Anna Maria Mühe überzeugt in der Rolle der Brünhilde Blum, einer Bestatterin, die zur Rächerin wird. Die Serie "Totenfrau", eine Koproduktion von ORF und Netflix, die am 5. Januar in Deutschland startete, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Bernhard Aichner. Die Serie spielt in den Bergen Österreichs, wo die Bestatterin mit dem Motorrad über die Serpentinen düst.
Vorbereitung auf die Rolle
Um sich auf die Rolle vorzubereiten, hatte Anna Maria Mühe die Möglichkeit, eine Bestatterin für einen Tag zu begleiten und anhand zweier toter Menschen zu lernen, wie das Prozedere abläuft. Das war eine große Überwindung für mich.
Am Anfang siehst du da einen toten Menschen liegen und denkst: „Welches Recht habe ich, da jetzt Hand anzulegen?“ Aber die Bestatterin war sehr angenehm und professionell, es ist ja ihr täglich Brot, was sie da tut.
Sie hat mich behutsam an die einzelnen Arbeitsschritte herangeführt, und das war eine tolle Hilfe für die Figur.
Diese Arbeitsschritte sieht man auch in der Serie, wenn die „Totenfrau“ Brünhilde Blum Leichen herrichtet.
Es ist natürlich kein Dokumentarfilm, aber die Serie zeigt das Anziehen, Ausziehen und Waschen der Toten, das Lösen der Leichenstarre, das Kämmen und andere Dinge wirklich realistisch.
Die Faszination des Morbiden
Anna Maria Mühe findet es gut, wenn man dieses Thema aus der Tabuzone herausholt und ihm eine Plattform schenkt. Was Bestatter tun, und zwar mit großem Respekt, steht am Schlusspunkt eines menschlichen Lebens. Ich finde es gut, wenn das auch mal gezeigt wird.
Die Handlung von "Totenfrau"
Die Serie erzählt die Geschichte von Brünhilde Blum, deren Ehemann vor ihren Augen getötet wird. Anschließend nimmt sie Rache an den Schuldigen. Es wird schnell klar, dass dies kein gewöhnlicher Unfall war, sondern ein Tötungsdelikt. Ohne die Konsequenzen zu bedenken, begibt sich Brünhilde Blum auf einen Rachefeldzug. Dadurch gerät sie immer tiefer in einen Strudel hinein. Das Motiv der Rache zwingt dabei auch den Zuschauer, sich zu fragen: Wie weit würde ich selbst gehen?
Anfangs sitzt sie bequem in ihrem Nest. Aber dann wird sie durch den Tod ihres Mannes gezwungen, stark und mutig zu werden, und sie entwickelt ein unglaubliches Durchsetzungsvermögen. Ich liebe es, wenn eine Figur einen Wandel durchleben darf. Sie versucht, ihren Plan durchzuziehen, und vernachlässigt dafür sogar ihre Kinder. Gerade das war für mich als Schauspielerin auch das Spannende. Nicht nur die sympathischen Seiten einer Mutter zu zeigen, sondern auch die dunklen Seiten einer Frau, die wirklich wissen will, wer für den Tod ihres Mannes verantwortlich ist, und dafür durch die Hölle geht.
Die Serie wird als deutsche Variante von Quentin Tarantinos „Kill Bill“ gesehen. Für uns Schauspieler stellt es eine tolle Herausforderung dar, an unsere Grenzen gehen zu können.
Die Rolle der Leichenbestatterin
Was Anna Maria Mühe an der Rolle der Leichenbestatterin reizte, war, dass die Totenfrau keine konventionelle Frau ist und ihren sehr eigenen Weg geht. Für mich war es das Spannende, dass sie keine Sympathieträgerin durch und durch ist. Ich musste herausfinden, wie ich den Zuschauer bei diesem Balanceakt auf meiner Seite halten kann. Das kann man schnell versemmeln.
Vor den Dreharbeiten habe ich einen Tag bei einer Leichenbestatterin mitgearbeitet. Sie hat auch mit ihren Toten gesprochen. Ich hatte den Eindruck, dass es dabei hilft, dass einem dieser Beruf leichter von der Hand geht.
Sie ist eher praktisch veranlagt. Damit kann ich etwas anfangen.
Die Drehorte
Gedreht wurde in den Bergen in Österreich. Zumal eine Besonderheit die schöne Berglandschaft in Tirol ist.
Dieses Raue und Schroffe von den Alpen ist genau das, was die Serie braucht. Ein Motorrad, das man ständig allein durch die Landschaft fahren sieht und das eben nicht ständig an Ampeln anhalten muss. Es wäre ehrlicherweise schon sehr nervig, das in Berlin zu drehen. Hinzu kommen ja noch die ganzen zwischenmenschlichen und sozialen Komponenten: Was macht so ein abgeschiedener Bergort mit einem? Wer kennt wen? Welche Geschichten sind über wen bekannt?
Im Leichenwagen über die Serpentinen: Bestatterin Brünhilde Blum lebt und arbeitet im einsamen Kühtai. Auf über 2.000 Höhenmeter liegt der Kühtaier Hof inmitten eines der höchstgelegenen Skigebiete Österreichs.
Die zweite Staffel
Zum Start der zweiten Staffel von "Totenfrau", die ab dem 19. März 2025 auf Netflix verfügbar ist, traf VOGUE Hauptdarstellerin Anna Maria Mühe zum Interview. Während in Staffel eins das Motiv der Rache deutlich prominenter war, ist es in Staffel zwei die Wut, die eine größere Rolle spielt.
Im besten Falle schafft es die Regie, eine individuelle Handschrift zu vermitteln. Daniel Prohaska hat es geschafft, uns auf sehr emotionale Art und Weise durch die zweite Staffel zu führen. Das macht natürlich auch etwas mit uns Spielenden. Wir alle sagen heute, dass wir Szenen hatten, die viel emotionaler waren als in der ersten Staffel. Das kann man nicht mit jedem:r machen - es setzt extremes Vertrauen voraus.
Die Toten sprechen
Brünhilde Blum (Anna Maria Mühe) geht es nicht anders, allerdings ist das auch ihr Job: Die Frau, die von allen schlicht Blum genannt wird, ist Bestatterin. Ihr Satz würde lauten: „Ich höre tote Menschen“, denn die Leichen sprechen mit ihr. Ob sie sich das nur einbildet und die Toten bloß Projektionsfläche für ihre Gedanken sind, bleibt offen, aber eine Rückblende in ihre Teenagerjahre deutet an, dass die Verstorbenen durchaus ein Eigenleben führen.
Besetzung
Neben Anna Maria Mühe spielen unter anderem Felix Klare («Tatort»), Yousef Sweid («Unorthodox»), Romina Küper («Baby Bitchka»), Simon Schwarz («Eberhofer-Krimis») und Shenja Lacher («Erzgebirgskrimi») auf.
Fazit
„Totenfrau“ ist eine düster-spannungsvolle Reise in menschliche Abgründe. Die Serie überzeugt durch ihre Vielschichtigkeit, die komplexen Charaktere und die beeindruckende Berglandschaft Tirols. Anna Maria Mühe brilliert in der Rolle der Brünhilde Blum, einer Frau, die zwischen Rache, Trauer und der Suche nach Gerechtigkeit hin- und hergerissen ist.
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