschluss nahe der Laponesalm auf gut 1.500 Höhenmetern. Rechts und links der Straße erheben sich Siedlungen aus weit verstreuten Häusern sowie markante Berggipfel, die ideale und vielfältige Wandermöglichkeiten bieten.
Es ist das Kerntal der Stubaier Alpen und mit seinen gut 30 km Länge eines der schönsten und touristisch perfekt erschlossenen Täler Tirols. Seine Siedlungen liegen auf herrlichen Terrassen oberhalb der Ruetz-Schlucht, erst bei Fulpmes, dem Hauptort des Tales, vereinen sich die Terrassen zu einem weiten Hochtal.
Die Hauptstadt des Bundeslandes Tirol im Herzen des Inntals ist die fünftgrößte Stadt Österreichs und heutzutage eine Mixtur aus Moderne und den zahlreichen historischen Bauten aus der Zeit Kaiser Maximilians I. In Kombination mit der wohl einzigartigen Lage inmitten der Tiroler Bergwelt ist Innsbruck äußerst beliebt bei Touristen aus aller Welt. Die sehenswerte Altstadt mit dem weltbekannten „Goldenen Dachl", mit Dom, Helblinghaus und der Hofburg ist nahezu ganzjährig Schauplatz bekannter Veranstaltungen, wie dem Tanzsommer, zahlreichen Festwochen und auch Konzerten.
Es ist eines der schönsten Hochtäler am Brenner. Durch eine atemberaubend einsame Bergbauern-Kultur führt die Landstraße hinauf in die Berge. Nach gut 10 Kilometern endet ihre Betondecke viel zu rasch schnell, doch Enduristen finden hier noch die ein oder andere befahrbare Offroadpiste ein wenig weiter hinauf in die Berge.
Streckensperrungen und Fahrverbote
In den Sommermonaten kann es an Samstagen, Sonn- und Feiertagen zu Streckensperrungen auf der alten Brennerstraße kommen. Diese Sperrungen dienen dazu, den Ausweichverkehr von der Autobahn zu reduzieren und die Anwohner zu entlasten.
- Die "alte Brenner Straße" ist vom 23.6.23 bis 10.09.23 jeweils an Samstagen, Sonn- und Feiertagen von 7 Uhr bis 19 Uhr gesperrt.
Es ist ratsam, sich vor der Fahrt über aktuelle Sperrungen zu informieren, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden.
Alternative Routen nach Südtirol
Wenn die Brenner Autobahn oder die alte Brennerstraße gesperrt sind, gibt es verschiedene Alternativrouten nach Südtirol:
- Westliche Route über den Reschenpass: Von Deutschland über Füssen (A7) und Reutte oder von Innsbruck auf der A12 Richtung Westen bis Landeck. Weiter auf der B180 durch das Oberinntal zum Reschenpass, der die Grenze nach Italien markiert. Die Route führt entlang des Reschensees und weiter auf der SS40 nach Meran in Südtirol.
- Route über das Timmelsjoch: Die Hochalpenstraße verbindet das Ötztal mit dem Passeiertal und führt von Ötz über Sölden und Hochgurgl zur Passhöhe (2.509 m). Von dort geht es bergab nach St. Leonhard im Passeiertal und weiter nach Meran.
- Route über den Ofenpass und Umbrailpass: Von Lindau am Bodensee nach Bregenz, über die A14 nach Chur, dann auf der Route 28 über den Ofenpass (2.149 m) nach Santa Maria Val Müstair. Weiter über den Umbrailpass (2.501 m) zum Stilfser Joch und von dort ins Vinschgau nach Südtirol.
Baustellen auf der Brennerautobahn (A13)
Die Brenner-Autobahn (A13) in Österreich ist eine der Hauptverkehrsrouten von Deutschland nach Südtirol. Aufgrund umfangreicher Sanierungsarbeiten kann es in den nächsten Jahren zu erheblichen Behinderungen kommen.
Geplante Bauprojekte
- Luegbrücke (2024 bis 2030): Die 1,8 Kilometer lange Brücke bei Gries am Brenner wird neu errichtet. Seit Januar 2025 ist sie nur noch einspurig befahrbar, was bereits zu erheblichen Rückstaus führt.
- Gschleirsbrücke (ab 3. Juni 2025): Sie liegt auf der Brenner-Autobahn südlich von Innsbruck und ist etwa 150 Meter lang. Sie ist Teil der anstehenden Sanierungsarbeiten zwischen Schönberg und der Brenner-Route.
- Grenztunnel nach Italien (2025 bis 2026): Der Grenztunnel am Brenner verbindet Österreich mit Italien und wird einer umfangreichen Fahrbahnsanierung unterzogen. Während der Arbeiten wird der Verkehr voraussichtlich nur einspurig geführt.
- Mautstelle Schönberg bis Gschleirsbrücke (2029 - 2031): Auf diesem Autobahnabschnitt sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen geplant.
- Gschnitztalbrücke (2029 - 2032): Diese Brücke befindet sich entlang der Brenner-Autobahn nahe der Einmündung des Gschnitztals in das Wipptal, südlich von Steinach am Brenner. Sie hat eine Länge von etwa 230 Metern und muss in den kommenden Jahren erneuert werden.
- Europabrücke (ab 2040): Die Europabrücke wird neu gebaut, was zu einem Verkehrschaos führen dürfte.
Rechtliche Hinweise und Verkehrsüberwachung
Auf dem schönen ersten Teil zwischen Innsbruck und Matrei ist fast durchgehend mit Überholverbot und Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 oder 60 km/h belegt. Die österreichische Verkehrsüberwachung ist nicht ohne. So mancher kann über Post vom tiroler Tourismusverband aus Innsbruck berichten.
In Österreich gilt das Gesetz zum Bilden einer Rettungsgasse im Stau, die nicht be- oder durchfahren werden darf. Die Strafen für ein Vergehen belaufen sich je nach Schwere zwischen 72 und 3.780 Euro. Für Motorradfahrer gibt es zusätzlich Punkte, wenn Rettungsfahrzeuge mit dem Verstoß behindert werden, dann blüht wohl auch der Höchstsatz.
Weiterhin gilt seit 2019 das Verbot von Stauumfahrungen durch Ortschaften: In Tirol gelten spezielle Verkehrsbeschränkungen, um den Ausweichverkehr von Touristen durch kleine Ortschaften zu unterbinden. Diese Maßnahmen wurden eingeführt, um den lokalen Verkehr zu entlasten und betreffen insbesondere Nebenstraßen rund um die Brennerstrecke. Verstöße können mit hohen Bußgeldern geahndet werden. Die alte Brennerstraße (B182) fällt unter diese Beschränkungen und kann während bestimmter Zeiten für den touristischen Verkehr gesperrt sein. Allerdings: Aktuell ist das Verbot auf die Wintermonate beschränkt und endet 2025 vorerst am 27.
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