Die Wahl des richtigen Schraubenmaterials für ein Motorrad ist entscheidend für Sicherheit, Leistung und Ästhetik. Neben Stahl und Titan erfreuen sich auch Aluminiumschrauben wachsender Beliebtheit. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile von Aluminiumschrauben im Motorradbereich.
Vorteile von Aluminiumschrauben
- Korrosionsbeständigkeit: Aluminiumschrauben sind von Natur aus korrosionsbeständig, was sie ideal für den Einsatz in Umgebungen macht, in denen Rost ein Problem darstellen kann. Schrauben aus Edelstahl ab der Edelstahlsorte A2 sind rostfrei. Wenn man einen höheren Korrosionsschutz wie beispielsweise bei Anwendungen im Poolbereich braucht, dann greift man zu Edelstahl A4. Aber auch in Küstenregionen greift man auf Edelstahl A4 zurück. Denn hier sorgt die Nähe zum Meer für eine sehr salzhaltige Luft.
- Gewichtsersparnis: Aluminium ist ein leichtes Material. Im Vergleich zu Stahlschrauben können Aluschrauben das Gesamtgewicht des Motorrads reduzieren. Dieses geringe Gewicht von Kunststoff kann nicht einmal eine Ultraleicht-Schraube aus Aluminium mithalten.
- Optik: Aluschrauben bieten einige Vorteile. Man kann Sie nicht nur in vielen bunten Farben mit tollem Metallic-Effekt eloxieren, sondern sie sind auch extrem leicht und korrosionsbeständig. Durch Eloxieren lassen sie sich in verschiedenen Farben gestalten, was dem Motorrad eine individuelle Note verleihen kann.
Nachteile von Aluminiumschrauben
- Geringere Festigkeit: Aluminium ist weicher als Stahl oder Titan. Der Nachteil ist, dass man sie nicht für sicherheitsrelevante Verschraubungen verwenden kann. Aluminiumlegierung AlZn5,5 Mg Cu ist sehr weich. Es gibt auch Schrauben aus hochfestem Aluminium. Man wählt hierzu Aluminium 7075. Diese hochfesten Schrauben werden oft in der Luft- und Raumfahrttechnik verbaut. Wegen der hohen Zugfestigkeit werden sie aber auch häufig im Motorsportbereich verwendet. Dies kann zu Problemen führen, wenn sie an Stellen verwendet werden, die hohen Belastungen ausgesetzt sind.
- Beschädigungsanfälligkeit: Aluschrauben sind anfälliger für Beschädigungen beim Anziehen oder Lösen, insbesondere wenn der Inbusschlüssel schief angesetzt wird. Wenn du den Inbus mal etwas schief ansetzt, ist sofort die Farbe weg.
- Kontaktkorrosion: In Verbindung mit anderen Metallen, insbesondere Stahl, kann es zu Kontaktkorrosion kommen.
Alternativen zu Aluminiumschrauben
Wenn die Vorteile von Aluminium gewünscht werden, aber die Festigkeit ein Problem darstellt, können folgende Alternativen in Betracht gezogen werden:
- Titanschrauben: Maximaler Korrosionsschutz, Maximale Festigkeit und Minimales Gewicht sind trumpf. Titan bietet eine ausgezeichnete Festigkeit bei geringem Gewicht und hoher Korrosionsbeständigkeit.
- Edelstahlschrauben: Edelstahlschrauben sind sehr beliebt, da sie eine langanhaltende Verbindung auch im Außenbereich gewährleisten. Sie sind korrosionsbeständig und bieten eine gute Festigkeit.
- Stahlschrauben: Stahl zur Produktion von Schrauben ist das am meisten verwendete Schraubenmaterial. Natürlich gibt es auch Stahlschrauben ohne weitere Beschichtung. Gerade bei Schrauben mit einer höheren Festigkeitsklasse produziert man Schrauben oft ohne Beschichtung. Man spricht hier von blankem Stahl. Dieser oxidiert schnell und sieht oft schwarz aus. Für sicherheitskritische Anwendungen sind hochfeste Stahlschrauben (8.8, 10.9, 12.9) die beste Wahl.
Materialkennwerte im Vergleich
Die folgende Tabelle vergleicht die Materialkennwerte von Stahl, Titan und Aluminium:
| Material | Streckgrenze [MPa] | Zugfestigkeit [N/mm²] | Bruchdehnung [%] |
|---|---|---|---|
| Stahl S355 | 355 | max. 630 | 22 |
| Titan Ti6Al4V | >830 | 900 | 10 |
| Stahl 8.8 | 640 | 900 | - |
| Stahl 10.9 | 900 | 1000 | - |
| Stahl 12.9 | 1080 | 1200 | - |
Worauf sollte man beim Ersetzen von Schrauben achten?
Beim Austausch von Schrauben ist es wichtig, die Festigkeitsklasse der Originalschraube zu beachten. Dünnes Eis, Schrauben aus Stahl sind allesamt wärmebehandelt (vergütet) und mit den Standardangaben von einem Feld- Wald- und Wiesenstahl wie ST52 nicht vergleichbar. Im Fahrzeugbau sind mindestens 8.8er (Rm 900N/mm², Re 640N/mm²) Schrauben im Einsatz, im Fahrwerksbereich 10.9 (Rm 1000mm², Re 900mm²) und manchmal auch 12.9 (Rm 1200mm², Re 1080mm²). Schrauben an sicherheitsrelevanten Bauteilen (z.B. Bremsen, Fahrwerk) dürfen nur durch Schrauben mit gleicher oder höherer Festigkeitsklasse ersetzt werden.
Wegen des hohen Freßrisikos das Gewinde von Edelstahlschrauben unbedingt mit einem geeigneten MoS2-Gleitmittel dünn einschmieren - empfehlenswert z.B. Molykote G-n oder G-n Plus, am besten mit einer harten Zahnbürste einbürsten. Ganz schlimm ist das Freßrisiko beim Verwenden selbstsichernder Muttern wegen des erhöhten Flankendrucks beim Einformen des Gewindes in den Sicherungseinsatz. Auch das 'Reinschrauben' von Schmutz/Sand in das Gewinde erhöht das Freßrisiko nochmal beträchtlich.
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