Andreas Denker Motorrad Biographie

Vor hundert Jahren fanden die Salzburger Festspiele zum ersten Mal statt. Mitten im Ersten Weltkrieg hatten ein Dichter, ein Komponist und ein Regisseur eine friedensstiftende Vision. Die Anregung der ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner lautete: etwas Großartiges zu „100 Jahre Salzburger Festspiele“.

Naja, „großartig“ kann man sich nicht vornehmen, aber als ich zu den Anfängen der Festspiele las, war ich begeistert. Das war ja eine künstlerische Bewegung in unmittelbarer Gegenthese zum Wahnsinn des Ersten Weltkriegs! Avantgarde war das, vielmehr Bauhaus als Bild-Zeitung. DAS sind die Festspiele, nicht die Society-Artikel.

Die Festspiele, also die Menschen, die sie machen, zeigen sich als unglaublich mutig, entschlossen und resilient bei gleichzeitiger großer Achtsamkeit angesichts der Corona-Gefahr. Ich glaube, dass die Festspiele in Zukunft erst richtig verstanden werden. Seit 100 Jahren gibt es diese pro-europäische, kosmopolitische Ausrichtung, die nicht nur auf dem Papier steht.

Seit 100 Jahren wird Bühnenkunst für Menschlichkeit, für eine bessere Welt gemacht. Jetzt, in diesen bedrohlichen Zeiten, brauchen wir sie mehr denn je. Jetzt, da das Bewusstsein geschärft ist, hören wir sie besser denn je. ICH GLAUBE AN DIE UNSTERBLICHKEIT DES THEATERS, beginnt Max Reinhardt seine „Rede an den Schauspieler“.

Am 1. August beginnen die Salzburger Festspiele, wegen Corona in stark reduzierter Form. Die 100. Am 1. August beginnt das große Wagnis: die Salzburger Festspiele 2020. Als einziges großes Sommerfestival trotzen die Salzburger Corona und feiern einen Monat lang ihr 100-jähriges Bestehen - und die ganze Kulturwelt schaut gespannt zu.

Dabei sind: Anna Netrebko, Igor Levit, Cecilia Bartoli, Daniel Barenboim und viele andere Stars der Klassikszene. Aber vor allem mit einem täglichen Streaming-Rendezvous um 20.30 Uhr auf ARTE Concert. ARTE gratuliert unter anderem mit einer großen Geburtstagsdokumentation, der Live-Übertragung von Mozarts Oper „Così fan tutte“ und drei Salzburg-„Maestro“-Sendungen mit Igor Levit, Andris Nelsons und Daniel Barenboim am Pult.

Die erste Opernpremiere der Salzburger Festspiele, „Elektra“, steht am Samstag an. Franz Welser-Möst dirigiert die Neuproduktion Elektra in der Regie von Krzysztof Warlikowski. „Die Gefahr als Dirigent in einen Klangrausch zu verfallen und die Kontrolle zu verlieren, ist bei Richard Strauss besonders groß.“ Die Sängerin der Elektra, Ausrine Stundyte, eröffnet den Blich in ungeahnte Tiefen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0