Klickpedale sind vor allem bei Mountainbikes und Rennrädern beliebte technische Unterstützer, mit denen die Kraftübertragung beim Treten in die Pedale noch effektiver wird. Damit alles reibungslos funktioniert, stellen Sie die Cleats auf die für Sie optimale Position ein und montieren die Platten an den Fahrradschuhen. Die richtige Einstellung deiner Cleats ist entscheidend für Komfort, Effizienz und Gesundheit beim Radfahren.
Die korrekte Einstellung deiner Cleats sorgt für eine optimale Kraftübertragung und reduziert das Risiko von Verletzungen und Schmerzen. Falsch eingestellte Pedalplatten können zu Knie- und Fußproblemen sowie zu Problemen an den Zehen führen. Dies alles kann dein Fahrerlebnis beeinträchtigen.
Benötigtes Werkzeug und Vorbereitung
Bevor du mit der Einstellung beginnst, benötigst du das richtige Werkzeug und eine Cleat-Einstellungsschablone oder ein Cleat Tool. Die TP1 Serie von Ergon bietet verschiedene Cleat Tools für alle gängigen Cleat Systeme, die einfach zu bedienen sind. Mit einem Cleat Tool geht dies jedoch viel schneller, präziser und einfacher. Die TP1 Serie von Ergon wurde speziell als Cleat Tool für alle gängigen Systeme entwickelt.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Cleat-Positionierung
- Cleats positionieren: Setze die Cleats locker auf die Sohle deiner Fahrradschuhe.
- Position anpassen: Stelle sicher, dass die Cleats so positioniert sind, dass der Ballen deines Fußes, also das Grundgelenk deiner Zehen, direkt über der Pedalachse liegt. Dies ist entscheidend für eine effiziente Kraftübertragung. Das gilt selbst, wenn eine Schuhsole aus steifem Carbon hergestellt ist.
Mit dem Ergon Cleattool gehst du bei der Einstellung in drei Schritten vor:
- Längseinstellung: Schiebe den Schuh in die Position, dass sich das Cleat bzw. Pedal unter dem Fußballen befindet.
- Quereinstellung oder Q-Faktor-Justage: Je nach Beinachse und Tretlagerbreite bzw. Pedalachse sollte der Schuh nach innen oder außen geschoben werden. Beim Fahren sollten Hüfte, Knie und Fuß eine gedachte Linie beim Treten bilden.
- Der Fersenwinkel: Durch Drehen des Schuhs auf dem Cleattool wird der Fußwinkel in Längsrichtung eingestellt. Damit wird das Knie richtig in der Bewegungsachse ausgerichtet.
- Cleats fixieren: Ziehe die Schrauben deiner Cleats mit einem Inbusschlüssel fest.
- Einstellungsprüfung: Raste deine Schuhe auf den Pedalen ein und prüfe, ob sich die Cleats in der gewünschten Position befinden. Am besten testest du die Einstellung auf einem Rollentrainer. Dreh deine Füße nach innen und außen bis zum Anschlag des Pedals, ohne auszuklicken. Beide Richtungen sollten zu deiner Fahrposition etwas Luft haben.
- Ausrichtung korrigieren: Verändere die Position der Cleats, falls nötig, um sicherzustellen, dass deine Knie und Füße in einer natürlichen Position bleiben.
- Probefahrt: Mache eine kurze Probefahrt und achte auf dein Fahrgefühl. Die Knie und die Muskulatur sollten ein harmonisches Gefühl beim Treten vermitteln.
- Knieausrichtung: Achte darauf, dass deine Knie während des Tretens gerade bleiben und nicht nach innen oder außen zeigen. Dies hilft, Knieproblemen vorzubeugen.
- Fersenposition: Die Fersen sollten anfangs möglichst neutral stehen, also in Linie zur Fahrtrichtung zeigen, um eine natürliche Fußstellung in der richtigen Knieausrichtung zu gewährleisten. Fühlst du dich damit unwohl, kannst du den Fußwinkel in kleinen Schritten, nach innen oder außen ändern.
- Cleat-Einstellhilfe: Nutze die Schablonen des Ergon-Einstellungs-Tools TP1, um die optimale Position zu finden. Diese erleichtert die korrekte Ausrichtung und Fixierung der Cleats.
Die Auslösehärte des Pedals anpassen
Nicht nur, dass es (gut gefettet) fest im Kurbelarm verschraubt sein sollte, an dem meisten Klickpedalen kannst du die Auslösehärte einstellen. Auch diese solltest du für dich optimal einstellen. Wähle die Einstellung der Auslösehärte, die dir komfortabel und sicher erscheint. Wenn du noch nicht gut mit dem Klicksystem vertraut bist, wähle eine geringere Federspannung. Bist du ein routinierter Radsportler und benötigst viel Halt, dann erhöhe die Federspannung.
Bei Shimano-Pedalen lässt sich die Auslösehärte des Klickmechanismus’ anpassen. Anfänger sollten für einen leichteren Ein- und Ausstieg die Federspannung reduzieren. Dazu dreht man die 3-Millimeter-Inbus-Schraube gegen den Uhrzeigersinn. Profis wählen eine härtere Einstellung.
Überblick über verschiedene Klickpedal-Systeme
SPD? ATAC? SPD-SL? Kéo? Klickpedal-Systeme für MTB und Rennrad gibt es viele, sie sind jedoch nicht untereinander kompatibel. Eine Systemübersicht:
MTB: SPD und ähnliche
Das wohl am weitesten verbreitete Pedalsystem ist das Shimano Pedaling Dynamics - den meisten bekannt als SPD. Ein Mechanismus aus Metallklammern und Federn am Pedal greift das Cleat mit Zweiloch-Befestgung. Die Position Deines Fußes auf dem Pedal wählst Du durch Verschieben des Cleats am Schuh. Einmal eingeklickt, kannst Du Deinen Fuß noch ein paar Grad drehen, bevor Du ausklickst. Die Auslösehärte ist bei Shimano und vielen anderen vergleichbaren Systemen über eine Schraube einstellbar.
MTB: crankbrothers
Anders aufgebaut sind die Pedale von crankbrothers. Gerade die leichten Eggbeater-Pedale sind auch im Cross Country- und Gravelbereich sehr beliebt. Das minimalistische Design erlaubt durch seine Symmetrie den Einstieg von vier Seiten und verfügt über eine hervorragende Selbstreinigung.
MTB: Time ATAC
Der Hersteller Time setzt mit der ATAC-Reihe auf Pedale, bei denen Zweiloch-Pedalplatten aus Messing zwischen Metallbügeln einklicken. Das System gilt seit den Neunzigerjahren als funktional, haltbar und wenig schmutzanfällig. ATAC steht übrigens für Auto Tension Adjustment Concept - ein Hinweis darauf, dass dank der kontinuierlichen Spannung keine Auslösehärte eingestellt werden muss.
MTB: HT
Der Klickmechanismus der Marke HT besteht aus einer festen Klammer hinten und einem gespannten Metallbügel vorn. Das System für Zweiloch-Schuhe sieht ein wenig aus wie eine Mischung aus SPD und ATAC und funktioniert auch so. Die Bewegungsfreiheit Deines Fußes kannst Du durch Wechseln der Cleats anpassen. Der Auslösewinkel liegt bei 13° und die Auslösehärte ist einstellbar.
MTB: Magped
Das System von Magped ist ein Sonderfall zwischen Klick- und Plattformpedal. Es kommt ohne Mechanismus und feste Bindung aus. Stattdessen montierst Du am Schuh (Zweilochsohle) eine Stahlplatte, die von einem Neodym-Magneten am Pedal gehalten wird.
MTB: Hope Union
Der englische Hersteller Hope hat mit Union ein Pedalsystem kreiert, das bei der Einstellung besonders viel Freiheit bietet. Der Mechanismus ähnelt auf den ersten Blick Shimanos SPD-System, allerdings sind bei Hope sowohl die vordere als auch die hintere Metallklammer beweglich. Die Federvorspannung für den Widerstand beim Ausklicken ist einstellbar.
Rennrad: SPD-SL
Das Rennrad-Pedalsystem von Shimano heißt SPD-SL. Das SL steht dabei für super light. Die einseitige Bindung mit einstellbarer Auslösehärte sorgt zusammen mit großen Pedalplatten aus Kunststoff für Dreiloch-Sohlen für eine solide Kraftübertragung.
Rennrad: Look Kéo
Look ist bekannt dafür, 1984 das Klickpedal auf den Markt gebracht zu haben, nach dessen Vorbild noch heute viele Rennradpedale konstruiert werden. Das aktuelle System nennt sich Kéo und funktioniert ähnlich wie SPD-SL. Bei den Standardmodellen kannst Du die Auslösehärte mit einem Innensechskantschlüssel einstellen.
Rennrad: Speedplay
Die Pedale von Wahoo-Speedplay drehen den Spieß um und verlagern den eigentlichen Klickmechanismus an den Schuh. Die Vorteile: Der Pedalkörper ist extrem klein, leicht und Du kannst von zwei Seiten einklicken. Das System bietet Dir außerdem die meisten Möglichkeiten bei der Einstellung. So kannst Du beispielsweise die Bewegungsfreiheit direkt am Cleat von 0° bis 15° einstellen, ohne es tauschen zu müssen.
Rennrad: Time Iclic
Time verwendet bei den Pedalen der Baureihen Xpresso und Xpro einen eigenen, einseitigen Mechanismus namens ICLIC. Dabei kommt jeweils eine Carbon-Blattfeder pro Pedal zum Einsatz, wodurch die Pedale besonders leicht ausfallen. Die Vorspannung der Blattfeder und damit die Auslösehärte kannst Du in drei Stufen einstellen, ohne die Feder tauschen zu müssen.
Zusätzliche Tipps und Überlegungen
- Kompatibilität beachten: Achten Sie stets auf die Kompatibilität! Die Pedale müssen zu den Schuhen passen.
- Die richtige Cleat-Position finden: Millimeterarbeit an den Pedalplatten - es lohnt sich, mit der Position der Pedalplatten zu experimentieren, um das individuelle Optimum zu finden; schon wenige Millimeter können den Unterschied machen. Ziel ist immer ein lockerer, unverkrampfter Tritt.
- Anpassungszeit: Bei größeren Änderungen müssen Sie Ihrem Körper Zeit geben, sich an die neuen Bedingungen zu gewöhnen, sonst können - vor allem rund ums Knie - Schmerzen die Folge sein.
- Schuhplatten-Position übertragen: Ihre optimale Platten-Position können Sie mit Schablonen auch auf neue Schuhe übertragen, zum Beispiel mit der Schuhplattenschablone von Ergon.
Hilfreiche Tools für die Cleat-Montage
Mit ergonomisch korrekt platzierten Cleats lässt sich nicht nur die Kraft besser auf das Pedal übertragen. Die anatomisch richtige Ausrichtung verhindert auch Schmerzen in den Gelenken oder andere Beschwerden wie brennende Fußsohlen. Hier einige praktische Tools für die Cleat-Montage:
- Ergon Fitting Box Mtb Exp: In wenigen Schritten zu mehr Komfort auf dem Bike. Die Fitting-Box von Ergonomie-Experte Dr. Kim Tofaute erklärt mit diversen Schablonen, wie Sie die Kontaktpunkte am Fahrrad optimal auf Ihre Anatomie anpassen.
- Bikefit Foot Fit Calculator: Über die App des Bike Fitters lässt sich die Neigung der Füße ermitteln. Über passende Cleat-Unterlegscheiben lässt sich der Fuß dann in eine waagerechte Position bringen. So soll ein Brennen an den Fußsohlen vermieden werden.
- Ergon TP1: Mit der TP1-Schablone lassen sich die drei elementaren Cleat-Einstellungen (Längsorientierung, Q-Faktor und Fußwinkel) präzise und im Handumdrehen einstellen. Die mitgelieferte Anleitung veranschaulicht die einzelnen Schritte.
Werkstatt-Tipps
- Schraubenkleber: Es ist durchaus möglich, dass sich mal eine Schraube aus dem Gewinde löst. Das kann schnell gefährlich werden, weil man mit lockeren Cleats nicht mehr zuverlässig aus dem Pedal ausklicken kann. Ein Tropfen blaues Loctite schafft hier bei der Montage Abhilfe.
- Verschleiß: Klappert der Schuh im Pedal oder rutschen Sie beim Treten oder im technischen Gelände leicht aus dem Pedal, obwohl die Auslösehärte schon am Anschlag ist? Dann sind vermutlich die Cleats verschlissen. Wir raten zum frühzeitigen Wechsel, damit die Cleats stets sicher und zuverlässig funktionieren.
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