Tragischer Unfall überschattet Motocross-Rennen in Aufenau

Ein tragischer Unfall überschattete den Auftakt zum Moto-Cross-Hessen-Cup in Aufenau. Bei idealen Bedingungen kämpften 121 Fahrer beim Oster-Moto-Cross beim AMC Langgöns um Punkte. Ein zwölfjähriger Junge ist bei einem Motocross-Rennen im hessischen Aufenau (Main-Kinzig-Kreis) tödlich verunglückt.

Bei einem Rennen der Jugendklasse stürzte er am Samstagnachmittag nach einem Sprung mit einem Motorrad der Klasse 3 (85 Kubikzentimeter) über ein Hindernis, wie das Polizeipräsidium Südosthessen in Offenbach berichtete. An dem Unfall war kein anderer beteiligt. Der Junge starb noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen.

Eine Notärztin konnte ihm nicht mehr helfen. Für die anwesenden Angehörigen wurde psychologische Betreuung organisiert. Die Verantwortlichen des veranstaltenden MSC Aufenau 1964 e.V. haben wegen des tragischen Unglücksfalles den laufenden 14. DMV Hessen Cup Motocross (für Solo-Motorräder und Quads in 13 Klassen) sofort abgebrochen und die Veranstaltung für beendet erklärt.

„Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen" heißt es in einer Erklärung des Vereins, der auch alle Motorsportfreunde um Verständnis bittet. Ein tragischer Unfall in der Nacht zum Montag sorgte jedoch für die Absage des noch ausstehenden Programms. Zwei junge Männer waren in der Nacht im Fahrerlager in ihrem Fahrzeug erstickt und am Morgen tot aufgefunden worden.

Trotz der sofort herbeigeeilten Rettungskräfte kam für die beiden Westfalen jede Hilfe zu spät. Die Rennleitung sagte daraufhin alle Wertungsläufe für den Montag ab.

Rennverlauf und Ergebnisse vor dem Abbruch

Optimale Bedingungen hatte das Fahrerfeld in den jeweils zwei Wertungsläufen der fünf Klassen am Sonntag. Die Mannschaft des AMC-Vorsitzenden Rainer Dörr hatte die 1600 Meter lange Strecke mit ihren 17 Sprüngen bestens präpariert.

In der mit 39 Fahrern am stärksten besetzten Seniorenklasse hatte Thomas Brehl in Lauf eins die Nase vorn vor Thorsten Schmid aus Laubuseschbach. Im zweiten Durchgang tauschten beide die Plätze, der Tagessieg ging an Schmid. Lokalmatador Andre Seipp aus Linden holte für den AMC zweimal Rang drei. Der mehrfache Hessen-Cup-Sieger lag zeitweise sogar in Führung, musste dann aber mangels Kondition zurückstecken.

Gewinner in der 125-ccm-Jugendklasse wurde Joshua Diehl aus Rehe. Der Westerwälder lieferte sich ein erbittertes Duell mit Denis Wiesmann aus Bocholt, das der Westfale jedoch knapp verlor. Der 13-jährige Büdinger Yannis Appel zeigte mit zwei dritten Plätzen eine solide Leistung auf Rang drei, dem zweiten Pokalrang aus mittelhessischer Sicht.

Platz sechs sicherte sich Danny Borrmann aus Lollar, der nach einem halben Jahr Wettkampfpause sichtlich glücklich war. »Da ist im Laufe der Saison noch mehr drin«, äußerte sich der 18-Jährige optimistisch.

Auch in den Nachwuchsklassen ging es zur Sache. In der 50-ccm- Klasse holte sich der Däne Matti Jorgensen den Doppelsieg vor dem Westfalen Leon Sievert. In der 85-ccm-Klasse gewann Maxime Hagendorf. Zweiter wurde Luc Leinbach aus Bad Endbach, der den zweiten Lauf gewann, vor dem Osthessen Bennet Schäfer auf Rang drei. Bester Mittelhesse war Maximilian Wolf (Marburg) auf Platz sieben.

Einen weiteren Doppelsieg feierte Miro Cappuccio (Groß-Zimmern) in der Kategorie Jugend-Quads (sechs bis neun Jahre), während Devid Kasin (Schöllkrippen) die Jugend-Quad-Wertung der Zehn- bis 14-Jährigen gewann.

Ergebnisse der einzelnen Klassen

Hier eine Übersicht der Ergebnisse in den einzelnen Klassen:

  • Klasse 1 (Schülerklasse 50 ccm): 1. Matti Jorgensen (Dänemark) 50 Punkte, 2. Leon Sievert (Wilnsdorf) 42, 3. Pit Paul Herbstmann (MSC Oberes Weißtal) 40, 4. Jonathan Weiß (MSC Sechshelden) 38, 5. Jonas Meininger (MSC Straßbessenbach) 32, 9. Hendrik Lißfeld (MSC Langgöns) 24.
  • Klasse 3 (Schüler 85 ccm): 1. Maxime Hagendorf (MSC Wüsten) 47, 2. Luc Leinbach (Bad Endbach) 45, 3. Bennet Schäfer (MC Hünfeld) 42, 4. Amon Wessely (MSC Schwabhausen) 36, 5. Kai Schutte (MSC Grevenboich) 29, ... 23. Jonas Geller (AMC Langgöns) 2, 27. Rene Fleck (AMC Langgöns), 31. Fabian Stubig (AMC Langgöns).
  • Klasse 4 (125-ccm-Jugend): 1. Joshua Diehl (MSC Sechshelden) 47, 2. Dennis Wiemann (Bocholt) 43, 3. Yannis Appel (MCV Rhein-Main) 40, 4. Marc Dominik Judt (MSC Freier Grund) 40, 5. Lars Nockermann (MSC Sechshelden) 32, 6. Danny Borrmann (MSC Beuern) 29, ... 18. Moritz Roth (Fernwald) 9, 29. Marvin Keil (AMC Langgöns)
  • Klasse 7 (Jugend-Quad, 6 bis 9 Jahre): 1. Miro Capuccio (MSC Albertshofen) 50, 2. Marvin Schulze (Villmar) 44, 3. Christian Kasin (MSC Aufenau) 40.
  • Klasse 8 (Jugend-Quad, 10 bis 14 Jahre): 1. Devid Kasin (MSC Aufenau) 47, 2. Max Mildenberger 47, 3. Lee-Ann Stemper (MSC Albertshofen) 40.
  • Klasse 10 (Senioren): 1. Torsten Schmid (AMC Langgöns) 47, 2. Thomas Brehl (MC Nüsttal) 47, 3. Andre Seipp (AMC Langgöns) 40, 4. Ilka Schütz (MSC Sechshelden) 36, 5. Helmut Bub (MSF Sinngrund) 30, … 28. Michael Garwe (AMC Langgöns), 34.

Diskussion um Sicherheit im Motorsport

Nach dem Unfall entbrannte eine Diskussion um die Sicherheit im Motorsport, insbesondere in Bezug auf Nackenschutzsysteme (Neck Brace). Es wurde berichtet, dass der verstorbene Junge ein Neck Brace trug, das jedoch am Scharnier gebrochen war.

Es folgten Überlegungen, ob das Neck Brace möglicherweise sogar zum Tod beigetragen haben könnte, indem es die Energie des Aufpralls ungünstig verteilte oder durch scharfe Kanten Verletzungen verursachte. Andere Stimmen betonten, dass ohne den Nackenschutz die Verletzungen möglicherweise noch schwerwiegender gewesen wären.

Einige Experten äußerten Bedenken, dass bestimmte Nackenstützen im Falle eines Sturzes wie ein Hebel wirken und Wirbelverletzungen verursachen könnten. Es wurde gefordert, die Wirksamkeit und Sicherheit von Nackenschutzsystemen wissenschaftlich zu untersuchen. Die Diskussionsteilnehmer betonten, dass es kein Allheilmittel gebe und dass die Einführung von Helmen die Zahl der HWS-Verletzungen ebenfalls stark erhöht habe, da hier ja auch nun neue andere Hebelkräfte auftauchen.

Einige Fahrer bevorzugen Nackenstützen aus Kunststoff gegenüber Carbon, da sie im Falle eines Bruchs weniger scharfe Kanten bilden. Andere tragen die Nackenstütze lieber über dem Rückenpanzer, um eine direktere Krafteinwirkung auf die Wirbelsäule zu vermeiden. Es wurde auch die Frage aufgeworfen, ob Orthopäden ausreichend Ahnung von dem Sport haben und worum es dabei geht.

Reaktionen und Beileidsbekundungen

In den sozialen Medien und Foren äußerten viele Motorsportfreunde ihr Beileid und Mitgefühl für die Familie des verstorbenen Jungen. Einige erinnerten an andere tragische Unfälle im Motorsport und betonten das Risiko, das mit diesem Sport verbunden ist. Andere sprachen sich dafür aus, die Sicherheitsmaßnahmen weiter zu verbessern und die Strecken zu entschärfen.

„Anstatt hier viel zu diskutieren über Sinn und Unsinn Motocross zu fahren, über das Einstiegsalter usw." Ein Motorsport-Club drückte sein Beileid aus und gedachte Rolf Wießmann, der am 5. Mai 2025 im Alter von 89 Jahren verstorben ist.

Weitere Informationen und Veranstaltungen

Trotz des tragischen Unfalls gibt es auch positive Nachrichten aus der Region. Der DMV (Deutscher Motorsport Verband) lädt zum BoostCamp 2025 ein, einem Förderwochenende für den Motorsport-Nachwuchs. Der MSC Aufenau veranstaltete am Sonntag den 11. Mai erneut seinen beliebten Schnuppertag für motocrossinteressierte Kinder und Jugendliche.

Der Motorsportclub Klein-Krotzenburg e.V. im DMV u. VFV lädt die heimische und überregionale Veteranen- und Schrauber-Szene zum 10. Veteranen- u. Schrauber-Treff am Sonntag, ein.

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