Asphärische Spiegel und Kamerasysteme im Test: Mehr Sicherheit für Motorradfahrer und Autofahrer

Bei der Entwicklung moderner Pkw werden erhebliche Anstrengungen unternommen, die Fahrerarbeitsplätze nach ergonomischen Gesichtspunkten zu gestalten. Bei Krafträdern finden diese Kriterien nur bedingt Anwendung. Das asphärische Spiegelglas beseitigt den im Original oft großen toten Winkel.

Die Problematik der Sichtfelder bei Motorrädern

Einleitend wird in einem ersten Arbeitsschritt der durch Literatur und aktuelle Gesetzgebung repräsentierte Stand der Technik bei Spiegelanordnungen untersucht. In einem zweiten Schritt werden mit einer geeigneten objektiven Messmethodik die seitlichen und rückwärtige Sichtfelder von Kraftradfahrern ermittelt. Hierzu werden die am Markt angebotenen Fahrzeuge in die Klassen Tourenkrafträder, Sport-/Rennsportkrafträder, Geländekrafträder/Enduro, Chopper und Roller unterteilt.

Aus jeder dieser Kategorien werden mindestens zwei repräsentative Fahrzeuge ausgewählt und auf die gegebenen Sichtverhältnisse hin untersucht. Die Analyse ergibt, dass bei allen Fahrzeugen der Sichtwinkel bei ca 20° liegt. Zur ausreichenden Erfassung des Verkehrs ist dieser Bereich zu gering; seitlich hinter dem Motorrad befindliche Fahrzeuge können nicht erkannt werden.

An einem variablen Versuchsträger werden anschließend verschieden Spiegelpositionen und -arten, darunter auch asphärische Spiegel, auf ihr Einsatzpotenzial hin untersucht. Diese Messungen werden zum einen mit der Lasermesspuppe und, zur Erlangung einer objektiven Vergleichsmöglichkeit, nach Angaben des Fahrers durchgeführt. Die universelle Tauglichkeit des Lasermessverfahrens zur Anwendung bei verschiedenen Kraftradtypen wird anhand einer breiten Auswahl überprüft.

Dieses Verfahren und die Erkenntnisse aus den vorhergehenden Arbeitsschritten dienen schließlich als Grundlage für einen Vorschlag zur Überarbeitung der aktuellen Gesetzesvorlage. A. van de Sand, H. Wallentowitz, Th.

Asphärische Spiegel für Motorräder: Ein Sicherheitsgewinn

Perfekte, erstklassig CNC-gefertigte Aluminium-Spiegel, die Ihre BMW nachhaltig aufwerten und durch ihr asphärisches, zweiflächiges Spiegelglas für einen enormen Sicherheitsgewinn sorgen. Ein optimaler Anblick und der bestmögliche Rückblick über einen wesentlich größeren Bereich ohne toten Winkel. Den Sicherheitsgewinn können Sie mit einem längeren Spiegelarm nochmals erhöhen. Endlich sehen Sie nun mehr als nur die eigenen Schultern. Jeder Spiegel kann individuell zusammengestellt werden.

Vorteile von asphärischen Spiegeln

  • Vergrößerung des Sichtfelds: Bietet einen wesentlich größeren Rückblickbereich ohne toten Winkel.
  • Erhöhte Sicherheit: Beseitigt den toten Winkel und ermöglicht das Erkennen von Fahrzeugen im seitlichen Bereich.
  • Individuelle Anpassung: Jeder Spiegel kann individuell zusammengestellt werden.

Kamerasysteme in modernen Autos: Eine Notwendigkeit?

Je moderner die Autos, desto schlechter die Rundumsicht. Pkw-Hersteller verbauen daher immer mehr Kameras. Was sie für die Verkehrssicherheit leisten und woran sie (noch) scheitern. Kamerasysteme galten vor einigen Jahren noch als futuristisch, mittlerweile sind sie in vielen Fahrzeugen Standard. Und das hat einen guten Grund: Die Rundumsicht in modernen Autos ist mäßig bis schlecht.

Das Problem ist, dass die Dachsäulen und Kopfstützen der Autos im Lauf der Zeit immer dicker und breiter, gleichzeitig die Fensterflächen immer kleiner geworden sind. Da ist es nur folgerichtig, dass sich die Autohersteller Alternativen überlegt haben, um die Rundumsicht wieder zu verbessern.

ADAC Autotest: Rundumsicht im Fokus

Von den letzten fünf Autos, die den ADAC Autotest durchlaufen haben (Stand: Mitte August 2024), hat keines in der Bewertung der Rundumsicht die Note "Sehr gut" oder "Gut" bekommen, wie es eigentlich sein müsste. Nicht mal ein "Befriedigend" ist darunter.

Modell Note Rundumsicht im ADAC Autotest
BMW 5er touring 4,4
Subaru Impreza 3,9
Opel Corsa 4,1
Porsche Taycan 4,2
XPeng G9 3,9

Notengrenze für "befriedigend": 3,5

Wie Kameras bei der Rundumsicht helfen

Kamerasysteme im Auto bieten eine Vielzahl von Vorteilen, die sowohl die Verkehrssicherheit als auch den Komfort für Fahrer und Insassen steigern. Die erste Wahl sind Kamera-Display-Kombinationen. An den Stellen, wo eine Sichtbeeinträchtigung vorliegt, übernehmen Minikameras. Das Kamerabild wird auf ein Display beim Fahrer übertragen.

Mit den Abbildungen im Display gut umgehen zu können erfordert andererseits aber auch teils lange Gewöhnungsphasen seitens derjenigen, die am Steuer sitzen. Das Blickverhalten und die Fokussierung auf Displays sind anders als bei der Nutzung herkömmlicher Spiegel.

Kamerasysteme im Detail

Die Rückfahrkamera

Seit 2018 sind Rückfahrkameras in den USA für alle Neuwagen gesetzlich vorgeschrieben. Das unterstreicht die Bedeutung dieser Technologie für die Verkehrssicherheit. Die Rückfahrkamera ist in der Regel am Heck des Fahrzeugs montiert und liefert ein Videobild auf ein Display im Fahrzeuginneren. Das System aktiviert sich automatisch beim Einlegen des Rückwärtsgangs und kann oft auch bei Vorwärtsfahrt eingeschaltet werden, solange die Geschwindigkeit niedrig ist.

Die Kamera bietet eine breite Sicht auf den Bereich direkt hinter dem Fahrzeug, was mit den herkömmlichen Rückspiegeln schwer zu erreichen ist. So können Hindernisse, Fußgänger und andere Fahrzeuge besser erkannt werden. Insbesondere das rückwärts Rausfahren aus einer schwer einsehbaren (engen) Einfahrt wird mit solch einem System bedeutend sicherer möglich.

Nachteile: Ist die Kameralinse von Wassertropfen bedeckt oder verschmutzt, liefert sie nur noch ein sehr verschwommenes Bild der Realität.

Die Frontkamera

Sehr hohe oder lange Motorhauben schränken die Sicht nach vorn stark ein. Insofern sind Frontkameras hilfreich beim Einparken und Manövrieren in engen Bereichen sowie zur Erkennung von Hindernissen nah vor dem Auto. Frontkameras mit Nachtsicht- oder Wärmebildtechnik sind in wenigen Premium-Fahrzeugen als Sonderausstattung erhältlich.

Surround-View- oder 360°-Kameras

Surround-View-Systeme kombinieren Bilder von mehreren Kameras, die rund um das Fahrzeug platziert sind, um eine künstliche 360-Grad-Ansicht zu erzeugen. Sie erleichtern das Einparken, insbesondere in enge Parklücken oder in belebten städtischen Umgebungen, indem sie eine Sicht auf das Fahrzeug und seine Umgebung aus der Vogelperspektive bieten. Dadurch helfen sie, Hindernisse wie Bordsteine, Poller, andere Fahrzeuge und Fußgänger zu erkennen.

Wie bei den meisten Rückfahrkameras werden dem Fahrer im Display Hilfslinien eingespiegelt, die ihm den nötigen Lenkwinkeleinschlag bei Parkmanövern anzeigen. Wird ein Abstand von einem Hindernis zu gering, wird der Fahrer durch einen roten Balken oder ein ähnliches Symbol gewarnt.

Digitaler Innenspiegel

Der digitale Innenspiegel ersetzt den traditionellen Rückspiegel durch ein digitales Display. Das dort gezeigte Kamerabild hat vor allem Vorteile bei schlechten Lichtverhältnissen, schlechten Wetterbedingungen oder wenn die Sicht durch Insassen oder Gepäck blockiert ist. Für Fahrzeuge mit kleinen Heckfenstern, ungünstigen Projektionsverhältnissen oder gar dem Entfall der Heckfenster (Transporter, Camper usw.) sind die digitalen Innenrückspiegel unverzichtbar.

Im Gegensatz zur Rückfahrkamera ist der digitale Rückspiegel stets aktiv und befindet sich an gewohnter Stelle für den Fahrer. Digitale Rückspiegel bieten auch ein breiteres Sichtfeld als herkömmliche Spiegel, was hilft, tote Winkel zu minimieren und eine bessere Übersicht über den rückwärtigen Verkehr zu gewährleisten. Oft lassen sich diese Spiegel über einen Knopf/Schalter zum analogen Spiegel umschalten.

Nachteil: Die Tiefenwahrnehmung ist bei Display-Darstellungen erheblich eingeschränkt, die Entfernungseinschätzung deshalb erschwert.

Digitale Außenspiegel

Digitale Seitenspiegel werden für Pkw bisher nur sehr selten angeboten. In manchen modernen Fahrzeugen und Konzeptautos, vor allem in höherwertigen Modellen und Elektrofahrzeugen gibt es sie als Ausstattungsoption.

Der virtuelle Spiegel kann eine breitere Sichtfläche und einen minimierten toten Winkel bieten, was die Sicherheit beim Spurwechsel und beim Einparken erhöht. Durch die Eliminierung physischer Spiegel wird der Luftwiderstand verringert, was zu einer besseren Energieeffizienz (Strom/Kraftstoff) führen kann.

Nachteile: Bei Dunkelheit ist die Sicht im direkten Vergleich zu einem normalen Spiegel eingeschränkt. Größter Kritikpunkt ist die ungünstige Platzierung der Displays in der Türverkleidung, die für eine starke Blickabwendung vom Verkehrsgeschehen sorgt. Aber auch die im Gegensatz zu normalen Außenspiegeln fehlende Möglichkeit, das Sichtfeld durch Verändern der Kopfposition zu verändern, ist nachteilig. Außerdem gibt es kaum Systeme, die für den Betrieb mit Wohnanhänger bzw. breite Anhänger geeignet wären. Die Tiefenwahrnehmung ist ebenfalls eingeschränkt.

Totwinkelkamera

Sie überwacht den toten Winkel des Fahrzeugs mit seitlichen Kameras und warnt den Fahrer visuell oder akustisch vor Fahrzeugen in dem Bereich. Darüber hinaus gibt es Fahrzeughersteller, die eine Einblendung des Kamerabilds in das digitale Tacho- oder Zentraldisplay vornehmen.

Im Vergleich bieten nämlich asphärische Spiegel - insbesondere wenn sie in die Spiegelgläser auf der Fahrer- und Beifahrerseite integriert sind - einen höheren Nutzwert.

Technische Herausforderungen bei Kamerasystemen

  • Systemausfälle: Virtuelle Spiegel sind elektronische Systeme, die ausfallen können. Ein Kameradefekt oder ein Problem mit dem Display kann plötzlich zu einer kritischen Situation führen.
  • Wartung und Reparatur: Wartung und Reparatur von Kamerasystemen sind oft teurer und komplexer als die von herkömmlichen Spiegeln.
  • Beeinträchtigung durch Blendung: Displays können bei starker Sonneneinstrahlung spiegeln oder bei Nacht blendend wirken, was die Konzentration des Fahrers beeinträchtigen kann.
  • Probleme für Brillenträger: Brillenträger können durch Spiegelungen und Blendungen auf den Displays gestört werden.

Forderungen an die Hersteller

  • Technologische Verbesserung der Hardware: Die Hersteller sollten sicherstellen, dass die Kamerasysteme dem neuesten Stand der Technik entsprechen. Dies umfasst insbesondere eine hohe Auflösung und verbesserte Lichtempfindlichkeit bei Dunkelheit.
  • Erhöhung der Robustheit: Hersteller sollten Maßnahmen ergreifen, um die Kamerasysteme robuster gegenüber Umwelteinflüssen wie Steinschlägen zu machen. Dazu gehört die Entwicklung und Integration von Schutzlösungen wie auswechselbaren Linsenschutzabdeckungen, die eine zusätzliche Sicherheit bieten und die Kameraoptik vor Schäden bewahren.
  • Erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen: Die Kameralinsen sollten effektiv vor Verschmutzung geschützt werden. Dazu entweder einklappbar gestaltet oder an optimal geschützten Stellen am Fahrzeug angebracht werden, um ihre Sauberkeit und Funktionalität zu gewährleisten, wenn sie nicht in Gebrauch sind.
  • Verbesserte Reparaturmöglichkeiten: Die Hersteller sollten Kamerasysteme so konzipieren, dass sie leichter reparierbar sind. Statt des vollständigen Austauschs von Linse, Sensor und Gehäuse sollte eine modulare Bauweise in Betracht gezogen werden.
  • Einfache Kalibrierung: Die Kalibrierung der Kamerasysteme sollte durch standardisierte Verfahren und Ausrüstungen erleichtert werden, um die zusätzlichen Kosten und den Aufwand für spezialisierte Diagnoseausrüstung und Kalibriermatten zu reduzieren.
  • Transparente Informationen und Schulungen: Hersteller sollten umfassende Informationen und Schulungen zu den Kamerasystemen bereitstellen, damit Verbraucher und Werkstätten besser über die Funktionalität, Wartung und Reparatur der Systeme informiert sind.

Empfehlung für Autokäufer

  • Probefahrt: Eine ausgiebige Probefahrt hilft, um sich mit den Kamerasystemen vertraut zu machen und deren Nutzen und Benutzerfreundlichkeit zu beurteilen.
  • Kosten-Nutzen-Analyse: Überlegen Sie, ob die zusätzlichen Kosten für Anschaffung und Wartung der Kamerasysteme durch den Mehrwert und die erhöhte Sicherheit gerechtfertigt sind.
  • Fahrerschulung: Nutzen Sie die Anleitungen des Herstellers, um die Systeme zu verstehen und optimal nutzen zu können.
  • Eingewöhnungszeit: Nehmen Sie sich Zeit, um sich an die neuen Systeme zu gewöhnen und ihre Bedienung zu erlernen.
  • Nicht allein auf Technik verlassen: Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf die Kamerasysteme und bleiben Sie stets aufmerksam und vorsichtig im Straßenverkehr.
  • Reinigung und Pflege: Halten Sie die Kameralinsen sauber und frei von Schmutz, um eine klare Sicht zu gewährleisten.
  • Anhängerbetrieb: An digitalen Seitenspiegeln lassen sich oft keine Spiegelerweiterungen für den Anhängerbetrieb anbringen.

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