Altes Fahrrad zu verschenken: Tipps und nachhaltige Optionen

Sie kennen das: So manches ist beim Entrümpeln noch ganz gut erhalten, eigentlich zu schade für den Sperrmüll. Bevor gut erhaltenes einfach weggeworfen wird, sollte an nachhaltigere Optionen gedacht werden: günstig verkaufen oder verschenken.

Warum Gebrauchtwaren verkaufen oder verschenken?

Der Verkauf oder die Weitergabe von Gebrauchtwaren hat viele Vorteile:

  • Seltene und schöne Einzelstücke können erworben werden.
  • Sowohl beim Verkauf als auch beim Einkauf kann Geld gespart werden.
  • Es wird Abfall vermieden, da durch Wiederverwendung die Lebensdauer der Gegenstände verlängert wird.

Wo kann man Fahrräder verschenken oder spenden?

Mit etwas Glück finden Sie jemanden, der ein Fahrrad zu verschenken hat. Die besten Webseiten und Anlaufstellen für Gratis-Drahtesel haben wir für Sie zusammengestellt.

Online-Plattformen

Das neueste Modell bekommen Sie wahrscheinlich nicht geschenkt, vielleicht müssen Sie auch in neue Reifen investieren. Trotzdem lohnt sich die Suche nach einem Gratis-Fahrrad.

  • eBay Kleinanzeigen: Hier finden Sie alles Mögliche, auch Fahrräder. Zu den kostenlosen Drahteseln gelangen Sie über die Rubrik "Zu verschenken". Um nur Fahrräder in Ihrer Nähe zu finden, schränken Sie die Anzeige mit Ihrer Postleitzahl und der Umkreisbegrenzung ein.
  • Quoka: Auch Quoka ist eine geeignete Plattform für die Suche nach einem kostenlosen Fahrrad. Die Geschenke gibt's hier unter "Alles Mögliche" und anschließend "Biete kostenlos".
  • Markt.de: Etwas kleiner ist die Auswahl auf Markt.de, trotzdem finden Sie auch hier kostenlose Angebote. Suchen Sie nach "Fahrrad" und filtern Sie links anschließend unter "Preis" nach "Zu verschenken".

Regionale Gebrauchtwarenbörsen und karitative Einrichtungen

Zusätzlich zu den regelmäßig stattfindenden Flohmärkten gibt es Gebrauchtwarenbörsen in einer Vielzahl unterschiedlicher Einrichtungen. Etwas anders sind die Bedingungen bei den karitativen Einrichtungen. Gut erhaltene Sachen werden kostenlos entgegengenommen und im Gebrauchtwarenmarkt, Kleiderladen oder Sozialkaufhaus günstig zum Verkauf angeboten.

Beispiele aus dem Landkreis Augsburg:

Es gibt drei Gebrauchtwarenbörsen im Landkreis Augsburg. Dort können gut erhaltene Gebrauchtmöbel und gut erhaltene Gegenstände aus dem Haushalt wie Lampen, Geschirr, Bilderrahmen, Freizeitartikel usw. kostenlos abgegeben und gegen eine kleine Spende abgeholt werden.

  • Gebrauchtes & Co. 0821/3102-3215jeden Freitag, 13.30 - 16.00 Uhrjeden 2.
  • 0151/15582999jeden 1. und 3. Samstag im Monat, 10.00 - 12.00 Uhr

Fahrradrecycling-Werkstätten

Arbeitshilfe 2000 e. Die gemeinnützige Fahrradrecycling-Werkstatt sammelt alte, gebrauchte Fahrräder ein und macht daraus verkehrstaugliche Fahrräder. Diese "recycelten" Fahrräder werden günstig verkauft.

Spielzeugspenden

Bei „Toys Company“ können Sie altes und neues Spielzeug abgeben. Das Spielzeug wird bei Bedarf repariert und dann kostenlos an bedürftige Familien mit Kindern und soziale Einrichtungen im Großraum Augsburg weitergegeben. Die Beschäftigten sind Langzeitarbeitslose, denen durch die Tätigkeit der Wiedereinstieg ins Berufsleben erleichtert werden soll.

Durch dieses Projekt werden gleich drei Ziele erreicht: Die Kinder freuen sich über Spielsachen, Langzeitarbeitslose bekommen eine neue Chance und das Spielzeug wird nicht so schnell zu Abfall.

„Toys Company“ führt Straßensammlungen durch und sammelt Spielzeug auch über Sammelboxen an bestimmten Standorten.

Westwind Hamburg e.V.

Seit 2015 sammelt der Verein Fahrräder und Fahrradteile auf Spendenbasis und stattet damit Bedürftige und geflüchtete Menschen aus. Mithilfe von ca. 30 Ehrenamtlichen werden die gespendeten Räder aufbereitet, verkehrssicher gemacht und an bedürftige Menschen gegen einen geringen Kaufpreis weitergegeben.

Westwind nimmt dabei nicht nur ganze Räder an, sondern versucht auch gut erhaltene Einzelteile weiterzuverarbeiten und in bestehende Fahrräder zu recyclen.

Weitere Anlaufstellen

und re.cycle (ZukunftArbeit gGmbH) nehmen Fahrradspenden an. Die Räder werden aufgearbeitet und an bedürftige Menschen abgebeben. Die Adressen findet ihr bei den Links zu Fahrradflohmärkten.

Was tun mit defekten Fahrrädern?

Zunächst stellt sich die Frage, ob Ihr altes Rad noch verkehrstüchtig und einwandfrei zu benutzen ist - oder ob Reparaturen anstehen und ob dieser Aufwand überhaupt noch lohnenswert ist. Unsere Empfehlung: Treten Sie Ihr defektes, aber gut erhaltenes Rad einfach an Bike Point ab.

Ist eine Reparatur aus wirtschaftlichen oder technischen Gründen unsinnig, entsorgen Sie Ihr Fahrrad bitte im Rahmen eines Sperrmülltermins der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES). Keine Entscheidung über die weitere Zukunft eines defekten Fahrrads zu treffen und das Rad einfach dauerhaft unbenutzt im öffentlichen Verkehrsraum stehen zu lassen, ist bestimmt die schlechteste Entscheidung!

Durch sorglos abgestellte Altfahrräder kann es zu Behinderungen und sogar zur Gefährdung von Verkehrsteilnehmern kommen. Und nicht nur der öffentliche Raum wird belastet: Kaum besser sieht es in vielen gemeinschaftlich genutzten Kellerräumen und Innenhöfen von Mietshäusern aus, wo Altfahrräder oft über Jahre herumstehen.

Sorgfältige Entsorgung ist wichtig

Keine gute Entsorgungsmethode: Offensichtlich schon lange nicht mehr fahrtüchtig, ist dieses alte Fahrrad an einen Schildermast angeschlossen und behindert Fußgänger auf dem Gehweg.

Der Eigentümer wird durch diesen Hinweis des Ordnungsamtes zum Entfernen des Rades aufgefordert.

Regeln für das Verschenken im öffentlichen Raum

Der Trend, ausrangierte Dinge zu verschenken, statt sie auf den Müll zu werfen, ist durchaus sinnvoll - doch es gibt Regeln für das Wo und Wie. Eine Expertin gibt Auskunft.

Was ist erlaubt, was nicht?

An sich erst mal eine gute Sache: Wenn andere wiederverwenden, was man selbst nicht mehr braucht, ist das ja grundsätzlich nicht verkehrt.

Aber oft sind solche Aktionen nicht wirklich durchdacht. Denn was, wenn der Kram ein paar Tage draußen steht und in der Zwischenzeit ein Regenguss kommt? Durchweichte Bücher oder Möbel will ja keiner mehr haben. „Die Grenze zu wilden Müllablagerungen ist da leider fließend“, betont denn auch Evi Thiermann vom Abfallwirtschaftsbetrieb München, dem größten kommunalen Entsorgungsbetrieb Deutschlands. Viele Städte würden für störenden Trödel im öffentlichen Raum auch mal ein Ordnungsgeld verhängen.

„Im Sinne der Nachhaltigkeit ist das Verschenken von gebrauchten Gegenständen auf alle Fälle sinnvoll“, so Thiermann weiter. „Aber die Dinge müssen eben auch bei Leuten landen, die sie gebrauchen können.“ Und das sei beim Abstellen vor der Haustür nicht immer der Fall. Oft würden nur gut erhaltene Gegenstände mitgenommen, der Rest bleibe als unerwünschter Müll zurück und müsse auf Kosten der Allgemeinheit entsorgt werden.

Tipps für das Verschenken

Thiermann rät daher von heimlichem Hinstellen ab: „Was wo wie lange abgestellt werden darf, sollte man vorab mit dem Eigentümer des Grundstücks oder der Immobilie klären.“

Sind Mitbewohner und Hausverwaltung erst mal einverstanden, dürfen Kartons oder Körbe mit Sachen zum Mitnehmen künftig immer mal wieder im Gemeinschaftsbereich deponiert werden, etwa im Treppenhaus. Nach ein paar Tagen sollte man dann aber auch selbst entsorgen, was kein anderer mitnehmen wollte.

An sich nicht erlaubt ist es dagegen, Dinge einfach auf den Gehweg zu stellen, also auf öffentlichen Grund. Die Kommunen reagieren da im Einzelfall unterschiedlich - wobei es vor allem auf die Menge der wilden Ablagerung ankommt und darauf, ob Dinge derb im Weg stehen oder ob sie gar gefährlich für Passanten und spielende Kinder sind. Lehnt da nur ein Kuscheltier neben ein paar Büchern - oder hat jemand sozusagen den kompletten Sperrmüll aufgestapelt?

Alternativen zum Hinstellen

Wer in der Umgebung keine Möglichkeit hat, eine Mitnahme-Kiste legal aufzustellen, kann Gebrauchtes auch auf anderem Weg loswerden und dabei Gutes tun: Stichwort Flohmarkt. Vielerorts gibt es zudem öffentliche Bücher- oder Kreislaufschränke, in die jeder etwas hineinlegen oder herausnehmen kann.

Und natürlich kann man auch Kolleginnen und Kollegen, die man nicht persönlich kennt, eine kleine Freude machen - und zu verschenkende Dinge am Schwarzen Brett oder im Intranet anbieten, wenn der Betrieb dies erlaubt.

„Zudem können soziale Einrichtungen oft das eine oder andere gebrauchen“, so Thiermann. Am besten ruft man dort an und fragt, was wirklich benötigt wird: zum Beispiel im Winter warme Kleidung und noch gut erhaltene Schuhe für die Bahnhofsmission oder ähnliche Organisationen.

Online-Tauschbörsen

Auch die Abfallwirtschaftsbetriebe sind erfinderisch im Dienst der Kreislaufwirtschaft. „Weggeben statt Wegwerfen“ ist beispielsweise die Devise der Kölner Abfallwirtschaftsbetriebe. Diese betreiben eine kostenlose Online-Tauschbörse für Privates, um Dingen ein zweites Leben zu schenken. Auf awbkoeln.de findet sich alles vom Staubsauger bis zum Gartenstuhl, mit Stadtbezirk und Kontakt für Selbstabholer.

Wertstoffhöfe und Gebrauchtwarenkaufhäuser

Auch an manchen Wertstoffhöfen kann man gut erhaltene, noch funktionsfähige oder auch kuriose Dinge abgeben. Sie werden zu günstigen Preisen weiterverkauft, die Überschüsse wandern ins Stadtsäckel und stabilisieren so die Abfallgebühren. Die Münchner Entsorger haben zum Beispiel kürzlich einen Pop-up-Store eröffnet - mitten in der City am Viktualienmarkt. Gut erhaltene Dinge gibt es auch in Halle 2, dem Gebrauchtwarenkaufhaus der Stadt (München-Pasing, Peter-Anders-Straße 15). Einen Reparaturführer mit hilfreichen Adressen und Tipps findet man unter awm-muenchen.de.

Was tun, wenn das Fahrrad nicht mehr zu gebrauchen ist?

Wenn du dein Fahrrad falsch entsorgst, drohen Bußgelder. Selbst in einem kaputten Velo stecken wertvolle Rohstoffe, hauptsächlich Metall und Kunststoff. Frag deshalb bei Fachgeschäften in deiner Nähe nach, ob sie dir dein Zweirad abnehmen. Und die Werkstatt um die Ecke freut sich auch oft über die alten Bikes. Entweder, um sie zu reparieren und weiterzuverkaufen. Ja, in der Regel gehören die Drahtesel zum Sperrmüll. In dem Fall kannst du sie einfach von deiner Gemeinde kostenlos abholen lassen. Allerdings ist das von Ort zu Ort verschieden.

Weitere Entsorgungsmöglichkeiten

  • Du kannst dein Altfahrrad auf dem Recyclinghof wegschmeißen.
  • Wenn bisher keine passende Option dabei war, versuch dein Glück auf dem Schrottplatz. Wenn du eine oder nur wenige Fahrradleichen verschrotten lässt, ist das für dich in den meisten Fällen umsonst. Oft bekommst du sogar ein wenig Geld zurück - sei es der Schrottpreis oder der Preis für ein intaktes Rad.
  • Dagegen droht dir ein Bußgeld, wenn du den Fahrradschrott in der Gegend herumstehen lässt. Das hat dein Ort nämlich gar nicht gern. Steht ein Drahtesel länger rum, wird er erst markiert und bald entfernt.

Was tun mit Fahrrädern in Gemeinschaftsräumen?

Ja - aber nicht immer. Wenn es ewig im Keller steht und du es auch nach langfristiger Aufforderung stehenlässt, ist die Hausverwaltung im Recht. Jedoch gibt es dabei einige Details zu beachten.

Elektroschrott

Ein Bordcomputer kommt zum Elektroschrott - den gibst du zum Beispiel in Elektronikläden kostenlos ab.

Verkaufen oder Spenden

Klar: Wenn es noch funktioniert, ist ein Verkauf besser als der Abfall. Brauchst du das Geld nicht, gibt es auch Möglichkeiten zur Spende. Manche Organisationen bereiten alte Velos auf und stellen sie bedürftigen Menschen zur Verfügung. Oder du wendest dich direkt an bekannte Institutionen wie Schulen oder Hilfswerke.

Upcycling

Du hängst sehr an deinem jahrelangen Begleiter? Dann könnte Upcycling eine Lösung sein: Erschaffe neue Dinge oder Kunst aus dem alten Zweirad.

Nachhaltigkeit beim Fahrradfahren

Wer im Alltag viel Fahrrad fährt, hat zurecht ein gutes (Umwelt-) Gewissen. Denn wenn dadurch Autofahrten ersetzt werden, leistet das Fahrrad einen wichtigen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen und damit gegen die Klimaerwärmung.

Worauf man beim Kauf achten sollte

Nachhaltig handeln heißt aber auch, schon beim Kauf des Fahrrades auf Langlebigkeit, Umweltverträglichkeit und Energieverbrauch zu achten. Vorrausschauend sollte die Eignung zur Wiederverwertung oder möglichst schadlose Entsorgung in die Kaufentscheidung mit einbezogen werden.

Materialien im Vergleich

Bei der Bewertung der Materialien im Hinblick auf Nachhaltigkeit gibt es Unterschiede:

Material Eigenschaften Nachhaltigkeitsaspekte
Stahl Robust, langlebig, reparaturfreundlich Hoher Energieverbrauch bei Herstellung, kann rosten, aber gute Recyclingfähigkeit
Aluminium Leicht Energieaufwendige Gewinnung und Verarbeitung, weniger langlebig und reparaturunfreundlich als Stahl
Carbon Sehr leicht, verwindungssteif, stabil Noch energieintensivere Herstellung als Aluminium, stoßempfindlicher, schwieriges Recycling

Fahrrad-Rahmen und andere Bauteile aus Carbon werden in der Müllverbrennungsanlage entsorgt.

Verkehrssicherheit des Fahrrads

Wie ein Fahrrad verkehrstauglich auszustatten ist, legt die Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) fest. Vorgesehen sind darin zwei voneinander unabhängige Bremsen, die einen sicheren Halt ermöglichen. Für Aufmerksamkeit sorgen Radler*innen mit einer helltönenden Klingel, während zwei rutschfeste und festverschraubte Pedale nicht nur für den richtigen Antrieb sorgen. Je zwei nach vorn und hinten wirkende, gelbe Rückstrahler an den Pedalen stellen nämlich darüber hinaus sicher, dass Sie auch bei eintretender Dämmerung gut gesehen werden können. Ein rotes Rücklicht erhöht zusätzlich die Sichtbarkeit nach hinten und ein weißer Frontscheinwerfer trägt dazu bei, dass Radfahrende die vor sich liegende Strecke gut erkennen. Reflektoren oder wahlweise Reflektorstreifen an den Speichen sind ebenfalls vorgeschrieben.

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