Als Frau allein auf Reisen - das sollte eigentlich kein Problem sein. Kann es aber werden, wenn sie auf Männer trifft. Schlechte Erfahrungen hat dabei auch Reiseinfluencerin Ann-Kathrin Bendixen, 25, gemacht.
In dem Podcast »Schnack auf Achse - mit Affe und Gabriel« erzählte die Weltreisende , die auch unter dem Pseudonym »Affe auf Bike« bekannt ist, von sexueller Belästigung auf Reisen. »Wirklich schlimm auf den Reisen ist, wenn du allein als Frau auf Männer triffst«, sagt Bendixen in dem Gespräch mit Gabriel Kelly.
Es gebe zwar auch »tolle« Männer, doch es gebe viele, die »einem Schlechtes wollen«. Einmal hätten sie etwa Männer in einem Auto mitgenommen, ihr Motorrad hintendrauf. »Die haben alles Mögliche mit mir gemacht«, sagt die 25-Jährige.
Einer habe sich nackt an ihr gerieben - sie habe nicht gewusst, wie sie damit umgehen solle, habe ihn unter anderem getreten. Einer der Männer habe Kinder gehabt - und sei eingeschritten unter dem Motto: »Wir lassen sie gehen, dass es nicht zum Äußersten kommt.«
Solche Situationen hätten ihr gezeigt, wie »schwach man als Frau sein kann«. Sie fühle sich ansonsten selbstbestimmt und stark - aber nicht in diesem Moment. »Das hat sich ganz komisch angefühlt.« Da habe sie feststellen müssen, dass sie sich nicht weiter hätte wehren können.
Das Thema sei für sie »super unangenehm«, sie habe sich geschämt und das »totgeschwiegen«. Die Situation verfolge sie noch immer. Jede Frau, die sie kenne, habe ähnliche Erfahrungen gemacht. »Und keine redet wirklich offen darüber, weil man immer das Gefühl hat, keiner nimmt dich ernst.«
Bendixen erzählt, welche Sicherheitsvorkehrungen sie treffe: So habe sie auf Reisen immer ein Messer dabei. Und in Kanada etwa ein Bärenspray, auch, um sich damit gegen Männer zu wehren.
Auf der Plattform Instagram folgen »Affe auf Bike« mehr als eine halbe Million Accounts. Vergangenes Jahr nahm Bendixen bei der 17. Nach dem Abi studieren, einen Beruf ergreifen, Familie, Haus und Hund. Ann-Kathrin Bendixen hatte gute Gründe für ein anderes Leben: Mit 18 Jahren erkrankte die Schleswig-Holsteinerin ernsthaft, und um ein Haar wäre sie auf einem Auge blind geworden. Nur eine Not-Operation hat sie davor bewahrt.
Diese Lebensphase machte ihr unmissverständlich klar, dass der Sensenmann immer und überall lauern kann. So packte sie mit 19 Jahren das Nötigste zusammen, steckte ihre 400 gesparten Euro, Zelt, Isomatte und ihren Plüschaffen ein und schwang sich auf ihre alte Suzuki. Einfach raus, einfach weg, einfach Richtung Süden!
Das Geld war rasch aufgebraucht. Sie fasste sich ein Herz, sprach einfach Menschen an und jobbte auf italienischen Bauernhöfen für eine Mahlzeit und eine Tankfüllung. Der Sensenmann lauert überall. Auf Südeuropa folgten die Westsahara und Südamerika - klar, auf dem Motorrad!
Etliche tausend Kilometer später hat Ann-Kathrin eine stattliche Fangemeinde um sich versammelt. Rund 150000 Menschen folgen ihr inzwischen auf Instagram. Sie ist kommunikativ, versteht mit einer Kamera umzugehen und kann packend schreiben. Die Kids verschlingen ihre Bilder und Stories. Im Jahr 2021 veröffentlichte sie ein Buch über ihren Selbstfindungstrip.
Ungewöhnlich genug. Während andere aus ihrer Generation noch von einer Karriere als Influencer träumen, lebt sie von ihren Fotos, Filmen und Geschichten und ist immer noch unterwegs. Jetzt allerdings reitet sie auf Eisen aus Milwaukee, gesponsort von Harley-Davidson Germany, nachdem ihr altes Bike abgefackelt ist.
Ihre Nightster ist natürlich umgebaut: Ein kurzer Auspuff für den passenden Sound, ein Breakout-Scheinwerfer und Pan-America-Zusatzleuchten für die Nacht, Sturzbügel und Crashguards für alle Fälle, ein Pan-Am-Lenker mit Heizgriffen, ein modifizierter Sitz und feine Öhlins-Fahrwerkskomponenten. Dazu ein Custom-Gepäckträger für die Reisetasche.
Auch als Harley-Fahrerin bleibt Ann-Kathrin ziemlich anspruchslos: Ein festes Dach überm Kopf und ein warmes Bett sind halt weniger wichtig als das große Abenteuer. Ein mit Super Plus gefüllter Tank genügt. „Meine Begegnungen, die Erfahrungen und Erlebnisse begeistern mich fast täglich neu.
Als wir das Interview führen, ist Ann-Kathrin in Thailand. Sie sammelt Erinnerungen, traumhaft schöne, aber auch brenzlige, die sie beinahe Kopf und Kragen gekostet hätten. Aber wenn mal was nicht klappt und die Dinge komplett aus dem Ruder zu laufen scheinen, dann ist genau das der Stoff für die Geschichten, die sie in die Welt hinauspostet.
Erst war sie mit einer Nightster auf Island, danach mit einer Pan America in Thailand. Als Bikerin zog sie das große Los. Ich hatte früher Segelohren, sah damit wie ein Affe aus und wurde in der Schule gemobbt. Das ist die inoffizielle Version. Später meinte mein Bruder, dass ich mich für die Medien doch einfach so nennen sollte. Offiziell habe ich deshalb den Plüschaffen am Motorrad. Jetzt hängt er an einer Harley. Stimmt. Normal fährt man ja nicht einfach auf ’ner Nightster durch Island.
Harley hätte mich auch gerne öfter auf der Pan America gesehen. Aber die haben gesagt, wir wollen auch das, was du willst. Und ich wollte es ein bisschen rustikaler. Oldschool, das hat Rick’s dann möglich gemacht. Und auf der Nightster hab ich mich unfassbar wohl gefühlt. Ich wiege ja nur 50 Kilo, und der Schwerpunkt der Nightster ist eben niedriger. Die konnte ich besser aufheben, wenn sie mal umkippte. Mit der ging das. Jetzt in Thailand bin ich mit der Pan America unterwegs.
Ich bin schon viele verschiedene Maschinen gefahren, angefangen mit einer alten Suzuki. Für Afrika hatte ich zwei XTs zu einer Maschine zusammengeschraubt, da hat nie was funktioniert. Die Harley ist zusammen mit der BMW am zuverlässigsten. Meine XT hätte das nie so mitgemacht. Wenn bei der Nightster mal irgendwas nicht geht, dann hat sie ja einen Hauptstecker vorne rechts am Lenkkopf. Den musste man immer mal wieder rausziehen, das ist wie ein Reset.
Wie man Fotos von sich selbst macht, wenn man alleine unterwegs ist? In Afrika dachten viele Männer, dass ich mir alleine nicht helfen kann. Was das Schrauben angeht, kann ich mir aber immer selbst helfen. Grundsätzlich finde ich eher positive Anerkennung. Du siehst gut aus, ist das ein Kapital? Klar hast du einen Vorteil, wenn du dem Schönheitsideal entsprichst.
Ich denke aber, dass jeder mit dieser Geschichte Erfolg haben könnte. Das Aussehen ist ja nicht alles, der Humor und die eigene Art spielen auch eine Rolle. Und die Einmaligkeit ist wichtig. Sollen wir also deinen Ratschlag, dass nun alle einfach losfahren und leben sollen, ernst nehmen? Natürlich kann das nicht jeder machen.
Wasserfälle? Ja, die sind kalt, eiskalt! Das ist auch hart! Oder wenn man nachts zum Pinkeln aus dem Zelt raus muss … schon deshalb würden viele nach einer Woche die Lust verlieren. Du bist viel alleine on the Road. Ich nehme immer ein Stativ mit und benutze den Selbstauslöser. Dazu hab ich jetzt eine 360 Grad-Kamera, das sieht aus, als würde man von einer Drohne gefilmt.
Ann-Kathrin Bendixen: Bikergirl. Wie ich die Freiheit suchte und das Leben fand, Riva-Verlag, München, 2021, 13,00 Euro. Kann ich noch nicht sagen. Wegen meiner Krankheit ist es ein so großer Schritt, gesund zu sein. Du bist Digital Native. DREAM-MACHINES kenne ich von Harley her. In meiner Generation ist es leider selten geworden, dass Menschen gedruckte Worte lesen. Ich hab ja selbst schon ein Buch geschrieben. Der Sensenmann lauert überall.
Doch Ann-Kathrin wollte das Leben spüren Hand aufs Herz: Welcher Harley-Biker würde bei diesem Wetter noch Motorrad fahren? Für Island gab es eine Harley-Davidson Nightster. Immer dabei ist der Plüschaffe Öhlins-Dämpfer, Gepäckträger, Zusatzscheinwerfer. So wurde die Nightster reisetauglich Wie man Fotos von sich selbst macht, wenn man alleine unterwegs ist? Im Interview verrät Ann-Kathrin uns, wie das geht „Harley hätte mich auch gerne öfter auf der Pan America gesehen.“
Als wir das Interview führen, ist Ann-Kathrin in Thailand. Lockerer bekleidet auf einer Pan America Pannen waren an der Nightster kaum zu beheben. Meistens genügte das Ziehen des Hauptsteckers Die Influencerin reitet auf Eisen aus Milwaukee, gesponsort von Harley-Davidson Germany Ann-Kathrin Bendixen Ann-Kathrin Bendixen: Bikergirl.
Zusammenfassung der Motorräder von Ann-Kathrin Bendixen:
| Motorrad | Besonderheiten | Reiseziel |
|---|---|---|
| Alte Suzuki | Erste Maschine, genutzt für Reisen durch Südeuropa, Westsahara und Südamerika | Südeuropa, Westsahara, Südamerika |
| Harley-Davidson Nightster (umgebaut) | Kurzer Auspuff, Breakout-Scheinwerfer, Pan-America-Zusatzleuchten, Sturzbügel, Crashguards, Pan-Am-Lenker mit Heizgriffen, modifizierter Sitz, Öhlins-Fahrwerkskomponenten, Custom-Gepäckträger | Island |
| Harley-Davidson Pan America | Gesponsert von Harley-Davidson Germany | Thailand |
| Zwei XTs (zusammengeschraubt) | Unzuverlässig, für Afrika geplant | Afrika (nicht zuverlässig) |
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