Der Markt für gebrauchte Motorräder ist vielfältig und bietet sowohl Käufern als auch Verkäufern attraktive Möglichkeiten. Um einen erfolgreichen Verkauf zu gewährleisten, sollten jedoch einige wichtige Punkte beachtet werden. Hier finden Sie umfassende Tipps und Ratschläge, die Ihnen helfen, Ihr Motorrad optimal zu präsentieren und einen fairen Preis zu erzielen.
Gebrauchtes Motorrad verkaufen: Eine Einführung
Der Handel mit Motorrädern hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Vor allem das Internet bietet eine hervorragende Möglichkeit, Ihr Motorrad schnell und unkompliziert zu verkaufen. Verschiedene Online-Plattformen dienen als wichtige Schnittstelle zwischen Käufern und Verkäufern.
Gebrauchtgeschäfte bieten Lust- und Frustpotenzial für beide Seiten: Verkäufer müssen beim Verkauf eines Motorrads darauf aufpassen, tatsächlich ihr Geld zu bekommen und vor Haftungsansprüchen sicher zu sein. Käufer erwarten beim Kauf eines Motorrads zu Recht, für ihr Geld vernünftige Ware mit nachvollziehbarer Historie zu bekommen.
Die Vorteile eines Privatverkaufs
Der Verkauf an eine Privatperson bietet Verkäufern eine Reihe von Vorteilen. So können Verkäufer selbst über den Preis und die Bedingungen für den Verkauf entscheiden. Doch benötigt man für den Privatverkauf oftmals einen deutlich längeren Atem. Hier kommt es vor allem auf das Preissegment des Motorrads an, nach der sich die Dauer der Verkaufsaktion richtet.
Vorbereitung ist das A und O
Um ein Motorrad zu einem guten Preis verkaufen zu können, gilt es, auf die richtige Vorbereitung zu setzen. Wer viel Zeit sparen will und auf ein Inserat im Internet verzichten möchte, sollte sich direkt an einen Händler wenden. Auch dieser lässt sich unkompliziert im Internet erreichen.
Motorrad bewerten lassen
Damit man die Preisfindung deutlich unkomplizierter gestalten kann, lohnt es sich eine Maschine oder einen Gebrauchtwagen professionell bewerten zu lassen.
Optische Aufbereitung
Vor allem beim Motorradverkauf an eine Privatperson ist der erste Eindruck alles. So kann es sich für Verkäufer durchaus lohnen, den alten fahrbaren Untersatz in Schuss zu bringen und noch etwas Geld zu investieren. Kleine Schönheitsreparaturen, eine gründliche Reinigung oder eine neue TÜV-Plakette können den Verkaufspreis deutlich steigern.
Inserieren im Internet: So präsentieren Sie Ihr Motorrad optimal
Das Internet ist das beliebteste Medium, um Gebrauchtmotorräder zu verkaufen. Doch die Internet-Gebrauchtbörsen sind voll von lausigen Bildern, die eher abschrecken, als Appetit auf das angebotene Fahrzeug zu machen.
Um sein Motorrad erfolgreich auf einer Verkaufsplattform im Internet anzubieten, sind ansprechende Bilder das A und O. Dabei gilt es, das Motorrad möglichst bei Tageslicht abzulichten und eine Vielzahl von unterschiedlichen Bildern zu machen.
Die Beschreibung: Ehrlichkeit währt am längsten
Eine umfangreiche und ehrliche Beschreibung ist beim Motorradverkauf im Internet ausschlaggebend. Hierzu sollten sowohl verschiedene Angaben zum Hersteller, der Typbezeichnung, der Motorleistung als auch vom Kilometerstand gemacht werden.
Zusätzlich können Sie durch eine detaillierte Beschreibung Vertrauen bei potenziellen Käufern schaffen. Gehen Sie auf den Zustand des Motorrads ein und erwähnen Sie eventuelle Reparaturen, durchgeführte Wartungen oder Mängel offen. Käufer schätzen Ehrlichkeit und fühlen sich sicherer, wenn keine bösen Überraschungen zu erwarten sind.
Preisgestaltung: Realistisch bleiben
Auch die Preisvorstellung gilt es nicht zu hoch anzusetzen, um potenzielle Käufer nicht von Anfang an abzuschrecken. Ein unrealistisch hoher Preis führt oft dazu, dass Interessenten gar nicht erst Kontakt aufnehmen. Stattdessen sollten Sie sich vorab über den durchschnittlichen Marktwert Ihres Motorrads informieren.
Die Gebrauchtpreiskalkulationen sind nicht verbindlich, sondern stellen nur eine Orientierungshilfe dar. Sie sind Mittelwerte, die aus den regional unterschiedlichen Preisen errechnet wurden. Es gibt oft große Preisunterschiede zwischen Ballungszentren und ländlichen Regionen.
Auch der ADAC nennt Ihnen in seinem Gebrauchtmaschinen-Preisrechner ("Suche über Kfz-Schein") für die meisten Maschinen unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlichen Laufleistungen Preis- bzw. Wertorientierungen.
Wichtige Fragen an den Verkäufer
Besonders bei der Recherche im Internet können Sie auf interessante Angebote aus weit entfernten Regionen oder gar aus dem Ausland stoßen. Um unnötige Ausflüge zu vermeiden, können klare Fragen und deren ehrliche Beantwortung vorab die Entscheidungsfindung erleichtern. Widersprüchliche Aussagen unbedingt ansprechen und Unklarheiten beseitigen. Zudem ist es ratsam, die Angaben zu der Maschine in der Online-Anzeige inklusive aller Bilder abzuspeichern. Diese dienen als Grundlage für die Produktbeschreibung im Kaufvertrag.
Diese Fragen sollten Sie stellen:
- Ist der Verkäufer der Eigentümer oder der Besitzer?
- Wie lautet die genaue Modellbezeichnung? Um welches Baujahr und welche Leistungsvariante handelt es sich?
- Stammt das Motorrad ursprünglich von einem offiziellen Importeur, einem Re- oder Parallelimporteur?
- Wann wurde das Motorrad erstmalig zugelassen?
- Wie hoch ist die tatsächliche Kilometerleistung? Stimmt sie mit dem Tachostand überein?
- Wurden die regelmäßig fälligen Inspektionen von einer Fachwerkstatt durchgeführt?
- Wie viele Vorbesitzer hatte das Motorrad bereits?
- Ist das Motorrad unfallfrei?
- Welche Ausstattung hat das Motorrad ab Werk? Wurden Komponenten des Motorrades überholt oder ersetzt?
- Wann wurde das Motorrad zuletzt gefahren? Wenn es abgemeldet oder außer Betrieb gesetzt wurde: Wie lange ist das Fahrzeug bereits abgemeldet?
- Ist eine Probefahrt möglich?
- Werden sonstige Zubehörteile mit angeboten? In welchem Zustand sind diese?
Der Besichtigungstermin: Worauf Sie achten sollten
Lassen Sie sich nicht vom ersten Eindruck blenden: Zum Verkauf stehende Motorräder sind meist auf Hochglanz poliert. Betrachten Sie den Gesamtzustand kritisch und notieren Sie sich Schäden und Mängel.
Schleifspuren an den Lenkerenden, Schwingungsdämpfern und den Armaturen geben Hinweise auf Stürze. Eine Reparatur dieser Schäden ist oftmals nur durch den Austausch des Rahmens möglich, da daran nicht geschweißt werden darf. Bei einem verformten oder abgerissenen Lenkeranschlag ist vom Kauf abzuraten.
Grobe Schleifspuren am Rahmen weisen auf einen Off-Road-Einsatz oder Unfälle hin. Wenn das Motorrad kein Geländemotorrad ist und trotzdem diese Spuren aufweist, ist ebenfalls von einem Kauf abzuraten.
Umbauten und Modifikationen
Klären Sie mit dem Verkäufer, welche Komponenten und Bauteile verändert oder umgebaut wurden, weshalb dies vorgenommen wurde und wie diese eingetragen bzw. zugelassen wurden. Hierfür sind die Fahrzeugpapiere (Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II) sowie alle Gutachten, Prüfberichte und die Allgemeine Betriebserlaubnis heranzuziehen.
Nachträgliche Bearbeitung des Rahmens und/oder der Schwingen: Hier ist besondere Vorsicht ist geboten. Vereinzelt werden Flächen und Schweißnähte des Rahmens abgeschliffen und poliert. Dies lässt vielfach die Betriebserlaubnis erlöschen und kann Ihnen deswegen bei der nächsten Hauptuntersuchung Probleme bereiten.
Detailprüfung der Komponenten
Nehmen Sie in jedem Fall die Sitzbank herunter, um auch hier den Pflegezustand der Maschine zu prüfen.
Ist das Ergebnis der optischen Prüfung zufriedenstellend, deckt eine weitergehende Detailprüfung der verschiedenen Komponenten Mängel auf.
Bei Maschinen, die längere Zeit nicht bewegt und zudem für die Einlagerung bzw. Standzeit nicht vorbereitet wurden, sollten Sie folgende Komponenten prüfen:
- Kunststoff- und Gummiteile
- lackierte oder durchgefärbte Verkleidungsteile
- elektrische Anlage inkl. Batterie
- Kraftstofftank und Kraftstoffleitungen
- Bremsanlage, besonders die Bremszangen und -kolben
Die Probefahrt: Ein Muss vor dem Kauf
Grundsätzlich eine Probefahrt machen oder von einem sachverständigen Bekannten machen lassen.
Mit der ADAC Mustervereinbarung können Sie alle Regelungen für die Probefahrt schriftlich festhalten.
Der Kaufvertrag: Rechtliche Absicherung für beide Seiten
Probefahrt erfolgreich, Detailprüfung im Stand gemacht - wer sich für ein gebrauchtes Motorrad entscheidet, sollte unbedingt einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen. Was Sie beachten sollten.
Immer einen schriftlichen Kaufvertrag machen. Alle zugesicherten Eigenschaften schriftlich festhalten.
Hier steht für Sie der ADAC Musterkaufvertrag speziell für den Motorradkauf bzw. -verkauf bereit:
Private Verkäuferinnen und Verkäufer können die gesetzliche Sachmängelhaftung durch den Vertrag ausschließen. Beim Verkauf von Unternehmer oder Unternehmerin an Verbraucher bzw. Verbraucherin ist ein Haftungsausschluss unwirksam.
Hier finden Sie alle Informationen zur Haftung bei Mängeln am gebrauchten Motorrad.
Tipps für Motorrad-Verkäufer
Mit diesen Tipps sind Sie beim Verkauf Ihres Motorrads auf der sicheren Seite.
- Achten Sie darauf, dass der Käufer oder die Käuferin volljährig ist bzw. die Zustimmung der Erziehungsberechtigten vorliegt.
- Prüfen Sie, ob der Käufer oder die Käuferin den erforderlichen Führerschein hat, wenn er bzw. sie eine Probefahrt machen will. Lassen Sie sich für die Dauer der Probefahrt ein Pfand geben.
- Teilen Sie dem Käufer oder der Käuferin alle Ihnen bekannte Mängel an dem Motorrad mit und nehmen Sie diese in den Kaufvertrag auf.
- Vereinbaren Sie Barzahlung des vollen Kaufpreises bei Übergabe. Stundungen und Ratenzahlungen können zu Problemen führen.
- Händigen Sie dem Käufer bzw. der Käuferin die Zulassungsbescheinigung Teil II erst aus, wenn der Kaufpreis voll bezahlt ist.
- Schicken Sie die ausgefüllten Verkaufsmeldungen an die Kfz-Zulassungsstelle und Ihre Versicherung. Bewahren Sie davon Kopien auf. Meldet der Käufer bzw. die Käuferin das Motorrad nicht um, haften Sie weiter für Kfz-Steuer und Versicherungsprämie. Am besten fahren Sie mit dem Käufer bzw. der Käuferin zur Zulassungsstelle und melden das Motorrad sofort um. Oder setzen Sie es vor Übergabe außer Betrieb.
Kaufvertrag richtig ausfüllen
Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und lesen Sie sich den Kaufvertrag aufmerksam durch. Sollten Teile des Vertrags schon vorab ausgefüllt sein, prüfen Sie die Angaben und ergänzen Sie diese bei Bedarf. Stimmen die Daten mit den Fahrzeugpapieren überein? Füllen Sie den Vertrag und die Verkaufsmeldungen am besten gemeinsam vollständig aus. Besonders wichtig sind folgende Angaben.
- Vollständige Namen und Adressen der Vertragsparteien (bzw. Bevollmächtigten)
- Ausweis- bzw. Passnummern beider Vertragsparteien
- Fahrzeugidentifikationsnummer des Motorrads
- Kaufpreis
- Mögliche Unfallschäden oder sonstige Beschädigungen bzw. Mängel
- Zusatzausstattung und Zubehör vollständig aufgeführt und beschrieben
Verwandte Beiträge:
- Altes Mountainbike aufrüsten: Tipps & Tricks für mehr Fahrspaß
- Radfahren Altes Land: Routen & Tipps
- Radtouren Altes Land Jork: Entdecken Sie die schönsten Routen!
- Altes Motorrad restaurieren: Tipps, Anleitung & Kosten
- MTB Laufradsatz 29 Zoll Test & Vergleich – Top Modelle für ultimatives Fahrvergnügen!
- Harley Davidson Dyna Werkstatthandbücher: Ultimativer Leitfaden für einfache Wartung & Reparatur
Kommentar schreiben