Altes Fahrrad entsorgen: Kosten und umweltfreundliche Optionen

Kaputte Fahrräder sind im Berliner Straßenbild kein seltener Anblick. Die sogenannten Fahrradleichen finden sich fast an jeder Straßenecke. An Pfeilern, Fahrradständern und anderen Abstellmöglichkeiten bleiben die Drahtesel zurück, weil sie vergessen wurden oder demoliert worden sind.

Wenn Ihr Fahrrad nicht mehr zu gebrauchen ist, können Sie es kostenlos an den Berliner Recyclinghöfen abgeben. Ist sein Zustand noch akzeptabel, geben die Bezirke die alten Fahrräder an gemeinnützige Einrichtungen weiter. Diese bringen die Drahtesel wieder auf Vordermann.

Alternativen zur Entsorgung

Eine Entsorgung ist nur dann notwendig, wenn keine Möglichkeit zur Reparatur mehr besteht. Durch ihre Bauweise lassen sich die kaputten Bestandteile eines Fahrrads üblicherweise recht leicht ersetzen.

Bevor Sie das Fahrrad also auf den oben beschriebenen Wegen entsorgen, sollten Sie überprüfen, ob nicht eine Reparatur möglich ist. Dazu müssen Sie sich nicht gleich in Unkosten beim nächsten Fahrradladen stürzen: In Berlin gibt es in fast jedem Bezirk ein Repair Café. Dort kommen in regelmäßigen Abständen Leute zusammen, die etwas von Tüftelei und Handwerk verstehen. Sie können bei einem Besuch in einem der Cafés zunächst schauen, welcher Aufwand für eine Reparatur notwendig ist.

Wer sein altes Fahrrad einfach nur nicht mehr braucht, weil Sie z. B. umziehen oder das Kind dem Kinderrad entwachsen ist, kann es einfach weitergeben! Durch die Vermeidung von Abfällen leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und machen anderen zudem eine Freude. Um Abnehmer zu finden, können Sie den Tausch- und Verschenkmarkt nutzen. Sie können das intakte Fahrrad auch an eine gemeinnützige Organisation spenden.

Recycling von Fahrrädern

In Fahrrädern sind viele metallische Werkstoffe verbaut. Diese lassen sich wiederverwenden - meist mit geringerem Energieaufwand und gleicher Qualität wie Primärrohstoffe. Die Metalle werden nach Legierungen sortiert. Je nach Zusammensetzung dieser Legierungen gestaltet sich der Recyclingprozess unterschiedlich.

Die Kunststoffe, etwa von den Kabelummantelungen, Reifen und Reflektoren, werden zerkleinert und ebenfalls nach Sorten eingeteilt.

Sperrmüll, Schrott und E-Schrott aus privaten Haushalten können Sie kostenlos auf unseren Wertstoffhöfen abgeben. Beachten Sie dabei die gesonderten Standorte für die Annahme von großem E-Schrott. Sperrmüll sind Möbel und Einrichtungsgegenstände aus Holz und Kunststoff, die nach zumutbarer Zerkleinerung nicht in eine leere 120l-Restmülltonne passen.

Entsorgung in Hamburg

Stellen Polizei oder Mitarbeitende der Bezirksämter fest, dass ein Fahrrad offensichtlich schon lange an einer Stelle steht, die Verkehrssicherheit gefährdet oder selbst verkehrsuntauglich ist, kennzeichnen sie das Rad mit einem leuchtend roten Aufkleber, auf dem eine Frist vermerkt ist. Mindestens 14 Tage lang hat der/die Eigentümer:in dann noch die Möglichkeit, das Rad zu entfernen. Das Entfernen des Aufklebers reicht übrigens nicht aus, um das Rad vor der Entsorgung zu „schützen". Nach Ablauf der Frist kommt der Verkehrssicherungsdienst der Stadtreinigung Hamburg und entsorgt das gekennzeichnete Fahrrad im Auftrag der Polizei oder des Bezirksamtes.

Befindet sich ein Fahrrad in einem „schrottreifen“ Zustand, dürfen nur die Polizei und das Ordnungswidrigkeitsmanagement der Bezirksämter das betroffene Fahrrad als Schrott kennzeichnen und somit eine Entfernung aus dem öffentlichen Raum veranlassen. Das machen sie aus eigenem Antrieb, wenn ihnen auffällt, dass ein Fahrrad „schrottreif“ ist, oder durch einen Hinweis von Bürger:innen über die Hotline „Saubere Stadt“, den die SRH an das zuständige Bezirksamt weiterleitet. Für die Markierung wird ein orangeroter Zettel am Fahrrad angebracht (5), auf dem die abfallrechtlichen Grundlagen vermerkt sind und der das Fahrrad als Abfall deklariert. Das ist die Grundlage dafür, dass die SRH das Fahrrad entsorgen darf. Die Frist beträgt 14 Tage. Am/ab dem 15. Tag dürfen wir tätig werden.

Fahrräder die nicht mehr „zu retten“ sind, landen bei einem Schrottverwertungsbetrieb, damit die Komponenten die weiter verwertet werden können, wieder einsetzbar gemacht werden (7). Falls die Räder mit wenigen Handgriffen in einen fahrtüchtigen Zustand gebracht werden können, bringen unsere Entsorger:innen die Räder in die Fahrradwerkstatt der SRH am Recyclinghof Brandstücken in Osdorf. Dort werden sie von unseren Mitarbeitenden begutachtet und aufgearbeitet (8).

Weitere Optionen zur Fahrradentsorgung

  • Sperrmüll: Ja, in der Regel gehören die Drahtesel zum Sperrmüll. In dem Fall kannst du sie einfach von deiner Gemeinde kostenlos abholen lassen. Allerdings ist das von Ort zu Ort verschieden. Mit einem entsprechenden Schild versehen, werden sie auch beim Sperrmüll mitgenommen.
  • Recyclinghof: Du kannst dein Altfahrrad auf dem Recyclinghof wegschmeißen.
  • Schrottplatz: Wenn bisher keine passende Option dabei war, versuch dein Glück auf dem Schrottplatz. Wenn du eine oder nur wenige Fahrradleichen verschrotten lässt, ist das für dich in den meisten Fällen umsonst. Oft bekommst du sogar ein wenig Geld zurück - sei es der Schrottpreis oder der Preis für ein intaktes Rad.
  • Verkauf oder Spende: Klar: Wenn es noch funktioniert, ist ein Verkauf besser als der Abfall. Brauchst du das Geld nicht, gibt es auch Möglichkeiten zur Spende. Manche Organisationen bereiten alte Velos auf und stellen sie bedürftigen Menschen zur Verfügung. Oder du wendest dich direkt an bekannte Institutionen wie Schulen oder Hilfswerke.
  • Upcycling: Du hängst sehr an deinem jahrelangen Begleiter? Dann könnte Upcycling eine Lösung sein: Erschaffe neue Dinge oder Kunst aus dem alten Zweirad.

Einige Fahrradläden nehmen nicht nur Fahrradinspektionen vor, sondern kaufen auch ältere Räder und setzen diese wieder instand bzw. verwenden sie als Ersatzteillager. Geben Sie Ihr altes Gefährt dort ab und kaufen ein neues Fahrrad, bekommen Sie dieses eventuell ein paar Euro preiswerter.

Eine andere Möglichkeit, Ihr altes Fahrrad zu entsorgen, sind Schrotthändler. Bringen Sie das Rad, im Optimalfall mit weiterem Schrott, selbst zum Schrottplatz, bekommen Sie meistens noch etwas Geld dafür.

Alternativ wenden Sie sich an Fahrradwerkstätten von Schulen oder Behinderten-Werkstätten. Oftmals können die alten Fahrräder dort noch sinnvoll eingesetzt werden. Und sei es nur, um zu lernen, wie man ein Fahrrad repariert. Karitative Einrichtungen freuen sich ebenfalls meistens über alte Fahrräder. Unter Umständen wird das nicht mehr verkehrstaugliche Fahrrad sogar bei Ihnen abgeholt.

Findet sich tatsächlich keine weitere Verwendung für Ihr altes Fahrrad, ist die Entsorgung über den Sperrmüll eine Option. Je nach Gemeinde gibt es feste Termine, an denen der Sperrmüll abgeholt wird. Werkstoffhöfe nehmen alte Fahrräder in der Regel auch an. Meistens dürfen Sie den alten Drahtesel kostenfrei entsorgen.

Kosten der Fahrradentsorgung

In vielen Fällen ist die Entsorgung eines Fahrrads kostenlos möglich: ob Wertstoffhof, Sperrmüllabholung oder Schrotthändler, hier wirst Du das Rad mit kleiner Münze los. Bei der Abgabe beim Fahrradhändler, in der Werkstatt oder beim Verkauf an Privatpersonen kannst Du mitunter auch noch etwas Geld bekommen. Bei einer Abholung bzw. Entrümpelung sind die Kosten von Faktoren wie zum Beispiel dem Transport- und Personalaufwand abhängig. Wenn Du einen Sperrmüllcontainer mieten möchtest, ist vor allem der Standort sowie die Containergröße ausschlaggebend für den Preis.

Einzelteile und ihre Entsorgung

In der Praxis muss meist nicht das komplette Fahrrad entsorgt, sondern theoretisch lediglich einzelne Teile ausgetauscht werden.

  • Fahrradreifen: Die alten Fahrradreifen, sprich Mäntel und Schläuche, können anschließend im Restmüll entsorgt werden. In der Wertstofftonne haben sie entgegen gängiger Meinung nichts zu suchen.
  • Fahrradkette: Eine verrostete Fahrradkette kann schnell den Spaß am Fahren zerstören. Und wenn sie reißt, es ist ganz zu spät.
  • Fahrradsattel: Der Materialmix, aus dem Fahrradsattel bestehen, lässt sich bisher nicht recyceln.
  • Fahrradhelm: Fahrradhelme gehören in den Restmüll bzw. können auch beim Wertstoffhof abgeben werden.
  • Fahrradlicht & Co.: Fahrradlicht, Tacho und andere elektronische Komponenten eines Fahrrads zählen zum Elektroschrott und können zum Beispiel beim Wertstoffhof abgegeben werden.

Besonderheiten bei E-Bikes

Im Gegensatz zu herkömmlichen Fahrrädern sind E-Bikes mit Motoren ausgestattet, weshalb sie bei der Entsorgung als Elektroschrott zählen. Die Entsorgungsoption als Sperrmüll fällt damit in den meisten Gemeinden weg. Der Wertstoffhof bleibt nichtsdestoweniger die richtige Anlaufstelle für die Entsorgung eines E-Bikes.

Tipp: Wenn Du Dir ein neues E-Bike kaufst, ist der Händler zur Rücknahme Deines alten E-Bikes verpflichtet. Vorausgesetzt, seine Verkaufsfläche beträgt mehr als 400 m².

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