Angst vor dem Motorradfahren überwinden: Tipps und Strategien

Viele Motorradfahrer kennen das Gefühl der Unsicherheit und Angst beim Fahren. Besonders nach längerer Pause oder nach einem negativen Erlebnis können Ängste auftreten, die das Fahrvergnügen trüben. Dieser Artikel soll dir helfen, deine Ängste zu verstehen und Strategien zu entwickeln, um sie zu überwinden.

Die Ursachen der Angst erkennen

Es ist wichtig, herauszufiltern, wovor genau du dich fürchtest. Sind es nur bestimmte Situationen oder ist es allgemein die Angst vor dem Verlust der Kontrolle? Betrifft es das Fahren in einem engen Kreisverkehr, das Abbiegen oder Kurvenfahren? Oder ist es das Bremsen bzw. Anhalten?

Gab es einen Unfall, für den du den Grund bzw. deinen Fahrfehler nicht kennst? Ist das Bike vielleicht nicht richtig für dich (zu hoch, ungünstige Sitzposition, Pedale an ungünstigen Stellen, Kupplung zu schwer zu ziehen usw.)?

Selbstvertrauen stärken

Du musst zuallererst dein Selbstvertrauen stärken. Eine Möglichkeit ist, mit einem kleineren und leichteren Motorrad zu beginnen. Du brauchst eine viel kleinere Karre, bei der du das "Gefühl" wieder erlernst: Hey, das Mopped ist so schwach, das habe ich locker im Griff, das Risiko kann ich verantworten. Und wenn's mal schiefgeht, kann eigentlich nicht viel passieren. Ich meine auch nicht nur die PS-Zahl kann einschüchtern, auch das Gewicht kann gehörig Respekt einflößen.

Sehr wichtig ist dann noch das regelmäßige Fahren. Ich, z.B., fahre sehr oft mit meinem Boliden zur Arbeit, wenns auch nur wenige Kilometer sind.

Praktische Tipps und Übungen

  • Fahrpraxis sammeln: Übung macht den Meister. Wer will nicht einfach aufsteigen, seine Maschine perfekt beherrschen und mit bester Haltung die Kurven nehmen, um ein anerkennendes Kompliment von erfahreneren Bikern zu hören? Wenn ihr wie ein Profi im Sattel sitzen wollt, hilft vor allem eins: viel Übung und Routine!
  • Kurvengeschwindigkeit anpassen: Anfänger passen die Kurvengeschwindigkeit oft nicht korrekt an oder sie wählen Fahrtlinie und Blickführung nicht optimal. Grund hierfür ist die fehlende Erfahrung.
  • Die richtige Körperhaltung: Ob beim Bremsen oder beim Einfahren in Kurven - auf die richtige Körperhaltung kommt es an. Motorrad-Neulinge verkrampfen schnell in einer unbequemen Position, weil sie nicht an ihre Sitzposition denken.
  • Kreisverkehr üben: Der Kreisverkehr ist eine gute Übung für sauberes Fahren.

Mentales Training

Du musst versuchen, die negativen Gedanken durch positive zu ersetzen. Das muss man im Übrigen nicht nur vor der Fahrt machen, das kann man auch machen, wenn man nicht vor hat, unmittelbar danach auf den Hobel zu steigen. Der Trick, um die Angst zu besiegen, ist primär locker zu bleiben und sekundär Fahrpraxis aufzubauen.

Fahr bitte immer nur so weit und so schnell, sodass du auch gewährleisten kannst, mit einer positiven Grundstimmung und einem kleinen Strahlen in den Augen deine Maschine in der heimischen Garage wieder abzustellen. Verinnerliche dieses Gefühl und rufe es beim nächsten mentalen Training wieder ab.

Sicherheit geht vor

Kein verantwortungsvoller Biker würde ohne seine robuste Motorradkombi aufs Motorrad steigen - auch nicht im Sommer. So mancher Anfänger scheint seine Maschine oder sein Können jedoch zu überschätzen. Egal, wie kurz die Routine ist oder wie sehr die Sonne euch zum Schwitzen bringt: tragt feste Motorradschuhe oder Motorradstiefel sowie passende Motorradkleidung. Selbstverständlich gehört zu jeder Ausfahrt ein Motorradhelm, egal ob einem Jethelm, Klapphelm oder Motocrosshelm auf den Kopf, der vor Stürzen schützt.

Professionelle Hilfe

Eine Alternative wäre, "professionelle" Hilfe in Anspruch zu nehmen. Bei mir in der Nähe gibt es ein Übungsgelände/Fahrsicherheitszentrum, in welchem auch Sondertrainings angeboten werden. Dort für einen Tag oder ein paar Stunden ein auf Dein "Problem" abgestelltes Einzeltraining zu buchen, ist zwar nicht ganz billig, würde m.E.

Fahrsicherheitstraining

Absolviere regelmäßig ein Motorrad-Fahrsicherheitstraining. Bei einem neuen Motorradrad machst du dich vor der Fahrt genau mit den Bedienelementen vertraut.

Als Basisausbildung hilft ein fundiertes Sicherheitstraining. So erfahren Sie, wo Ihre Schwächen und Grenzen liegen.

Volle Konzentration: Wenn Sie Motorrad fahren, fahren Sie nur Motorrad. Lassen Sie keine Ablenkungen und Störungen zu. Zum Fotografieren, Programmieren des Navigationssystems oder fürs Studium der Landkarte halten Sie an einem sicheren Platz.

Umgang mit Sozia/Sozius

Wenn die Freunde kein eigenes Motorrad besitzen, besteht für euch die Möglichkeit, sie als Beifahrer mitzunehmen. Eine Idee, die Fahranfänger vor eine besondere Herausforderung stellt, weil sich das Verhalten der Maschine komplett ändern wird. Auch das Fahren mit Beifahrer sollte trainiert werden, bevor ihr zu einer längeren Ausfahrt startet.

  • Schräglage, starkes Beschleunigen und Abbremsen sowie heftige Lastwechsel helfen NICHT beim Aufbau von Vertrauen, welches hingegen nötig ist zum Abbau von Angst.
  • Und dann: Reden hilft! Wenn nicht schon vorhanden, besorg dir Intercom. Ach ja: und frag vor allem sie selbst, was sie braucht, um Angst abzubauen. In jedem Fall: SIE hat zwar die Angst, aber DU löst sie aus.

Weitere Tipps

  • Nimm eine Seeumrundung. Mit Kaffeehalt an schwer romantischen stellen. Beweis nicht deine Kurven- und Schräglagensicherheit sondern deine Kompetenz im Strassenverkehr. Und lass die Freunde weg. Fahr mit IHR. Das andere kannst du dann später alles hinzufügen. Aber jetzt geht es dann erstmal nicht um dich sondern um sie.
  • Beweis nicht deine Kurven- und schräglagensicherheit sondern deine Kompetenz im Strassenverkehr.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0