Plötzlich ist sie da, die Angst. Der Puls rast, das Herz pocht, und der Atem ist laut. Eben noch ist man sorglos über die Landstraße gefahren, und nun liegt man auf dem Asphalt - das Motorrad ein Stück entfernt. Mehr als ein paar Schürfwunden sind es nicht, doch ein Gefühl der Unsicherheit bleibt. Viele Motorradfahrer sind nach einem Sturz verunsichert und blockiert - auch nach vermeintlich harmlosen Unfällen. Wie kann man die Angst danach überwinden?
Ursachen der Angst beim Motorradfahren
Dass Motorradfahrer gefährlich leben, ist bekannt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2014 etwa 45 500 Unfälle mit Beteiligung von Kradfahrern und damit zehn Prozent mehr als im Jahr davor. 675 Biker sind dabei gestorben. Etwa jeder dritte Sturz (31 Prozent) kommt laut ADAC-Unfallforschung grundsätzlich ohne Fremdeinwirkung zustande. Häufig machen Biker in Kurven Fehler. Manchmal ist es auch ein einfacher Bremsfehler, der zum Sturz führt.
Die Angst kann schnell in ein Trauma münden. „Schlaflosigkeit, ständige Wiederkehr der Bilder und die Unfähigkeit, das Erlebte allein zu verarbeiten, sind Anzeichen dafür“, sagt Hartmut Kerwien vom Institut für angewandte Verkehrspädagogik.
Häufige Fahrfehler als Ursache für Stürze
Viele Motorradfahrer haben Angst vor Stürzen, was ihre Fahrtechnik beeinträchtigen kann. Der Text beleuchtet fünf Hauptursachen für sturzbedingte Fahrfehler und gibt konkrete Tipps zur Verbesserung. In diesem Artikel möchten wir uns auf Unfälle konzentrieren, die durch Fahrfehler verursacht werden, und nicht durch technische Defekte oder äußere Einflüsse. Wir haben fünf Hauptursachen identifiziert, die problematisch sein können, und bieten dir Lösungen, um Stürze zu minimieren und vor allem das Risiko eines solchen zu verringern.
- Falsches Blickverhalten: Wer sich auf Hindernisse fokussiert, fährt oft ungewollt genau dorthin. Stattdessen sollte man lernen, den Blick dorthin zu richten, wo man hinfahren will. Eine häufige Fehlerquelle beim Motorradfahren ist das schlechte Auge-Tracking. Oft fokussierst du dich auf die Hindernisse, die du vermeiden möchtest, wie zum Beispiel eine Lichtschranke oder entgegenkommenden Verkehr. Wenn du deinen Blick auf diese gefährlichen Punkte richtest, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du genau dorthin fährst.
- Überhöhte Geschwindigkeit: Oft durch Gruppenzwang verursacht, erhöht das Sturzrisiko. Doch Fortschritt kommt nicht durch schnelleres Fahren als dein Schutzengel, sondern durch die Verbesserung grundlegender Techniken. Lerne, deine Geschwindigkeit in jeder Situation sicher zu kontrollieren. Das bedeutet, sauberes Bremsen und das richtige Fahren auf der Rennstrecke, wo die Fahrzeugkontrolle immer an erster Stelle steht.
- Falsche Linienwahl: Sie hängt stark von der Geschwindigkeit ab. Viele Fahrer haben auch keine Kontrolle über ihre Linienwahl. Dies führt dazu, dass sie in Kurven nicht wissen, wo sie enden werden. Eine wichtige Regel ist: Der Radius der Kurve hängt von deiner Geschwindigkeit ab. Wenn du bremst, wird der Kurvenradius enger, und wenn du beschleunigst, wird er weiter. Verwende das Gas und die Bremsen gezielt, um deine Linie zu steuern.
Strategien zur Überwindung der Angst
Viele steigen allerdings sofort wieder aufs Rad, um zu vermeiden, den Unfall mental zu verschleppen. Doch das kann laut Karl-Friedrich Voss, Vorsitzender des Bundesverbandes Niedergelassener Verkehrspsychologen, gefährlich sein. „Wer sofort weitermacht, ohne die Ursachen des Unfalls zu hinterfragen, fährt mit der gleichen Haltung weiter, ohne dass sich etwas ändert“.
Oft ist bei gestürzten Bikern zumindest die Souveränität plötzlich weg. Jochen Oesterle vom ADAC sieht es ähnlich: Jede Angst kann man verlernen. Zuallererst müssen Motorradfahrer aber ehrlich mit sich selbst sein und ein Training angehen. Nahezu alle Automobilclubs und Institutionen wie die Deutsche Verkehrswacht oder das Institut für Zweiradsicherheit bieten Trainings für Motorradfahrer an. Auch Fahrlehrer bringen Motorradfahrer wieder in die Spur. Entscheidend ist nach einem Unfall der Blick von außen. Ob Trainer, ein befreundeter Motorradfahrer oder ein Fahrlehrer: „Beobachter entdecken möglicherweise Fahrfehler, die zum Sturz geführt haben können“, sagt Bartels.
Praktische Tipps zur Angstbewältigung
- Fahrtechnik verbessern: „Hilfreich sind dann Brems- und Kurventrainings“, sagt Achim Kuschefski vom Institut für Zweiradsicherheit. Unterbewusst schauen viele Biker beim Kurvenfahren auf die Leitplanke oder die Bäume am Straßenrand. Automatisch trägt das Motorrad den Fahrer dann nach außen - bis es kracht. Ebenfalls verringern viele Motorradfahrer ihre Geschwindigkeit vor der Kurve nicht genügend. Auch die Angst vor einer angemessenen Schräglage kann gefährlich sein.
- Mentales Training: Motorradfahren beginnt im Kopf, doch häufig stehen wir uns dabei selbst im Weg und es entsteht Stress. In diesem interaktiven Online-Workshop wird das Motorradfahren mental trainiert. Als „zertifizierte Mentaltrainerin“ bringt Irene Seidler fundiertes Wissen über moderne Methoden und Techniken zur Stressbewältigung aus unterschiedlichen Lebensbereichen mit.
- Sichere Ausrüstung: Schutzkleidung kann Verletzungen bei einem Sturz mindern, schützt aber nicht vor allem. Bei höheren Geschwindigkeiten bieten Protektoren vor allem im Brustbereich kaum Schutz.
- Selbstvertrauen stärken: Du musst zu allererst dein Selbstvertrauen stärken. Du brauchst eine viel kleinere Karre , bei der du das "Gefühl" wieder erlernst: Hey das Mopped ist so schwach, das habe ich locker im Griff , das Risiko kann ich verantworten. Und wenns mal schiefgeht kann eigentlich nicht viel passieren. Ich meine auch nicht nur die PS-Zahl kann einschüchtern, auch das Gewicht kann gehörig Respekt einflößen.
- Therapeutische Hilfe: "Bei Angststörungen, die auf Dauerstress und tiefer gehende psychische Ursachen zurückzuführen sind und sich in Panikattacken äußern, ist der Weg zu einem Verkehrspsychologen oder Therapeuten unverzichtbar", empfiehlt Ulrich Chiellino.
Umgang mit Panikattacken
In der akuten Situation, bei einer Panikattacke beim Autofahren, können Unterhaltungen sowie Atem- und Muskelentspannungsübungen die Nervosität beim Fahren lindern. Ein weiterer Tipp: Lautes Sprechen beruhigt beispielsweise die Atmung. Voraussetzung dafür ist, dass ein Bewusstsein für die Symptomatik entwickelt worden ist und die betroffene Person sich entsprechend vorbereitet.
Statistik: Motorradunfälle in Deutschland (2014)
| Unfallart | Anzahl |
|---|---|
| Unfälle mit Beteiligung von Kradfahrern | ca. 45.500 |
| Todesfälle unter Bikern | 675 |
| Stürze ohne Fremdeinwirkung | 31% aller Stürze |
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